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Den ersten Pen gesetzt


Oolong

10.108 Aufrufe

Heute morgen habe ich zum ersten mal das Infliximab, nicht als Infusion sondern mit dem Pen verabreicht bekommen.  

Ich war gestern so aufgeregt, dass ich darüber nicht einschlafen konnte. So bin deshalb übermüdet zur MVZ nach Flensburg gefahren. Die Einweisung, die es geben sollte, war sehr spartanisch. Das lief in etwa folgender maßen: Die Einstichstelle am Oberschenkel desinfizieren. Die Nadelschutzkappe abmachen. Den Pen aufsetzen und ihn gegen den Oberschenkel drücken, bis ein Klickgeräusch zu hören ist. Dabei erfolgte ein Stich und es brannte etwas. Dann warten, bis das zweite Klickgeäusch zu hören ist. Danach den Pen absetzen. Danach musste ich mich noch 15 Minuten im Wartezimmer setzen, wegen möglicher Unverträglichkeitsreaktionen – Fertig. – Die ganze Prozedur wird in vierzehn Tagen, noch einmal in der Praxis wiederholt. Dann kann ich mir das Medikament selbst verabreichen.

Puh, und dafür die ganze Aufregung. – Naja, eigentlich nicht ganz:

Ich bekomme das Infliximab wegen meiner Colitis Ulcerosa. (Die Pso wird in durch das Infliximab in einem Aufwasch mit behandelt.) Vor zehn Jahren hatte ich CU-Schübe, die waren so schlimm, dass sie mich jedes mal ins Krankenhaus beförderten. So kamen in zwei Jahren sieben Krankenhausaufenthalte zusammen. Einmal lag ich sogar auf der Intensivstation. Wenn mich Erinnerungen in Angst und Schrecken versetzen können, dann ist es bestimmt der Gedanke an diese zwei Jahre, denn ich war permanent krank oder rekonvaleszent. Ein normales oder geregeltes Leben war unmöglich. Wenn es jetzt, durch den Wechsel von der Infusion auf dem Pen, zu einem Therapieversagen käme, dann wäre es für mich schrecklich. Deshalb die Aufregung. – Aber warten wir mal ab.

Was mich heute beeindruckte war, wie schnell ich fertig war. Die Infusion dauert deutlich länger. Mit Wartezeiten ist der ganze Vormittag weg. – Was heute im Gegensatz zur Infusion fehlte, ist die nachfolgende Müdigkeit und Benommenheit, die mich sonst den Rest des Tages begleitete. Auch am Folgetag war ich meisten recht schlapp. Heute war nichts davon zu spüren. Ich erwarte auch nichts dergleichen für dem morgigen Tag. In der Apotheke bekam ich den Tipp, mir das Medikament am besten abends zu verabreichen, dann würde ich evtl. auftretende leichte Nebenwirkungen verschlafen können. Das werde ich zukünftig auf diese Weise machen. – So gesehen, empfinde ich die Situation jetzt, wenn sie bleibt als enorme Erleichterung.

5 Kommentare


Empfohlene Kommentare

GrBaer185

Geschrieben

Hallo Oolong,

Du schreibst: "Dann warten, bis das zweite Klickgeäusch zu hören ist. Danach den Pen absetzen."
Ich soll bei meinem Cosentyx Fertigpen nach dem zweiten Klicken immer noch etwas warten, bis sich der Kolben nicht mehr bewegt und erst dann den Pen absetzen. Ich weiß jetzt nicht, wie genau es im Beipackzettel beschrieben ist.

