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Zwei medikamentöse Meilensteine gegen rheumatische Erkrankungen

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Kurz vorab woher ich das habe... Ich arbeite ur Zeit in einem größeren Pharma-Unternehmen und arbeite dort auch mit Ärzten zusammen. Die wissen von meiner PSA und ein Kollege hat mir dieses zugeschickt. Das dürfte hier für den einen oder anderen evtl. interessant sein. Vor allem der in rot markierte Teil:

 

DGRh-Kongresshighlights

Zwei medikamentöse Meilensteine gegen rheumatische Erkrankungen

Rheumatische Erkrankungen zählen zu den Volksleiden, viele Behand-lungsmöglichkeiten gibt es bislang jedoch nicht. Zwei neue Optionen - vorgestellt auf dem 45. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) vom 7. bis 9. September in Stuttgart - erweitern demnächst die Therapiechancen: Das vor der Zulassung stehende Tocilizumab bei der Riesenzellarteriitis und die kürzlich zuge-lassenen Janus-Kinase-Hemmer Tofacitinib und Baricitinib für Patienten mit rheumatoider Arthritis. Der ÄND ließ sich darüber vorab von Tagungspräsident Professor Dr. Bernhard Hellmich, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Rheumatologie und Immunologie an der Medius Klinik Kirchheim, genauer informieren.

Herr Professor Dr. Hellmich, beim diesjährigen DGRh-Kongress wird erstmals ein neuer Wirkstoff als Hoffnungsträger zur Behandlung der Riesenzellarteriitis vorgestellt. Was kennzeichnet das ja eher seltene Krankheitsbild?

Hellmich: „Die Rheumatologie braucht neue Therapieformen. Wir setzen daher große Hoffnungen in die kürzlich zugelassenen und kurz vor der Zulassung stehenden neuen Substanzen für Patienten mit rheumatoider Arthritis und Riesenzellarteriitis." © DGRh

 

Die Riesenzellarteriitis ist die in Nordeuropa häufigste Form einer autoimmunen Gefäßentzündung (Vaskulitis). Sie betrifft Menschen ab dem 50. Lebensjahr und verur-sacht häufig starke Kopfschmerzen, insbesondere im Bereich der Schläfen, Schmerzen der Becken- und Schultergürtelmuskulatur,  Kauschmerzen und nicht selten auch einen ungewollten Gewichtsverlust und Fieber. Als schwere Komplikationen können auch Sehstörungen bis zur Erblindung oder Schlaganfälle

auftreten.

 

Wie sieht die bisherige Therapie aus?

Patienten mit Riesenzellarteriitis erhalten bis dato überwiegend initial hochdosierte Glukokortikoide. Diese Behandlung ist in der Regel zunächst erfolgreich, aber durchaus kritisch zu bewerten. Denn Ergebnisse großer Kohortenstudien der letzten Jahre aus den USA und Italien zeigen, dass es bei bis zu 70 Prozent der Patienten im weiteren Verlauf zu Rückfällen kommt, sobald die Dosis der Glukokortikoide reduziert oder die Therapie ganz ausgeschlichen wird. Zudem entwickeln sich bei einem Teil der Patienten strukturelle Gefäßschäden, die dann beispielsweise bei Befall der Aorta zur Ausbildung von Aortenaneurysmen  führen. Der hohe langfristige Bedarf an Glukokortikoiden ruft zudem im Krankheitsverlauf therapiebedingte Folgeschäden hervor wie Osteoporose und Katarakt (,,grauer Star").

Mit Tocilizumab steht nun ein neuer Wirkstoff unmittelbar vor der Zulassung. Was kann er und welche Forschungsergebnisse liegen dazu vor?

