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Hallo liebe Gemeinde 

Nach langem überlegen  habe ich mich entschieden meinen Fall hier einmal zu posten mit dem Hintergrund das es auch mal nicht so rund läuft.

Zu meiner Person . Ich bin 43 , verheiratet , 3 Kinder. Noch im Arbeitsverhältnis.

Also das Ganze begann so richtig 2015.

Hatte da einen derart schlimmen Anfall das ich mich kaum noch bewegen ,bzw schlafen konnte .Die Haut war überall mit Flecken übersät und die wie feuer brannten. Und das unter der Behandlung mit Fumaderm.

Darauf hin ging ich natürlich wieder zum Hautarzt und der meinte gleich , dass er mich ins Krankenhaus einweise. Darauf hin kam ich für 4 Wochen nach Norderney. 

Aber das Einzigste was da schön war , war der Strand.

Die checkten mich aber komplett durch und stellten fest , das die Wirbelsäule schon sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Und das mir da nichts anderes übrig bleibt als die Behandlung mit Biologikas. Sie schlugen mir das Humira vor. Das wäre da so eine Einstiegsdroge.

Nach reiflicher Überlegung stimmte ich dann zu und lies mir im KH die ersten 2 Spritzen setzen. Meine Haut wurde in der Zeit mit fragwürdigen Salben behandelt die es eigentlich nur noch schlimmer machten. Nach 3 wochen war dann ihre dosis aufs maximale und es wurde immer noch nicht besser. Aber die Ärztin meinte nur das es unter Humira dann auch besser wird. Und so wurde ich dann nach 4 Wochen als geheilt entlassen mit der Auflage mich weiterhin mit Humira spritzen zu lassen.

Daheim angekommen lies ich mir die Nächste Spritze verschreiben und innerhalb kürzester Zeit ging es mir besser . Konnte mich wieder bewegen und gut schlafen. Die Haut wurde innerhalb der nächsten 2 Wochen fast zu 100 % Clean.

Nach weiteren 3 Wochen musste ich seltsame Pusteln feststellen im Nabel Bereich. Die taten sehr weh , brannten und wurden schnell mehr. Der Hausarzt bestätigte mir dann Gürtelrose. 

Also musste ich dieses mit Medikamenten behandeln und die Behandlung mit Humira aussetzen. Nach 10 wochen war es wieder abgeklungen und ich konnte die Behandlung weiterführen. Dann kam der Herbst und ich bekam 2 x eine Lungenentzündung.Also wieder absetzen und Antibiotika nehmen. Nachdem ich dann die Behandlung mit Humira weiterführen wollte merkte ich das die Spritzen keine Wirkung mehr zeigten. Also wieder zum Doktor 

Darauf folgten dann die Behandlungen mit Enbrel , Cosentyx , Taltz , Cimzia und aktuell mit Stelara. Nebenbei natürlich noch MTX .

2016 wo ich dann mit den ganzen begann wurde ich mit Nebenwirkungen überschüttet. Jedes Medikament löste etwas anderes aus. Asthma , Depressionen , Tinnitus, mal die schlimmsten genannt. Natürlich war es mir in dieser Zeit nicht möglich meinen Beruf auszuüben. Also war ich fast das ganze Jahr 2016 krank geschrieben.Ich beantragte auch gleich einen Schwerbehinderten Ausweis , der auch nach kürzester Zeit genehmigt wurde

Auch stellte ich einen Antrag auf Reha , der aber 2x abgelehnt wurde

Im Herbst hatte ich dann eine etwas stabile Gesundheit und konnte 2017 wieder die Arbeit aufnehmen. Ich merkte aber gleich , dass ich meinen alten Job nicht mehr erfüllen konnte . Ich ging auf den Arbeitgeber zu und fragte ob es möglich sei das ich einen angepassten Arbeitsplatz erhalte. Darauf hin , verlangten die ein Gutachten. Das tat ich auch und legte es vor. Der Arbeitgeber fertigte unter dessen auch ein Arbeitsplatz Bewertung an , in dem der Arbeitsumfang und die körperlichen Belastungen so geschrieben wurden, das es genau auf mein erbrachtes Gutachten passte. Obwohl der Arbeitsaufwand und die körperlichen Belastungen viel höher waren. 

Darauf hin wurde mir das präsentiert mit der Aussage , was wollen sie denn, ist doch alles super, Mit der friss oder stirb Methode tränken sie mich natürlich in die Ecke . Nach endlosen Gesprächen blieb mir dann natürlich nichts anderes übrig als den alten Arbeitsplatz wieder zu besetzen. Das ging dann ungefähr ein halbes Jahr dann war ich wieder komplett fertig. es blieb mir wieder nichts anderes übrig als mich krank schreiben zu lassen. Die Arbeitsaufnahme erfolgte zwar danach noch zweimal . Aber diese dauerten nicht lange.

