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Krankenkassen-Reform_2026 in der Planung


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Geschrieben
Am 23.4.2026 um 17:11 schrieb Tenorsaxofon:

Ich meine, dass sie auch eine der ersten Versicherer war, die z.B. Zusatzversicherung für Zahnbehandlung über TK angeboten hat. 

 

Das ist richtig.

Zur Praxisgebühr 

Die Praxisgebühr wurde 2004 nicht eingeführt, um zusätzliche Einnahme zu generieren, sondern vor allem, um die Anzahl der unnötigen Arztbesuche zu verringern. Die erhoffte Steuerungswirkung blieb aus, der zusätzliche Bürokratieaufwand verärgerte die Ärzte, und die Verwaltung der 10-Euro-Gebühr verursachte erhebliche Kosten, die auf rund 330 Millionen Euro geschätzt wurden.

Zu den Medikamenten-Preise

In Frankreich wird ein Sondersteuersatz von 2,1 %, auf Medikamente, die von der Sozialversicherung rückerstattet werden, erhoben. (Normalsteuersatz 20 %) Nicht erstattungsfähige Arzneimittel werden mit 10 % besteuert. 

Kurz nach seiner Wahl zum US-Präsidenten hat Trump die unausgeglichene Handelsbilanz der USA mit der EU/Deutschland kritisiert und drohte mit erhöhten Einfuhrzöllen - auch auf Medikamente in die USA. Trump drängte darauf, dass Patienten und Krankenkassen in Europa mehr für Arzneien ausgeben – damit die USA weniger zahlen müssen. Der Druck wirkte offenbar: Die Preise sollen 2026 steigen.

Mehr Hintergrundinformationen gibt es hier https://www.swissinfo.ch/ger/zugang-zu-medikamenten/nach-druck-der-us-regierung-arzneimittelhersteller-überdenken-ihre-europa-strategie/91167767?nab=0

Die TK hat in einer Pressemitteilung auf das 

“Milli­ar­den-Einspar­po­ten­zial bei Arznei­mit­teln durch Anpas­sung an inter­na­tio­nale Preise”

aufmerksam gemacht. https://www.tk.de/presse/themen/arzneimittel/milliarden-einsparpotenzial-bei-arzneimitteln-2210942

Unsere Bundesregierung vermittelt uns, durch weitere, unsinnige Maßnahmen - siehe Entlastungsversuch bei den Spritpreisen - mit ihren angedachten Reformen unser Sozialsystem stabilisieren zu wollen, allerdings durch Mehrbelastung der Beitragszahler.

Ob es die exorbitant gestiegenen Spritpreise oder Medikamentenpreise sind, auf die Mehreinnahmen durch die darauf erhobene MwSt. möchte unser Finanzminister nicht verzichten.

winkewinke

Jella

 

  • + 2

Neu hier? Ein guter Start.

Du liest gerade eine Diskussion von Betroffenen. Das kann anfangs überfordern – jeder Verlauf ist anders.

Als Gast liest du mit. Als Mitglied fragst und antwortest du.

Deine Wegweiser:

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Geschrieben

Einer Erhebung der OECD zufolge gehen Deutsche im Vergleich mit anderen EU-Bürgern wesentlich häufiger zum Arzt, mit 9,6 Arztkonsultationen nimmt Deutschland im Ranking eine Spitzenposition ein. Eine große Mehrheit der Europäer sucht vier bis acht mal pro Jahr einen Arzt auf.

Die erhoffte Steuerungswirkung der Praxisgebühr blieb aus, denn die Ursachen für diese häufigen Arztbesuche sind auch in unserem System zu finden, bspw. durch die niedrigen Zugangsschwellen für Arztbesuche.

In den skandinavischen Ländern, die am Ende des Rankings liegen, sind es die Hausärzte, die entscheiden, ob ein Facharzt-Besuch notwendig ist. In Schweden oder Frankreich ist zudem für jeden einzelnen Arztbesuch grundsätzlich eine Gebühr zu entrichten.

Ein weiterer Grund könnte auch im deutschen Abrechnungssystem liegen. Die bestehende Gebührenordnung honoriert eine einzelne Arztkonsultation nicht sehr üppig, vor allem bei Kassenpatienten. Daher werden häufig mehrere Folgekonsultationen in kurzem Abstand terminlich vereinbart, die eventuell nicht immer zwingend nötig sind aus medizinischer Sicht, aber die quartalsweise erfolgte Abrechnung erhöhen.   

https://www.krankenkasseninfo.de/ratgeber/nachrichten/jaehrliche-arztbesuche-deutsche-in-der-eu-mit-an-der-spitze-62306.html?srsltid=AfmBOoo_WWVpeLAth7jwQ-iTFS83H5xsEfVyXY_dbLO1OjOCzQt0Dr2Y

Allerdings ist auch das schwedische Gesundheitssystem überwiegend steuerfinanziert (ca. 71–90%). Patienten zahlen zwar für jeden Arztbesuch eine vom Aufwand abhängigen Eigenanteil von mindestens 200 SEK (ca. 20 EUR), die Ausgaben sind nach oben hin aber gedeckelt. Sobald ein Betrag von 1.200 Kronen (ca. 104 Euro) erreicht ist, sind weitere Behandlungen für den Rest des laufenden Kalenderjahres kostenfrei. Ein Limit gibt es auch für die Eigenbeteiligung an rezeptpflichtigen Medikamenten, dieses liegt seit dem 1. Januar 2024 bei 2.850 Kronen (ca. 248 Euro) im Jahr.

