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Claudia

Noch 10 Tage bis Australien

Nun ist Australien schon nahe, sehr nahe. Also musste ich auch endlich entscheiden, wie ich es mit den Medikamenten für meine Schuppenflechte halte.

Ausreichend Cosentyx mitzunehmen – das wäre das Nonplusultra gewesen. Der Arzt hätte mir sogar eine Sechserpackung verschrieben und "Muster" mitgegeben, damit ich hinkomme. Aber die Kühlung... In der Kühlkette wären zu viele Eventualitäten gewesen. Dieses Risiko wollte ich am Ende nicht eingehen.

Eine Kühltasche habe ich, ja. Aber: Sie hält Medikamente im Durchschnitt 12 Stunden kühl, maximal, aber wirklich ganz maximal 20 Stunden. Und ich bin 24 Stunden unterwegs. Bei der Fluggesellschaft hatte ich angefragt – dort steht in den Beförderungsbedingungen schon drin, dass sie an Bord keine Medikamente kühlen. Auch die freundliche Nachfrage hat keine Ausnahme ergeben. Und darauf vertrauen, dass ich die Crew dazu bekomme, diese Menge in den Kühlschrank zu legen – das war mir zu heiß. Wahlweise hätte ich auch Kühlakkus abgeben können. Aber bekommt man die durch die Sicherheitskontrollen?

Jedenfalls ist es nun entschieden. Heute war ich zu letzten Besprechung mit meinem Hautarzt.

Nun habe ich noch einmal Cosentyx, das ich am Abend vor der Reise spritze. Dann ist Pause. Ich werde eine große Tube Daivobet dabeihaben, das war meine Idee. Sozusagen vorsorglich, wenn es wieder ein bisschen schlimmer wird. Mein Arzt riet mir, vorsorglich auch MTX-Tabletten mitzunehmen, wenn es wieder deutlich schlimmer wird. Im Hinterkopf habe ich, dass ich, wenn es ganz ganz schlimm werden sollte, dort zu einem Arzt gehen und mir Cosentyx verschreiben lassen kann. Dafür habe ich eine Bescheinigung vom Arzt und einen Ausweis vom Hersteller.

Nach meiner Rückkehr könnte es dann Taltz werden, meinte mein Arzt.

Aber: Ich fahre in den Frühling und Sommer dort. Ich habe also alle Gelegenheit, auch UV-Licht zu tanken, im Schatten.

Von Kollegen dort wurde ich übrigens schon gewarnt: vor Elstern :) Die verteidigen jetzt ihre Nester und ihren Nachwuchs. Erfinderische Radfahrer bauen sogar Spikes an die Helme :)

 

Und so sieht eine Elster im Flug aus (Foto: Hamish Irvine / Flickr) (CC BY-NC 2.0). Da will man ja wirklich nicht Ziel sein, oder?

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Claudia

Seitdem ich weiß, dass ich für vier Monate zum Arbeiten nach Australien gehe, überlege ich auch, was ich mit meinen Medikamenten mache. Ich nehme Cosentyx, das ich mir einmal im Monat spritze.

Bei der medizinischen Hotline vom Hersteller Novartis rief ich an – die hatten so gar keine Tipps, was Versicherung und Bezug den Medikamentes in Australien angeht. Aber eine Kühltasche, die haben sie mir schon mal angeboten. Zwei Tage später traf sie auch gleich ein – siehe Foto am Ende des Beitrags.

Mein Hautarzt mag mir nicht so viel auf einmal verschreiben, dass es reichen würde – und ich kann ihn ja verstehen. Jetzt, hier in Deutschland, will er alle zwei bis drei Monate eine Blut- und Urinprobe. Ohne die ist das auch mir zu unsicher.

Gestern war ich nun wieder einmal bei ihm und wir sprachen das zweite Mal darüber. Er hat zwei Vorschläge: Entweder spritze ich noch mal kurz davor (was turnusmäßig sowieso so wäre) und pausiere dann oder er stellt mich vorher auf Stelara um, das nur alle drei Monate gespritzt wird.

In beiden Fällen könnte es passieren, dass Cosentyx nicht mehr so gut anschlägt. Könnte.

Bei der Umstellung auf Stelara könnte passieren, dass es bei mir nicht gut wirkt (ich hatte es noch nie).

