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Psoriasis Pustulosa - Eine Odyssee


cathia

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Hallo liebe Leidensgenossen,

Ich möchte mich nun mal vorstellen, ich habe schon viele Beiträge gelesen.

Ich habe eine erbliche „normale“ Schuppenflechteseit meiner Kindheit.

Früher auf dem Kopf, am Körper und an den Armen.

Als junge Erwachsene hatte ich einen heftigen Schub, mit ziemlicher Sicherheit stressbedingt.

Eine kompetente Ärztin für Naturheilkunde (eine Seltenheit) konnte mir damals helfen.

Die Säulen der Therapie waren:

  • Darmsanierung

Zunächst mit Prosymbioflor, dann Symbioflor 1, 2

  • Ernährung

Lebensmittel wie Schweinefleisch, Zucker und E-Stoffe/Konservierungsstoffe sowie helles Brot/Mehl wurden weggelassen.

  • Eigenblut

  • Symbioflorvaccine aus der Stechampulle (aus E.Coli, gibt es heutzutage nicht mehr),
    später Autovaccine aus dem körpereignen Stuhlgang hergestellt, intracutan

 

Das war damals ein super Erfolg! Ich konnte buchstäblich täglich zusehen wie die Pso verschwand. Die Ernährungsumstellung habe ich sehr streng gehandhabt, einfach war das nicht, zumal ich damals viel und gerne genascht habe.

Danach hatte ich mich einige Jahre ein Stück weit an die Nahrungsempfehlung gehalten, den Schuppenflechtentee von Maria Treben jahrelang getrunken. Außerdem hatte ich keinen Extremstress. Die Psoriasis war lange vollkommen verschwunden.

Dann ging es ganz böse los mit der Psoriasis Pustulosa an den Füßen. Mein Leben hat sich seither sehr verändert und mich anfangs völlig aus der Bahn geworfen.

Es begann mit kleinen Flecken/Blasen an den Seiten der Fußsohlen, die ich nicht weiter beachtet habe. Später bildeten sich Risse in der Mitte der einen Fußsohle und mehr Flecken und Rötungen an beiden Füßen. Darum habe ich mich auch nicht weiter gekümmert, hab ein bisschen Betaisadonna raufgeschmiert und gehofft es geht einfach wieder weg, der Hautarzt verordnete Psorcutan und UV Bestrahlung.

Dann gab wohl stressbedingt einen gewaltigen Schub „normaler“ Schuppenflechte am Kopf, Körper, Hände. Nun begannen die Füße erstmalig verrückt zu spielen.

An den Füßen bildeten sich vor allem am Hacken riesige eitrige Herde die über 1 cm tief waren und in wenigen Tagen zu Eiterseen zusammenliefen.

Die Eiterherde kündigten sich in der Tiefe an, man konnte die noch intakte Haut zentimetertief eindrücken, dort in der Tiefe waren regelrechte Löcher zu tasten, dann wanderte das nach außen und massenhaft entleerte sich Eiter, heilte nach einigen Tagen etwas ab um dann wieder erneut auszubrechen.

An Laufen war nicht zu denken, ich konnte nur unter großen Schmerzen zur Toilette humpeln, war praktisch bettlägerig.

Im Krankenhaus begann die typische Behandlung mit Kortisonsalben/cremes der Klasse 4 (z.B. Clobetasol), über Nacht okklusiv & Dithranol und Teersalben für den Körper & Creme PUVA-Bestrahlung Körper und Füße.

Am Körper und an den Händen hat sichs nach einigen Wochen tatsächlich wieder beruhigt. Doch an den Füßen blieb es.

Die Ärztin für Naturheilkunde von damals gabs nicht mehr und die,die ich später aufgesucht hatte, waren mit dieser massiven Krankheit überfordert bzw hatten einfach keine ausreichende Erfahrung und Kompetenz in Naturheilkunde. Eigenblut, Symbioflortropfen und Nosoden allein konnte nichts mehr ausrichten.
Mit Autovaccinen für die Injektion kannten sich die Ärzte die ich aufgesucht hatte nicht aus und in den Krankenhäusern braucht man da gar nicht fragen. Ich habe diesen Ansatz dann aufgegeben.

Ich bekam dann nach einiger Zeit erfolglose systemische Therapie(n), zuerst Fumaderm, dann Neotigason.

Zwischendurch hatte mir mein Hautarzt eine Kortisonstoßtherapie 50mg/Tag abwärts auf 0 verordnet. Die bewirkte, dass die Pusteln zunächst schlagartig weggingen. Dann kam der Reboundeffekt. Die Füße liefen zu mit Eiter, es gab nicht Pusteln, sondern die gesamten Fußsohlen wurden zu einzigen riesigen Eiterseen, ich war wieder im Bett gefesselt.

Ich war in den letzten Jahren immer mal wieder in verschiedenen Krankenhäusern. Mir gings körperlich eigentlich insgesamt immer schlechter und die Schübe wurden von leichtem Fieber begleitet. Da der Arzt mir keinen Rollstuhl verordnen wollte habe ich mir selber einen gebrauchten gekauft, das hat meinen Radius vergrößert, für die Wanne habe einen Sitz, das hilft enorm wenn ich nicht stehen kann.

Dann habe ich TCM probiert. Ich bekam chinesische Tees innerlich und äußerlich verschrieben sowie Akupunktur. Nach ca 10 Sitzungen waren die Füße kurz mal recht gut. Jedoch hatte ich am Ende einer Reihe von Akupunktursitzungen einen größeren roten Fleck am Bein. Dieser breitete sich schnell aus, ich kam ins Krankenhaus, Verdacht auf Wundrose, Antibiotika. Das wars dann mit der TCM.

Wahrscheinlich wars doch keine Wundrose, so sagte man mir im Krankenhaus, denn so richtig hohes Fieber hatte ich nicht, außerdem hatte ich die Rötung/Schwellung auf beiden Seiten. Ich bekam wieder UV Bestrahlung an den Füßen und Kortison. Die mögliche Wundrose war dann weg. An den Füßen: kein Erfolg. Es wurde nach Ursachen gesucht: HIV, Hepatitis MRSA Nasenhöhle, Zahnherde, Lungenherde, Gefäßleiden, Oberbauchsono. Nix. Aber hohe Entzündungswerte.

Nun bekam ich MTX Spritzen, zusammen mit den chinesischen Kräutertee. MTX wurde nach einigen Monaten vom Hautarzt abgesetzt, es war nicht die geringste Besserung zu verzeichnen.

