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    Redaktion

    Kortison in Cremes und Salben – häufige Fragen und Antworten

    Hier beantworten wir Fragen, die zu äußerlichen Medikamenten mit Kortison gestellt werden. Es geht also immer um Cremes, Salben, Lotionen, Schaum oder ähnliches. Die Fragen und Antworten sind bewusst kurz und knapp.

    Enthält die Betadermic Salbe Cortison?

    Ja, die Betadermic Salbe enthält Kortison. Mehr über das Medikament steht in unserem Marktüberblick: Betadermic.


    Fragen zum Medikament Daivobet beantworten wir in einem eigenen Artikel.


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    • Redaktion
      By Redaktion
      Hier beantworten wir Fragen, die zum Medikament Humira gestellt werden. Sie sind bewusst kurz und knapp.
      Wie schnell wirkt Humira bei Psoriasis? Im Durchschnitt zeigt sich nach vier bis acht Wochen, ob Humira bei einem gut wirkt. Die maximale Besserung ist übrigens nach 16 Wochen zu sehen – wie gesagt im Durchschnitt.
      Quelle: Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris, Update 2017
      Wie oft wird Humira gespritzt? Bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis wird Humira alle zwei Wochen gespritzt. Wenn nach 16 Wochen die Wirkung zwar da, aber nicht so doll ist, kann in einigen Fällen auf eine wöchentliche Humira-Spritze umgestellt werden. Das muss aber immer mit dem Arzt besprochen werden.
      Quelle: Fachinformation Humira, abgerufen am 20. März 2017
      Wer hat Erfahrung mit Humira? Viele. Bei uns geht es vor allem um Erfahrungen in der Anwendung bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Nachzulesen sind diese Erfahrungen in unserem Humira-Forum.
      Ist Humira das gleiche wie Remicade? Ja, diese Frage stellen Nutzer wirklich!
      Nein. Humira enthält den Wirkstoff Adalimumab. Remicade enthält dagegen den Wirkstoff Infliximab.
      Beide sind sogenannte Biologics, gehören also zur gleichen Medikamenten-Gruppe.
      Gehört Humira zu den Immunsuppressiva? Ja.
      Was bewirkt Humira? Adalimumab – der Wirkstoff in Humira und seinen Biosimilars – ist ein sogenannter humaner monoklonaler Antikörper, also ein Eiweiß. Das heftet sich im Körper an den Signalstoff des Immunsystems mit dem Namen Tumornekrosefaktor-alpha (TNFα) an. Dieses TNFα ist an Abwehrreaktionen des Körpers beteiligt. Bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis ist die Menge an TNFα erhöht. Adalimumab schnappt sich also das TNFα. Dadurch werden die Entzüdungen im Körper verringert.
      Wie viel kostet Humira? Eine Packung Humira 40 mg mit 6 Spritzen oder Pens kostet 5324,55 Euro (Stand März 2020). Die Biosimilars wie Amgevita, Hulio oder Imraldi kosten in gleicher Dosis und gleicher Packungsgröße um die 2800 Euro.
      Ist Humira gefährlich? Kommt darauf an, wie man "gefährlich" definiert. Ja, während einer Behandlung mit Humira können vermehrt Infektionen auftreten. Und: Es können Symptome einer Lupus-Erkrankung auftreten. Viele weitere Nebenwirkungen treten selten oder noch seltener auf. Dazu findest du mehr in unserem Haupt-Artikel über Humira und seine Biosimilars.
      Zahlt die Krankenkasse Humira? Wenn der Arzt den Einsatz von Humira für nötig hält, bezahlen gesetzliche Krankenkassen das Medikament.
      Welche Blutwerte sollten während einer Humira-Therapie erhoben werden? In der Fachinformation zu Humira gibt es dazu keine Angaben. In der Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris (Stand 2017) empfehlen Experten:
      Vor der Behandlung: Differenzialblutbild, ASAT, ALAT, γGT, Hepatitis B Serologie, evtl. HIV/Hepatitis C Serologie (und einen Schwangerschaftstest im Urin)
      Während der Behandlung (also 4 Wochen nach Beginn, 12 Wochen nach Beginn und dann alle 3 Monate): Differenzialblutbild, ASAT, ALAT, γGT
      https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/adalimumab/humira.html
    • Claudia Liebram
      By Claudia Liebram
      Unter den Salben sind solche mit Kortison bei den meisten Psoriatikern am wirksamsten – aber auch am meisten gefürchtet. Schuppenflechte-Stellen gehen mit Kortisonsalben schnell weg. Die Salben sind – richtig angewandt – ein gutes Mittel und vor allem wichtig, um erst einmal die Entzündung der Haut abzuschwächen. Doch die Angst vor Nebenwirkungen ist groß, und sehr oft sagen Betroffene Nein zum Kortikoid – aus eben jener diffuser Angst.
      Die Angst stammt nicht von ungefähr: Als Kortisonsalben in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts aufkamen, waren sie "Wunderwaffen", noch mit wenig Erfahrung eingesetzt, die Nebenwirkungen vernachlässigt, weil der Erfolg ja so gut war. Mittlerweile sind Kortisonsalben der sogenannten vierten Generation auf dem Markt. "Diese Kortisonsalben bringen heute kaum noch Nebenwirkungen", versichert Professor Roland Niedner. "Nur im Gesicht muss man sehr, sehr vorsichtig damit sein."
      Die "Ärzte Zeitung" widmete dem Thema im Jahr 2003 einen Artikel. Danach wurden in den 60-er und 70-er Jahren immer stärkere Kortisonsalben entwickelt. Die damalige falsche Anwendung hätte die Kortisonsalben-Therapie bei Patienten und auch bei vielen Ärzten "in Misskredit gebracht". Seit Mitte der 80-er Jahre stünden aber Kortisonsalben der inzwischen vierten Generation zur Verfügung. Die würden nicht mehr zur gefürchteten "Verdünnung" der Haut (fachmännisch: Atrophie) führen.
