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    Tipps und Tricks aus dem Leben eines Psoriatikers

    Mike B. hat viele Wege beschritten, um seiner Psoriasis Herr zu werden. Welche ihm halfen und welche in die Irre führten, beschreibt er in seinem Erfahrungsbericht.

    Allgemein

    Im Alter von 17 Jahren hatte sich die Psoriasis vulgaris bewogen, meinen Körper permanent zu frequentieren. Der behandelnde Arzt wusste damals ('79) nicht , worum es sich handelte, und diagnostizierte auf ein allgemeines Ekzem, dem er mit Kalzium-Spritzen Herr zu werden versuchte. Nach einigen Monaten wurde es mir zu bunt ( ! ) und ich begab mich zu einem "Spezialisten" nach Münster. Er erkannte zwar die Krankheit, wusste sich allerdings keinen besseren Rat, als mir Kortison in den Allerwertesten zu jagen, was ich leider erst nach einigen Monaten gewahr wurde.

    Totes Meer

    Bis zum Jahre '83 wusste ich überhaupt nicht, wie mir geschah, was Psoriasis überhaupt darstellt, warum ich, und so fort ... über einen Bekannten bekam ich den Hinweis, dass ein Klinikum am Toten Meer in Israel aufgebaut wird (Dr. Shimshoni) . Die Krankenkasse (Hamburg Münchener) weigerte sich damals, eine Kur zu bewilligen. Nachdem mein Vater mit dem Instanzenweg und Austritt gedroht hat, willigte die KK ein, einen Zuschuss von 100,- DM/Tag zu gewähren. Das war zwar noch nicht kostendeckend (auch damals nicht), ermöglichte mir aber einen Aufenthalt im gelobten Land.

    Tiefster Punkt der Erde (- 380 Meter), dadurch "gefilterte" Einstrahlung bessere UV-Bandbreite, Mineralien des Toten Meeres (es ist nicht das Salz, sondern Magnesium, Kobalt, Bitumen/Teer), trockene Luft, etc. Nach 4 Wochen war ich - bis auf die Fingernägel - erscheinungsfrei. Nach 3 Monaten zurück in Deutschland war ich wieder auf meinem alten Stand. Zurückblickend kann ich heute sagen, dass ich noch niemals in meinem ganzen Leben soviel geballte Information und Hilfe erfahren habe (und ich bin Informatiker). Dadurch, dass sich dort das unHAUTwesen der ganzen Welt konzentriert, versucht jeder jedem zu helfen und das Wissen zu teilen.

    Diese Maßnahme habe ich im Laufe der Zeit noch 4 mal wiederholt , allerdings als Rehabilitationsmaßnahme, da ausländische Kuren normalerweise nicht unterstützt werden. Nach meinem Schulabschluss und dem Studium war es allerdings nicht mehr möglich, ans Tote Meer zu fahren, weil

    • in der freien Wirtschaft Kur- bzw. ReHa Maßnahmen nicht toleriert werden.
    • die Nebenkosten, wie Getränke (8 Liter Flüssigkeit zusätzlich am Tag), EZ Zuschlag und Eigenanteil pro Tag auch schon sehr hoch sind (ca. 2.500,--DM)
    • von einem Toten Meer nicht mehr die Rede sein kann:
      • der Jordan wird für Bewässerungszwecke voll abgegraben
      • der Kanal zum Mittelmeer wurde nicht fertiggestellt
      • die Stalagmiten müssen regelmäßig herausgesprengt werden
      • die Konzentration wird immer stärker (ätzender)
      • durch die hohe Temperatur kann nur noch früh morgens gebadet werden

    Daher versuche ich seit '94, meinen Jahresurlaub in der Sonne zu verbringen. Wobei sich als positiv erwiesen hat, wenn der Urlaub mit FKK verbunden ist (Gran Canaria, Mallorca, Lanzarote). USA oder Türkei stellen für FKKler natürlich ein Handicap dar.

    UV-Lichttherapien

    In den 20 Jahren bin ich in Deutschland ca. 2000 mal künstlich bestrahlt worden (Hautärzte, Tomesa-Fachklinik in Bad Salzschlirf, Uni-Klinik-Haut in Münster). Jeder muss für sich selbst entscheiden, was der "Weg des geringsten Widerstandes" sein könnte.

    Medikamente, Arzneien, Lotionen, Körperpflege

    Die Liste der Medikamente auf dieser Seite sind sehr ausführlich und bedürfen eigentlich keiner weiteren Ergänzung. Da sich das Krankheitsbild bei jedem Schuppi anders darstellt, bedarf es individueller Erfahrungen, was hilft und was nicht.