Aber: die Leberwerte waren sehr hoch, Gamma GT um die 200, Transaminasen 3 x über normal. Obwohl MTX abgesetzt wurde und sofort auch die chinesischen Tees für die innere Anwendung stiegen die Werte weiter kontinuierlich an auf um die 700. Ich fühlte mich auch richtig krank.

Der Leberfacharzt vermutete eine untypische PBC oder PSC, eine Autoimmunerkrankung der Leber. Einen Zusammenhang mit MTX oder den chinesischen Heilkräutern sah er nicht.

Die Blutwerte wurden über die Monate ganz langsam besser und ich versuchte nun wieder was Neues. Ich besuchte einen Heiler und nahm auch eine längere Autofahrt in Kauf. Dort wurden meine Füße besprochen und er gab mir verschiedene Salben. Tatsächlich wurde es einige Wochen besser mit den Füßen. Dann blieb allerdings der Erfolg aus.

Nun wurde ich wieder stationär aufgenommen. Ich bekam wieder Kortisonsalben und Teersalben für den Körper, denn ich hatte schon wieder einen heftigen Schub, für die Füße Creme PUVA. Nachdem einige Routineuntersuchungen abgeschlossen waren erhielt ich Humiraspritzen, Eingangsdosis 80mg, danach die gängige Dosis von 40 mg, alle 2 Wochen.

Diese Spritzen haben erstmal geholfen, die Pusteln waren praktisch nach 2 Tagen weg. Ich konnte mich wieder viel besser bewegen. Die Wirkung hielt leider nur vier Tage da, kann kamen die Pusteln mit aller Macht wieder.

Nach ca 4 Monaten fingen die Fußsohlen an zu schwellen, wurden rot und rissen wieder ein was ich schon länger nicht mehr hatte, es breitete sich immer mehr am Vorderfuß und an den Zehen aus, die Zehennägel zerbröselten und fielen ab.

Und das auch während der pustelfreien Tage. Dazu kam, dass beide Beine außen flächig feuerrot wurden. Diese flächige Rötung wanderte beidseitig immer höher bis zu den Knien. Ich hatte furchtbaren Juckreiz, hätte mir die Haut abziehen mögen.

Die Ärzte wollten zunächst noch MTX dazu spritzen und bei Nichterfolg die Therapie auf Stellara umstellen.
Auf gar keinen Fall würde ich je wieder MTX spritzen.

Ich fühlte mich krank und schwach, hatte abends permanent leichtes Fieber. Die Blutwerte waren zum Teil nicht gut. Da war ja noch diese Leber/Gallengeschichte. Und trotzdem hätten die Ärzte weitergemacht mit den Biologika und MTX.
Ich wollte das alles nicht mehr und habe Humira abgesetzt. Schnauze voll von all dem Zeug.

Es folgten Versuche mit Cucurminkapseln, Weihrauchkapseln. Ich lebte eine Zeitlang glutenfrei, laktosefrei, alles ohne Erfolg.

Mittlerweile hatte ich ein Bett im Immanuel Krankenhaus (Naturheilkunde) ergattert.
Ich hörte sogar auf zu rauchen, was nebenbei bemerkt nichts gebracht hat.

3 x täglich Leinöl, Kräutertees Mischung nach Belieben, fasten wollte ich nicht stattdessen gab es eine Kartoffel-Reis Diät. Es gab Bewegungskurse, Entspannungskurse, Malkurs und als Hauptanwendung die Kältekammer, zweimal am Tag. Vitamin C Infusionen, Fußbäder. Es half alles nichts. Es ging mir immer schlechter statt besser. Die Schuppenflechte am Körper wurde durch die Kälte noch schlimmer, an den Füßen gabs keine Änderung außer dass sie noch mehr schmerzten und ich fast nur noch im Rollstuhl saß. Durch diese Diät bekam ich hellen Stuhlgang. Ich brauchte ständig Schmerzmittel. Zum Ende hin hatte ich wieder Fieberschübe. Auch die Ärzte dort bedauerten, dass sie mir nicht helfen konnten. Zum Schluss bekam noch ein paar Mal die große Eigenblutbehandlung mit 50 ml Blut das über UV Licht in den Körper zurückgeleitet wird. Ich hoffte dass dies helfen könnte aber nach gut 2 Wochen wird man dort entlassen und was anderes fiel ihnen auch nicht ein.

Als ich aus dem Krankenhaus kam war ich gesundheitlich am Boden, ich sah krank aus, hatte immer dieses Fieber und war wieder sehr geschwächt.

Ich suchte mir dann eine Heilpraktikerin die die große Eigenbluttherapie weiterführen sollte. Die Dame hat dies technisch leider nicht hinbekommen und so bekam ich einige Sitzungen kleine Eigenbluttherapie (UV bestrahlt) und ein paar homöopathische Ampullen gespritzt.

Es hat nicht geholfen aber sie hatte mir nach einer (höchst umstrittenen) Haarprobenanylyse Vitamine und Mineralstoffe verordnet und das z.T. hochdosiert. Und das half tatsächlich ein gutes Stück weit. Obwohl ich das nicht gedacht hätte. Die Beine schwollen ab!, aber die Pusteln waren noch da, wurden etwas weniger groß, ich fühlte mich insgesamt aber wieder normal, das Krankheitsgefühl und die Fieberschübe waren weg, ich nahm wieder zu.

Im Prinzip bewirkte diese Behandlung dass ich keinen Rollstuhl mehr brauchte und mich zumindest eine Weile bewegen konnte. Die Besserung gelang aber nur bis zu einem gewissen Grad. Die Pusteln waren immer noch da. Ich nahm noch eine zeitlang Vitamine und Mineralstoffe, hatte aber das Gefühl es bringt nichts mehr und habe es abgesetzt.

Eine zeitlang habe ich verschiedene Aromaöle probiert. Einige sind hilfreich wie Sandelöl, Kamillenöl, Lavendelöl, Teebaumöl. Ich habe noch andere ausprobiert, aber so richtig halfen sie nicht. Jedenfalls nicht gegen die Pusteln.

Die Krankheit hat sich über die Jahre verändert, es hat sich mittlerweile auf die gesamten Fußflächen ausgebreitet, inklusive der Zehen und Nägel. Die Pusteln sind geblieben, die Schübe kommen alle paar Tage, vielleicht bis auf sehr wenige Ausnahmen. Unter den gesamten Zehennägeln bilden sich regelmäßig Pusteln. Die Pusteln an den Füßen sind allerdings viel kleiner geworden, mit Ausnahmen am Hacken wenn ich nicht total hinterher bin.

