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  • Inga Richter
    Inga Richter

    Welche Kopf-Behandlung wann die richtige ist

    Mehr als acht von zehn Schuppenflechte-Betroffene leiden unter Psoriasis capitis – der Schuppenflechte auf der Kopfhaut. Zwar stehen viele Medikamente zur Verfügung: Lösungen, Lotionen, Emulsionen, Cremes, Salben oder Shampoos, bestückt mit Inhaltsstoffen wie Teer oder Vitamin-D3-Derivaten oder Kortisonen. Doch was für welchen Patienten am sinnvollsten ist, das weiß eigentlich niemand so genau. Übereinstimmende Leitlinien existieren nicht. Folge ist oft ein langwieriges Herumexperimentieren.

    Um diesem Wirrwarr ein Ende zu setzen, hat eine Expertengruppe aus sechs Ländern detaillierte Empfehlungen für die Praxis erarbeitet. Dazu verglichen sie die Ergebnisse von Studien zu verschiedenen Wirkstoffen in verschiedenen Darreichungsformen in Bezug auf Wirksamkeit, Sicherheit und einfacher Anwendung. Die Ergebnisse wurden Ende 2009 im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology veröffentlicht.

    Ausgewertet wurden nur die gängigsten Wirkstoffe: Kortisone wie Clobetasol, Betamethason dipropionat und Betamethason valerat sowie das Vitamin-D3-Analogon Calcipotriol.

    Die Kortisonpräparate schnitten in puncto Wirkung am besten ab. Den größten Effekt erzielten Kombinationspräparate mit Calcipotriol. Und: Nicht der Wirkstoff allein, sondern auch die Zubereitung entsheidet über den Behandlungserfolg. Clobetasol-Schaum wirkte besser als Clobetasol-Lösung - und diese wiederum besser als die Lösung mit Betamethason dipropionat. In der Lotion dagegen überzeugte Betamethason dipropionat gegenüber Clobetasol.

    "Übersetzt" heißt das: Clobex und Clarelux sollten besser wirken als Clobegalen- oder Dermoxinale-Lösung. Danach kämen - wie gesagt in puncto Wirksamkeit - Lösungen wie Diprosalic oder Diprosone. Aber: Nicht immer ist auch das am stärksten wirksame Mittel nötig.

    Auch die Verträglichkeit wird offenbar von der Darreichungsform beeinflusst. Ein Beispiel: Während sich zwischen Betamethason dipropionat-Lotion (0,05%) und Clobetasol-Lösung keine Unterschiede feststellen ließen, rief Betamethason als Lösung bei mehreren Patienten eine Follikulitis hervor. Im Vergleich zu Calcipotriol schnitten beide Kortisone besser ab, insbesondere Clobetasol als Shampoo. Die Autoren begründen das so: „Die kurze Kontaktzeit eines Shampoos kann die schädlichen Nebeneffekte minimieren.“ Tatsächlich traten bei einer neueren Untersuchung mit dem Clobetasol Shampoo Clobex über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten kaum für Kortison typische Hautatrophien und keine Beeinflussung der Cortisolregulation auf.

    Von Teerprodukten raten die Verfasser wegen des potenziellen Krebsrisikos schlichtweg ab.

    Die Handhabung des jeweiligen Mittels spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle für den Therapieerfolg. Wer zuviel Zeit investieren oder zu komplizierte Verfahren auf sich nehmen muss, bricht die Behandlung schneller ab. Umfragen zufolge bevorzugten die meisten Patienten daher Schaum oder Shampoo. Darüber hinaus soll Shampoo den Vorteil haben, dass es nur einmal täglich angewendet werden muss (Schaum zweimal) und weniger Haut reizenden Alkohol enthält. Doch mit einer simplen Haarwäsche hat die Anwendung nur wenig zu tun. Laut Beipackzettel sollte ½ Esslöffel des Shampoos Clobex täglich sparsam bei trockenem Haar auf die Kopfhaut aufgetragen, einmassiert und 15 Minuten auf dem Kopf gelassen werden. Dabei bliebe mehr in den Haaren hängen als auf die Kopfhaut gelangen würde, schreibt allerdings ein Mitglied unseres Forums - zumal eine so kleine Menge für den gesamten Kopf ohnehin nicht reichen würde…

    Nach Meinung der Verfasser stellen Kurzkontakt-Präparate in jedem Fall die optimale Behandlung dar. Die Auswahl der Wirkstoffe hingegen sollte vom Schweregrad der Psoriasis capitis abhängig gemacht werden.

    Nicht jeder Arzt ist auf Schuppenflechte spezialisiert und kennt sich mit dem PASI-Score aus. Daher entwickelten die Experten eine Orientierungshilfe für die tägliche Praxis, wobei wenige charakteristische Merkmale und Abbildungen die Unterscheidung zwischen milder, mittelschwerer und schwerer Ausprägung erleichtern. Ist das geschafft, kann sich der Mediziner getrost dem Diagramm mit den eigentlichen Empfehlungen zuwenden:

    Akuttherapie

    Bei mildem Krankheitsverlauf werden vorwiegend Kurzkontaktformulierungen empfohlen, Vitamin-D3-Analoga sollten den Kortiksonen vorgezogen werden. Sind die Symptome jedoch stärker, wird es immer wichtiger

    • die Schuppen vor der Behandlung mit Salicylsäure Präparaten zu entfernen,
    • auf starke oder sehr starke Kortisone umzusteigen,
    • Mittel einzusetzen, die auf der Kopfhaut bleiben und so länger wirken können (also Salben und Cremes mit den oben genannten Wirkstoffen).

    Bei sehr starken Symptomen wird ausschließlich Kortison empfohlen.

    Zusatzbehandlungen in Form von Lösungen, Lotionen, Schaum oder Gelen sind nach dem Ermessen der Ärzte einzusetzen. UV-Therapien und innerlich wirkende Medikamente bleiben mittelschweren und schweren Fällen vorbehalten.

    Erhaltungstherapie

    Wenn die Symptome erneut auftreten, sind starke oder sehr starke Kortiksonpräparate Mittel der ersten Wahl. Bei häufigen Rückfällen sollten in regelmäßigen Abständen Kurzkontaktpräparate mit Kortison angewendet werden.

    Wer diese Zusammenfassung der Veröffentlichung bis zu Ende gelesen hat, dem wird aufgefallen sein, dass zwei Wörter besonders positiv behaftet sind: „Kortison“ und „Kurzkontaktpräparat“. Und so verwundert es auch nicht, dass die Arbeit von Galderma finanziert wurde, einer Pharmafirma, die 2007 das Clobex-Shampoo auf den Markt brachte.

    Andererseits liegen den Ausführungen insgesamt 56 Studien zugrunde, die höchstwahrscheinlich nicht aus der Kasse des Unternehmens bezahlt wurden. Wie auch immer – die Wirksamkeit von Kortison bleibt unbestritten. Das Argument der kürzeren Einwirkzeiten in Verbindung mit weniger Nebenwirkungen scheint plausibel.

    Erfahrungsberichte sind hier zu lesen: www.psoriasis-netz.de/community

    Quellen:


    User Feedback

    Recommended Comments

    Also ich behandle meine Schuppenflechte auf dem Kopf mit Olivenöl und Terzolin.

    Mindestens 2 x wöchtenlich weiche ich die Kopfhaut über Nacht in Olivenöl ein (auf die KOpfhaut einmassieren). Am nächsten MOrgen kämme ich die Schuppen dicht an der Kopfhaut ab so gut es geht und wasche die Haare einmal mit Terzolin und dann mit einem milden Babyshampoo. So bleibt die Kopfhaut geschmeidig und ich hab somit die Pso auf dem Kopf ganz gut im Griff.

    den Haaransatz salbe ich minimal mit Psorcutan ein. DAs wars. Mit der ganzen chemie sind mir nur die Haare ausgefallen und so geht es auch ganz gut!