Egal welches Medikament ich bekam, es half nur bedingt. Mein HWS wurde steif und den Kopf konnte ich nur bedingt drehen. Die Krankheit suchte sich immer ein anderes Gelenk aus und wütete immer solange , bis ich es nicht mehr voll bewegen konnte oder es beim bewegen merkwürdige Geräusche machte. Und jeder Arzt stellte mir eine andere Diagnose. Von Psoriasis Athritis, Morbus Bechterew  bis Spondylarthrose .Auf Anraten eines Bekannten stellte ich dann einen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben. Dieser wurde aber auch von der Rentenversicherung abgelehnt.

So kam es das ich dann die maximalen Krankheitstage der Versicherung ausschöpfte. Mein Arzt gab mir dann den Tipp wenn das nichts mehr wird mit ihnen , müssen sie es versuchen einen Rente zu bekommen  . Also stellte ich im juni einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente. Im August diesen Jahres musste ich mich dann also beim Arbeitsamt melden, weil die Krankheitstage verbraucht waren und man dann automatisch arbeitslos ist.Aber eigentlich bin ich ja noch in einem Arbeitsverhältniss.

Da mir nun das Wasser bis zum Hals stand schaltete ich den VDK ein und bat um Hilfe.Ich schickte alle erforderlichen Unterlagen dem Arbeitsamt zu und hoffte auf positive Nachrichten.

Nach kürzester Zeit erhielt ich ein Schreiben vom Arbeistamt, dass ich laut Paragraph 145 ausgeschleust wäre da ich keine 15 h in der Woche arbeiten könnte.  Damit war ich für dem Arbeitsamt nicht mehr vermittlungsfähig und erhielten die Arbeitslosengeld Zahlungen

Nach 6 Monaten erhielt ich dann den Entscheid von der Rentenversicherung das mein Antrag zu 100 % abgelehnt wäre und ich voll einsatzfähig wäre. 

Mit dieser schlechten Nachricht ging ich dann wieder zum Arbeitsamt . Diese meinten dann, wenn die das so sagen dann stimmt das auch. 

Also wurde ich wieder für gesund erklärt und mir wurde dann per Telefonat die Pistole auf der Brust gesetzt. Entweder ich melde mich für vermittelbar. ,also gesund. Oder ich lasse mich weiterhin krank schreiben und mir wird das Arbeitslosengeld gestrichen.Meine momentane Krankschreibung gilt bis ende des Jahres. Nun muss ich irgend eine Lösung mit meinen Arbeitgeber finden.Und das noch über Weihnachten , weil ich ja dann im neuen Jahr eine Lösung brauche. Oder ich könnte mich ja auch auf dem freien Markt umschauen und wo anders bewerben.Ich bin schon 10 Jahre bei dem Arbeitgeber und habe mit dem SBA besonderen Kündigungsschutz. Wer würde den da freiwillig kündigen?

Eigentlich müsste ich mich ja noch weiterhin krank schreiben lassen , da ich momentan unter stelara keine Verbessrung habe.

Also muss ich jetzt auf den Arbeitgeber hoffen das der für mich eine leichte Arbeit hat die man mit einer Hand erledigen kann.

Die Mitarbeiterin vom VDK kann auch nicht verstehen warum die Rentenversicherung so entschieden hat. Mit ihr zusammen bin ich nun beim Integrationsamt.Diese können aber auch nicht viel mehr wie Einspruch bei der Rentenversicherung einlegen.

Aber bis dieses zu Entscheidung kommt wird es wieder  Monate dauern.

Man sagt mir das ich mit 43 zu jung für Rente wäre. 

Was ich hier bei dem ganzen sehr vermisse ist ein gewisses Verständnis für Menschen denen es auch im jungen Alter nicht gut geht. Ich habe den Eindruck , das die Wirtschaft und der Staat keinen Platz für solche Leute hat. 

Arbeiten bis 70 und dann mit 71 sterben. Dann hätte der Staat das Optimum aus dem Mensch heraus geholt. Und es wären keine unnötigen Kosten entstanden.

Ich möchte auch meinen Teil dazu beitragen . Aber so , dass mir auch die Chance gegeben wir vielleicht auch 71 zu werden. 

Es läuft in diesem Staat viel verkehrt und es gibt mit Sicherheit viele Menschen denen es schlechter geht wie mir, aber wohin soll denn die ganze Reise noch gehen?

Sind wir doch mal ehrlich . Die wirkliche Macht in unserem Stadt haben nicht die Politiker , sondern die Wirtschaft. Und der Wirtschaft sind alte und Menschen und Menschen mit bestimmten Einschränkungen ein Dorn im Auge. Und ich bin der Meinung , das dieses mit diesem System noch viel schlimmer wird. Man denke da nur an Leihfirmen . Diese Behandeln ihre Mitarbeiter wie Sklaven.

Ich weis es passt vielleicht nicht in diesen Rahmen aber ich musste mir Luft verschaffen und auch mein Bespiel euch schreiben . Ich hoffe es kommt niemand in die gleiche Situation. 