Eine Hand ist mittlerweile auch heftig betroffen.

Heutzutage kann ich im großen und ganzen trotzdem ein halbwegs normales Leben führen wenn auch mit vergleichsweise großen Einschränkungen. Das liegt nicht daran dass die Krankheit besser geworden wäre sondern an der wirksameren (eigen) Behandlung. Biologika will ich nicht mehr.

Ich brauche keinen Rollstuhl mehr, kann meinen Alltag bestehen, ich kann laufen meist ohne große Schmerzen. Allerdings nicht länger als vielleicht eine Stunde. Mit der Hand gibt es natürlich Einschränkungen wie zB. heben, ziehen, drücken, saubermachen.

Meine wichtigsten Entdeckungen waren und dabei bin ich geblieben

1) die Anwendung von Wasserstoffperoxid (H2O2).

In einem 10ml Gläschen mische ich 2-3 ml Wasser mit 12 Tropfen H2O2 3% & als Wirkungsverstärker 6 Tropfen DSMO pur und gebe dies mit einem Wattestäbchen gezielt nur auf die Pusteln. Desinfiziert und trocknet die Pusteln aus. Kann aber nicht zu oft auf einer Stelle angewendet werden wegen Hautläsionen. Vielleicht 1 bis 2 Tage lang morgens und abends, bei zarter Haut entstehen schnell Läsionen/Risse und an diesen Stellen verwende ich es selten oder gar nicht.

2) Tannosynt Creme: nur die Pusteln per Wattestäbchen gezielt bestreichen, es taugt nicht oder nur mit größter Vorsicht für zarte Haut wie Zehen oder zarte Flächen in der Hand oder auf Rissen da es sehr stark wirkt und zu kraterartigen Rissen und offenen blutigen Stellen führt. An der festeren Haut der Fußsohle ist das nicht passiert. Es wirkt stark austrocknend und entzündungshemmend, ersetzt zum Teil das Wasserstoffgemisch wenn die Pusteln klein sind.

Tannosynt Fuss/Handbad wirkt regelmässig angewendet recht gut bei mir und vermindert die Pustelbildung, die Creme ist aber viel stärker in der Wirkung.

3) Eichenrinde Fuss/handbad (1-2 mal die Woche, im Wechsel mit Tannosynt Bad):
2 Esslöffel im 1 L Wasser 15 Min. kochen, abkühlen, etwas mit Wasser verdünnen und 20 Minuten baden. Es hat eine sehr stark austrocknende, abschwellende, zusammenziehende und desinfizierende Wirkung. Regelmässig verwendet verdickt sich die Haut ledrig durch den starken Gerbstoffgehalt. Dieser Effekt ist sehr hilfreich da dies die Schmerzen beim gehen/stehen erheblich vermindert. Der Effekt verschwindet allerdings nach einigen Tagen ohne Eichenrindenbäder wieder.

Anfangs habe ich diese Dosis nicht vertragen, da die Haut zu stark entzündet war und zu dünn und rissig. Ganz langsam von ½ Teelöffel/L habe ich angefangen die Haut daran zu gewöhnen.

Risse musste ich mit Vaseline oder einer anderen fetten Salbe/Creme vorher abdecken damit es durch das starke austrocknen nicht zu tieferen Rissen kommt.

Nach den Bädern muss alles eine Weile knochentrocken bleiben und es wird mit 1) oder/und 2) getupft. Wenn alles eingezogen ist kann die Pflege kommen.
Fette Cremes und Salben befördern die Pustelbildung aber andererseits benötigt die restliche Haut Pflege oder Behandlung. Ich versuche diese so gut es geht auszusparen.

Wenn an der Fußsohle, gerne am Hacken eine Pustel trotz allem größer werden will wird diese sofort nach dem Bemerken desinfiziert, mit einer Einmalkanüle aufgepiekt und der Eiter soweit möglich vollkommen ausgequetscht. Danach 1) und 2) auftragen. Man hat gute Chancen dass die Pustel dann eingeht wenn der gesamte Eiter raus ist.

Ich habe meine Ernährung seit 2 Jahren weitestgehend umgestellt wie z.B. bei den Ernährungsdocs empfohlen. Vielleicht nicht konsequent genug. Jedenfalls kommen die Pusteln trotzdem immer wieder. Aber die normale Schuppenflechte ist weg.

Stress: auf jeden Fall ein gewichtiger wenn nicht auslösender Faktor.

Ab und zu benutze ich Enstillar, es ist ganz brauchbar aber es befeuert auf Dauer die Pusteln. Ebenso wie Daivobet. Ausserdem ist Kortison keine Lösung.

Recht brauchbar ist Daivonex ohne Kortison, 1-3 mal die Woche in Anwendung . Dennoch, auf Dauer befeuert es auch die Pustelbildung und ich setze es einige Zeit aus.

Zur Pflege nehme ich sonst Niveacreme oder Excipial Lotion oder eine Salzcreme.

Hilfsmittel

Hand: Fahrradhandschuhe, innen abgepolstert mit weichen Kompressen

Füße: per Hilfsmittelrezept vom Orthopäden trage ich jetzt Weichschaumeinlagen (eine große Hilfe). Der Hautarzt hat sich geweigert ein Rezept auszustellen. Es stand eine orthopädische Diagnose auf dem Hilfsmittelrezept aber dies ist nicht so wichtig da der Orthopädieschuhmacher die Einlagen individuell anpasst bis es bequem ist.
Man braucht vorher Schuhe für Einlagen (z.B. FinnComfort), für den Sommer: Sandalen mit Polsterung von Dansko
Verbandsschuhe/sandalen: z.B. von Varomed, im schlimmsten Fall, bei großen Schmerzen und wenn keine anderen Schuhe mehr passen (was schon lange nicht mehr der Fall war).

Viele Grüße

Cathia

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Erfahrungen austauschen über das Leben mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis

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Am 21.5.2022 um 19:41 schrieb cathia:

Hallo liebe Leidensgenossen,

 

Ich möchte mich nun mal vorstellen, ich habe schon viele Beiträge gelesen.

 

Ich habe eine erbliche „normale“ Schuppenflechteseit meiner Kindheit.

Früher auf dem Kopf, am Körper und an den Armen.

 

Als junge Erwachsene hatte ich einen heftigen Schub, mit ziemlicher Sicherheit stressbedingt.