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    hallo,ich bin sens ich bin 16 jahre alt. Ich habe schon seit ca. 5 jahre schuppenpflechte auf meinem körper habe iches und auf mein kopf haut, Ich weiß nicht was ich machen sol ich war bei ganz viele Ärzten Ud habe auch die tages kliniks benutzt es hilf ein bischien aber nur wenn ich auf mein körper salben benutze das wir die schuppenpflechte bisschien heller aber ganz geht es nicht weg. Ich würde mich sehr freuen wenn sie mich weiterhelfen können.

    Mit Freundlichen grußen!

    Sena

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    Kauft euch eine Aloevera Pflanze. Schmiert die Kopfhaut mit dem Mark aus der Pflanze ein. Danach ein paar Stunden, am besten den ganzen Tag einwirken lassen. Nach 2 bis 3 Wochen ist die Schuppenflechte weg. Bei mir war das das einzige, was geholfen hat.

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    Guest Martina (50) Mutter von Simon (13)

    Posted

    Simon hat Schuppenfelchte hauptsächlich auf der Kopfhaut und hinter den Ohren. Wir haben eine homöopathische Konstitutionsbehandlung mit ihm durchgeführt (sein Mittel ist Pulsatilla) und dadurch gute Erfolge erhalten: die Schuppen lösten sich schon am nächsten Tag. Zusätzlich bekommt er einmal die Woche eine Sesamöl Maske mit erwärmtem Sesamöl (Aryuveda) auf die Kopfhaut; auch dadurch lösen sich die Schuppen und die Kopfhaut ist nicht mehr so trocken. Anfangs hatte er eine stark und dick verschuppte teilweise stark nässende Kopfhaut mit starkem Geruch und Juckreiz. Durch die typischen Mittel des Hautarztes (Teer und Cortison) hat er sich bloß den Ekel geholt. Mit der homöopathischen Behandlung war er stellenweise komplett schuppenfrei. Mömentan fahren wir mit der Sesamölmaske (und der Konstitutionsbehandlung) ganz prima und ich bin froh, daß wir seit über einem Jahr keine weiteren Mittel durchprobieren müssen.

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    Hallo,

    trocknet Terzolin die Kopfhaut nicht noch mehr aus? Mir wurde von einer Apothekerin abgeraten, als ich welches kaufen wollte und ihr von der juckenden, schuppenden Kopfhaut erzählt hatte.

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    Wie viel mal sollte man das in der Woche anwenden? Bei mir sind auch schon die Haare ausgegangen und der Arzt sagt es wäre stressbedingt. Die Kopfhaut juckt fürchterlich und schuppt sehr weil ich immer kratzte.

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    Ihr Kommentar:Kauft euch eine Aloevera Pflanze. Schmiert die Kopfhaut mit dem Mark aus der Pflanze ein. Danach ein paar Stunden, am besten den ganzen Tag einwirken lassen. Nach 2 bis 3 Wochen ist die Schuppenflechte weg. Bei mir war das das einzige, was geholfen hat.

    stimmt das wirklich. Wäre ja die Lösung, Bin sowohl beim Hautarzt der mir Kortisonsalben und noch andere starke Mittelchen für den Kopf verschrieben hat. Leider ohne Besserung.Meine Kopf haut ist wie mit einem weißen Film beschichtet und juckt.Bin eh erstaunt, dass ich meine Haare mit den starken Mittel noch habe.Der Heilpraktiker sagt, dass ich meine Ernährung umstellen muss, damit ich das wegbringe!!!Aloevera Pflanzen habe ich zu Hause. Haben Sie da noch einen weiteren Anwemdungstipp?

    mfgBernhardt

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    Hallo, ich bin Marcel. Habe seit mehr als 10 Jahren auf der Kopfhaut und in der Ohrmuschel und kürzlich auch auf dem linken Handrücken. Ich habe schon viele Präparate ausprobiert wie Diprosalic Lösung und Salben. Habe dann vom Hautarzt Daivonex Salbe bekommen. Im internet habe ich dann Daivobet Gel gefunden und benutze es seit knapp 2 Jahren. Anwendung ist vielleicht 1-2 mal die Woche in unregelmäßigen Abständen. Kopfhaut war vorher mittelmäßig verschuppt. Schlimmer als der Juckreiz war das Spannen der trockenen Haut.

    Ich habe tatsächlich meiner Ernährung zusätzlich angepasst und versuche deutlich mehr Gemüse und weniger Weizen/Mehl/Gluten Prodkute zu essen und es hilft.

    Neben Daivobet nutze ich noch Jojoba Öl und gehe ab und an in eine Salz-Sole Grotte. Haut bleibt geschmeidig, ich bekomme so gut wie keine Follikultis durch die Präparate.

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    Seit 16 Jahren habe ich Psoriasis auf der Kopfhaut .Seit ein paar Jahren auch am Körper .....die Krankheit bestimmt mein Leben . Außer Cortison hilft eigentlich nichts . Gibt es vielleicht eine spezielle Diät ?Ich würde alles probieren !!!!