      Ärzte müssten vor der Verordnung wissen:
      Wie stark ist das Kortikoid? Wie stark ist die Konzentration? Welche Trägersubstanz kommt zum Einsatz? (Heißt: Worin ist das Kortison untergemischt?) Wie groß sind die Hautstellen, wo die Salbe hinkommt? Wie lange soll die Kortisonsalbe angewendet werden? Kortisonsalben – wie lange?
      Roland Niedner war Deutschlands "Kortisonpapst". Er forschte daran, kann die Stärke der verschiedenen Kortison-Präparate und -Wirkstoffe vermutlich im Schlaf sagen und ist dennoch realistisch: "Kortisonsalben sollten nicht zu lange angewendet werden, sonst ist die Psoriasis schwerer weiterzubehandeln."
      Der Arzt und Wissenschaftler, der am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam arbeitete, hat jahrelang von seinen Kollegen keine Nebenwirkungen berichtet bekommen. Dennoch kennt er sie und weiß sie einzuschätzen:
      Die Verdünnung der Haut geht nach der Anwendung wieder weg. Das gleiche gilt für eine Akne oder eine periorale Dermatitis, die der Akne ähnelt. Eine übermäßige Behaarung der Stellen, wo Kortison geschmiert wurde, verschwindet ebenfalls nach einiger Zeit. Andere Nebenwirkungen wie Pseudo-Narben oder eine Hyperpigmentierung sind ebenfalls später nicht mehr zu sehen. Die schwerste Nebenwirkung von zuviel Kortison ist eine Ausweitung der kleinen Blutgefäße unter der Haut, die meist auch deutlich zu sehen ist. Die sind nur mit Laserverfahren zu entfernen. "Glück" für alle Menschen mit einer Psoriasis auf dem Kopf: Dort wurden noch nie Nebenwirkungen von Kortisonsalben oder -lösungen beobachtet. Gaaaaaanz vorsichtig sollte man aber mit der Anwendung von Kortisonsalben an den Ohren sein: Die zählen noch zum Gesicht, wo mit Kortison sehr, sehr, sehr sparsam umgegangen werden sollte.
      Grundregeln für Kortison
      Grundregeln von Roland Niedner sind:
      Beginne mit dem stärksten Präparat. (Zur Stärke siehe Übersicht) Lass dir von jedem Wirkstoff (siehe Übersicht) ein bis zwei Präparate verschreiben, um testen zu können, was am besten wirkt. Berücksichtige dein Alter. Je älter man ist, um so dünner ist die Haut schon an sich. Dann sind die Blutgefäße auch brüchiger. Begrenze die Therapiedauer. Schleich dich aus der Behandlung aus. Setze Kortisonsalben nach längerer Anwendung, also vier Wochen und länger, nie, nie und niemals nie auf einmal ab. Das heißt: Nimm die Salben dann zunächst nur noch jeden zweiten Tag, später jeden dritten, dann jeden vierten und so weiter und so fort. Für Roland Niedner liegt die durchschnittliche Grenze der Behandlung mit Kortisonsalben bei vier Wochen.
      Sein Tipp für das Präparat Daivobet, eine Mischung aus Kortison und Vitamin D3 (Calcipotriol): Man nehme 14 Tage Daivobet, dann längere Zeit Daivonex, und dann noch einmal eine Woche Daivobet.
      In der Genitalgegend ist Kortisonsalbe immer Abwägungssache. Eine Patientin berichtete von guten Erfolgen mit Linoladiol. Mit einer Tube davon sei sie über ein Vierteljahr gekommen, und sie habe es angewendet, obwohl sie ansonsten felsenfest Kortison ablehnt. An dieser empfindlichen Stelle aber wollte sie "Klarheit".
      Salbe oder Creme?
      Kennst du die Frage vom Arzt: "Wollen Sie 'ne Salbe oder 'ne Creme"? Dahinter verbirgt sich nicht nur eine Frage nach einer Annehmlichkeit. Denn: Kortison wirkt, in gleicher Konzentration in Salben eingearbeitet, besser als in Creme. In (alkoholischer) Lösung eingearbeitet, ist die Wirkung noch schwächer.
      Wer auf seine Stellen zunächst die Kortisonsalbe aufträgt und sie dann mit Folie abdeckt, erhöht die Wirkung um das fünf- bis zehnfache. Insbesondere an Händen und Füßen ist die Wirkung enorm, weil dort Kortisonsalben schlechter eindringen als an anderen Körperteilen. Aber: Das ist schon eine "Holzhammer-Methode", mit der man vorsichtig umgehen sollte. Sie sollte höchstens einige Tage (vorzugsweise Nächte) angewendet werden und dann auch mit dem "Ausschleichen" der Kortisonsalbe beendet werden. Ein Tipp für die Hände: Es gibt in der Apotheke Folien-Handschuhe, die die Behandlung "bequemer" machen.
      Kortisonsalben der "vierten Generation"
      Wirkstoff: Hydrocortison-Aceponat; Handelsname: Retef Wirkstoff: Hydrocortison-Buteprat; Handelsname: Pandel Wirkstoff: Hydrocortison-Butyrat; Handelsname: Alfason Wirkstoff: Methylprednisolon-Aceponat; Handelsname: Advantan Wirkstoff: Prednicarbat; Handelsname: Dermatop Kortison kann Allergien auslösen
      Kontaktekzem, Quaddeln, Juckreiz und zunehmende Rötung oder anaphylaktischer Schock – das Spektrum der Allergie-Symptome ist breit. Verschiedene Kortison-Arten reagieren dabei auch noch untereinander. Wer mehr darüber wissen möchte, lese den kompletten Bericht der Medical Tribune Online.
      Wie gut dringt Kortison-Salbe wo ein?
      (fachmännisch: Penetrationsverhältnisse und Atrophieverhältnisse für Dermokortikoide, nach Feldmann/Maibach)
      Wo? Wie stark?