Wenn ich jetzt mit dem Cosentyx mal über der Zeit bin, merke ich schon, dass die Haut wieder etwas loslegen will und dass sie auch wieder mehr juckt. Etwas mehr. Aber noch immer ist die Schuppenflechte zu 90 Prozent weg.

Eine dritte Option wäre, dass ich in Australien zum Arzt gehe, mir Cosentyx verschreiben lasse, es erst einmal selbst bezahle und nach meiner Rückkehr mit der heimischen Krankenkasse abrechne. Ob das überhaupt ginge (und abgesehen davon, dass ich das ja vorfinanzieren müsste), muss ich erst mit der Krankenkasse besprechen. Mein Arbeitgeber hat jedenfalls bei meiner bisherigen Krankenversicherung eine Weitergeltung der deutschen Rechtsvorschriften beantragt. Außerdem hat er eine Restkostenversicherung für mich abgeschlossen. Erklärt wurde mir Letzteres so:

Zitat

Falls Sie während Ihrer Entsendung im Ausland ärztlich behandelt werden müssen, müssen Sie die Kosten dafür vorerst auslegen und dann die Rechnungen bei uns einreichen. Wir lassen uns den Betrag, der auch in Deutschland von Ihrer gesetzlichen Krankenkasse übernommen worden würde, erstatten und fordern die Differenz bei der Restkostenversicherung ein.

Im Moment habe ich auf so viel Action und ja auch Erklärung gegenüber meinem Arbeitgeber keine Lust und tendiere zum Pausieren. Was würdet Ihr denn tun?

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Claudia

Dieser Blog soll mich und euch durch die nächsten Monate begleiten und alle, die es interessiert, auf dem Laufenden halten – denn ich gehe im Herbst für vier Monate zum Arbeiten nach Australien, konkret: nach Sydney.

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Wie alles begann

Mein Arbeitgeber schickt immer zwei Mitarbeiter für einige Monate nach Australien. Das hat mit Tag und Nacht zu tun :) Wenn es hier Nacht ist, ist dort Tag – und so übernehmen ebenjene zwei Kollegen im fernen Australien sowas wie die Nachtschicht.

Ich hatte das in den letzten Jahren immer als "Spielwiese" für die jüngeren Kollegen gesehen. Dazu kamen in meinem Kopf auch immer sofort Gegenargumente wie: "Ach, da sind meine Eltern, die schon ziemlich alt sind". Und "Wie soll das mit dem Psoriasis-Netz gehen?" Und: "Aber deine Schuppenflechte..."

Im Frühjahr diesen Jahres aber verfiel mein Chef auf die Idee, direkt mich zu fragen. Tja, und so kam es, dass ich darüber tiefer nachdenken musste. ;) Und mir irgendwann sagte: "Hej, warum eigentlich nicht?". Meine Eltern sind sehr robust und aktiv. Das Psoriasis-Netz kann ich (zumindest eine Weile) von jedem Ort der Welt aus machen, das Internet macht's möglich. Zu meiner Schuppenflechte und dem Plan schreibe ich später etwas.

Erster (großer) Schritt: Visum und Sprachprüfung

Die nächste große Hürde hieß Arbeitsvisum für Australien. Das gibt's nicht ohne Sprachprüfung. Ich hatte in der Schulzeit Russisch und Französisch. Englisch lernte ich damals nur fakultativ ein Jahr lang in einer Art Arbeitsgemeinschaft. Seither habe ich mit Englisch angeeignet –  sehr viel gelesen und auf Konferenzen gehört und mal ein Jahr lang einen Abendkurs besucht. Nur selbst sprechen... nun ja. Aber nun musste ich da durch. Gestern war die Sprachprüfung (namens IELTS). Und so scheint mein Australien-Trip nicht mehr ganz so fern wie vor ein paar Wochen noch. Und deshalb "traue" ich mich jetzt auch, darüber zu schreiben.

Das ganze "Projekt" war aber auch der Grund, warum ich in den letzte Wochen hier nicht so viel geschrieben habe und warum ich nicht zum Usertreffen in die Schweiz fahren werde. Ich winke Euch dann :)

In den nächsten Tagen werde ich hier immer mal wieder etwas über die Vorbereitungen schreiben.

 

Fotos:

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