 

Das zur Substanzklasse der Biologika zählende Tocilizumab blockiert den Rezeptor des Zytokins lnterleukin-6, eines Schlüsselmoleküls in der Pathogenese der Riesenzallarteriitis. Dadurch unterbricht der Wirkstoff die immunologische Reaktion, auf der die Gefäßentzündung basiert. Tocilizumab ist bereits seit einigen Jahren zur Therapie der Rheumatoiden Arthritis zugelassen und wäre nun auch das erste zugelassene Mittel zur Behandlung der Riesenzellarteriitis.

 

Die der Zulassungsempfehlung für die Riesenzellarteriitis zugrundeliegenden Ergebnisse der GiACTA-Studie wurden Ende Juli im New England Journal of Medicine erstmals publiziert. In der multizentrischen randomisierten placebo-kontrollieren GiACTA-Studie wurden 251 Patienten mit einer Riesenzellarteriitis über ein Jahr entweder mit Tocilizumab oder Placebo behandelt. Alle Patienten erhielten zudem Glukokortikoide, je nach Therapiearm über 26 oder 52 Wochen. Primärer Endpunkt war die anhaltende (rezidivfreie) Remission nach 52 Wochen bei komplettem Ausschleichen des Kortisons. Dieser primäre Endpunkt wurde in den beiden Tocilizumab-Therapiearmen  mit wöchentlichen beziehungsweise 14-tägigen Gaben signifikant häufiger erreicht (56 bzw. 53 Prozent) als in den beiden Placebo-Gruppen mit 26 bzw. 52 Wochen Glukokortikoidtherapie (14 bzw. 18 Prozent; P < 0.001). Der Kortisonverbrauch lag mit 1862 mg nach 52 Wochen in den Tocilizumab­ Gruppen nur etwa halb so hoch wie in den Placebo-Gruppen.

 

Gibt es Daten zur Verträglichkeit und zur empfohlenen Therapiedauer?

 

Schwere Nebenwirkungen traten unter der Therapie mit Tocilizumab nicht häufiger auf als unter Placebo. Einige Fragen wie zur notwendigen Therapiedauer und zur Verhinderung von Langzeitkomplikationen sind jedoch noch offen bei so einem „jungen" Wirkstoff. Dennoch betrachte ich die Ergebnisse der GiACTA-Studie und die Zulassungsempfehlung als einen weiteren Meilenstein in der Versorgung von Patienten mit einer Riesenzellarteriitis.

 

Auch für Patienten mit rheumatoider Arthritis gibt es neue Behandlungsoptionen - JAK-Inhibitoren wie Tofacitinib und Baricitinib, die die Januskinasen 1 und 3 hemmen. Wo setzen diese Wirkstoffe an?

 

Januskinasen (JAK) sind an der Weiterleitung gleich mehrerer Zytokine beteiligt - darunter Typ-1-lnterferon, Interferon-gamma und die lnterleukine 2, 4, 6, 7, 9, 12, 15, 21, 23 und 27. Die Blockade der Januskinasen verspricht deshalb eine breite immunsupprimierende Wirkung. Anders als Biologika fangen JAK-Inhibitoren wie Tofacitinib und Baricitinib die Zytokinsignale nicht im Extrazellulärraum, sondern intrazellulär ab. Da sie die Signalweiterleitung gleich mehrerer Zytokine beeinflussen, erhoffen wir uns einen größeren Effekt auf Zytokin­ vermittelte Entzündungs- und Immunprozesse der rheumatoiden Arthritis.

 

Welche Vor- und Nachteile bieten diese beiden neuen Medikamente für die Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis? Und welche neuen Chancen eröffnen sie?