      Kopfhaut: 3,5 Stirn: 6,0 Kieferwinkel: 13 Rücken: 1,7 Achselhöhle: 3,6 Unterarm dorsal (außen): 1,1 Unterarm ventral (innen): 1 Handfläche: 0,8 Skotum (Geschlechtsteilgegend): 43,0 Knöchel: 0,4 Fußsohle: 0,1 https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/kortison/kortison-wirkstoffe.html Quellen:
      Forschung und Praxis (177/1994) Vortrag von Professor Niedner in Berlin (Januar 2003) u.v.a.
    • Redaktion
      By Redaktion
      Hier findest du eine Liste von Kortisonsalben und ihren Wirkstoffen. Manchmal sind es auch Lösungen oder Lotionen. Angegeben ist auch die Stärke bzw. Konzentration des enthaltenen Kortisons.
      Wirkstärke Klasse I – schwach wirksam
      Wirkstoff Konzentration in %
      Handelsname (Beispiele)
      erhältlich als Hydrocortison 0,100 Hydrocutan mild S   0,250 Dermo Posterisan S     RatioAllerg Hydrocortison C     Systral Hydrocort Lo   0,333 Sanatison Mono 1/3% S   0,500 Hydrocortison Wolff 0,5 % Lo, C     Hydrocutan S     Hydroderm HC 0,5% C     Munitren H fettend/fettarm S, C   1,000 Dermallerg-ratiopharm C     Sanatison Mono 1% S     Hydrocortison Wolff 1% C, Lo     Hydrogalen L, Lo, C, S     Remederm HC Widmer C Hydrocortisonacetat 0,250 Ebenol 0,25% Salbe S     Fenistil Hydrocortison S     Soventol HC C   0,330 Posterine Corte S   0,500 velopural OPT S   1,000 Ebenol 1% S     hydrocort von ct S     Hydrocortison POS N 1% S     Hydrocortison POS N 2,5% S     Hydrocutan C, S Prednisolon 0,100 Alferm Salbe S   0,200 Lygal Kopftinktur N L   0,250 Prednisolon AS S     Prednisolon LA C, S   0,400 Linola-H N C     Linola H Fett N S Prednisolonacetat 0,500 Dontisolon D Mundheilpaste P     Inflanefran AS S Fluocortinbutylester 0,750 Vaspit C, S, FS Triamcinolonacetonid 0,012 Arutrin-Spray Spray   0,0125 Volonimat Spray Spray Dexamethason-21-isonicotinat 0,025 Dexa Loscon mono L Dexamethason 0,020 Solutio Cordes Dexa N L   0,025 Dexagalen crinale L   0,030 Cortidexason crinale L   0,050 Dexamethason LAW C, S Clocortolonpivalatplus -caproat 0,030 Kabanimat S, C Klasse II 
      Wirkstoff Konzentration  in %
      Handelsname erhältlich als Clobetasonbutyrat 0,050 Emovate C, S Hydrocortisonaceponat 0,100 Retef C, S Dexamethason 0,100 Cortidexason N S, FS Dexamthason plus-sulfobenzoat je 0,050 Duodexa N S Alclometason-dipropionat 0,050 Delonal S, C Flumetasonpivalat 0,020 Cerson C, S, L Triamcinolonacetonid 0,025 Extracort-N C, S     Volonimat N C, S Fluoprednidenacetat 0,050 Decoderem Salbe S   0,100 Decoderm Creme C, P Hydrocortisonbutyrat 0,100 Alfason S, C, Crelo, CreSa, L, Lo     Laticort 0,1 % C, S Hydrocortisonbuteprat 0,100 Pandel S, C Clocortolonpivalatplus -caproat 0,100 Kaban S, C Desonid 0,100 Sterax 0,1% C Betamethasonvalerat 0,050 Betnesol V crinalite L     Betnesol V mite S, C Triamcinolonacetonid 0,050 Volon A Spray N Spray   0,100 Delphicort S, C     Kortikoid ratiopharm C, FS     Triamgalen Lo, L, C, S     Triam Lichtenstein C, S     Triamcinolon Wolff C     Volon A (antibiotikafrei) S, HS, C, Lo Methylprednisolonaceponat 0,100 Advantan S, C, FS, L, M Prednicarbat 0,250 Dermatop S, FS, C, L Fluocinolonacetonid 0,010 Jellisoft C Desoximetason 0,050 Topisolon mite S Klasse III – stark wirksam
      Name des Wirkstoffs Konzentration in %
      Handelsname erhältlich als Mometasonfuroat 0,100 Ecural S, FC, L     Monovo C, E, S     Momegalen FC, S, L     Momecutan FC, S, L Betamethasonpentanoat 0,100 Cordes Beta C, S Betamethasonvalerat 0,100 Bemon S     Betagalen C, Lo, L, S     Betnesol-v crinale L     Betnesol-v 0,1 % S, C, Lo     Celestan-v S     Cordes Beta C, S     Deflatop Sch     Soderm C, S, L, Lo, Lö Fluticasonpropionat 0,050 Flutivate C Betamethason- dipropionat
      0,050 Diprosone C, L, S     Diprosis G, S Betamethason- dipropionat + Calcipotriol
      0,050 + 50 μg Enstilar Spray     Daivobet G, S Fluocinolonacetonid 0,025 Flucinar C, S     Jellin C, S Diflorasondiacetat 0,010 Florone crinale L Desoximetason 0,050 Topisolon S Fluocinonid 0,050 Topsym L, C, S Amcinonid 0,100 Amciderm C, FS, Lo, S Diflucortolonvalerat 0,100 Nerisona C, FS, S Klasse IV – sehr stark wirksam
      Name des Wirkstoffs Konzentration in % Handelsname erhältlich als Clobetasolpropionat 0,050 Clobegalen S     Dermoxinale L     Dermoxin S, C     Karison C, S, FS     Karison crinale L     Clarelux C, S, E, L, Schaum     Dermovate S Erläuterung der Abkürzungen
      C = Creme
      E = Emulsion
      FC = Fettcreme
      FS = Fettsalbe
      G = Gel
      HS = Haftsalbe
      L = Lösung
      Lo = Lotion
      M = Milch
      P = Paste
      S = Salbe
      Sch = Schaum
      T = Tinktur
      Stand vom 17.01.2013
      Quellen: Prof. Roland Niedner, Rote Liste, Hersteller
      https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/kortison/kortison-index.html
    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Nagelpsoriasis ist mehr als nur ein kosmetisches Problem: Die Fuß- oder Fingernägel sind dann brüchig, bröselig, verformt, verfärbt – auf jeden Fall nicht so, dass man sie gern länger zeigt und schon gar nicht groß verwendet. Nur ist das im Alltag schwierig.
