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  • Claudia Liebram
    Claudia Liebram

    Psoriasis an Händen und Füßen – wie behandeln?

    Bei der Schuppenflechte an der Hand kann jedes Zugreifen wehtun. Eine Schuppenflechte am Fuß schubbert bei jedem Schritt. Wenn die Psoriasis an der Fußsohle sitzt und so richtig "blüht", ist jedes Auftreten mit Schmerzen verbunden. Wie kann die Hauterkrankung an diesen Stellen behandelt werden?

    Im Ärztelatein heißt die Schuppenflechte, die sich nur an Händen und Füßen zeigt, Psoriasis palmoplantaris oder Pustulosis palmoplantaris. Eine eindeutige Diagnose ist schwer zu stellen. Einfacher wird es nur, wenn die Psoriasis auch an anderen Stellen des Körpers zu finden ist.

    Bei der Psoriasis palmoplantaris sind die Stellen gerötet. Eine Schuppung ist ebenfalls ein Zeichen dafür - aber sie tritt nicht immer auf. Bei der pustulösen Variante finden sich keinerlei Keime in diesen Pusteln.

    Die schmerzhafteste Folge der Psoriasis an Händen und Füßen sind sicherlich die Rhagaden – Einrisse, die oft auch sehr tief gehen und lange bleiben.

    Alles in allem schränkt die Psoriasis palmoplantaris das berufliche Leben des Betroffenen ein. Der Alltag wird ebenfalls nicht leichter: Vom Geschirrspülen bis zur Toilette ist immer Vorsicht geboten.

    Wer sicher gehen will, ob das, was er an Händen und Füßen hat, eine Psoriasis ist, muss vom Arzt ausschließen lassen, dass es nicht Krankheiten sind wie

    • Ekzeme
    • Allergien (Radfahrer z.B. können gegen Gummi allergisch sein; ansonsten z.B. Allergien gegen Formaldehyd)
    • bakterielle Infektionen oder
    • Pilzerkrankungen

    Zur Behandlung an Händen und Füßen wirken gut:

    • PUVA-Bestrahlung lokal
    • Teer (insbesondere im Winter, über Nacht; z.B. Lorinden Teersalbe oder Teer mit Kortison)
    • UVA-1-Kaltlicht-Bestrahlung für stark entzündliche Formen
    • Kortison, wenn es nicht anders geht
    • Fumarsäureester (Fumaderm) selten
    • für sehr schwere Fälle Retinoide, Cyclosporin und MTX

    Zur Reinigung empfehlen sich Produkte aus der Aqeo-Reihe (Apotheke), Waschsyndets ohne Parfüm und Wofacutan - ein altes DDR-Produkt.

    Schuppenflechte und ihre Behandlung allgemein

    "Die Schuppenflechte ist eine Bombe", so Dr. Elisabeth Rowe. "Sie schlummert in einem und kommt durch einen Auslöser von außen zum Ausbruch."

    Behandelt wird sie mit

    • Kortison (innerlich und äußerlich)
    • Dithranol (äußerlich)
    • Teer (äußerlich)
    • Salicylsäure (äußerlich)
    • Harnstoff (äußerlich)
    • Calcipotriol (äußerlich)
    • Fumarsäure (innerlich)
    • Retinoide (innerlich und äußerlich)
    • MTX (innerlich)
    • Ciclosporin (innerlich und äußerlich)
    • Biologika
    • physikalischen Therapie (Interferenzstrom, UVA-, UVB-, PUVA-Bestrahlung, Klimakuren)

    Die Therapien im Einzelnen

    Kortison

    Vorteile Nachteile
    wirkt schnell nur zeitlich begrenzt anzuwenden
    einfach anzuwenden, komfortabel höhere Infektionsgefahr
    kann auch bei und gerade in der Schwangerschaft genutzt werden Hautverdünnung
      systemische Effekte (auf das Innere des Körpers) bei großflächiger Anwendung (Nebennierenrinde wird aufgeschwemmt)
      Behaarung nimmt zu
      man wird dicker
      Rebound-Phänomen (starkes Aufflammen der Psoriasis nach dem Absetzen) möglich

    Möglich ist auch eine Kombinationstherapie. Dann wird drei Tage die Kortisoncreme verwendet und vier Tage eine Salbe oder Creme ohne Kortison.

    Wichtig: Nach langem Gebrauch sollte man Medikamente mit Kortison immer "ausschleichen". Das heißt: Die Therapie wird langsam abgesetzt, nicht auf einmal. Die Creme oder Salbe wird also immer seltener genommen.