    Tipps und Tricks

    • Ölbad Cordes F (85% Erdnussöl = besser verträglich als Hermal-Öle),
    • Kamillenbad ROBUGEN zur Beruhigung der Haut
    • TotesMeerBadeSalz mischen mit Öl und/oder KamillenZusatz. ( ALDIs Bezugsquelle : Prodime Markenprodukte, Postfach 550148, 44209 Dortmund )
    • falls es im Gesicht zu arg wird: Cortisonhaltige Salbe (Triancinolonum Acetonatum 0,1g + Basiscreme DAC 99,9g)
    • gegen den Juckreiz: Teersalbe ( Liq. Carbonis Detergens 10g + Basiscreme DAC 90g)
    • zum Fetten: Basiscreme DAC 100g
    • BIOMIN Mineral Körperlotion (mit Mineralien aus dem Toten Meer = kein SALZ !!, ca. 20-30 DM, sehr ergiebig; das Salz ist generell NICHT für den Heilungserfolg ausschlaggebend; es sei denn, man ist im Urlaub, hat Sonne und badet und duscht sehr viel. ) Der Heilerfolg mit dem TotenMeer beruht auf den gelösten MINERALIEN im Wasser = höchste Konzentration auf der Welt; Bitumen (gelöster Teer), Magnesium, Mangan, etc.)
    • Fumarsäure: hart und gefährlich
    • Neotigason: schwierig, die richtige Dosis zu finden. Sie muss im Anfang hoch genug sein, um eine Reaktion zu zeigen, hat dann aber auch krasse Nebenwirkungen, wie: Abpellen der Hand- und Fußflächen, Platzen der Lippen, Nasenbluten etc.
    • Psoralon (MinutenTherapie 0,5%): schwierig in der realen Welt anzuwenden. Wird aufgetragen auf die befallenen Stellen. Die gesunde Haut wird verbrannt. ALLE Gegenstände, die mit der Creme in Kontakt kommen, verfärben sich dunkelbraun. Schwierig wieder runterzubekommen in der Dusche. Dusche verfärbt sich auch. Wenn die Creme nicht vollständig entfernt wird (mit der Stoppuhr nach 5 Minuten), verbrennt auch die befallene Haut.

    Ein Wort noch zu Salben, Cremes und Lotionen: Da in Deutschland alle Medikamente, Arzneimittel wie Lebensmittel behandelt werden, müssen sie mindestens 2 Jahre haltbar sein. d.h. es ist jede Menge Konservierungsstoff enthalten. Generell gilt: KEINE Konservierungsstoffe, KEINE Farbstoffe, KEIN Parfüm sollte in diesen Produkten enthalten sein.

    SCHMIER-Mittel basieren immer auf Öl-Wasser oder Wasser-Öl-Emulsionen.

    Leider ist das Buch von Jean Pütz aus der HOBBYTHEK Serie: "Cremes und sanfte Seifen" nicht mehr erhältlich, wo alles über die Funktionsweise sowohl chemisch als auch biologisch sehr gut erklärt wird. Mit Anleitung, Bezugsquellen und Rezepten zum SelberMachen.

    Deodorant

    Da Schuppenflechte vor keiner Körperstelle halt macht .... Ich vertrage kein einziges Deo. Deshalb verwende ich einen Salzstein ( Alaun ), der wirklich optimal hilft. Den gibt es in Drogerien und in der Apotheke.

    Rasur

    Ich trage wegen der Psoriasis einen Vollbart.

    Literatur

    • Akerberg, Katja: Die Haut, Spiegel des Stoffwechsel (Ullstein Taschenbuch)
    • Burkhardt, Dietlinde: Rat und Hilfe bei Schuppenflechte (Südwest Verlagsges.)

      Nahrung

    In der 3.000-jährigen Geschichte im Umgang mit Psoriasis ist den Wissenschaftlern kein Zusammenhang mit Nahrungsmitteln aufgefallen. Ich persönlich vermeide Schweinefleisch, harte Getränke (Whiskey, Congnac), scharfe Gewürze, und Knoblauch.

    Weitere interessante Gebiete, die von mir erprobt wurden, allerdings zu keinem positiven Ergebnis geführt haben:

    • Schwarzkümmelöl (ägyptisches)
    • Honig, Blütenpollen, Gelee Royal
    • Kombucha
    • Bachblütentherapie
    • Eigenurin / Fremdurin
    • Arsen
    • Eigenblut
    • Akupunktur
    • Fuß-ReflexzonenMassage
    • Transzendentale Meditation TM
    • Yoga, Hata Yoga
    • Ayruveda
    • Fernheilung durch Auspendeln
    • Energietransfer durch Wunderheiler
    • Brennesseltee, Lebertran, Nachtkerzenöl
    • Bioresonanz Sensibilisierung

    Mike B. (37)


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    Recommended Comments

    Hallo und vielen Dank für den interessanten Artikel. Ein Bekannter war bei einem Heilpraktiker. Er hat ihm ähnliche Tipps gegeben.

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