"Was heute im Gegensatz zur Infusion fehlte, ist die nachfolgende Müdigkeit und Benommenheit, die mich sonst den Rest des Tages begleitete. Auch am Folgetag war ich meisten recht schlapp. Heute war nichts davon zu spüren. Ich erwarte auch nichts dergleichen für dem morgigen Tag."
Ein Unterschied zur Infusion ist halt die Zeitspanne bis die höchste Blutplasmakonzentration des Biologikums erreicht wird. Bei der Infusion ist dies der Zeitpunkt des Infusionsendes.
Wie lange dauerten die Infusionen bei Dir?
Bei subcutaner Injektion wird das Biologikum mehr oder weniger schnell aus dem (Fett-) Gewebe resorbiert und das Plasmamaximum des Biologikums tritt erst zwei, drei Tage später auf.
Bei gleicher Wirkstoffmenge in Infusion und Pen, erreicht entsprechend die Infusion einen höheren Wirkstoffpeak, beim Pen ist die "Wirkstoffkurve" im Serum abgeflacht.
Wie sich dies auf den Therapieerfolg auswirkt kann ich nicht sagen.
Auf meine Überlegungen in meinem Cosentyx-Blog habe ich Dich, glaube ich, schon mal hingewiesen:

Cosentyx® - Dosierung, Halbwertszeit und pharmakokinetische Eigenschaften - Cosentyx® (Secukinumab, AIN457) - Psoriasis-Netz

und

Individuelle Therapie-Optionen und -Optimierung mit Secukinumab (Cosentyx®) - Cosentyx® (Secukinumab, AIN457) - Psoriasis-Netz

Ich denke, für Dich kann es sich lohnen, sich mit den Unterschieden in der Pharmakodynamik näher zu befassen. Ein erster Ansatzpunkt dafür wären die Fachinformationen (nicht Beipackzettel) von Infusion und Pen, die beide im Internet zu finden sein sollten.

Die Informationen daraus sollten eine gute Grundlage für eine Therapiebesprechung mit Deinen Ärzten sein. Bei Deiner Krankheitsgeschichte ist wahrscheinlich Behutsamkeit bei Therapieänderungen sinnvoll.

Ich bin gespannt auf Deine weiteren Berichte und wünsche guten Erfolg! 

 

Oolong

Geschrieben

@GrBaer185,

Zitat

Ich soll bei meinem Cosentyx Fertigpen nach dem zweiten Klicken immer noch etwas warten, bis sich der Kolben nicht mehr bewegt und erst dann den Pen absetzen. Ich weiß jetzt nicht, wie genau es im Beipackzettel beschrieben ist.

Richtig, ich habe im Beipackzettel nachgeschaut, man soll nach dem 2. Klick langsam bis fünf zählen und dann den Pen absetzen. 

Zitat

Wie lange dauerten die Infusionen bei Dir?

Etwa zwei Stunden, manchmal auch etwas länger. - Dazu kommen aber noch Wartezeiten und ein kurzes Gespräch mit dem Arzt. Daraus wurden dann insgesamt 4 Stunden.  - Naja, das finde ich eigentlich nicht so furchtbar schlimm. Übel war es für meinen Mann, der mal während eines Lockdowns in Kiel fast die ganze Zeit im Auto gewartet hat. Es war damals auch noch kalt. - Seit dem war mir klar, dass sich an der gesamten Situation etwas ändern muss.

 

Zitat

Bei gleicher Wirkstoffmenge in Infusion und Pen, erreicht entsprechend die Infusion einen höheren Wirkstoffpeak, beim Pen ist die "Wirkstoffkurve" im Serum abgeflacht.

Mein Mann und ich hatten dazu eine lustige Analogie: Wir hatten die Infusion mit den Konsum einer ganzen Flasche Korn verglichen. Das Ergebnis bei dieser Alkoholmenge auf einmal ist, dass man durch die plötzlich hohe Menge des Stoffs im Blut, eine Alkoholvergiftung hat. - Das wäre wenigsten bei mir zu erwarten 🤪😵🥴🤮. Trinkt man aber über einen Monat verteilt den Korn, dann hat hat man zum einem eine gleichmäßige Wirkstoffmenge im Blut, zum anderen ist der Schnaps deutlich bekömmlicher. - So ähnlich habe ich erwartet, dass die Applikation mit dem Pen deutlich weniger Nebenwirkungen hat. (Heute geht es mir auch noch gut.)