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    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Insgesamt haben 14 Personen am Test des Thala-med Dusch- und Haarshampoos teilgenommen.
      Nahezu alle (13) fanden den Geruch „angenehm“, und eine störte sich nicht daran. Die Frage, wie schnell das Präparat einziehe, ist eigentlich für Pflegecremes gedacht. Bei einem Shampoo bleibt es der persönlichen Einschätzung überlassen, was damit gemeint sein könnte. Trotzdem kreuzte die Mehrheit (9) an, das Thala-med Dusch- und Haarshampoo würde in normaler Zeit einziehen. Die restlichen bescheinigten sogar eine „sehr schnelle“ (2) oder „schnelle“ (3) Einwirkzeit.
      Die Tester fanden, dass das Shampoo entweder „ergiebig“ (7) oder sogar „sehr ergiebig“ (7) sei, d.h. niemand hatte den Eindruck, dass die angebotene Menge schnell verbraucht ist. Die meisten Tester haben das Shampoo „sehr gut“ (5) und „gut“ (5) vertragen. Einige (4) kreuzten jedoch an, dass sie ihnen das Präparat „nicht so gut“ bekommen wäre. Die Mehrheit meinte, das Thala-med Dusch- und Haarshampoo „wirkt, wie der Hersteller verspricht“ (4) bzw. „wirkt etwas“ so (5). Eine Minderheit (5) dagegen fand das Herstellerversprechen über die Wirkung „nicht erfüllt“.
      Einige (4) würden das Produkt ohne Einschränkungen weiterempfehlen, die meisten (9) aber nur „bedingt“. Nur eine Person würde es überhaupt nicht weiterempfehlen.
      Kommentare der Tester
      Das Thala-med Dusch- und Haarshampoo wurde als „dezent parfümiert“ beschrieben, es rieche „sehr gut“ bis „angenehm“ – selbst für eine Testerin, die es am liebsten ohne Duft mag. Es sei gelblich klar und fühle sich an wie normales Shampoo.
      Das Shampoo lasse sich „sehr gut verteilen“. Alle haben es eine Weile einwirken lassen – vor allem auf dem Kopf. Ein Tester bemängelte, dass „die Einwirkzeit nicht auf der Anwendungsbeschreibung vermerkt“ sei. Danach verschwand bei fast allen der Juckreiz auf dem Kopf – selbst bei einer Testerin, die gerade eine schwere Kopf-Pso hatte. Aber nach einigen Stunden juckte die Kopfhaut bei den meisten wieder. Auch wurde berichtet, die Kopfhaut fühle sich hinterher „entspannt“ an.
      Bei (nur) einer Anwenderin juckte aber die Haut nach dem Abtrocknen unangenehm, hauptsächlich auf den Armen und den Beinen. Das hielt auch nach dem Eincremen noch einige Zeit an. Dagegen die gleiche Nutzerin mit der Wirkung des Thala-med Dusch- und Haarshampoos im betroffenen Intimbereich zufrieden, weil es dort nicht juckte.
      Zwei Testerinnen hatten den Eindruck, dass sich ihre Haare nach dem Waschen mit Thala-med® Dusch- und Haarshampoo fülliger und kräftiger anfühlten. Eine Testerin meinte, ihre Psoriasis hätte sich durch das Shampoo verbessert.
      Kommentar der Redaktion
      Grundsätzlich, so Professor Johannes Wohlrab auf der 9. Jahrestagung der Berliner Dermatologen, sollte der Körper „auf keinen Fall“ mit dem gleichen Shampoo gewaschen werden, wie der Kopf. Die Mittel hätten eine andere Zusammensetzung und seien nicht „kompensationsfähig“. Wie dieses Dilemma beim Thala-med Dusch- und Haarshampoo gelöst wurde, kann von uns nicht beurteilt werden.
      Aber es scheint, als würde das Shampoo auf dem Kopf wirken. Man darf aber nicht erwarten, dass man damit (allein) eine mittlere oder schwere Kopf-Psoriasis und entsprechendem Juckreiz „behandeln“ kann. Selbst, wenn der Hersteller bei „regelmäßiger Anwendung als Haarwaschmittel eine deutliche Reduktion von Juckreiz und Schuppenbildung“ verspricht. Das gilt wohl eher für eine milde Form der Kopf-Psoriasis.
      Das Thala-med Dusch- und Haarshampoo ist kein medizinisches Produkt, sondern basiert auf der Wirkung salzhaltigen Meerwassers. Damit kann man Schuppen ablösen und leichte Entzündungen hemmen. Damit wird auch der Juckreiz gelindert, bis sich wieder neue Schuppen bilden.
      Eine schwere Kopfpsoriasis sollte man nicht versuchen, allein mit einem Shampoo wegzuwaschen. Damit provoziert man eher, dass immer wieder und schneller neue Schuppen gebildet werden. Starker Juckreiz, auch auf dem Kopf, muss gesondert behandelt werden, eventuell mit Medikamenten.
      Warum bei einer der 14 Tester die Haut nach dem Duschbad mit Thala-med Dusch- und Haarshampoo länger juckte, bleibt offen. Hatte sie das Salz aus dem Shampoo nicht richtig abgeduscht oder hat sie eine Allergie gegen Weizen, der als Protein enthalten ist?
      200 ml Thala-med Dusch- und Haarshampoo kosten beim Hersteller 9,20 Euro (ohne Versand).
    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Zwölf Produkttester haben das Bionatar-Shampoo probiert. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse von neun der Tester.
      Ein Schieferöl-Produkt kann nicht völlig geruchsfrei sein. Deshalb kann man nur fragen, ob und wie stark sich die Tester vom Geruch gestört fühlten. Knapp die Hälfte (4) störte der Geruch überhaupt nicht, die meisten (5) fanden ihn nur etwas störend.
      Das Shampoo sollte für fünf bis zehn Minuten auf der Kopfhaut bleiben, damit die Inhaltsstoffe einwirken können. Das fand knapp die Hälfte (4) in Ordnung, während die meisten (5) diese Einwirkungszeit als störend empfunden haben.
      Die meisten (7) bewerteten das Shampoo als gut ergiebig, einige (2) sogar als sehr gut ergiebig.
      Die Hälfte (5) hat das Shampoo nicht so gut vertragen, die anderen dagegen haben es gut (2) oder sogar sehr gut (2) vertragen. Ausgesprochen schlecht vertragen hat es niemand.
      Gespaltene Meinung zum Juckreiz
      Der Hersteller schreibt dem Shampoo zu, es würde abgestorbene Hautschuppen von der obersten Hautschicht entfernen. Dem hat nur ein Tester zugestimmt, während sieben meinten, die Schuppung sei nicht zurückgegangen. Eine Testerin hat angegeben, derzeit keine schuppigen Stellen zu haben.
      Knapp der Hälfte (4) gab an, dass bei ihnen die Entzündung auf der Kopfhaut nicht zurückging. Andere (3) konnten dazu nichts aussagen, weil sie aktuell keine entzündeten Stellen hatten. Bei einigen (2) war nach der Anwendung die Kopfhaut weniger entzündet.
      Bei gut der Hälfte (5) ist der Juckreiz auf der Kopfhaut nicht zurückgegangen. Bei anderen (3) dagegen juckte die Kopfhaut nach der Anwendung nicht mehr so stark. Eine Testerin hatte im Moment keinen Juckreiz. Das war die gleiche, die weder eine schuppige noch eine entzündete Kopfhaut hatte ­– sie hat das Shampoo vorsorglich benutzt, um Schuppen, Entzündung und Juckreiz erst gar nicht entstehen zu lassen.
      Die Mehrheit (5) würden das Shampoo nicht weiterempfehlen, die anderen (4) nur bedingt.
      Kommentar
      Natürlich sind Aussagen und Bewertungen so weniger Personen immer mit Vorsicht zu genießen. Da es sich bei Bionatar® um ein Medizinprodukt handelt, waren die Erwartungen an das Shampoo sicherlich höher als an normale Haarwaschmittel. Schließlich enthält es Inhaltsstoffe, von denen man sich verspricht, dass sie entschuppend, entzündungshemmend und juckreizlindernd wirken.
      In den meisten Kommentaren berichten die Tester, dass die Schuppen sich gelöst hätten, in einigen Fällen sogar sehr gut („Kopfhaut wie Baby-Popo“). Aber meist seien sie bis zum Abend wiedergekommen. Bionatar® enthält natürliche Wirkstoffe, die bei leichter Kopfhaut-Psoriasis durchaus helfen können. Aber der Hersteller weist es als „Begleittherapie“ aus. Vor allem bei einer schweren Kopfhaut-Psoriasis ist es geboten, sie gleich nach dem Entschuppen mit kortison- oder calcipotriol-haltigen Medikamenten zu behandeln. Einige vermuteten, dass man eventuell das Shampoo längere Zeit benutzen müsse, um eine Wirkung zu erzielen.