Ich wünsche euch auf diesem Wege ein ruhiges Weihnachten und einen guten Rutsch. 

Gruss Falk75

 

Hervorgehobene Antworten

Hallo Falk75!

Ich kann verstehen, wie verzweifelt Du bist. Es hört sich alles sehr dramatisch an und vor allem auch kompliziert. Eigentlich hast Du nur noch diese Woche Zeit, irgendetwas in Bezug auf den Arbeitgeber zu unternehmen. Nächste Woche wirst Du wohl wegen der Weihnachtstage niemanden mehr erreichen! Also wenn es überhaupt eine Lösung mit diesem Arbeitgeber geben kann, dann muss Du umgehend handeln!

Grundsätzlich solltest Du eigentlich beim Sozialverband VdK richtig aufgehoben sein, wenn es darum geht, rentenrechtliche Ansprüche geltend zu machen. Wenn die Rentenversicherung einen Antrag ablehnt, muss sie das ja begründen. Argumente für den Widerspruch erhält man am besten von einem Arzt und einem Sozialrechts-Experten. Leider dauern solche Widerspruchsverfahren oft lange Zeit, weil man ja nicht der Einzige ist. Wenn man dann sogar klagen muss, können schnell ein paar Jahre vergangen sein. Aber Berater in sozialen Angelegenheiten sollten auch wissen, wie diese Zeit finanziell und gefühlsmäßig überbrückt werden kann. Wir sind leider überhaupt keine Experten im Sozialrecht. Auch die Frage, ob Du nach Auslaufen des Krankengeldes "automatisch" arbeitslos bist oder ob Dein Arbeitsverhältnis weiterhin existiert, können nur Fachleute beantworten. Ich war mein Leben lang in der Gewerkschaft und bin dort bei allen Konflikten gut beraten worden. Neben der Möglichkeit, reduziert zu arbeiten oder einen anderen Arbeitsplatz zu bekommen kann man sich langfristig auch umschulen lassen. Sicherlich weißt Du selbst, dass es neben dem VKD noch weitere spezialisierte Beratungsstellen gibt, in denen die Mitarbeiter meist gut Bescheid wissen. 

Dass Du so negativ auf Biologika reagierst, ist wirklich tragisch! Gerade deshalb müsstest Du von den besten Dermatologen in Deiner Nähe behandelt werden. Die findest Du meist in der nächsten Universitäts-Klinik oder im Ärzte-Netzwerk Psonet. Wir hören extrem selten, dass jemand auf keines der Medikamente reagiert bzw. solch schwere Nebenwirkungen hat. Da sind dann oft selbst die Ärzte erst einmal hilflos. Manchmal müssen sie sehr lange suchen, bis sie eine Lösung finden. In Deinem Fall scheint aber selbst die Diagnose noch nicht eindeutig zu sein. Aber ohne Arzt gibt es überhaupt keine Hilfe. Deshalb solltest Du nicht aufgeben, sondern beharrlich darauf bestehen, dass alles getan wird, um Dir zu helfen. Für schwere Psoriasis-Fälle werden regelmäßig neue, unterschiedlich gut wirkende Medikamente angeboten. Zur Zeit wirkt wohl gegenüber allen anderen am besten Tremfiya®.

Ich kann verstehen, dass Du verbittert bist. Bei aller berechtigten Kritik an "der Wirtschaft" (z.B. wie Leiharbeiter behandelt werden), ist das Profitdenken an Deiner Situation wohl eher nicht Schuld. Bei Dir geht es um die medizinische Bewertung Deines Krankheitszustandes und die daraus abgeleitete Frage, ob und wie arbeitsfähig Du bist. Und es geht darum, in den bürokratischen Strukturen von Rentenversicherung und Arbeitsagentur zu behaupten. Aber selbst wenn einem das gelingt, ist es leider keine Garantie, dass man auch recht bekommt. Nicht jeder Fall ist eindeutig.

Ich wünsche Dir Kraft und Durchhaltevermögen! Vor allem wünsche ich Dir, dass Du Menschen findest, die Dich mit ihrem Wissen unterstützen können.

 

Rolf

Das ist unglaublich was du schon durchgemacht hast. 

Viel Glück in deinem Kampf und sei froh das dein Arbeitgeber zu dir hält.

Schöne Grüße Lilli1 

Hallo Falk75,

es ist furchtbar was dir passiert, und daß es anderen noch schlechter geht, ist in den Moment auch keine Hilfe.

Das erschreckende dabei ist, und ich habe daß mit 30 Jahren erlebt, zudem daß man so krank ist, werden einem

auch von allen anderen Seiten Steine in den Weg gelegt. Man muß sich mit Sachen beschäftigen die einem auch

noch Kraft rauben. Für mich war damals ganz wichtig daß ich ein gutes Umfeld habe. Familie und Freunde haben

mir durch diese Zeit geholfen. Sonst fällt man, wie du geschrieben hast - ganz schnell durchs System.

Fühl dich gedrückt

Tessa

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