      Wichtig ist: Die Schuppenflechte der Nägel ist nicht ansteckend. Auf jeden Fall sollte ein Hautarzt die Diagnose stellen. Er kann mit einer Laboruntersuchung am besten herausfinden, ob es sich um einen Nagelpilz handelt oder eben die Schuppenflechte der Nägel.
      Mit einer Behandlung sollte lieber früher als später begonnen werden, denn Nägel brauchen sehr lange, um ordentlich nachzuwachsen. Bis die Erkrankung verschwunden ist, vergehen meist mehrere (um nicht zu sagen viele) Monate. Am Anfang wird man es sicherlich mit einem Nagellack versuchen – dazu weiter unten mehr.
      Aufbau eines Nagels

      Aufbau eines gesunden Nagels
      Auf dem Nagelbett befindet sich das Hyponchium, das für die Verbindung zur Nagelplatte sorgt. Die ist 0,5 bis 0,7 Millimeter dick. Sie wird an drei Seiten vom Nagelfalz begrenzt. Der Nagel wächst von der Nagelmatrix aus. Der weiße Halbmond ist der vordere, sichtbare Teil der Matrix. Unter der Haut ist der hintere Teil, geschützt vom Nagelhäutchen.
      Symptome der Nagelpsoriasis
      Tüpfelnägel: Der Fingernagel ist nicht mehr schön eben, sondern wird wellig. Er sinkt punktförmig ein, wie Tüpfel. Die Tüpfel bleiben sichtbar und wachsen mit dem Nagel aus. Aber Vorsicht: Tüpfel können auch durch andere Ekzeme, Infektionen oder Pilzbefall entstehen.
      Ölfleck: Ein anderes Zeichen für eine Nagelpsoriasis ist ein Ölfleck. Der findet sich meist am Rand des Nagels, dort, wo sich die Nagelplatte vom Nagelbett abhebt. Dieser Ölfleck ist meist gelbbraun oder rot, wobei das Rot zum Nagelrand hin oft abnimmt. Das alles ist ein Zeichen dafür, dass zu viele nicht ausgewachsene Zellen an die Oberfläche der Haut unter dem Nagel schießen. Diese Zellen drücken von unten gegen den Nagel, so dass der sich abhebt. Aber noch mal Achtung: Auch hier kann wieder eine Pilzinfektion im Spiel sein. Verschiedene Pilzinfektionen nämlich sehen ähnlich aus. Was noch komplizierter ist: Pilz und Psoriasis können auch nebeneinander vorhanden sein.
      Krümelnägel: Unter dem Nagel stapeln sich Schuppen. Im Laufe der Zeit heben sie das Nagelbett an. Die Nagelplatte wird krümelig. Gerade dieses Symptom ist es, das Betroffene vor anderen Menschen am liebsten verstecken würden.
      Begleiterscheinungen sind gelegentlich Schmerzen oder Druckempfindlichkeit.
      Fakten
      Grundsätzlich gibt es mehr Schuppenflechte an den Finger- als an den Fußnägeln.
      Eine schwere Psoriasis der Nägel gilt als „Vorbote“ der Psoriasis arthritis (Gelenk-Psoriasis). Ausgeprägte Formen der Nagelpsoriasis sind nicht mit rein äußerlichen Behandlungen abzuheilen. Wer schnell mit einer innerlich wirkenden Therapie beginnt, kann verhindern, dass sich die Nägel erheblich verschlimmern.
      Das gilt besonders bei der Psoriasis pustulosa: Bei ihr heilt die Nageldeformation am schwersten ab. Eine frühzeitige innerliche Therapie bremst vermutlich eine aufziehende Psoriasis arthritis ab. Trotz langer Behandlungszeiten schaffen es nur einige Biologika, dass lediglich bei der Hälfte der Betroffenen die Nägel völlig verheilt sind. Das größte Problem: Bei der Behandlung einer Schuppenflechte der Nägel müssen alle Beteiligten geduldig sein und dürfen nicht zu schnell aufgeben.
      Aktuelle Erhebungen gehen davon aus, dass 70 Prozent der Patienten mit Psoriasis arthritis eine Nagel-Beteiligung haben und 40 Prozent bis 50 Prozent der Haut-Psoriatiker. Eine Nagelpsoriasis ohne Hautbeteiligung ist möglich, aber eher selten. Am häufigsten kommen Tüpfelnägel und abgelöste Nagelplatten vor.
      Eine Nagelpsoriasis ist gut im Rheumascan (Xiralite) zu erkennen. Manchmal ist eine Biopsie des Nagelbettes zur eindeutigen Klärung der Diagnose notwendig.
      Welche Therapie angebracht ist, hängt davon ab, wie schwer der Nagel betroffen ist. Dafür sind inzwischen verschiedene Messmethoden entwickelt worden. International wird der NAPPA-Score (Nail Assessment in Psoriasis and Psoriatic Arthritis) verwendet. Man zählt die jeweiligen krankhaften Veränderungen auf den Nägeln und erfragt die körperlichen, psychischen und sozialen Belastungen der Erkrankung. Die Gewichtung aller Faktoren bestimmt den Schweregrad einer Nagelpsoriasis. Der Wert kann auch dann hoch sein, wenn die Schädigungen am Nagel zwar nicht extrem stark, die Lebensqualität aber erheblich beeinträchtig ist.