      Das gleiche muss man zum Juckreiz und zur Entzündung sagen. Wenn die Plaques immer wieder kommen, können weder das Jucken noch die Entzündung verschwinden. Natürliche Wirkstoffe können bei leichter Psoriasis durchaus helfen. Sie reichen aber bei ausgeprägten Formen allein nicht aus.
      Schiefer und Teer – verschiedene Stoffe
      Einigen Testern war vermutlich nicht klar, dass ein Präparat mit schwefelhaltigem Schiefer – wie Bionatar® – nicht das gleiche ist wie eines mit Teer. Das sind zwei völlig verschiedene Stoffe, die nichts miteinander zu tun haben. Schieferhaltige Produkte riechen dezenter und wirken milder als teerhaltige.
      Ein Geruch ist bei einem schwefelhaltigen Produkt nicht zu vermeiden. Ein Tester vermutete, der Hersteller habe versucht, den Geruch durch Zitrusduft zu verbessern. Eine andere Testerin meinte, der Geruch würde zu lange in den Haaren und damit auch im Bettzeug hängen.
      Sehr unterschiedlich wirkte das Shampoo auf die Haare: Nicht wenige beklagten, dass sich nach der Kopfwäsche die Haare „wie Stroh“ anfühlten und matt und glanzlos würden. Sie haben das dann mit einer Pflegespülung oder einem normalen Haarwaschmittel herausgewaschen. Andere hatten dieses Problem überhaupt nicht. Unklar blieb, ob der "Stroheffekt" nur bei denjenigen auftrat, die gefärbte oder getönte Haare hatten. Schwefel könnte eventuell mit einer Haarfarbe chemisch reagieren.
      Viele, wenn auch nicht alle, hatten Probleme damit, dass das Shampoo 5 bis 10 Minuten einziehen soll. Zum einen ist das für Berufstätige morgens ein Zeitproblem. Zum anderen: Was macht man während dieser Wartezeit? Wer nicht (energie- und wasserverschwenderisch) unter der Dusche bleibt, könnte z.B. seine Hautstellen pflegen oder Pso-Stellen eincremen. Dann muss das Shampoo am Becken oder Badewannenrand ausgewaschen werden. Das klappt bei Gelenk-Erkrankten nicht immer. Ein Teilnehmer hat das Shampoo tropfenweise schon vor dem Duschen auf einzelne Stellen aufgetragen.
      Unterschiedlicher Meinung waren die Tester, wie gut sich das Gel auf dem Kopf verteilen lässt. Aber einig waren sich alle, dass der Spender auf der Flasche sehr gut handbar sei, selbst für Menschen mit Psoriasis Arthritis. Großes Lob.
      Eine Testerin bemerkte positiv, dass man mit dem Kauf von Bionatar® die griechische Wirtschaft unterstützen würde, da es in Attica hergestellt wird.
      Ein Wort noch an künftige Tester
      Insgesamt haben 12 Personen an dem Test von Bionatar Shampoo teilgenommen.  Leider haben nur neun unsere Fragen beantwortet. Davon war ein Tester entschuldigt: Er hatte gerade die Flasche aufgeschraubt, als seine Katze dagegen stieß und das dünnflüssige Gel sofort auslief.
      Bei einer an sich schon geringen Zahl von Testern wollen wir natürlich, dass möglichst alle die abschließenden Fragen beantworten. Das haben wir bei unseren bisherigen zehn Produktetests nicht kontrolliert, müssen es aber künftig wohl tun. Schließlich wollen wir weiterhin Produkte zum Testen von den Firmen zur Verfügung gestellt bekommen.
    • Claudia Liebram
      By Claudia Liebram
      Unter den Salben sind solche mit Kortison bei den meisten Psoriatikern am wirksamsten – aber auch am meisten gefürchtet. Schuppenflechte-Stellen gehen mit Kortisonsalben schnell weg. Die Salben sind – richtig angewandt – ein gutes Mittel und vor allem wichtig, um erst einmal die Entzündung der Haut abzuschwächen. Doch die Angst vor Nebenwirkungen ist groß, und sehr oft sagen Betroffene Nein zum Kortikoid – aus eben jener diffuser Angst.
      Die Angst stammt nicht von ungefähr: Als Kortisonsalben in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts aufkamen, waren sie "Wunderwaffen", noch mit wenig Erfahrung eingesetzt, die Nebenwirkungen vernachlässigt, weil der Erfolg ja so gut war. Mittlerweile sind Kortisonsalben der sogenannten vierten Generation auf dem Markt. "Diese Kortisonsalben bringen heute kaum noch Nebenwirkungen", versichert Professor Roland Niedner. "Nur im Gesicht muss man sehr, sehr vorsichtig damit sein."
      Die "Ärzte Zeitung" widmete dem Thema im Jahr 2003 einen Artikel. Danach wurden in den 60-er und 70-er Jahren immer stärkere Kortisonsalben entwickelt. Die damalige falsche Anwendung hätte die Kortisonsalben-Therapie bei Patienten und auch bei vielen Ärzten "in Misskredit gebracht". Seit Mitte der 80-er Jahre stünden aber Kortisonsalben der inzwischen vierten Generation zur Verfügung. Die würden nicht mehr zur gefürchteten "Verdünnung" der Haut (fachmännisch: Atrophie) führen.
      Ärzte müssten vor der Verordnung wissen:
      Wie stark ist das Kortikoid? Wie stark ist die Konzentration? Welche Trägersubstanz kommt zum Einsatz? (Heißt: Worin ist das Kortison untergemischt?) Wie groß sind die Hautstellen, wo die Salbe hinkommt? Wie lange soll die Kortisonsalbe angewendet werden? Kortisonsalben – wie lange?
      Roland Niedner war Deutschlands "Kortisonpapst". Er forschte daran, kann die Stärke der verschiedenen Kortison-Präparate und -Wirkstoffe vermutlich im Schlaf sagen und ist dennoch realistisch: "Kortisonsalben sollten nicht zu lange angewendet werden, sonst ist die Psoriasis schwerer weiterzubehandeln."
      Der Arzt und Wissenschaftler, der am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam arbeitete, hat jahrelang von seinen Kollegen keine Nebenwirkungen berichtet bekommen. Dennoch kennt er sie und weiß sie einzuschätzen:
      Die Verdünnung der Haut geht nach der Anwendung wieder weg. Das gleiche gilt für eine Akne oder eine periorale Dermatitis, die der Akne ähnelt. Eine übermäßige Behaarung der Stellen, wo Kortison geschmiert wurde, verschwindet ebenfalls nach einiger Zeit. Andere Nebenwirkungen wie Pseudo-Narben oder eine Hyperpigmentierung sind ebenfalls später nicht mehr zu sehen. Die schwerste Nebenwirkung von zuviel Kortison ist eine Ausweitung der kleinen Blutgefäße unter der Haut, die meist auch deutlich zu sehen ist. Die sind nur mit Laserverfahren zu entfernen. "Glück" für alle Menschen mit einer Psoriasis auf dem Kopf: Dort wurden noch nie Nebenwirkungen von Kortisonsalben oder -lösungen beobachtet. Gaaaaaanz vorsichtig sollte man aber mit der Anwendung von Kortisonsalben an den Ohren sein: Die zählen noch zum Gesicht, wo mit Kortison sehr, sehr, sehr sparsam umgegangen werden sollte.
      Grundregeln für Kortison
      Grundregeln von Roland Niedner sind:
      Beginne mit dem stärksten Präparat. (Zur Stärke siehe Übersicht) Lass dir von jedem Wirkstoff (siehe Übersicht) ein bis zwei Präparate verschreiben, um testen zu können, was am besten wirkt. Berücksichtige dein Alter. Je älter man ist, um so dünner ist die Haut schon an sich. Dann sind die Blutgefäße auch brüchiger. Begrenze die Therapiedauer. Schleich dich aus der Behandlung aus. Setze Kortisonsalben nach längerer Anwendung, also vier Wochen und länger, nie, nie und niemals nie auf einmal ab. Das heißt: Nimm die Salben dann zunächst nur noch jeden zweiten Tag, später jeden dritten, dann jeden vierten und so weiter und so fort. Für Roland Niedner liegt die durchschnittliche Grenze der Behandlung mit Kortisonsalben bei vier Wochen.
      Sein Tipp für das Präparat Daivobet, eine Mischung aus Kortison und Vitamin D3 (Calcipotriol): Man nehme 14 Tage Daivobet, dann längere Zeit Daivonex, und dann noch einmal eine Woche Daivobet.
      In der Genitalgegend ist Kortisonsalbe immer Abwägungssache. Eine Patientin berichtete von guten Erfolgen mit Linoladiol. Mit einer Tube davon sei sie über ein Vierteljahr gekommen, und sie habe es angewendet, obwohl sie ansonsten felsenfest Kortison ablehnt. An dieser empfindlichen Stelle aber wollte sie "Klarheit".