Analog zu unseren Hausärzten gibt es in Schweden die Vårdcentralen (Gesundheitszentren), es sind die primären Anlaufstellen für alle nicht-notfallmäßigen medizinischen Anliegen. Neben den Hausärzten sind dort auch Krankenschwestern, Therapeuten usw. tätig.

Die schwedische Krankenschwester verfügt über mehr Kompetenzen, als diejenigen hierzulande. Sie entscheidet, ob der Patient zum Arzt vorgelassen wird oder eben nicht.

Die schwedische Presse berichtete, zumindest bis 2017 habe ich Artikel über Fehlentscheidungen bzw. Fehlbehandlungen verfolgen können, und ich habe in Gesprächen mit Betroffenen über die Konsequenzen von langen Wartezeiten für Operationen erfahren. Adhoc fallen mir einige Beispiele ein.

Eine Frau klagte über starkes Unwohlsein und teilte den Ärzten im Krankenhaus mit, dass sie die Ursache in dem Verzehr von einem giftigen Pilz vermutete. Nach mehreren erfolglosen Behandlungsversuchen (wogegen auch immer) und der zunehmenden Verschlechterung ihres Gesundheitszustands wurde sie schließlich nach einigen Tagen in ein KH in Göteborg überwiesen.

Ein Mittdreißiger wählte die Notrufnummer und bat nach Schilderung seiner Beschwerden um die Hilfe eines Notarztes. Eine Krankenschwester entschied via Telefon, dass das nicht nötig sei. Einen Tag später wurde der Mann tot in seiner Wohnung aufgefunden.

Ein Verwandter unserer schwedischen Bekannten musste dringend am Herzen operiert werden, weil es keine OP-Termine in KH in der näheren Umgebung gab, konnten unsere Bekannten ihn in einem 200 km entfernten KH unterbringen.

Neben den bereits genannten Ursachen, die bei uns die Kosten im Gesundheitswesen explodieren lassen, ist es die Unart mancher Zeitgenossen, die Notaufnahme unserer KH wegen einer Schnittverletzung des Fingers oder einer sich anbahnenden Erkältung an 7 Tagen in der Woche aufzusuchen. 😞

Hinzu kommt die zunehmende Gewalt gegenüber dem Krankenhauspersonal, so dass Kosten für Schulungen des Personals oder für die Beauftragung eines Sicherheitsdienstes zu Buche schlagen.

Nun die Frage: Wollen wir eine Gesundheitsreform ala Skandinavien oder Frankreich? Oder wollen wir weiterhin an unserer Zweiklassen-Versorgung festhalten und entscheiden können, wann, wie oft und weswegen auch immer wir uneingeschränkt einen Arzt konsultieren oder die Notaufnahme eines KH uneingeschränkt aufsuchen können.....wobei es auch bei uns lange Wartezeiten für Fachärzte gibt?

winkewinke 

Jella

 

 

 

  • + 1
Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Jella:

Ob es die exorbitant gestiegenen Spritpreise oder Medikamentenpreise sind, auf die Mehreinnahmen durch die darauf erhobene MwSt. möchte unser Finanzminister nicht verzichten.

Damit er noch mehr ins Ausland geben kann. Ich nenne es Leute verar..... . Wo sind die 500Mrd. geblieben?

Bei den Medikamenten war es schon vor vielen Jahren so, dass , man staune, ein in Deutschland hergestelltes Medikament im Ausland deutlich günstiger war. Auch der schmarrn mit dem Reimport ist da ein zu ordnen. Wie kann ein Medikament welches in D hergestellt und dann z.B. nach Portugal transportiert wird um anschließend wieder nach D geliefert wird dadurch billiger sein. 

Warum muss man als chronisch Kranker jedes Quartal Überweisungen für den Facharzt besorgen. Genauso ist es doch mit Dauermedikamenten, wie z.B. Schilddrüsenmedis. Sind meiner Meinung nach unnötige Kosten.

Gruss Anne

Geschrieben

Oh..so grundlegende Fragen stehen gar nicht auf der Reformliste?!

Warum schauen wir immer zu Anderen? 

Wir wollen überall Weltmarktführer sein, also warum nicht mal Sozial?

Das ganze System ist doch völlig bürokratisch und unflexibel! 

Noch mehr Regeln? Also Primärarzt ist super. Ist doch schon so? 

Für jeden Facharzt braucht man eine Überweisung! Daran verdienen die Hausärzte gut. Und die Fachärzte noch mehr. Am Besten noch mit Dringlichkeit...das ist dann der Freibrief...zum Gelddrucken.

Und wer etwas Ernstes hat...soll bitte in eine Notaufnahme gehen!

Dafür sind die doch da?!