Eine kompetente Ärztin für Naturheilkunde (eine Seltenheit) konnte mir damals helfen.

 

Die Säulen der Therapie waren:

 

  • Darmsanierung

Zunächst mit Prosymbioflor, dann Symbioflor 1, 2

  • Ernährung

Lebensmittel wie Schweinefleisch, Zucker und E-Stoffe/Konservierungsstoffe sowie helles Brot/Mehl wurden weggelassen.

  • Eigenblut

  • Symbioflorvaccine aus der Stechampulle (aus E.Coli, gibt es heutzutage nicht mehr),
    später Autovaccine aus dem körpereignen Stuhlgang hergestellt, intracutan

 

Das war damals ein super Erfolg! Ich konnte buchstäblich täglich zusehen wie die Pso verschwand. Die Ernährungsumstellung habe ich sehr streng gehandhabt, einfach war das nicht, zumal ich damals viel und gerne genascht habe.

 

Danach hatte ich mich einige Jahre ein Stück weit an die Nahrungsempfehlung gehalten, den Schuppenflechtentee von Maria Treben jahrelang getrunken. Außerdem hatte ich keinen Extremstress. Die Psoriasis war lange vollkommen verschwunden.

 

Dann ging es ganz böse los mit der Psoriasis Pustulosa an den Füßen. Mein Leben hat sich seither sehr verändert und mich anfangs völlig aus der Bahn geworfen.

 

Es begann mit kleinen Flecken/Blasen an den Seiten der Fußsohlen, die ich nicht weiter beachtet habe. Später bildeten sich Risse in der Mitte der einen Fußsohle und mehr Flecken und Rötungen an beiden Füßen. Darum habe ich mich auch nicht weiter gekümmert, hab ein bisschen Betaisadonna raufgeschmiert und gehofft es geht einfach wieder weg, der Hautarzt verordnete Psorcutan und UV Bestrahlung.

 

Dann gab wohl stressbedingt einen gewaltigen Schub „normaler“ Schuppenflechte am Kopf, Körper, Hände. Nun begannen die Füße erstmalig verrückt zu spielen.

An den Füßen bildeten sich vor allem am Hacken riesige eitrige Herde die über 1 cm tief waren und in wenigen Tagen zu Eiterseen zusammenliefen.

Die Eiterherde kündigten sich in der Tiefe an, man konnte die noch intakte Haut zentimetertief eindrücken, dort in der Tiefe waren regelrechte Löcher zu tasten, dann wanderte das nach außen und massenhaft entleerte sich Eiter, heilte nach einigen Tagen etwas ab um dann wieder erneut auszubrechen.

An Laufen war nicht zu denken, ich konnte nur unter großen Schmerzen zur Toilette humpeln, war praktisch bettlägerig.

Im Krankenhaus begann die typische Behandlung mit Kortisonsalben/cremes der Klasse 4 (z.B. Clobetasol), über Nacht okklusiv & Dithranol und Teersalben für den Körper & Creme PUVA-Bestrahlung Körper und Füße.

 

Am Körper und an den Händen hat sichs nach einigen Wochen tatsächlich wieder beruhigt. Doch an den Füßen blieb es.

 

Die Ärztin für Naturheilkunde von damals gabs nicht mehr und die,die ich später aufgesucht hatte, waren mit dieser massiven Krankheit überfordert bzw hatten einfach keine ausreichende Erfahrung und Kompetenz in Naturheilkunde. Eigenblut, Symbioflortropfen und Nosoden allein konnte nichts mehr ausrichten.
Mit Autovaccinen für die Injektion kannten sich die Ärzte die ich aufgesucht hatte nicht aus und in den Krankenhäusern braucht man da gar nicht fragen. Ich habe diesen Ansatz dann aufgegeben.

 

Ich bekam dann nach einiger Zeit erfolglose systemische Therapie(n), zuerst Fumaderm, dann Neotigason.

 

Zwischendurch hatte mir mein Hautarzt eine Kortisonstoßtherapie 50mg/Tag abwärts auf 0 verordnet. Die bewirkte, dass die Pusteln zunächst schlagartig weggingen. Dann kam der Reboundeffekt. Die Füße liefen zu mit Eiter, es gab nicht Pusteln, sondern die gesamten Fußsohlen wurden zu einzigen riesigen Eiterseen, ich war wieder im Bett gefesselt.

 

Ich war in den letzten Jahren immer mal wieder in verschiedenen Krankenhäusern. Mir gings körperlich eigentlich insgesamt immer schlechter und die Schübe wurden von leichtem Fieber begleitet. Da der Arzt mir keinen Rollstuhl verordnen wollte habe ich mir selber einen gebrauchten gekauft, das hat meinen Radius vergrößert, für die Wanne habe einen Sitz, das hilft enorm wenn ich nicht stehen kann.

 

Dann habe ich TCM probiert. Ich bekam chinesische Tees innerlich und äußerlich verschrieben sowie Akupunktur. Nach ca 10 Sitzungen waren die Füße kurz mal recht gut. Jedoch hatte ich am Ende einer Reihe von Akupunktursitzungen einen größeren roten Fleck am Bein. Dieser breitete sich schnell aus, ich kam ins Krankenhaus, Verdacht auf Wundrose, Antibiotika. Das wars dann mit der TCM.

 

Wahrscheinlich wars doch keine Wundrose, so sagte man mir im Krankenhaus, denn so richtig hohes Fieber hatte ich nicht, außerdem hatte ich die Rötung/Schwellung auf beiden Seiten. Ich bekam wieder UV Bestrahlung an den Füßen und Kortison. Die mögliche Wundrose war dann weg. An den Füßen: kein Erfolg. Es wurde nach Ursachen gesucht: HIV, Hepatitis MRSA Nasenhöhle, Zahnherde, Lungenherde, Gefäßleiden, Oberbauchsono. Nix. Aber hohe Entzündungswerte.
 

Nun bekam ich MTX Spritzen, zusammen mit den chinesischen Kräutertee. MTX wurde nach einigen Monaten vom Hautarzt abgesetzt, es war nicht die geringste Besserung zu verzeichnen.

Aber: die Leberwerte waren sehr hoch, Gamma GT um die 200, Transaminasen 3 x über normal. Obwohl MTX abgesetzt wurde und sofort auch die chinesischen Tees für die innere Anwendung stiegen die Werte weiter kontinuierlich an auf um die 700. Ich fühlte mich auch richtig krank.