 

 

 

Die bis dato publizierten Studiendaten z.B. aus einer vergleichenden Studie zwischen dem zu den Biologika zählenden TNF-alpha-lnhibitor Adalimumab und dem JAK-Inhibitor Baricitinib deuten auf eine etwas bessere klinische Wirksamkeit von JAK-Inhibitoren im Vergleich zu Biologika hin. Zudem zeigte sich bei nicht oder kaum behandelten Patienten eine signifikant bessere Wirksamkeit einer Monotherapie mit Baricitinib im Vergleich zu Methotrexat, was für eine Monotherapie mit TNF-alpha-lnhibitoren  so nicht beobachtet werden konnte. Dies ist vor allem für die Behandlung von Patienten wichtig, die eine Methotrexattherapie nicht vertragen oder aufgrund von Begleiterkrankungen nicht erhalten können. Ein weiterer Vorteil ist die einfache orale Gabe ein oder zweimal täglich im Gegensatz zur subkutanen oder intravenösen Verabreichung der Biologika.

 

Wie sieht es mit der Verträglichkeit und Erfahrungswerten aus?

 

Das Nebenwirkungsprofil bewegt sich etwa auf dem Niveau der Biologika. Das Risiko für schwere Infektion ist somit auch bei den JAK-Inhibitoren etwas erhöht. Herpes-Infektionen wurden unter Therapie mit JAK-Inhibitoren häufiger beobacht als in Studien mit Biologika. Im Gegensatz zu den Biologika, zu denen in den letzten 15 Jahren umfassende Sicherheitsdaten in großen nationalen Registern erhoben wurden, sind die Erfahrungen mit den JAK-Inhibitoren noch begrenzt und beschränken sich derzeit überwiegend auf Follow-Up-Beobachtungen der Patienten aus den Zulassungsstudien.

 

Wir Rheumatologen setzen große Hoffnungen in diese neue Medikamentenklasse - speziell für bislang nicht gut zu therapierende Patienten.

 

Gibt es Patienten mit rheumatoider Arthritis, für die sich die neuen JAK-Hemmer besonders empfehlen?

 

 

Von einer Behandlung mit JAK-Inhibitoren können vor allem jene Patienten profitieren, die bei schwerem Erkrankungsverlauf nicht ausreichend auf eine Therapie mit Biologika angesprochen haben - insbesondere dann, wenn eine Kombination mit Methotrexat aufgrund von Komorbiditäten oder Unverträglichkeiten nicht möglich ist. Auch die orale Darreichungsform kann ein Pluspunkt sein, beispielsweise für Patienten mit Spritzenphobie

 

 

 

 

 

 

30.08.2017 14:00:00, Autor: Jutta Heinze, © änd Ärztenachrichtendienst Verlags-AG Quelle:  https://www.aend.de/article/180752

 

 

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Cherio

uii .... und dieser Artikel darf so einfach veröffentlicht werden? Und wenn ja (ich habe meine Bedenken:-) ) - mit welchem Ziel?

viele Grüße

Cheerio

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sia

Na ja, warum sollte das nicht hier eingestellt werden? Hat doch ordentlich eine Quellenangabe dabei.

Und 'JAKs' sind schon eine Weile in der Erprobung - eben auch für Psoriasis. Das letzte was ich gelesen hatte war die dritte Phase der klinischen Prüfung. Dass Tofacitinib jetzt auf den Markt kommt ist schon interessant.  

Danke @devi67 für die  Info

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devi67
vor 12 Stunden schrieb sia:

Na ja, warum sollte das nicht hier eingestellt werden? Hat doch ordentlich eine Quellenangabe dabei.

Und 'JAKs' sind schon eine Weile in der Erprobung - eben auch für Psoriasis. Das letzte was ich gelesen hatte war die dritte Phase der klinischen Prüfung. Dass Tofacitinib jetzt auf den Markt kommt ist schon interessant.  

Danke @devi67 für die  Info

Gerne Sia. 

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devi67

Cherio dieses wird eh nächste Woche auf dem Kongress veröffentlicht. Ich habe mich auch beim Kollegen rückversichert, ob ich es hier posten darf. Er hat es bejaht.

Du fragst zu welchem Zweck.... ich habe mit Absicht auf die in rot markierten Absätze hingewiesen und da ist es erklärt.

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