      Salbe oder Creme?
      Kennst du die Frage vom Arzt: "Wollen Sie 'ne Salbe oder 'ne Creme"? Dahinter verbirgt sich nicht nur eine Frage nach einer Annehmlichkeit. Denn: Kortison wirkt, in gleicher Konzentration in Salben eingearbeitet, besser als in Creme. In (alkoholischer) Lösung eingearbeitet, ist die Wirkung noch schwächer.
      Wer auf seine Stellen zunächst die Kortisonsalbe aufträgt und sie dann mit Folie abdeckt, erhöht die Wirkung um das fünf- bis zehnfache. Insbesondere an Händen und Füßen ist die Wirkung enorm, weil dort Kortisonsalben schlechter eindringen als an anderen Körperteilen. Aber: Das ist schon eine "Holzhammer-Methode", mit der man vorsichtig umgehen sollte. Sie sollte höchstens einige Tage (vorzugsweise Nächte) angewendet werden und dann auch mit dem "Ausschleichen" der Kortisonsalbe beendet werden. Ein Tipp für die Hände: Es gibt in der Apotheke Folien-Handschuhe, die die Behandlung "bequemer" machen.
      Kortisonsalben der "vierten Generation"
      Wirkstoff: Hydrocortison-Aceponat; Handelsname: Retef Wirkstoff: Hydrocortison-Buteprat; Handelsname: Pandel Wirkstoff: Hydrocortison-Butyrat; Handelsname: Alfason Wirkstoff: Methylprednisolon-Aceponat; Handelsname: Advantan Wirkstoff: Prednicarbat; Handelsname: Dermatop Kortison kann Allergien auslösen
      Kontaktekzem, Quaddeln, Juckreiz und zunehmende Rötung oder anaphylaktischer Schock – das Spektrum der Allergie-Symptome ist breit. Verschiedene Kortison-Arten reagieren dabei auch noch untereinander. Wer mehr darüber wissen möchte, lese den kompletten Bericht der Medical Tribune Online.
      Wie gut dringt Kortison-Salbe wo ein?
      (fachmännisch: Penetrationsverhältnisse und Atrophieverhältnisse für Dermokortikoide, nach Feldmann/Maibach)
      Wo? Wie stark?
      Kopfhaut: 3,5 Stirn: 6,0 Kieferwinkel: 13 Rücken: 1,7 Achselhöhle: 3,6 Unterarm dorsal (außen): 1,1 Unterarm ventral (innen): 1 Handfläche: 0,8 Skotum (Geschlechtsteilgegend): 43,0 Knöchel: 0,4 Fußsohle: 0,1 https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/kortison/kortison-wirkstoffe.html Quellen:
      Forschung und Praxis (177/1994) Vortrag von Professor Niedner in Berlin (Januar 2003) u.v.a.
    • Redaktion
      By Redaktion
      Hier findest du eine Liste von Kortisonsalben und ihren Wirkstoffen. Manchmal sind es auch Lösungen oder Lotionen. Angegeben ist auch die Stärke bzw. Konzentration des enthaltenen Kortisons.
      Wirkstärke Klasse I – schwach wirksam
      Wirkstoff Konzentration in %
      Handelsname (Beispiele)
      erhältlich als Hydrocortison 0,100 Hydrocutan mild S   0,250 Dermo Posterisan S     RatioAllerg Hydrocortison C     Systral Hydrocort Lo   0,333 Sanatison Mono 1/3% S   0,500 Hydrocortison Wolff 0,5 % Lo, C     Hydrocutan S     Hydroderm HC 0,5% C     Munitren H fettend/fettarm S, C   1,000 Dermallerg-ratiopharm C     Sanatison Mono 1% S     Hydrocortison Wolff 1% C, Lo     Hydrogalen L, Lo, C, S     Remederm HC Widmer C Hydrocortisonacetat 0,250 Ebenol 0,25% Salbe S     Fenistil Hydrocortison S     Soventol HC C   0,330 Posterine Corte S   0,500 velopural OPT S   1,000 Ebenol 1% S     hydrocort von ct S     Hydrocortison POS N 1% S     Hydrocortison POS N 2,5% S     Hydrocutan C, S Prednisolon 0,100 Alferm Salbe S   0,200 Lygal Kopftinktur N L   0,250 Prednisolon AS S     Prednisolon LA C, S   0,400 Linola-H N C     Linola H Fett N S Prednisolonacetat 0,500 Dontisolon D Mundheilpaste P     Inflanefran AS S Fluocortinbutylester 0,750 Vaspit C, S, FS Triamcinolonacetonid 0,012 Arutrin-Spray Spray   0,0125 Volonimat Spray Spray Dexamethason-21-isonicotinat 0,025 Dexa Loscon mono L Dexamethason 0,020 Solutio Cordes Dexa N L   0,025 Dexagalen crinale L   0,030 Cortidexason crinale L   0,050 Dexamethason LAW C, S Clocortolonpivalatplus -caproat 0,030 Kabanimat S, C Klasse II 
      Wirkstoff Konzentration  in %
      Handelsname erhältlich als Clobetasonbutyrat 0,050 Emovate C, S Hydrocortisonaceponat 0,100 Retef C, S Dexamethason 0,100 Cortidexason N S, FS Dexamthason plus-sulfobenzoat je 0,050 Duodexa N S Alclometason-dipropionat 0,050 Delonal S, C Flumetasonpivalat 0,020 Cerson C, S, L Triamcinolonacetonid 0,025 Extracort-N C, S     Volonimat N C, S Fluoprednidenacetat 0,050 Decoderem Salbe S   0,100 Decoderm Creme C, P Hydrocortisonbutyrat 0,100 Alfason S, C, Crelo, CreSa, L, Lo     Laticort 0,1 % C, S Hydrocortisonbuteprat 0,100 Pandel S, C Clocortolonpivalatplus -caproat 0,100 Kaban S, C Desonid 0,100 Sterax 0,1% C Betamethasonvalerat 0,050 Betnesol V crinalite L     Betnesol V mite S, C Triamcinolonacetonid 0,050 Volon A Spray N Spray   0,100 Delphicort S, C     Kortikoid ratiopharm C, FS     Triamgalen Lo, L, C, S     Triam Lichtenstein C, S     Triamcinolon Wolff C     Volon A (antibiotikafrei) S, HS, C, Lo Methylprednisolonaceponat 0,100 Advantan S, C, FS, L, M Prednicarbat 0,250 Dermatop S, FS, C, L Fluocinolonacetonid 0,010 Jellisoft C Desoximetason 0,050 Topisolon mite S Klasse III – stark wirksam
      Name des Wirkstoffs Konzentration in %
      Handelsname erhältlich als Mometasonfuroat 0,100 Ecural S, FC, L     Monovo C, E, S     Momegalen FC, S, L     Momecutan FC, S, L Betamethasonpentanoat 0,100 Cordes Beta C, S Betamethasonvalerat 0,100 Bemon S     Betagalen C, Lo, L, S     Betnesol-v crinale L     Betnesol-v 0,1 % S, C, Lo     Celestan-v S     Cordes Beta C, S     Deflatop Sch     Soderm C, S, L, Lo, Lö Fluticasonpropionat 0,050 Flutivate C Betamethason- dipropionat
      0,050 Diprosone C, L, S     Diprosis G, S Betamethason- dipropionat + Calcipotriol
      0,050 + 50 μg Enstilar Spray     Daivobet G, S Fluocinolonacetonid 0,025 Flucinar C, S     Jellin C, S Diflorasondiacetat 0,010 Florone crinale L Desoximetason 0,050 Topisolon S Fluocinonid 0,050 Topsym L, C, S Amcinonid 0,100 Amciderm C, FS, Lo, S Diflucortolonvalerat 0,100 Nerisona C, FS, S Klasse IV – sehr stark wirksam
      Name des Wirkstoffs Konzentration in % Handelsname erhältlich als Clobetasolpropionat 0,050 Clobegalen S     Dermoxinale L     Dermoxin S, C     Karison C, S, FS     Karison crinale L     Clarelux C, S, E, L, Schaum     Dermovate S Erläuterung der Abkürzungen
      C = Creme
      E = Emulsion
      FC = Fettcreme
      FS = Fettsalbe
      G = Gel
      HS = Haftsalbe
      L = Lösung
      Lo = Lotion
      M = Milch
      P = Paste
      S = Salbe
      Sch = Schaum
      T = Tinktur
      Stand vom 17.01.2013
      Quellen: Prof. Roland Niedner, Rote Liste, Hersteller
      https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/kortison/kortison-index.html
    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Nagelpsoriasis ist mehr als nur ein kosmetisches Problem: Die Fuß- oder Fingernägel sind dann brüchig, bröselig, verformt, verfärbt – auf jeden Fall nicht so, dass man sie gern länger zeigt und schon gar nicht groß verwendet. Nur ist das im Alltag schwierig.
      Wichtig ist: Die Schuppenflechte der Nägel ist nicht ansteckend. Auf jeden Fall sollte ein Hautarzt die Diagnose stellen. Er kann mit einer Laboruntersuchung am besten herausfinden, ob es sich um einen Nagelpilz handelt oder eben die Schuppenflechte der Nägel.
      Mit einer Behandlung sollte lieber früher als später begonnen werden, denn Nägel brauchen sehr lange, um ordentlich nachzuwachsen. Bis die Erkrankung verschwunden ist, vergehen meist mehrere (um nicht zu sagen viele) Monate. Am Anfang wird man es sicherlich mit einem Nagellack versuchen – dazu weiter unten mehr.
      Aufbau eines Nagels