      Probleme im Alltag
      Gelbliche, bröckelnde und verformte, abgehobene Nägel sehen für andere Menschen unästhetisch aus, ganz gleich, ob die Hände oder die Füße gemeint sind. Betroffene versuchen, vor allem ihre Fingernägel vor scheelen Blicken zu verbergen und meiden deshalb soziale Kontakte bis hin zur Partnersuche. Greifen (Fingernägel) und Laufen (Zehennägel) werden zur Qual. Ganz gewöhnliche Verrichtungen in Alltag, Beruf und Sport fallen schwer und verursachen Schmerzen. Patienten mit schweren Nagelschädigungen sind länger krankgeschrieben, leiden erheblich an ihrer Situation und neigen zu Angst-Erkrankungen oder Depressionen.
      Es war lange nicht bekannt, dass Nägel, Sehnenansatz am Knochen (Enthese) und Knochenhaut anatomisch miteinander verbunden sind. Darüber wurde erst geforscht, als auffiel, dass Nagelveränderungen bei Patienten mit Psoriasis Arthritis deutlich häufiger vorkommen als bei denen ohne. Der Nagel ist funktional gleichzeitig mit Haut und Knochen verbunden. Vereinfacht dargestellt, kommt erst die Sehnenentzündung, dann die Nagelpsoriasis und schließlich die Psoriasis arthritis. Die Gelenk-Schuppenflechte ist um so ausgeprägter, je schlimmer die Nägel betroffen sind. Aufgrund der Erfahrungen mit anderen Begleiterkrankungen geht man davon aus, dass sich eine Psoriasis Arthritis weniger heftig entwickelt, wenn die Nagelpsoriasis frühzeitig behandelt wird.
      Bisher war es selten möglich, eine Nagelpsoriasis völlig abzuheilen. Meist dauerte es monatelang, bis deutliche Verbesserungen sichtbar wurden. Mit Cremes, Salben, Tinkturen oder Lotionen dringt ein Wirkstoff nur schwer oder überhaupt nicht in den Nagel ein. Auch durch intensives Einmassieren wird der Nagel nicht durchlässiger. Mit einem harnstoffhaltigen Nagellack kann man den Nagel meist nur weicher machen, damit hinterher ein Wirkstoff besser eindringen kann. Die Wirkung wird deutlich verstärkt, wenn ein Mittel unter luftdicht verschlossener Folie (Okklusiv-Verband) z.B. über Nacht einziehen kann.
      Andere Erkrankungen der Nägel
      Nicht jeder dicke, verhornte, bröselige Fingernägel ist einer, der eine Nagelpsoriasis birgt. Manchmal fällt es dem Arzt schwer, die Diagnose Nagelpsoriasis zu stellen. Das Problem ist, dass Nagelveränderungen bei Pilzinfektionen, Ekzemen, inneren Krankheiten bis hin zu Tumoren gleich aussehen können. Eine Pilzinfektion ist die häufigste Nagelerkrankung, die allein oder aber mit der Schuppenflechte zusammen auftreten kann. Schwierig wird es für den Arzt, wenn jemand keine Haut-Erscheinungen hat, sondern nur Veränderungen an Hand- und Fußnägeln.
      Nagelveränderungen gibt es auch wegen Ekzemen, Mangelernährung, Pilzen, Allergien zum Beispiel gegen Nagellack oder gegen Medikamente. Sprich: Wer den Verdacht hat, er hätte eine Nagelpsoriasis, sollte den Doktor erst mal nach einem Pilztest fragen. Erst wenn der negativ ist, sollte man sich tiefergehend mit der Nagelbehandlung beschäftigen.
      Um die Verwirrung zu steigern: Nagelpilz und Nagelpsoriasis können auch gleichzeitig auftreten.
      Nagelpsoriasis behandeln
      In schweren Fällen mussten die Dermatologen schon immer innere Medikamente geben. Nicht jedes davon wirkt direkt auf die Nägel bzw. nicht auf alle Formen der Nagelpsoriasis. Am besten helfen starke Präparate, die aber auch schwere Neben- und Wechselwirkungen haben können.
      Heute ist es der Medizin möglich, selbst eine schwere Nagelpsoriasis erfolgreich zu behandeln. Es liegen Studien vor, die genau beschreiben, wie und bei welcher Form ein Medikament hilft. Der Arzt kann also gezielter therapieren. Es sind vor allem neue, hochwirksame Biologika, auf die eine Nagelpsoriasis reagiert. Die Angst vor schwerwiegenden Nebenwirkungen ist überwiegend unbegründet: In Deutschland liegen bei allen innerlich wirkenden Schuppenflechte-Medikamenten die schwerwiegenden Nebenwirkungen unter 1 Prozent. Nur bei den Infekten lagen die Biologika etwas höher als die übrigen Medikamente. Das ergab eine aktuelle Sicherheitsanalyse aus dem Patienten-Registers „PsoBest“. Wer seine Blutwerte regelmäßig kontrollieren lässt, kann diese Medikamente beruhigt nehmen.
      Äußerliche Behandlungen
      Bei schwach ausgeprägten Veränderungen der Nägel kann eine äußerliche Behandlung sinnvoll sein. Studien dazu sind häufig mit nur wenigen Patienten und nicht nach streng wissenschaftlichen Maßstäben durchgeführt worden.