Der Leberfacharzt vermutete eine untypische PBC oder PSC, eine Autoimmunerkrankung der Leber. Einen Zusammenhang mit MTX oder den chinesischen Heilkräutern sah er nicht.

 

Die Blutwerte wurden über die Monate ganz langsam besser und ich versuchte nun wieder was Neues. Ich besuchte einen Heiler und nahm auch eine längere Autofahrt in Kauf. Dort wurden meine Füße besprochen und er gab mir verschiedene Salben. Tatsächlich wurde es einige Wochen besser mit den Füßen. Dann blieb allerdings der Erfolg aus.
 

Nun wurde ich wieder stationär aufgenommen. Ich bekam wieder Kortisonsalben und Teersalben für den Körper, denn ich hatte schon wieder einen heftigen Schub, für die Füße Creme PUVA. Nachdem einige Routineuntersuchungen abgeschlossen waren erhielt ich Humiraspritzen, Eingangsdosis 80mg, danach die gängige Dosis von 40 mg, alle 2 Wochen.

Diese Spritzen haben erstmal geholfen, die Pusteln waren praktisch nach 2 Tagen weg. Ich konnte mich wieder viel besser bewegen. Die Wirkung hielt leider nur vier Tage da, kann kamen die Pusteln mit aller Macht wieder.

Nach ca 4 Monaten fingen die Fußsohlen an zu schwellen, wurden rot und rissen wieder ein was ich schon länger nicht mehr hatte, es breitete sich immer mehr am Vorderfuß und an den Zehen aus, die Zehennägel zerbröselten und fielen ab.

Und das auch während der pustelfreien Tage. Dazu kam, dass beide Beine außen flächig feuerrot wurden. Diese flächige Rötung wanderte beidseitig immer höher bis zu den Knien. Ich hatte furchtbaren Juckreiz, hätte mir die Haut abziehen mögen.

Die Ärzte wollten zunächst noch MTX dazu spritzen und bei Nichterfolg die Therapie auf Stellara umstellen.
Auf gar keinen Fall würde ich je wieder MTX spritzen.

Ich fühlte mich krank und schwach, hatte abends permanent leichtes Fieber. Die Blutwerte waren zum Teil nicht gut. Da war ja noch diese Leber/Gallengeschichte. Und trotzdem hätten die Ärzte weitergemacht mit den Biologika und MTX.
Ich wollte das alles nicht mehr und habe Humira abgesetzt. Schnauze voll von all dem Zeug.

 

Es folgten Versuche mit Cucurminkapseln, Weihrauchkapseln. Ich lebte eine Zeitlang glutenfrei, laktosefrei, alles ohne Erfolg.

 

Mittlerweile hatte ich ein Bett im Immanuel Krankenhaus (Naturheilkunde) ergattert.
Ich hörte sogar auf zu rauchen, was nebenbei bemerkt nichts gebracht hat.

3 x täglich Leinöl, Kräutertees Mischung nach Belieben, fasten wollte ich nicht stattdessen gab es eine Kartoffel-Reis Diät. Es gab Bewegungskurse, Entspannungskurse, Malkurs und als Hauptanwendung die Kältekammer, zweimal am Tag. Vitamin C Infusionen, Fußbäder. Es half alles nichts. Es ging mir immer schlechter statt besser. Die Schuppenflechte am Körper wurde durch die Kälte noch schlimmer, an den Füßen gabs keine Änderung außer dass sie noch mehr schmerzten und ich fast nur noch im Rollstuhl saß. Durch diese Diät bekam ich hellen Stuhlgang. Ich brauchte ständig Schmerzmittel. Zum Ende hin hatte ich wieder Fieberschübe. Auch die Ärzte dort bedauerten, dass sie mir nicht helfen konnten. Zum Schluss bekam noch ein paar Mal die große Eigenblutbehandlung mit 50 ml Blut das über UV Licht in den Körper zurückgeleitet wird. Ich hoffte dass dies helfen könnte aber nach gut 2 Wochen wird man dort entlassen und was anderes fiel ihnen auch nicht ein.
 

Als ich aus dem Krankenhaus kam war ich gesundheitlich am Boden, ich sah krank aus, hatte immer dieses Fieber und war wieder sehr geschwächt.

Ich suchte mir dann eine Heilpraktikerin die die große Eigenbluttherapie weiterführen sollte. Die Dame hat dies technisch leider nicht hinbekommen und so bekam ich einige Sitzungen kleine Eigenbluttherapie (UV bestrahlt) und ein paar homöopathische Ampullen gespritzt.

Es hat nicht geholfen aber sie hatte mir nach einer (höchst umstrittenen) Haarprobenanylyse Vitamine und Mineralstoffe verordnet und das z.T. hochdosiert. Und das half tatsächlich ein gutes Stück weit. Obwohl ich das nicht gedacht hätte. Die Beine schwollen ab!, aber die Pusteln waren noch da, wurden etwas weniger groß, ich fühlte mich insgesamt aber wieder normal, das Krankheitsgefühl und die Fieberschübe waren weg, ich nahm wieder zu.

 

Im Prinzip bewirkte diese Behandlung dass ich keinen Rollstuhl mehr brauchte und mich zumindest eine Weile bewegen konnte. Die Besserung gelang aber nur bis zu einem gewissen Grad. Die Pusteln waren immer noch da. Ich nahm noch eine zeitlang Vitamine und Mineralstoffe, hatte aber das Gefühl es bringt nichts mehr und habe es abgesetzt.

 

Eine zeitlang habe ich verschiedene Aromaöle probiert. Einige sind hilfreich wie Sandelöl, Kamillenöl, Lavendelöl, Teebaumöl. Ich habe noch andere ausprobiert, aber so richtig halfen sie nicht. Jedenfalls nicht gegen die Pusteln.

 

Die Krankheit hat sich über die Jahre verändert, es hat sich mittlerweile auf die gesamten Fußflächen ausgebreitet, inklusive der Zehen und Nägel. Die Pusteln sind geblieben, die Schübe kommen alle paar Tage, vielleicht bis auf sehr wenige Ausnahmen. Unter den gesamten Zehennägeln bilden sich regelmäßig Pusteln. Die Pusteln an den Füßen sind allerdings viel kleiner geworden, mit Ausnahmen am Hacken wenn ich nicht total hinterher bin.

Eine Hand ist mittlerweile auch heftig betroffen.