      Aufbau eines gesunden Nagels
      Auf dem Nagelbett befindet sich das Hyponchium, das für die Verbindung zur Nagelplatte sorgt. Die ist 0,5 bis 0,7 Millimeter dick. Sie wird an drei Seiten vom Nagelfalz begrenzt. Der Nagel wächst von der Nagelmatrix aus. Der weiße Halbmond ist der vordere, sichtbare Teil der Matrix. Unter der Haut ist der hintere Teil, geschützt vom Nagelhäutchen.
      Symptome der Nagelpsoriasis
      Tüpfelnägel: Der Fingernagel ist nicht mehr schön eben, sondern wird wellig. Er sinkt punktförmig ein, wie Tüpfel. Die Tüpfel bleiben sichtbar und wachsen mit dem Nagel aus. Aber Vorsicht: Tüpfel können auch durch andere Ekzeme, Infektionen oder Pilzbefall entstehen.
      Ölfleck: Ein anderes Zeichen für eine Nagelpsoriasis ist ein Ölfleck. Der findet sich meist am Rand des Nagels, dort, wo sich die Nagelplatte vom Nagelbett abhebt. Dieser Ölfleck ist meist gelbbraun oder rot, wobei das Rot zum Nagelrand hin oft abnimmt. Das alles ist ein Zeichen dafür, dass zu viele nicht ausgewachsene Zellen an die Oberfläche der Haut unter dem Nagel schießen. Diese Zellen drücken von unten gegen den Nagel, so dass der sich abhebt. Aber noch mal Achtung: Auch hier kann wieder eine Pilzinfektion im Spiel sein. Verschiedene Pilzinfektionen nämlich sehen ähnlich aus. Was noch komplizierter ist: Pilz und Psoriasis können auch nebeneinander vorhanden sein.
      Krümelnägel: Unter dem Nagel stapeln sich Schuppen. Im Laufe der Zeit heben sie das Nagelbett an. Die Nagelplatte wird krümelig. Gerade dieses Symptom ist es, das Betroffene vor anderen Menschen am liebsten verstecken würden.
      Begleiterscheinungen sind gelegentlich Schmerzen oder Druckempfindlichkeit.
      Fakten
      Grundsätzlich gibt es mehr Schuppenflechte an den Finger- als an den Fußnägeln.
      Eine schwere Psoriasis der Nägel gilt als „Vorbote“ der Psoriasis arthritis (Gelenk-Psoriasis). Ausgeprägte Formen der Nagelpsoriasis sind nicht mit rein äußerlichen Behandlungen abzuheilen. Wer schnell mit einer innerlich wirkenden Therapie beginnt, kann verhindern, dass sich die Nägel erheblich verschlimmern.
      Das gilt besonders bei der Psoriasis pustulosa: Bei ihr heilt die Nageldeformation am schwersten ab. Eine frühzeitige innerliche Therapie bremst vermutlich eine aufziehende Psoriasis arthritis ab. Trotz langer Behandlungszeiten schaffen es nur einige Biologika, dass lediglich bei der Hälfte der Betroffenen die Nägel völlig verheilt sind. Das größte Problem: Bei der Behandlung einer Schuppenflechte der Nägel müssen alle Beteiligten geduldig sein und dürfen nicht zu schnell aufgeben.
      Aktuelle Erhebungen gehen davon aus, dass 70 Prozent der Patienten mit Psoriasis arthritis eine Nagel-Beteiligung haben und 40 Prozent bis 50 Prozent der Haut-Psoriatiker. Eine Nagelpsoriasis ohne Hautbeteiligung ist möglich, aber eher selten. Am häufigsten kommen Tüpfelnägel und abgelöste Nagelplatten vor.
      Eine Nagelpsoriasis ist gut im Rheumascan (Xiralite) zu erkennen. Manchmal ist eine Biopsie des Nagelbettes zur eindeutigen Klärung der Diagnose notwendig.
      Welche Therapie angebracht ist, hängt davon ab, wie schwer der Nagel betroffen ist. Dafür sind inzwischen verschiedene Messmethoden entwickelt worden. International wird der NAPPA-Score (Nail Assessment in Psoriasis and Psoriatic Arthritis) verwendet. Man zählt die jeweiligen krankhaften Veränderungen auf den Nägeln und erfragt die körperlichen, psychischen und sozialen Belastungen der Erkrankung. Die Gewichtung aller Faktoren bestimmt den Schweregrad einer Nagelpsoriasis. Der Wert kann auch dann hoch sein, wenn die Schädigungen am Nagel zwar nicht extrem stark, die Lebensqualität aber erheblich beeinträchtig ist.
      Probleme im Alltag
      Gelbliche, bröckelnde und verformte, abgehobene Nägel sehen für andere Menschen unästhetisch aus, ganz gleich, ob die Hände oder die Füße gemeint sind. Betroffene versuchen, vor allem ihre Fingernägel vor scheelen Blicken zu verbergen und meiden deshalb soziale Kontakte bis hin zur Partnersuche. Greifen (Fingernägel) und Laufen (Zehennägel) werden zur Qual. Ganz gewöhnliche Verrichtungen in Alltag, Beruf und Sport fallen schwer und verursachen Schmerzen. Patienten mit schweren Nagelschädigungen sind länger krankgeschrieben, leiden erheblich an ihrer Situation und neigen zu Angst-Erkrankungen oder Depressionen.
      Es war lange nicht bekannt, dass Nägel, Sehnenansatz am Knochen (Enthese) und Knochenhaut anatomisch miteinander verbunden sind. Darüber wurde erst geforscht, als auffiel, dass Nagelveränderungen bei Patienten mit Psoriasis Arthritis deutlich häufiger vorkommen als bei denen ohne. Der Nagel ist funktional gleichzeitig mit Haut und Knochen verbunden. Vereinfacht dargestellt, kommt erst die Sehnenentzündung, dann die Nagelpsoriasis und schließlich die Psoriasis arthritis. Die Gelenk-Schuppenflechte ist um so ausgeprägter, je schlimmer die Nägel betroffen sind. Aufgrund der Erfahrungen mit anderen Begleiterkrankungen geht man davon aus, dass sich eine Psoriasis Arthritis weniger heftig entwickelt, wenn die Nagelpsoriasis frühzeitig behandelt wird.
      Bisher war es selten möglich, eine Nagelpsoriasis völlig abzuheilen. Meist dauerte es monatelang, bis deutliche Verbesserungen sichtbar wurden. Mit Cremes, Salben, Tinkturen oder Lotionen dringt ein Wirkstoff nur schwer oder überhaupt nicht in den Nagel ein. Auch durch intensives Einmassieren wird der Nagel nicht durchlässiger. Mit einem harnstoffhaltigen Nagellack kann man den Nagel meist nur weicher machen, damit hinterher ein Wirkstoff besser eindringen kann. Die Wirkung wird deutlich verstärkt, wenn ein Mittel unter luftdicht verschlossener Folie (Okklusiv-Verband) z.B. über Nacht einziehen kann.
      Andere Erkrankungen der Nägel
      Nicht jeder dicke, verhornte, bröselige Fingernägel ist einer, der eine Nagelpsoriasis birgt. Manchmal fällt es dem Arzt schwer, die Diagnose Nagelpsoriasis zu stellen. Das Problem ist, dass Nagelveränderungen bei Pilzinfektionen, Ekzemen, inneren Krankheiten bis hin zu Tumoren gleich aussehen können. Eine Pilzinfektion ist die häufigste Nagelerkrankung, die allein oder aber mit der Schuppenflechte zusammen auftreten kann. Schwierig wird es für den Arzt, wenn jemand keine Haut-Erscheinungen hat, sondern nur Veränderungen an Hand- und Fußnägeln.