      Harnstoff (Urea) ist zu 15 Prozent im speziell für die Nagelpsoriasis entwickelten Nagellack Onypso enthalten. Nach sechs Monaten waren bei fast allen Patienten 43 Prozent der Nageldefekte zurückgegangen. Außerdem gibt es die Salbe Onyster mit 40 Prozent Urea. Sie löst den Nagel ab. Dadurch kann dann das Nagelbett direkt behandelt werden. Schwefel-/Schachtelhalm ist im Sililevo-Nagellack enthalten, der erfolgreich an Patienten mit Psoriasis-Nägeln getestet wurde. Seine Grundlage ist Hydroxypropylchitosan, kurz HPCH. Die Wirkung kann durch Clobetasol 0,05 Prozent, einem stark wirksamen Kortison, verstärkt werden. Als Rezeptur bezahlt das die Krankenkasse, den Lack pur nicht. Kortison gilt auch bei mittelschwerer bis schwerer Nagelpsoriasis als äußerliches „Mittel erster Wahl“. Verwendet werden stark bis sehr stark wirksame Kortisone, oft in Kombination mit 3 Prozent Salicylsäure oder mit Calcipotriol (z.B. Daivobet). Dazu wird zum Beispiel täglich ein Tropfen einer Kortison-Tinktur auf die Nagelwurzel und/oder das Nagelbett aufgetragen. Die Behandlung kann bis zu acht Monate dauern. Der Nagelzustand verbessert sich deutlich, verschlechtert sich aber meist wieder, wenn die Therapie abgesetzt wird. Bei schweren Fällen wird Kortison in das Nagelbett eingespritzt – mit einer normalen Spritze oder Impfpistole bei lokaler Betäubung. Und ja, das ist so schmerzhaft wie es sich anhört. Calcipotriol (Vitamin D 3 Analogika) wird empfohlen als Kombination mit einem Kortison (siehe oben), entweder abwechselnd („Tandem-Therapie“) oder als Mixtur. Die Wirkung kann gesteigert werden, wenn erst Salbe aufgetragen und dann über Nacht ein abschließender Verband z.B. aus Folie aufgezogen wird Tacrolimus (Protopic) hat in einer Studie nach nur zwölf Wochen Nägel vollständig abgeheilt. Es darf nur „off-label“ verschrieben werden, weil es nicht für die Behandlung der Schuppenflechte zugelassen ist. Alte oder nicht praktikable äußerliche Therapien
      5-Fluorouracil (Efudix) ist ein Zellwachstums-Hemmer, der nicht mehr zur Behandlung der Nagelpsoriasis empfohlen wird. Dithranol (Cignolin) ist bei der Nagelpsoriasis unwirksam. UV-Bestrahlungen werden bei der Nagelpsoriasis immer seltener eingesetzt, weil sie sehr zeitaufwendig sind. Den UV-Punktstrahler („Blue Point“) muss man vier bis sechs Wochen lang, möglichst täglich, auf die Nagelplatte einwirken lassen. Man bestrahlt mit UVB + UVA. PUVA arbeitet nur mit UVA. Der Nagel wird vorher mit Psoralen lichtempfindlich gemacht. Nur für PUVA liegen mehrere Studien vor, in denen sich die Nägel um 50 Prozent verbesserten. In einer Studie wurden psoriatische Nägel erfolgreich mit dem Excimer-Laser behandelt. Interferenzstrom hat sich als Therapie für die Nagelpsoriasis nicht durchgesetzt, obgleich es erste erfolgversprechende Ergebnisse gab. Therapie mit Röntgenstrahlen "Verstümmelungsbehandlung" mit Entfernung der psoriatischen Nagelveränderungen und anschließender Weiterbehandlung. Es gab einen grausigen Bericht im Pso-Magazin von einem Patienten, der sich von beiden großen Zehen die Nägel entfernen ließ. Zweimal pfuschten die Ärzte, der dritte operierte schließlich richtig, entfernte auch alle Nagelzellen, kürzte einen Endknochen, zog Hornhaut von unten hoch und vernähte alles. Der Patient hat keine Schmerzen mehr, keine Gelenkschmerzen und keine Schuppen. Der Arzt gibt zu Bedenken: An den Fingern braucht man die Nägel zum Greifen. Sein Rat: abends, nach Duschen oder Baden, wenn die Haut unter den Nägeln ohnehin aufgeweicht ist, Schuppen mit einem selbst zurechtgefeilten Haken entfernen; mit Spritze mit abgesägter Kanüle Eucerin dazwischen auftragen. Nagelpsoriasis würde diese schönen Finger- und Fußnägel nicht so schön aussehen lassen Innerliche Behandlung
      Bei schweren Nagelveränderungen ist häufig eine innerliche Therapie nötig – egal, wie stark die Haut von einer Schuppenflechte befallen ist. So werden auch deutliche Einschränkungen der Lebensqualität vermieden. Eine Psoriasis arthritis kann auf diese Weise ebenfalls "mitbehandelt" werden.
      Methotrexat (MTX) gilt als innerliches „Mittel der ersten Wahl“. Solide Studien zeigen, dass sich die Nägel nach 6 bis 12 Monaten um etwa 40 Prozent verbessern können. Kortison, in den Nagel gespritzt, galt lange als wirksamstes Mittel, v.a. bei Tüpfel und Nagelwurzel-Befall. In verschiedenen Studien wurde Triamcinolon-Acetonid injiziert, aber unterschiedlich häufig und lange. Nach 9 bis 12 Monaten besserten sich die Nägel. Die Injektion ist unangenehm, es muss örtlich betäubt werden und es besteht die Gefahr von Gewebsschwund bis hin zum Einriss der Sehne. Mit Kortison wird kaum noch behandelt, seitdem es wirksamere Medikamente gibt. Ciclosporin verbessert die Nagelpsoriasis erfahrungsgemäß, ohne dass es bisher Studienergebnisse gibt. Meistens wird es zusätzlich zu einer äußerlichen Behandlung verschrieben. Es können Wechsel- und schwere Nebenwirkungen auftreten. Deshalb wird es zurückhaltend verschrieben. Fumarsäureester (Fumaderm und Skilarence) ist bisher nur in einer sehr kleinen Studie darauf untersucht worden, wie es auf eine starke Nagelpsoriasis wirkt. Nach 12 Monaten verbesserten sich die Nägel um 50 Prozent. Eine weitere Verbesserung