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shari

Capsaicin - Salbe (Pfefferschote)

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shari

Im TV habe ich per Zufall bei einem Bericht über Chilischoten erfahren, dass der pfefferige Wirkstoff der Schote, das Capsaicin, auch bei Psoriasis helfen soll / kann.

Daraufhin habe ich gegoogelt und folgenden Bericht gefunden:

Zitat

• Von Professor Matthias Augustin, einem der rennomiertesten deutschen Experten für Hautkrankheiten, steht geschrieben:

"Bei stark juckender, jedoch nicht wunder Haut kann auch versuchsweise ein Extrakt der Pfefferschote (Capsaicin) eingesetzt werden. ... Capsaicin-Salbe kann zusammengemischt oder als Fertigpräparat mit 0,05 Prozent Capsaicin bezogen werden. Anfangs muss diese Konzentration meist verdünnt werden. ... Zahlreiche gut kontrollierte Studien und eine Metaanalyse liegen auch zur Behandlung der Psoriasis mit Capsaicin vor. Capsaicin-haltige Zubereitungen (meist 0,025-prozentig) können hier besonders bei juckenden Formen der Plaque-Psoriasis eingesetzt werden, bedürfen aber ebenfalls einer guten Steuerung."

(Quelle: http://www.tellmed.c...hp?file_id=1436)

• Die Pharmazeutische Zeitung verrät, was der Hautarzt auf das Rezept schreiben muss:

Rp.: 2,5 g Extractum Capsici 1 Prozent in Unguentum Leniens ad 100 g

(Quelle: http://www.pharmazeu...05-15/titel.htm)

• Der MDR schreibt unter der Überschrift "Behandlung von altersbedingtem Juckreiz der Haut"

Begonnen wird mit einer 0,025%igen Zubereitung, danach wird der Capsaicingehalt langsam auf 0,1% gesteigert.

Rezeptur Capsicumextrakt in kühlender Salbe (Apotheke)

Extractum Capsici 1% 2,5g

Unguentum leniens ad 100,0g

Die hier verwendete kühlende Salbe (Unguentum leniens) eignet sich auch ohne Caspicumextrakt zur Behandlung des chronischen Juckreizes. Sie wird ohne jegliche Konservierungsstoffe hergestellt und ist sehr gut verträglich.

(Quelle: http://www.mdr.de/ha...nd-2160364.html)

Mein Apotheker war so lieb und hat mir die Salbe angemischt mit 0,025 % Capsaicin.

Sie muss im Kühlschrank aufbewahrt werden und ist nur ca 4 Wochen haltbar, da keine Konservierungsstoffe.

Ich behandele Handinnenflächen und Steißbeinbereich, und bin gespannt, was sich so tut.

Meine Handflächen einschließlich der inneren Daumenballen waren bisher trotz laufenden Eincremens mit ureahaltigen Salben (Daivobet hängt mir zum Hals raus!) ständig trocken und schuppten sich blutig.

Einmal Händereiben, und ein silbriger Schuppennebel schwebt durch die Gegend... na, Ihr kennt das ja sicher.

Seit 3 Tagen nun trage ich die Capsaicinsalbe 2x täglich dünn auf die befallenen Gebiete auf, und stellte schon am 2. Tag fest, dass die Haut an den Händen "ledriger" ist - d.h. sie schuppt nicht mehr silbrig.

Auch lösen sich größere Plaques leichter ab - bzw. lassen sich leichter ablösen - ich gebe ja zu, ich ziehe dran... *lach*.

Und diese dann wunden Stellen sind auch nicht mehr lange offen, sondern (wei soll ich das jetzt beschreiben???) bilden schnell eine feste, dünne Hautschicht - das Problem mit den Verkrustungen und Verspannungen ist erst einmal vom Tisch.

Um es mal laienhaft auszurücken - ich hab das Gefühl, die ganze Hautpartie ist "widerstandsfähiger" geworden.

Der Juckreiz hat merklich nachgelassen.

Beim Auftragen auf die Haut spüre ich ein leichtes Brennen, welches ich aber nicht einmal als unangenehm empfinde.

Eher so, wie eben ein mit gutem Chili gewürztes Gericht - aber noch im Toleranzbereich des europäischen Gaumens.

Es lässt auch nach wenigen Minuten völlig nach.

Und ist - meiner Empfindung nach - um vieles angenehmer als dieser nervige Juckreiz.

Ich habe daraufhin auch mal mutig eingerieben, obwohl da die eine oder andere Stelle noch offen war - und muss sagen, dass manche aseptische Tinktur wesentlich!!! unangenehmer ist.

Aber das ist sicher eine sehr subjektive Wahrnehmung.

Ich werde jetzt mal auf 3x täglich einreiben erhöhen...

Bin gespannt, wie es weiter geht.

Hat jemand von Euch damit schon Erfahrung?

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Claudia

Hallo Herr Dr. Klein,

ich habe diese ältere Frage mal ins Expertenforum gestellt. Kennen Sie Capsaicin in dieser Form? Was halten Sie davon?

Und was empfehlen Sie Ihren Patienten gegen Juckreiz?

Es grüßt

Claudia

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Dr.Klein

Hallo, Claudia,

alle unspezifischen Hautreizungen können zur Behandlung der Psoriasis eingesetzt werden, so ja auch eines der ältesten Mittel - Cignolin. Capsaicin wirkt - vereinfacht ausgedrückt - über Ablenkung der Nerven juckreizlindernd und wird bei vielen juckenden Hauterkrankungen verordnet. Die Wirkung ist teilweise sehr gut. Da es bessere Salben gibt, würde ich nur behandeln bei hartnäckigem Juckreiz. Auch hier gilt wieder: Ausprobieren.

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