      Nagelveränderungen gibt es auch wegen Ekzemen, Mangelernährung, Pilzen, Allergien zum Beispiel gegen Nagellack oder gegen Medikamente. Sprich: Wer den Verdacht hat, er hätte eine Nagelpsoriasis, sollte den Doktor erst mal nach einem Pilztest fragen. Erst wenn der negativ ist, sollte man sich tiefergehend mit der Nagelbehandlung beschäftigen.
      Um die Verwirrung zu steigern: Nagelpilz und Nagelpsoriasis können auch gleichzeitig auftreten.
      Nagelpsoriasis behandeln
      In schweren Fällen mussten die Dermatologen schon immer innere Medikamente geben. Nicht jedes davon wirkt direkt auf die Nägel bzw. nicht auf alle Formen der Nagelpsoriasis. Am besten helfen starke Präparate, die aber auch schwere Neben- und Wechselwirkungen haben können.
      Heute ist es der Medizin möglich, selbst eine schwere Nagelpsoriasis erfolgreich zu behandeln. Es liegen Studien vor, die genau beschreiben, wie und bei welcher Form ein Medikament hilft. Der Arzt kann also gezielter therapieren. Es sind vor allem neue, hochwirksame Biologika, auf die eine Nagelpsoriasis reagiert. Die Angst vor schwerwiegenden Nebenwirkungen ist überwiegend unbegründet: In Deutschland liegen bei allen innerlich wirkenden Schuppenflechte-Medikamenten die schwerwiegenden Nebenwirkungen unter 1 Prozent. Nur bei den Infekten lagen die Biologika etwas höher als die übrigen Medikamente. Das ergab eine aktuelle Sicherheitsanalyse aus dem Patienten-Registers „PsoBest“. Wer seine Blutwerte regelmäßig kontrollieren lässt, kann diese Medikamente beruhigt nehmen.
      Äußerliche Behandlungen
      Bei schwach ausgeprägten Veränderungen der Nägel kann eine äußerliche Behandlung sinnvoll sein. Studien dazu sind häufig mit nur wenigen Patienten und nicht nach streng wissenschaftlichen Maßstäben durchgeführt worden.
      Harnstoff (Urea) ist zu 15 Prozent im speziell für die Nagelpsoriasis entwickelten Nagellack Onypso enthalten. Nach sechs Monaten waren bei fast allen Patienten 43 Prozent der Nageldefekte zurückgegangen. Außerdem gibt es die Salbe Onyster mit 40 Prozent Urea. Sie löst den Nagel ab. Dadurch kann dann das Nagelbett direkt behandelt werden. Schwefel-/Schachtelhalm ist im Sililevo-Nagellack enthalten, der erfolgreich an Patienten mit Psoriasis-Nägeln getestet wurde. Seine Grundlage ist Hydroxypropylchitosan, kurz HPCH. Die Wirkung kann durch Clobetasol 0,05 Prozent, einem stark wirksamen Kortison, verstärkt werden. Als Rezeptur bezahlt das die Krankenkasse, den Lack pur nicht. Kortison gilt auch bei mittelschwerer bis schwerer Nagelpsoriasis als äußerliches „Mittel erster Wahl“. Verwendet werden stark bis sehr stark wirksame Kortisone, oft in Kombination mit 3 Prozent Salicylsäure oder mit Calcipotriol (z.B. Daivobet). Dazu wird zum Beispiel täglich ein Tropfen einer Kortison-Tinktur auf die Nagelwurzel und/oder das Nagelbett aufgetragen. Die Behandlung kann bis zu acht Monate dauern. Der Nagelzustand verbessert sich deutlich, verschlechtert sich aber meist wieder, wenn die Therapie abgesetzt wird. Bei schweren Fällen wird Kortison in das Nagelbett eingespritzt – mit einer normalen Spritze oder Impfpistole bei lokaler Betäubung. Und ja, das ist so schmerzhaft wie es sich anhört. Calcipotriol (Vitamin D 3 Analogika) wird empfohlen als Kombination mit einem Kortison (siehe oben), entweder abwechselnd („Tandem-Therapie“) oder als Mixtur. Die Wirkung kann gesteigert werden, wenn erst Salbe aufgetragen und dann über Nacht ein abschließender Verband z.B. aus Folie aufgezogen wird Tacrolimus (Protopic) hat in einer Studie nach nur zwölf Wochen Nägel vollständig abgeheilt. Es darf nur „off-label“ verschrieben werden, weil es nicht für die Behandlung der Schuppenflechte zugelassen ist. Alte oder nicht praktikable äußerliche Therapien
      5-Fluorouracil (Efudix) ist ein Zellwachstums-Hemmer, der nicht mehr zur Behandlung der Nagelpsoriasis empfohlen wird. Dithranol (Cignolin) ist bei der Nagelpsoriasis unwirksam. UV-Bestrahlungen werden bei der Nagelpsoriasis immer seltener eingesetzt, weil sie sehr zeitaufwendig sind. Den UV-Punktstrahler („Blue Point“) muss man vier bis sechs Wochen lang, möglichst täglich, auf die Nagelplatte einwirken lassen. Man bestrahlt mit UVB + UVA. PUVA arbeitet nur mit UVA. Der Nagel wird vorher mit Psoralen lichtempfindlich gemacht. Nur für PUVA liegen mehrere Studien vor, in denen sich die Nägel um 50 Prozent verbesserten. In einer Studie wurden psoriatische Nägel erfolgreich mit dem Excimer-Laser behandelt. Interferenzstrom hat sich als Therapie für die Nagelpsoriasis nicht durchgesetzt, obgleich es erste erfolgversprechende Ergebnisse gab. Therapie mit Röntgenstrahlen "Verstümmelungsbehandlung" mit Entfernung der psoriatischen Nagelveränderungen und anschließender Weiterbehandlung. Es gab einen grausigen Bericht im Pso-Magazin von einem Patienten, der sich von beiden großen Zehen die Nägel entfernen ließ. Zweimal pfuschten die Ärzte, der dritte operierte schließlich richtig, entfernte auch alle Nagelzellen, kürzte einen Endknochen, zog Hornhaut von unten hoch und vernähte alles. Der Patient hat keine Schmerzen mehr, keine Gelenkschmerzen und keine Schuppen. Der Arzt gibt zu Bedenken: An den Fingern braucht man die Nägel zum Greifen. Sein Rat: abends, nach Duschen oder Baden, wenn die Haut unter den Nägeln ohnehin aufgeweicht ist, Schuppen mit einem selbst zurechtgefeilten Haken entfernen; mit Spritze mit abgesägter Kanüle Eucerin dazwischen auftragen. Nagelpsoriasis würde diese schönen Finger- und Fußnägel nicht so schön aussehen lassen Innerliche Behandlung
      Bei schweren Nagelveränderungen ist häufig eine innerliche Therapie nötig – egal, wie stark die Haut von einer Schuppenflechte befallen ist. So werden auch deutliche Einschränkungen der Lebensqualität vermieden. Eine Psoriasis arthritis kann auf diese Weise ebenfalls "mitbehandelt" werden.