    Harnstoff

    Vorteil: keine Nebenwirkungen

    Beispielmittel: Nubral, Basodexan

    Teer

    Vorteil:

    • keine schlimmen Nebenwirkungen
    • über die Konzentration gut steuerbar
    • in der Schwangerschaft nutzbar

    Nachteil:

    • färbt
    • riecht

    Zusatz:

    • Kombination mit UVB-Bestrahlung möglich
    • Krebsgefahr eher gering; seit 1920 (als Teer erstmals eingesetzt wurde) kein einziger Fall
    • verschreibungspflichtig

    Dithranol (Cignolin)

    Vorteile:

    • keine schlimmen Nebenwirkungen
    • über Konzentration gut steuerbar
    • in der Schwangerschaft nutzbar

    Nachteil: färbt alles, mit dem es in Berührung kommt

    Salicylsäure (zum Schuppenlösen)

    Nachteil:

    • Resorption (Körper nimmt es zu gut auf) - giftig für Nieren; also nicht großflächig anzuwenden
    • nicht für Kinder geeignet

    Calcipotriol (Vitamin D3)

    Beispielpräparate: Daivonex, Curatoderm

    Vorteil:

    • einfache Anwendung
    • komfortabel
    • auch als Lösung z.B. für die Ohren zu haben

    Nachteil:

    • nur zeitlich begrenzt einsetzbar
    • nicht großflächig einsetzbar - an Händen und Füßen aber problemlos
    • wegen Einfluss auf den Knochenstoffwechsel nicht ewig einsetzbar

    Fumarsäureester

    Vorteil:

    • einfache Anwendung
    • auch bei Gelenkerscheinungen einsetzbar
    • auch im entzündlichen Stadium einsetzbar

    Nachteil:

    • kann die Niere angreifen (ein Todesfall beschrieben); Nierenwerte müssen kontrolliert werden
    • Blutbild muss kontrolliert werden

    Medikamente: Fumaderm und Skilarence

    Retinoide

    Vorteil:

    • einfache Anwendung
    • auch bei Gelenkerscheinungen einsetzbar
    • auch im entzündlichen Stadium einsetzbar

    Nachteil:

    • kann die Niere angreifen; Nierenwerte müssen kontrolliert werden
    • Blutdruck kann steigen
    • in der Schwangerschaft nicht einsetzbar
    • kann die Schleimhäute angreifen

    Medikament: Neotigason

    MTX

    Vorteil:

    • auch bei Gelenkerscheinungen einsetzbar
    • auch im entzündlichen Stadium einsetzbar

    Nachteil:

    • Blutbild muss kontrolliert werden
    • Leberwerte müssen kontrolliert werden
    • in der Schwangerschaft nicht einsetzbar

    Ciclosporin A

    Beispielpräparate: Sandimmun (innerlich), Tacrolimus (äußerlich)

    Vorteil:

    • einfache Anwendung
    • auch bei Gelenkerscheinungen einsetzbar
    • auch im entzündlichen Stadium einsetzbar

    Nachteil:

    • Blutbild muss kontrolliert werden
    • Leberwerte müssen kontrolliert werden
    • in der Schwangerschaft nicht einsetzbar
    • Blutdruckwerte müssen kontrolliert werden
    • Krebsrisiko
    • Schleimhautwucherungen möglich

    Interferenzstrom

    Vorteil:

    • einfach anzuwenden
    • auch im entzündlichen Stadium einsetzbar
    • auch in der Schwangerschaft einsetzbar

    Nachteil:

    • zeitaufwendig
    • 2x/Tag Anwendung nötig, und das an jedem Tag

    UV-Bestrahlung

    Vorteil:

    • einfach anzuwenden
    • auch im entzündlichen Stadium einsetzbar
    • in der Schwangerschaft eingeschränkt einsetzbar (nur PUVA lokal)
    • so gut wie keine Nebenwirkungen

    Nachteil:

    • zeitaufwändig
    • Kosten

    Zusatz: Neu sind Bestrahlungsgeräte zum Mieten - damit kann man die Wirkung gut testen.

    Klimakuren

    Vorteil:

    • einfach anzuwenden
    • auch in der Schwangerschaft einsetzbar
    • so gut wie keine Nebenwirkungen

    Vor- und Nachteil:

    • psychosoziale Aspekte

    Nachteil: Kosten

    "Chronisch Kranke sind in Deutschland schlecht behandelt."