 

Heutzutage kann ich im großen und ganzen trotzdem ein halbwegs normales Leben führen wenn auch mit vergleichsweise großen Einschränkungen. Das liegt nicht daran dass die Krankheit besser geworden wäre sondern an der wirksameren (eigen) Behandlung. Biologika will ich nicht mehr.

Ich brauche keinen Rollstuhl mehr, kann meinen Alltag bestehen, ich kann laufen meist ohne große Schmerzen. Allerdings nicht länger als vielleicht eine Stunde. Mit der Hand gibt es natürlich Einschränkungen wie zB. heben, ziehen, drücken, saubermachen.

 

Meine wichtigsten Entdeckungen waren und dabei bin ich geblieben
 

1) die Anwendung von Wasserstoffperoxid (H2O2).

In einem 10ml Gläschen mische ich 2-3 ml Wasser mit 12 Tropfen H2O2 3% & als Wirkungsverstärker 6 Tropfen DSMO pur und gebe dies mit einem Wattestäbchen gezielt nur auf die Pusteln. Desinfiziert und trocknet die Pusteln aus. Kann aber nicht zu oft auf einer Stelle angewendet werden wegen Hautläsionen. Vielleicht 1 bis 2 Tage lang morgens und abends, bei zarter Haut entstehen schnell Läsionen/Risse und an diesen Stellen verwende ich es selten oder gar nicht.

2) Tannosynt Creme: nur die Pusteln per Wattestäbchen gezielt bestreichen, es taugt nicht oder nur mit größter Vorsicht für zarte Haut wie Zehen oder zarte Flächen in der Hand oder auf Rissen da es sehr stark wirkt und zu kraterartigen Rissen und offenen blutigen Stellen führt. An der festeren Haut der Fußsohle ist das nicht passiert. Es wirkt stark austrocknend und entzündungshemmend, ersetzt zum Teil das Wasserstoffgemisch wenn die Pusteln klein sind.

Tannosynt Fuss/Handbad wirkt regelmässig angewendet recht gut bei mir und vermindert die Pustelbildung, die Creme ist aber viel stärker in der Wirkung.

 

3) Eichenrinde Fuss/handbad (1-2 mal die Woche, im Wechsel mit Tannosynt Bad):
2 Esslöffel im 1 L Wasser 15 Min. kochen, abkühlen, etwas mit Wasser verdünnen und 20 Minuten baden. Es hat eine sehr stark austrocknende, abschwellende, zusammenziehende und desinfizierende Wirkung. Regelmässig verwendet verdickt sich die Haut ledrig durch den starken Gerbstoffgehalt. Dieser Effekt ist sehr hilfreich da dies die Schmerzen beim gehen/stehen erheblich vermindert. Der Effekt verschwindet allerdings nach einigen Tagen ohne Eichenrindenbäder wieder.

Anfangs habe ich diese Dosis nicht vertragen, da die Haut zu stark entzündet war und zu dünn und rissig. Ganz langsam von ½ Teelöffel/L habe ich angefangen die Haut daran zu gewöhnen.

Risse musste ich mit Vaseline oder einer anderen fetten Salbe/Creme vorher abdecken damit es durch das starke austrocknen nicht zu tieferen Rissen kommt.

 

Nach den Bädern muss alles eine Weile knochentrocken bleiben und es wird mit 1) oder/und 2) getupft. Wenn alles eingezogen ist kann die Pflege kommen.
Fette Cremes und Salben befördern die Pustelbildung aber andererseits benötigt die restliche Haut Pflege oder Behandlung. Ich versuche diese so gut es geht auszusparen.

 

Wenn an der Fußsohle, gerne am Hacken eine Pustel trotz allem größer werden will wird diese sofort nach dem Bemerken desinfiziert, mit einer Einmalkanüle aufgepiekt und der Eiter soweit möglich vollkommen ausgequetscht. Danach 1) und 2) auftragen. Man hat gute Chancen dass die Pustel dann eingeht wenn der gesamte Eiter raus ist.

 

 

Ich habe meine Ernährung seit 2 Jahren weitestgehend umgestellt wie z.B. bei den Ernährungsdocs empfohlen. Vielleicht nicht konsequent genug. Jedenfalls kommen die Pusteln trotzdem immer wieder. Aber die normale Schuppenflechte ist weg.

Stress: auf jeden Fall ein gewichtiger wenn nicht auslösender Faktor.

 

Ab und zu benutze ich Enstillar, es ist ganz brauchbar aber es befeuert auf Dauer die Pusteln. Ebenso wie Daivobet. Ausserdem ist Kortison keine Lösung.

Recht brauchbar ist Daivonex ohne Kortison, 1-3 mal die Woche in Anwendung . Dennoch, auf Dauer befeuert es auch die Pustelbildung und ich setze es einige Zeit aus.

Zur Pflege nehme ich sonst Niveacreme oder Excipial Lotion oder eine Salzcreme.

 

Hilfsmittel

 

Hand: Fahrradhandschuhe, innen abgepolstert mit weichen Kompressen

 

Füsse:

per Hilfsmittelrezept vom Orthopäden trage ich jetzt Weichschaumeinlagen (eine große Hilfe). Der Hautarzt hat sich geweigert ein Rezept auszustellen. Es stand eine orthopädische Diagnose auf dem Hilfsmittelrezept aber dies ist nicht so wichtig da der Orthopädieschuhmacher die Einlagen individuell anpasst bis es bequem ist.
Man braucht vorher Schuhe für Einlagen (z.B. FinnComfort), für den Sommer: Sandalen mit Polsterung von Dansko
Verbandsschuhe/sandalen: z.B. von Varomed, im schlimmsten Fall, bei großen Schmerzen und wenn keine anderen Schuhe mehr passen (was schon lange nicht mehr der Fall war).

Viele Grüße

Cathia

Vielen lieben Dank für Ihren ausführlichen Erfahrungsbericht. Es hat mir geholfen, die Lage besser einzuschätzen, in der ich mich befinde. Besonders hilfreich die Tipps für die Füße und das Schuhwerk.