war nur noch schwer zu erreichen. Viele Ärzte setzen es zusätzlich zu einer äußerlichen Therapie ein. Acitretin (Neotigason, Acicutan) ist wissenschaftlich kaum inbezug auf Nagelpsoriasis untersucht worden. In einer Studie ergab sich nach 6 Monaten bei 41 Prozent der Patienten eine mittlere Besserung. Bei 25 Prozent heilten sie vollständig oder nahezu vollständig ab. Wird gerne mit PUVA kombiniert. Es können schwere Nebenwirkungen auftreten. Deshalb wird es zurückhaltend verschrieben. Biologika sind am besten darauf untersucht worden, wie erfolgreich sie auf die Nagelpsoriasis wirken. Sie werden grundsätzlich erst dann verschrieben, wenn andere Therapien nicht anschlagen. Infliximab (Remicade) spricht am schnellsten und wirkungsvollsten auf die Nagelpsoriasis an. Schon nach sechs Wochen sind deutliche Nagelverbesserungen sichtbar, nach 22 Wochen fast 90-prozentige. Innerhalb eines Jahres waren bei 50 Prozent der Patienten die Nägel vollständig oder nahezu vollständig abgeheilt. Bei Etanercept (Enbrel) waren das 30 Prozent. Die anderen Biologika sind ebenfalls etwas wirkungsvoller als konventionelle innerliche Medikamente. Neue Biologika werden oft in eigenen Studien speziell bei Nagelpsoriasis getestet. Darüber hier bald mehr. Tipps für Betroffene
      Pflegen: Nägel kurz halten, vorsichtig schneiden und möglichst feilen; in schweren Fällen medizinische Fußpflege beim Podologen. Ausgiebig und täglich in lauwarmen Salzwasser (z.B. Stassfurter Badesalz, Totes Meer Salz) einweichen. Danach vor allem die Haut an der Nagelwurzel und den Seitenrändern ausreichend rückfetten – praktischerweise mit einer Lotion. Waschen: Unter den Nägeln mit einem Papiertaschentuch abtrocknen, um Feuchtigkeit aufzunehmen. Dann rückfetten (s.o). Schützen: Beim Umgang mit Nässe und aggressiven Materialien in Beruf und Haushalt (Abwasch, Putzen) Handschuhe tragen. Vermeiden: Nägel vor Reibung, Druck oder Quetschung bewahren, Nagelhäutchen nicht abreißen, keinen acetonhaltigen Nagellackentferner benutzen, Nägel nicht als Werkzeug einsetzen. Erleichtern: Unter Arbeitshandschuhen dünne baumwollene tragen. Schuhe, die nicht auf befallene Zehen-Nägel drücken. Leichtes, weites Schuhwerk, das nicht drückt, tragen. Verschönern: Verdickungen und von Querrillen von erfahrenen Kosmetikerinnen (Podologen) abfeilen oder abfräsen lassen. Geglättete Oberfläche mit medizinischem Lack (z.B. Sililevo oder Onypso) stabilisieren. Entstellte oder zerfallende Nägel mit künstlichen Fingernägeln überdecken. Welche Erfahrungen hast du mit der Behandlung der Psoriasis an den Nägeln? Oder möchtest du erfahren, wie es anderen Betroffenen damit geht? Unsere Community ist dafür der richtige Ort.
      Gekürzte Fassung eines Artikels, der erstmals in der Zeitschrift PSOaktuell, Ausgabe 2/2013, erschienen ist.
      Tipps zum Weiterlesen
      Bei Nagel-Psoriasis häufig auch Pilz dabei – Behandlungserfolg fraglich
      (gesundheit.com, 1. Dezember 2014)
      In einem Tagungsbericht geht es um Nagelpilz und Nagelpsoriasis – angeblich wäre in 20 Prozent der Fälle beides gleichzeitig zu finden. Die sonst bei Nagelpilz gern eingesetzte innerliche Therapie mit einem Anti-Pilz-Mittel sei aber nicht so oft von Erfolg gekrönt – nämlich nur in 30 Prozent der Fälle. Und die Nagelpsoriasis würde davon auch nicht unbedingt besser. [lesen]
      Unter künstlichen Nägeln können Probleme heranwachsen
      (20 Minuten Online, 20.03.2013)
      Künstliche Fingernägel sind nicht ungefährlich. Dermatologen beobachten immer mehr Komplikationen - beispielsweise Infektionen unter dem Nagel oder Kontaktallergien. [lesen]
      Starke Nagel-Psoriasis macht anfälliger für Pilzinfektion
      (hautstadt.de, 19.04.2012; nicht mehr im Netz verfügbar)
      Bei einer Studie mit Menschen mit Nagel-Psoriasis zeigte sich bei 62 Prozent der Teilnehmer eine Pilzbesiedlung der Nägel. Allerdings ist es wie fast immer: Es gibt auch eine Studie, die etwas anderes sagt, zumindest, wenn man sich die Arten der Pilze ansieht. Das steht am Ende des Artikels.
      Welche Krankheiten Fingernägel verraten
      (Apotheken-Umschau, 14.04.2010)
      Veränderungen an den Fingernägeln können alles bedeuten – manchmal auch eine Psoriasis. Die Apotheken Umschau erklärt die Möglichkeiten in Wort und Bild. [lesen]
      Nagelpsoriasis – was wann wie helfen kann
      (Psoriasis Forum Berlin e.V., 2013)
      PDF-Datei eines Artikels mit ausführlichen Informationen [lesen]
      Nagelprothetik bei Psoriasis
      ("Flotte Feile")
      Jessica Dlling vom Nagelstudio "Flotte Feile" zeigt das Ergebnis ihrer Arbeit bei einem Fall von Nagel-Psoriasis. [ansehen]
      Bilder
      Hier siehst du, wie eine Schuppenflechte am Nagel oder an mehreren Nägeln aussehen kann. Es sind keine schönen Bilder, deshalb zeigen wir sie so klein – du kannst sie aber großklicken.
       
    • Redaktion
      By Redaktion
      Hier findest Du Fragen und Antworten, die uns, in unserer Community oder im Netz immer wieder gestellt werden. Wir versuchen sie zu beantworten. Das geht mal kurz, muss aber manchmal auch länger sein.
      Ist Schuppenflechte ansteckend?
      Nein, nein und nein. Niemals. Unter keinen Umständen.
      Wer bekommt Schuppenflechte?