Ach...dort sitzen auch Arbeitsunfälle mit Schnittwunden im Finger...weil es Vorschrift ist! Jeder Arbeitgeber muss so handeln!

VG

Oli

Geschrieben
vor 11 Minuten schrieb Tenorsaxofon:

Damit er noch mehr ins Ausland geben kann. Ich nenne es Leute verar..... . Wo sind die 500Mrd. geblieben?

Bei den Medikamenten war es schon vor vielen Jahren so, dass , man staune, ein in Deutschland hergestelltes Medikament im Ausland deutlich günstiger war. Auch der schmarrn mit dem Reimport ist da ein zu ordnen. Wie kann ein Medikament welches in D hergestellt und dann z.B. nach Portugal transportiert wird um anschließend wieder nach D geliefert wird dadurch billiger sein. 

Warum muss man als chronisch Kranker jedes Quartal Überweisungen für den Facharzt besorgen. Genauso ist es doch mit Dauermedikamenten, wie z.B. Schilddrüsenmedis. Sind meiner Meinung nach unnötige Kosten.

Gruss Anne

Genau.

Auch die Apotheken mischen gut mit, Nach dem preiswertesten Mwdikament muss man fragen und nachhaken. 

Warum?

Und wer macht das, wenn es ein Kassenrezept ist?!

Niemand.

Das treibt die Kosten immer höher. 

VG

Oli

Geschrieben

Ich habe eine große Hausarztpraxis mit mehreren Ärzten in der Nähe und bin dort bei einer Ärztin. Mein Mann und ich gehen zuerst dorthin und dort wird auch entschieden,  meist ist es schon klar wg. der Vorbehandlungen, überwiesen an unsere  Fachärzte. Ausnahmen gab und gibt es ja für einige Fachrichtungen. Die dafür erforderlichen Überweisungen zum MRT o.Ä. stellt man dort aus. Zuletzt hat man noch am selben Tag für ihn einen bekomen. Ein Glücksfall. Somit braucht man nicht erst zum Orthopäden, der dann sowieso nichts macht, sodern auch ein MRT fordert. Vorteil: unsere Ärzte bekommen sie dort auch, meistens, die Arztberichte. Ich bin mit einigen Erkrankungen,  da ist die Überweisung obligatorisch, in einer Uniklnik in Behandung.  Ich bestelle  sie  online wie Rezepte auch. Falls etwas unklar ist, rufen sie an. Termine mache ich grundsätzlich online. Man muss aber immer noch seine Karte einlesen lassen am  Quartalsbeginn. Ich hoffe dass das bald entfällt. Als chronisch Kranker ist man also zumindest 1x im Quartal dort. Ich benötige zudem monatliche Injektionen. 

Dort in der Nähe ist auch die Bereitsschaftspraxis, ab 19:00 -21:00, Mi. sogar ab 16:00 und am WE 9:00-21:00. Daneben liegt auch unser Krankenhaus. Diese Praxis haben wir schon genutzt, leider werden einige Beschwerden grundsätzlich am WE schlechter🤪 Dort würde man aber, falls nötig, in die Ambulanz des KH überstellt. Ist alles echt gut zu err. und für uns beruhigend.

Ich denke in der Stadt ist man in D. gut versorgt. Das die Medis in D. schon immer teuer waren, ist auch nichts Neues. Ich maße mir nicht an zu wissen was für alle und jeden immer zur Verfügung stehen soll/muss und wo es Kürzungen geben soll. Mich wundert nur immer das die Kosten gerade im KH immer wieder steigen und viele in den Miesen stehen. Es gibt auch Beispiele hier in D. wo KH  kostendeckend arbeiten. Nur in D.  lernt man weder von anderen, sprich Vernetzung, oder übenimmt die guten Beispiele vom europäischen Ausland. Ist in anderen Bereichen immer so, bloß nicht von anderen etwas lernen. Es ko..... mich so an. Unfähige Minister hatten wir schon viele, kommen und gehen. Und die AfD wird es nicht beser hinbekommen. Deren Programme sind echte Horrorlektüre.

Lg. Lupinchen

Geschrieben (bearbeitet)
vor 42 Minuten schrieb oli0911:

Genau.

Auch die Apotheken mischen gut mit, Nach dem preiswertesten Mwdikament muss man fragen und nachhaken. 

Warum?

Und wer macht das, wenn es ein Kassenrezept ist?!

Niemand.

Das treibt die Kosten immer höher. 

VG

Oli

Stimmt so pauschal nicht, werde seidem  die TK wieder neue Verträge ausgehandelt hat, oft beraten. Hat gerade dazu geführt das ich sogar für das Medi einer anderen Firma keine 5€ zahlen musste. Auch wird es erklärt wenn man jetzt von einder anderen Firma etwas ausgehändigt bekommt. Mir ist das bei Monopräperaten egal. Hoffe aber es bleibt bei meinem Biologika noch lange so, dass es kein Biosimilar gibt.

Auch verdienen die Apotheker weniger an einem Rezept als wir alle denken. 

Du solltest nicht immer hier so verschwörungsmäßig posten. Vieles was Du schreibst lässt sich leicht widerlegen.

bearbeitet von Lupinchen

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