Ich hoffe sehr, das es Ihnen kontinuierlich besser geht. Alles Gute 🍀 

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Hallo Cathia,

gerade habe ich Deinen Bericht gelesen. Was für eine Leiden- und Lebensgeschichte! Deine Wiedergabe ist ohne wenn und aber und auf den Punkt dargestellt. Auffällig war für mich , daß Vitamine und Minerale Dir zumindest eine Zeit geholfen haben, mit der schlimmsten Art der PSO zurecht zu kommen. Da wäre auch die Hautklinik in Leutenberg ein Stück Deines Lebens gut mit dabei gewesen, aber ich hatte  dort nie Patienten mit dem Ausmaß Deiner PSO kennengelernt. Alle Achtung, daß Du so eine Kämpfernatur bist! Ich wünsche Dir alles Gute. LG Waldfee

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Am 21.5.2022 um 19:41 schrieb cathia:

Die Krankheit hat sich über die Jahre verändert, es hat sich mittlerweile auf die gesamten Fußflächen ausgebreitet, inklusive der Zehen und Nägel. Die Pusteln sind geblieben, die Schübe kommen alle paar Tage, vielleicht bis auf sehr wenige Ausnahmen. Unter den gesamten Zehennägeln bilden sich regelmäßig Pusteln. Die Pusteln an den Füßen sind allerdings viel kleiner geworden, mit Ausnahmen am Hacken wenn ich nicht total hinterher bin.

Eine Hand ist mittlerweile auch heftig betroffen.

Heutzutage kann ich im großen und ganzen trotzdem ein halbwegs normales Leben führen wenn auch mit vergleichsweise großen Einschränkungen. Das liegt nicht daran dass die Krankheit besser geworden wäre sondern an der wirksameren (eigen) Behandlung. Biologika will ich nicht mehr.

Ich brauche keinen Rollstuhl mehr, kann meinen Alltag bestehen, ich kann laufen meist ohne große Schmerzen. Allerdings nicht länger als vielleicht eine Stunde. Mit der Hand gibt es natürlich Einschränkungen wie zB. heben, ziehen, drücken, saubermachen.

Liebe @cathia,

auch ich bin leider erst heute auf Deinen Beitrag aufmerksam geworden. Es tut mir ehrlich leid zu lesen, was Du bislang alles mitmachen musstest, wahrlich eine Odyssee 😩😢! ! Gruselig!

Bei mir wurde vor 3 Jahren eine schwere Psoriasis Pustulosa Palmoplantaris per Biopsie diagnostiziert. (Meine beiden Hände und beide Füße sind davon betroffen.) Insofern erkannte ich mich an vielen Stellen Deines langen Berichts dann auch selbst wieder.

Im Unterschied zu Dir hatte ich offenbar riesiges Glück, dass ich von Anfang an mit den richtigen Medikamenten und sehr gezielt vs. meiner schweren PPP behandelt wurde und daher die von Dir geschilderten Ausmaße der Krankheit bis hin zum Rollstuhl gottlob so nie kennenlernen musste.
Mir scheint dabei, ohne hier naseweis klingen zu wollen, es wurde mit MTX und Humira regelrecht an Dir herumexperimentiert und dabei das gezielt versus der Pustulosa passende Medikament aber leider nie gesucht bzw. eingesetzt 🙃😭?!
Und ich denke mal, dadurch hat sich leider auch so manches extrem verschlimmert und letztlich der Erfolg dann nie eingestellt. 

Als Leidensgenossin möchte ich Dir daher heute gerne zurufen:

bitte lass den Zustand Deiner Pustulosa dennoch nicht so wie er ist!
Die Medizin des 21. Jahrhunderts ist heute zum Glück weit fortgeschritten, das kann und auch darf man sich zu Nutze machen! 

Ich werde seit nunmehr 2 Jahren mit Guselkumab / Handelsname Tremfya therapiert, einem Biologikum der allerneuesten Generation auf Basis eines monoklonalen Antikörpers vs. das Interleukin 23, was nach einer längeren Phase der Geduld fantastische Ergebnisse erzielt hat.

Meine Hände sind heute erscheinungsfrei und meine Füße und Fußsohlen im Vgl. zu früher nur noch minimal von Hautrötungen und manchmal noch schuppender Haut betroffen. (Dagegen setze ich parallel zu Tremfya noch eine Kombi aus Karison-Creme und Fuccidine-Creme ein.)

Und kaum zu glauben, aber wahr: die Therapie mit Guselkumab ist dabei ohne irgendwelche Nebenwirkungen (bei ca. 95% der Patienten)!

Das „einzige“ was man letztlich dafür braucht - neben einem kundigen Dermatologen der sich mit der Pustulosa und zudem auch mit den neuen(!) Biologicals gut auskennt - ist wie gesagt viel Geduld, bis der Interleukin 23 -Hemmer dann mal bei den Füßen angekommen ist und seine Wirkung voll entfaltet. (Bei den Händen geht’s jedoch deutlich schneller.) 

Vielleicht machst Du Dich im redaktionellen Teil dieses PSO-Netzes mal über Guselkumab / Tremfya kundig?

(Auch im Vgl. zu Humira, ein lediglich TNF-A-Blocker, der evtl. gegen PSA und gegen PSO hilft, gegen die Pustulosa aber leider überhaupt nicht geeignet ist.) 

Zwischen Humira und Tremfya liegen tatsächlich Welten! Allein schon, was die Generation dieser zwei Biologika angeht!

Lange Rede, kurzer Sinn:

Du schaffst das auch 🍀🍀! Lass Dir bitte helfen, mit einem Biologikum der neuesten Generation! Dann hat hoffnungsfroh das völlig unnötige Leiden auch für Dich bald ein Ende! 

P.S.: was den kundigen Dermatologen oder ggf. eine Uni-Klinik mit PSO-Sprechstunde nahe zu Deinem Wohnort anbelangt: evtl. findest Du dazu hier im Forum ja bereits die passende Adresse? 

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig Mut machen. Alles Gute für Dich! Und solltest Du irgendwelche Fragen haben, frag bitte einfach drauflos!

gLG, 🌻🙋🏻‍♀️ Christiane 

Edited by C.T.H.
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Evtl. antwortet hier ja noch jemand aus Berlin? Die Charite müsste doch eine Hautambulanz haben, die sind meist offener für Biologika Therapien, so meine Erfahrung. Außerdem sind sie immer auf dem neuesten Stand.

Naturmedizin o.Ä. sind ergänzend eine zeitlang, meist eher am Anfang, ganz OK, aber schwere Verläufe vertraue ich nur einem Schulmediziner an. Meist ist die Behandlung beim Heilpratiker oder in Selbsthterapie eher vertane Zeit, meine Erfahrung. Zur Reha wäre sicher auch ein guter Weg gewesen.

Viel Erfolg und lass Dich nicht unterkriegen.