    Quelle: Vortrag von Dr. Elisabeth Rowe, niedergelassene Dermatologin in Berlin-Zehlendorf (Internetseite der Praxis: www.dermatologischeszentrum.berlin


    Über die Autorin

    Claudia Liebram ist Journalistin in Berlin. Ihre Psoriasis begann, als sie drei Jahre alt war. Sie absolvierte den Masterstudiengang "Consumer Health Care" an der Berliner Charité.

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    Hallo Elfi, ich kann alle Symptome unterschreiben, die du beschreibst. Kann kaum laufen und schlurfe daheim mit Gummischuhen herum, was meinen Füßen leider auch nicht gut tut. Die Risse klebe ich jeden Morgen zu, damit ich meine Schuhe tragen kann und mit dem Hund laufen. Aber es geht jetzt schon ein dreiviertel Jahr, dass es so schlimm ist und heute habe ich erst die Diagnose bekommen. Wie geht es dir inzwischen?

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    Hallo. Ich habe die Schuppenflechte am Fuß seid cirka 7 Jahren. Bis Ende letzten Jahres war es mit verschiedenen Salben erträglich. Nun habe ich die Schuppenflechte auch an den Handinnenflächen. Ich war auch schon in der Klinik. Dort wurde gesalbt und auch die Puva Behandlung gemacht. Doch kaum war ich wieder zu Hause ging alles von vorne an. Nun bekomme ich zusätzlich MTX Spritzen. Leider bisher ohne Erfolg..... Weiß mir auch keinen Rat mehr. Gehe demnächst zum Heilpraktiker.

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    Hallo und guten Tag alle zusammen

    Ich möchte doch nun auch gerne meine Erfahrung mit pustolosis weitergeben.

    Als es anfing war ich beim Hautarzt und der meinte das kommt vom Rauchen !?! (obwohl ich zu diesem Zeitpunkt seit drei Jahren nicht mehr geraucht habe) und hat mit (natürlich) Kortisonsalbe verschrieben.

    Ich hatte das Gefühl, dadurch ist es noch schlimmer geworden weil die Haut so dünn wurde. An den Händen war es "nur" unschön- aber an den Füssen tat es schon mächtig weh. Die komplette Hornhaut hat sich abgelöst und die Zehennägel wurden brüchig.

    Irgendwann erinnerte ich mich, das ich bei einer anderen Sache Eichenrinde als Keimtötend angewendet habe.

    habe mir daraufhin Eichenrindenextrakt aus der Apotheke besorgt und zuerst täglich, dann jeden zweiten tag und nach ca vier Wochen ein bis zweimal wöchendlich die Hände und Füsse ca zehn minuten darin gebadet.

    Weil durch den ständigen kontakt mit Wasser die Haut so trocken wurde, hab ich nach dem Bad die Hände und Füsse mit bepanthen Hautschutzsalbe und Neutrogena Körperlotion (zusammen)eingeschmiert. Ich bin der Meinung, wenn die Lotion einzieht nimmt sie den Wirkstoff von der Salbe mit.

    Nach kurzer Zeit kamen keine neuen Pusteln dazu und dann merkte ich das es langsam besser wurde.

    Mittlerweile bin ich seid SECHS JAHREN pustel-bzw beschwerdefrei. Auch meine Fusspflegerin ist begeistert von meinen Nägeln - die ich ja nicht mehr selbst schneiden- bzw pfegen konnte.

    Wenn ich mal daran denke, mache ich ein Fussbad mit eichenrinde, aber das kommt evtl im vielteljahres rhytmus vor.

    Da dieser Extrakt natürlichen Ursprung und dazu noch Keimtötend ist lohnt sich ein test - normalerweise kann es keinen schaden verursachen - jedenfalls keinen grösseren alsKortison und diverse Medikamente

    Dies ist nur meine ERFAHRUNG .- Ich möchte diese nur teilen

    ein jeder muss selbst entscheiden.

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    Marion 

    Ich habe seit 11 Jahren Psoriasis an den Händen , ich bin 68 Jahre alt .Was ich in der ganzen Zeit festgestellt habe, wenn ich Antibiotika oder Antidepressiva nehmen muss, ist die Psoriasis weg. Keine Risse ,keine Verdickungen,keine Schmerzen mehr…ich kann alles wieder machen..Handarbeiten ,Stricken oder Ähnliches .

    Sobald ich die Medikamente absetze , ist die Psoriasis innerhalb kürzester Zeit wieder präsent,und das immer schlimmer wie vorher. Also ich schlussfolgere ,das die Psoriasis mit dem Mikrobiom zusammenhängt.       

    Ich plane jetzt erstmal eine Darmsanierung und eine Diät ohne weißen Zucker und Weißmehl.

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