      Im Prinzip kann jeder die Psoriasis bekommen. Oft aber liegt es in der Familie, bei manchem kommt sie jedoch auch ohne erbliche Vorbelastung.
      Wer hat Schuppenflechte? Wer hat Erfahrung mit Schuppenflechte?
      Da gibt’s keinen typischen „Typen“. In unserer Community gibt es inzwischen mehr als 28.000 Leute, die Erfahrung mit Schuppenflechte haben. Frag sie, was Du wissen willst! Na los!
      Wenn Du Betroffene im echten Leben treffen willst, geht das zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe oder bei einem unserer Treffen.
      Wann bricht Schuppenflechte aus?
      Das kann im Prinzip immer passieren. Es gibt aber zwei „Höhepunkte“: Viele bekommen es in der Pubertät und viele, wenn sie älter sind, also um die 60 herum sind.
      Wie wird Schuppenflechte ausgelöst?
      Da gibt es keine kurze Antwort. Aber: Wir haben den möglichen Auslösern der Schuppenflechte eine eigene Seite gewidmet.
      Ist Schuppenflechte erblich?
      Ja. Schuppenflechte kann vererbt werden. Ihr Trick: Sie kann Generationen überspringen. Das heißt unter Umständen: Opa hatte eine Schuppenflechte, sein Sohn bekommt sie nicht, die Enkelin aber wieder.  Um es aber nicht zu einfach zu machen: Schuppenflechte kann aber auch ohne eine familiäre Vorbelastung auftreten.
      Wie kann man Schuppenflechte feststellen?
      Ein erfahrener Hautarzt kann die Schuppenflechte mit bloßem Auge gut erkennen – spätestens unter der Lupe. Ist er sich nicht sicher, kann er eine Biopsie machen. Dann entnimmt er eine klitzekleine Hautprobe und schickt sie ins Labor. Ausführlicher haben wir das hier aufgeschrieben: Diagnose der Schuppenflechte.
      Wie wird Schuppenflechte behandelt?
      in leichten Fällen: mit äußerlichen Mitteln, also Cremes, Salben, Lotionen etc. und manchmal mit einer Lichttherapie
      in mittelschweren Fällen: mit einer Lichttherapie und ggf. zusätzlich mit äußerlichen Mitteln oder mit innerlichen Medikamenten
      in schweren Fällen: mit innerlichen Medikamenten und ggf. zusätzlich mit äußerlichen Mitteln
      Wie fühlt sich Schuppenflechte an?
      Für einen Außenstehenden: rau und trocken. Für einen, der sie hat: auch rau und trocken plus entzündet, bröselig, rissig, manchmal schmerzhaft und spannend (im Sinne von gespannter Haut). Wenn man mit dem Finger von der gesunden Haut in Richtung Psoriasis-Stelle streicht, merkt man oft einen erhabenen Rand, also einen kleinen „Huckel“ außen um die Stelle herum.
      Es gibt aber auch eine Schuppenflechte-Form mit Bläschen – die Psoriasis pustulosa – die fühlt sich dann zwar auch trocken an, aber natürlich nur, so lange die Bläschen zu sind.
      Die Psoriasis inversa fühlt sich dagegen gar nicht an – außer vielleicht warm. Denn da fehlen die Schuppen.
      Wie schaut Schuppenflechte aus?
      So.
      Seit wann gibt es die Schuppenflechte?
      Lange Zeit verwechselte man die Schuppenflechte mit einer Lepra. Angeblich soll schon Celsius von der Krankheit berichtet haben – und das war um die Zeitenwende (Christi Geburt). Auch im dritten Buch Moses des alten Testamentes soll die Rede davon sein.
      Die Krankheit in „jüngerer Zeit“ hat im 18. Jahrhundert ein englischer Arzt namens Robert Willan beschrieben.
      Was fördert Schuppenflechte?
      Alles mögliche kann die Schuppenflechte fördern. Es gibt Sachen, die eine Psoriasis überhaupt erst auslösen können. Und es gibt Sachen, die eine vorhandene Psoriasis immer wieder ankurbeln – sogenannte Trigger. Wir haben vieles zusammengetragen, was irgendwo dazu mal genannt wurde: in der Liste der möglichen Schuppenflechte-Auslöser.
      Wo fängt Schuppenflechte an?
      Schuppenflechte kann überall anfangen. Eine der häufigsten Stellen, wo Psoriasis anfängt, ist sicherlich die Kopfhaut. So mancher hat die Schuppenflechte überhaupt nur auf der Kopfhaut. Aber wie gesagt: Psoriasis kann überall anfangen.
      Woher kommt der Name Psoriasis?
      Den Namen Psoriasis hat sie aus dem 19. Jahrhundert von einem Wiener Hautarzt – von Ferdinand von Hebra.
      Psoriasis vulgaris wurde vom griechischen Wort Psora abgeleitet – was so viel wie „die Schuppe“ heißt. „Psao“ heißt „ich kratze“. Die offiziellere Übersetzung heißt „gemeine Schuppenflechte“.
      Wie viele Menschen in Deutschland haben Schuppenflechte?
      Man geht davon aus, dass in Deutschland etwa 2,5 Prozent der Bevölkerung an Psoriasis leiden.
      Wer heilt Schuppenflechte?
      Niemand. Kein Arzt, kein Wunderheiler, einfach niemand. Psoriasis ist eine Frage der Gene. Und die kann heute noch niemand „umpolen“. Klar, die  Psoriasis kann gelindert werden. Aber eben nicht geheilt. Wenn es Dir um den richtigen Arzt geht: Das ist der Hautarzt. Oder bei Psoriasis arthritis der internistische Rheumatologe. Wir haben auch eine Liste mit Ärzten.
      Wie heißt Schuppenflechte auf Türkisch?
      Sedef hastalığı
      Es gibt übrigens eine Broschüre über Schuppenflechte auf Türkisch.

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Willkommen in der Community für Menschen mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Ohne Werbung, ohne Tracking, aber mit ganz viel Herz 💛

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