Lg. Lupinchen

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  • 2 months later...
Am 21.5.2022 um 19:41 schrieb cathia:

Füße: per Hilfsmittelrezept vom Orthopäden trage ich jetzt Weichschaumeinlagen (eine große Hilfe). Der Hautarzt hat sich geweigert ein Rezept auszustellen. Es stand eine orthopädische Diagnose auf dem Hilfsmittelrezept aber dies ist nicht so wichtig da der Orthopädieschuhmacher die Einlagen individuell anpasst bis es bequem ist.
Man braucht vorher Schuhe für Einlagen (z.B. FinnComfort), für den Sommer: Sandalen mit Polsterung von Dansko
Verbandsschuhe/sandalen: z.B. von Varomed, im schlimmsten Fall, bei großen Schmerzen und wenn keine anderen Schuhe mehr passen (was schon lange nicht mehr der Fall war).

Danke @cathia für Deinen ausführlichen Bericht!!!

Bei mir wurde vor 40J bei pustulöser, erythematöser Pso, Vorort im Krkhs folgendermaßen therapiert:

1-2 Schwelfelbäder vorneweg

tägliche PUVA (Meladinin-Lösung im Vollbad + UVA), Salivaseline

Nach 3 Monaten Therapie sah ich dann wieder so gut aus, wie ich heute (aber heute nur noch Pso) aussehe, wenn ich mich um einen Platz in der Klinik kümmere.

Aber damals fühlte ich mich gerettet und umarmte die Welt.

Deine Tipps mit den Schuhen, werde ich an meine 80jährige Schwester weitergeben. Ihr geht es zZ sehr schlecht, sie verlässt das Haus nicht mehr.

Mein Hilfsmittelrezept für orthopädische Einlagen hatte ich von meinem Hausarzt bekommen; er arbeitete mit dem orthopädischen Schuhmacher zusammen, wegen einer exakten Diagnose. Später hat der Orthopäde die Behandlung übernommen.

LG Burg

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Am 21.7.2022 um 02:56 schrieb C.T.H.:

Ich werde seit nunmehr 2 Jahren mit Guselkumab / Handelsname Tremfya therapiert, einem Biologikum der allerneuesten Generation auf Basis eines monoklonalen Antikörpers vs. das Interleukin 23, was nach einer längeren Phase der Geduld fantastische Ergebnisse erzielt hat.

 

Am 21.7.2022 um 02:56 schrieb C.T.H.:

Meine Hände sind heute erscheinungsfrei und meine Füße und Fußsohlen im Vgl. zu früher nur noch minimal von Hautrötungen und manchmal noch schuppender Haut betroffen. (Dagegen setze ich parallel zu Tremfya noch eine Kombi aus Karison-Creme und Fuccidine-Creme ein.)

Danke @C.T.H. für Deine Therapieangaben!

Mit den neuen Medikamenten hat es wirklich einen Sprung von vorne in der PSO-Therapie gegeben.

Meiner Schwester, 80J tut man immer noch MTX an und was ich hier gelesen habe, scheint das wohl nicht so gut bei Pusteln zu wirken. Sie hat seit 4J leichtes Fieber. Sie fühlt sich von den Ärzten nicht für voll genommen, obwohl sie die Uni-Klinik Ulm direkt gegenüber hat.

Ich werde ihr mal von Deiner Therapie berichten, obwohl ich schon jetzt weiß, dass meine Schwester beklagen wird, dass man ihr den monoklonalen Antikörper gegen IL23 nicht geben wird. 

Weißt Du einen Weg, wie sie am Besten da vorgehen soll?

Ich danke Dir schon mal vorab.

LG Burg

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vor 4 Stunden schrieb Burg:

Meiner Schwester, 80J tut man immer noch MTX an und was ich hier gelesen habe, scheint das wohl nicht so gut bei Pusteln zu wirken. Sie hat seit 4J leichtes Fieber. Sie fühlt sich von den Ärzten nicht für voll genommen, obwohl sie die Uni-Klinik Ulm direkt gegenüber hat.

Ich werde ihr mal von Deiner Therapie berichten, obwohl ich schon jetzt weiß, dass meine Schwester beklagen wird, dass man ihr den monoklonalen Antikörper gegen IL23 nicht geben wird. 

Weißt Du einen Weg, wie sie am Besten da vorgehen soll?

Hallo @Burg,

der Dreh-und Angelpunkt ist für Deine Schwester sicher zunächst mal, für sich den fachkundigen Dermatologen als ihren Vertrauensarzt zu finden, der in seinem Portfolio und Leistungsspektrum die PSORIASIS selbst als auch z.B. generell Autoimmunerkrankungen mit auflistet - und sich daher hoffentlich auch gut mit Biologicals auskennt, als den hier passenden wie zudem auch den richtigen Therapieansatz versus der Pustulosa.

Außer mit Tremfya (wie bei mir) könnte man es ggf. zunächst auch mit Cosentyx versuchen, als IL 17/ IL 23 - Hemmer, da dies ein sog. First-Line Biological ist, will heißen in der Verordnung für den Arzt einfacher und problemloser. Es sollte dann weniger ein Problem sein, diese Therapie relativ zügig zu erhalten! 

(Mehr als diese 2 Varianten gibt es leider noch nicht gegen die Pustulosa Palmoplantaris, da eine wenig verbreitete Sonderform der PSO.) (Was aber bitte noch lange nicht heißt, dass MTX im Gießkannenprinzip eingesetzt, stattdessen auch gegen die PPP helfen würde 🙃🤦‍♀️.)

Was den kundigen und guten Dermatologen angeht, den ich mir unbedingt und ganz schnell suchen würde:

in die Uniklinik Ulm ginge ich da schon deswegen nicht, da sie dort offensichtlich keine eigene PSO-Sprechstunde und auch sonst überhaupt keine allg. Sprechzeiten für Patienten anbieten bzw. haben. 

Hingegen würde ich es aber evtl. mal bei dieser Praxis probieren:

https://www.praxis-dr-tuemmers.de/leistungsspektrum/

https://www.praxis-dr-tuemmers.de/praxis/

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen . und alles Gute für Deine Schwester 🍀. LG 🙋🏻‍♀️ Christiane 


P.S.: 
Sollte die Praxis ggf. nichts sein, dann bitte einfach mal hier im Forum über die Lupe oben rechts nach „Hautarzt Ulm“ suchen, nach Datum sortieren oder aber die Ärze-Tipps vom HELFERLEIN mal näher studieren, ob da ggf. eine Adresse in der Nähe auch in Frage käme. 

Edited by C.T.H.
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