      Methotrexat (MTX) gilt als innerliches „Mittel der ersten Wahl“. Solide Studien zeigen, dass sich die Nägel nach 6 bis 12 Monaten um etwa 40 Prozent verbessern können. Kortison, in den Nagel gespritzt, galt lange als wirksamstes Mittel, v.a. bei Tüpfel und Nagelwurzel-Befall. In verschiedenen Studien wurde Triamcinolon-Acetonid injiziert, aber unterschiedlich häufig und lange. Nach 9 bis 12 Monaten besserten sich die Nägel. Die Injektion ist unangenehm, es muss örtlich betäubt werden und es besteht die Gefahr von Gewebsschwund bis hin zum Einriss der Sehne. Mit Kortison wird kaum noch behandelt, seitdem es wirksamere Medikamente gibt. Ciclosporin verbessert die Nagelpsoriasis erfahrungsgemäß, ohne dass es bisher Studienergebnisse gibt. Meistens wird es zusätzlich zu einer äußerlichen Behandlung verschrieben. Es können Wechsel- und schwere Nebenwirkungen auftreten. Deshalb wird es zurückhaltend verschrieben. Fumarsäureester (Fumaderm und Skilarence) ist bisher nur in einer sehr kleinen Studie darauf untersucht worden, wie es auf eine starke Nagelpsoriasis wirkt. Nach 12 Monaten verbesserten sich die Nägel um 50 Prozent. Eine weitere Verbesserung war nur noch schwer zu erreichen. Viele Ärzte setzen es zusätzlich zu einer äußerlichen Therapie ein. Acitretin (Neotigason, Acicutan) ist wissenschaftlich kaum inbezug auf Nagelpsoriasis untersucht worden. In einer Studie ergab sich nach 6 Monaten bei 41 Prozent der Patienten eine mittlere Besserung. Bei 25 Prozent heilten sie vollständig oder nahezu vollständig ab. Wird gerne mit PUVA kombiniert. Es können schwere Nebenwirkungen auftreten. Deshalb wird es zurückhaltend verschrieben. Biologika sind am besten darauf untersucht worden, wie erfolgreich sie auf die Nagelpsoriasis wirken. Sie werden grundsätzlich erst dann verschrieben, wenn andere Therapien nicht anschlagen. Infliximab (Remicade) spricht am schnellsten und wirkungsvollsten auf die Nagelpsoriasis an. Schon nach sechs Wochen sind deutliche Nagelverbesserungen sichtbar, nach 22 Wochen fast 90-prozentige. Innerhalb eines Jahres waren bei 50 Prozent der Patienten die Nägel vollständig oder nahezu vollständig abgeheilt. Bei Etanercept (Enbrel) waren das 30 Prozent. Die anderen Biologika sind ebenfalls etwas wirkungsvoller als konventionelle innerliche Medikamente. Neue Biologika werden oft in eigenen Studien speziell bei Nagelpsoriasis getestet. Darüber hier bald mehr. Tipps für Betroffene
      Pflegen: Nägel kurz halten, vorsichtig schneiden und möglichst feilen; in schweren Fällen medizinische Fußpflege beim Podologen. Ausgiebig und täglich in lauwarmen Salzwasser (z.B. Stassfurter Badesalz, Totes Meer Salz) einweichen. Danach vor allem die Haut an der Nagelwurzel und den Seitenrändern ausreichend rückfetten – praktischerweise mit einer Lotion. Waschen: Unter den Nägeln mit einem Papiertaschentuch abtrocknen, um Feuchtigkeit aufzunehmen. Dann rückfetten (s.o). Schützen: Beim Umgang mit Nässe und aggressiven Materialien in Beruf und Haushalt (Abwasch, Putzen) Handschuhe tragen. Vermeiden: Nägel vor Reibung, Druck oder Quetschung bewahren, Nagelhäutchen nicht abreißen, keinen acetonhaltigen Nagellackentferner benutzen, Nägel nicht als Werkzeug einsetzen. Erleichtern: Unter Arbeitshandschuhen dünne baumwollene tragen. Schuhe, die nicht auf befallene Zehen-Nägel drücken. Leichtes, weites Schuhwerk, das nicht drückt, tragen. Verschönern: Verdickungen und von Querrillen von erfahrenen Kosmetikerinnen (Podologen) abfeilen oder abfräsen lassen. Geglättete Oberfläche mit medizinischem Lack (z.B. Sililevo oder Onypso) stabilisieren. Entstellte oder zerfallende Nägel mit künstlichen Fingernägeln überdecken. Welche Erfahrungen hast du mit der Behandlung der Psoriasis an den Nägeln? Oder möchtest du erfahren, wie es anderen Betroffenen damit geht? Unsere Community ist dafür der richtige Ort.
      Gekürzte Fassung eines Artikels, der erstmals in der Zeitschrift PSOaktuell, Ausgabe 2/2013, erschienen ist.
      Tipps zum Weiterlesen
      Bei Nagel-Psoriasis häufig auch Pilz dabei – Behandlungserfolg fraglich
      (gesundheit.com, 1. Dezember 2014)
      In einem Tagungsbericht geht es um Nagelpilz und Nagelpsoriasis – angeblich wäre in 20 Prozent der Fälle beides gleichzeitig zu finden. Die sonst bei Nagelpilz gern eingesetzte innerliche Therapie mit einem Anti-Pilz-Mittel sei aber nicht so oft von Erfolg gekrönt – nämlich nur in 30 Prozent der Fälle. Und die Nagelpsoriasis würde davon auch nicht unbedingt besser. [lesen]
      Unter künstlichen Nägeln können Probleme heranwachsen
      (20 Minuten Online, 20.03.2013)
      Künstliche Fingernägel sind nicht ungefährlich. Dermatologen beobachten immer mehr Komplikationen - beispielsweise Infektionen unter dem Nagel oder Kontaktallergien. [lesen]
      Starke Nagel-Psoriasis macht anfälliger für Pilzinfektion
      (hautstadt.de, 19.04.2012; nicht mehr im Netz verfügbar)
      Bei einer Studie mit Menschen mit Nagel-Psoriasis zeigte sich bei 62 Prozent der Teilnehmer eine Pilzbesiedlung der Nägel. Allerdings ist es wie fast immer: Es gibt auch eine Studie, die etwas anderes sagt, zumindest, wenn man sich die Arten der Pilze ansieht. Das steht am Ende des Artikels.
      Welche Krankheiten Fingernägel verraten
      (Apotheken-Umschau, 14.04.2010)
      Veränderungen an den Fingernägeln können alles bedeuten – manchmal auch eine Psoriasis. Die Apotheken Umschau erklärt die Möglichkeiten in Wort und Bild. [lesen]
      Nagelpsoriasis – was wann wie helfen kann
      (Psoriasis Forum Berlin e.V., 2013)
      PDF-Datei eines Artikels mit ausführlichen Informationen [lesen]
      Nagelprothetik bei Psoriasis
      ("Flotte Feile")
      Jessica Dlling vom Nagelstudio "Flotte Feile" zeigt das Ergebnis ihrer Arbeit bei einem Fall von Nagel-Psoriasis. [ansehen]
      Bilder
      Hier siehst du, wie eine Schuppenflechte am Nagel oder an mehreren Nägeln aussehen kann. Es sind keine schönen Bilder, deshalb zeigen wir sie so klein – du kannst sie aber großklicken.
       

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