Die Kurven von Dir habe ich mir angeschaut. Die entsprachen denen , die ich vor längerer Zeit mal auf einem Arzt-Patienten-Seminar gesehen hatte.

Zitat

Ich denke, für Dich kann es sich lohnen, sich mit den Unterschieden in der Pharmakodynamik näher zu befassen. Ein erster Ansatzpunkt dafür wären die Fachinformationen (nicht Beipackzettel) von Infusion und Pen, die beide im Internet zu finden sein sollten.

Die Informationen daraus sollten eine gute Grundlage für eine Therapiebesprechung mit Deinen Ärzten sein. Bei Deiner Krankheitsgeschichte ist wahrscheinlich Behutsamkeit bei Therapieänderungen sinnvoll.

Das werde ich mir wahrscheinlich über die Weihnachtsfeiertage mal anschauen. - Meine Ärzte lieben mich dafür, dass ich mir alles Mögliche durchlese. Ernsthaft: Mir ist bis jetzt ganz selten eine Arzt begegnet, der sich darüber gefreut hat, dass ich gut informiert bin.

Danke für Dein Interesse 

LG Oolong

  • Danke 1
Claudia

Geschrieben

Hallo @Oolong

schön, zu lesen, dass das erste "Pennen" schon mal gut verlaufen ist.

Ich spritze mir jetzt wieder Cosentyx, bin noch in der (Wieder-)Aufbauphase, die jäh vom Boostern unterbrochen wurde. Diesmal hatte ich zum ersten Mal einen großen blauen Fleck an der Einstichstelle. Aber ansonsten habe ich mich an diese Form des Spritzens gut gewöhnt.

  • Like 1
Oolong

Geschrieben

@Claudia,

mir nachte eine heftige Weihnachtsträgheit zu schaffen. Von daher gibt es erst jetzt meine Antwort. - Zunächst musste ich nachschauen, was Cosentyx ist. Ich bin halt neugierig. 

Ja, einen blauen Fleck habe ich beim ersten mal auch bekommen. Mein Mann ist Diabetiker, er sticht sich mit seinem Insulin-Pen mehrmals am Tag. Von daher ist das für mich ein gewohnter Anblick, das gilt für das Stechen aber auch für die blauen Flecke. Trotzdem ist es am eigenen Körper etwas anderes. - Das ist komisch, denn mein Hobby ist das Schneidern. Was glaubst Du wie oft ich mich beim Zuschneiden in den Finger steche? In meinem Nähzimmer gibt es immer Pflaster 😄 und dann stelle ich mich bei dem Pen so an... 

Hast Du wegen dem Boostern die Mediation absetzen müssen? - Das ist übrigens ein guter Hinweis. Ich sollte wenn die 4. Corona-Spritze notwendig wird (damit rechne ich fest) den Arzt unbedingt fragen, wie ich damit verfahre. 

GrBaer185

Geschrieben

Am 5.1.2022 um 18:27 schrieb Oolong:

Hast Du wegen dem Boostern die Mediation absetzen müssen? - Das ist übrigens ein guter Hinweis. Ich sollte wenn die 4. Corona-Spritze notwendig wird (damit rechne ich fest) den Arzt unbedingt fragen, wie ich damit verfahre. 

Im Allgemeinen wird empfohlen Impfungen in der Mitte des Intervalls zwischen zwei Biologikum-Spritzen zu verabreichen. Bei mir hat es sich glücklicher Weise ergeben, dass ich einen Booster-Termin drei Wochen nach meiner letzten Cosentyx-Spritze angeboten bekam. Ich warte nach dem Booster nun nochmal drei Wochen und verlängere so mein Intervall zwischen den Cosentyx-Spritzen auf sechs Wochen (normal wären vier). Dies hatte in der Vergangenheit bei anderen Impfungen keinen gravierenden Einfluss auf meine Psoriasis.

  • Danke 1

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