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ClydeFrosch

Wie dreist...

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ClydeFrosch

Man man man, ich muss mir ja gerade mal meinen Frust von der Seele schreiben.

Ich bin vor einigen Wochen umgezogen und brauchte daher natürlich auch einen neuen Hautarzt. Also habe ich mir einen herausgesucht und bin ohne Termin hingefahren, die Arzthelferin war auch super nett und alles gut.

Bis es zum Arzt herein ging:

Dieser fragte natürlich was ich habe, ich erzählte ihm, dass ich seit ~14 an Schuppenflechte leide und wegen des Umzugs nun einen neuen Arzt brauche. Er fragte nach der bisherigen Therapie und ich sagte, dass ich bisher durch Psorcutan Beta, Psorcutan und Xamiol behandelt wurde.

Dann kam die Predigt zu Kortisonhaltigen Mitteln, dass diese nicht zur Daueranwendung geeignet seien, worauf ich entgegnete, dass ich das Psorcutan Beta / Xamiol nur bei Schüben anwende oder ein- zwei mal wöchentlich, um den Behandlungserfolg zu erhalten.

Ohne sich anzuschauen, wie viel von der Haut befallen ist, wurde ich gebeten nur eben eine Stelle zu zeigen, welche natürlich am Arm sichtbar war ; mir wurde das Rezept geschrieben. "Eine große Psorcutan und einmal Xamiol in klein, dass da gleich die Fronten geklärt sind. Und wenn sie mehr brauchen können Sie sich gerne ein grünes Rezept abholen und selber zahlen. Ab Januar gibt's dann wieder ein Kassenrezept pro Quartal."

Innerlich habe ich natürlich gekocht, aber erst einmal nichts gesagt. Das kann's doch nicht sein, Gesundheitssystem hin oder her - aber gerade jetzt im Winter reicht eine 120 Gramm Tube / Quartal bei Leibeswillen nicht hin. Soll ich jetzt 0,66 Gramm / Cremen abwiegen und mir Nanopartikelweise die Creme auftragen bzw. selber draufzahlen nur um halbwegs erscheinungsfrei zu sein? So viel steht mir bei 2 mal täglich schmieren im Zeitraum von drei Monaten nämlich zur Verfügung.

Es wird an so vielen Ecken das Geld aus dem Fenster geworfen, ob nun zur Behandlung von Folgen des Rauchens, Alkoholismus etc. Kein Frage, diesen Leute muss auch geholfen werden, aber Psoriasis ist nunmal keine selbstverschuldete Krankheit, die ich mir freiwillig ausgesucht habe.

Das war auf jeden Fall in der Praxis mein letzter Besuch, jetzt geht nur die Suche nach einem neune Arzt weiter. :(

Aber so etwas dreistes ist mir heute wirklich zum ersten Mal unter die Augen gekommen.

Lg

ClydeFrosch

Edited by ClydeFrosch

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charly-chicken

Hallo Clyde,

ja, das sind die "üblichen" Erfahrungen, die man in unserem Gesundheitssystem macht. Ich bin über die vielen Jahre meiner (durch die Unwissenheit und Inkompetenz von Ärzten so schlimm gewordenen ) Krankheiten - und eine inzwischen vorliegende Medi-Unverträglichkeit der üblichen Mittel - gezwungen, mir die meisten meiner Therapien und Medikamente selbst zu bezahlen - es kommen Jahr für Jahr zwischen 3000 und 6000 Euro zusammen. Was könnte man mit dem Geld alles Schönes anstellen, stattdessen muss man überlegen, wie man das alles bezahlen soll.

Selbst bei der PSA geht es so: Erst meinte der Rheuma-Doc "Sie haben alles Recht der Welt, Physiotherapie zu verlangen" - nach 3 "erkämpften" Verordnungen hieß es: "Das ist das letzte Rezept - meine Praxis ist mit 150.000 Euro über dem Budget" .

Es wird Dir also nicht viel bringen, aus diesem Grund den Arzt zu wechseln (es sei denn, Du bist auch mit seiner Behandlung unzufrieden - und so wie es sich liest, ist er ja auch nicht sehr hilfreich) - alle anderen machen es nämlich genauso.

Trotzdem wünsche ich Dir, dass Du eine optimale Lösung für Dich findest! Aber es halt alles relativ. Ich bin schon froh, wenn ich Linderung habe - dafür muss ich halt in den "finanziellen" sauren Apfel beißen...

Liebe Grüße

Charly-chicken

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Graf Duckula

Hallo ClydeFrosch!

Ich bin absolut neu hier und habe in Bezug auf Psoriasis eigentlich noch nicht viel zu sagen. Mein erster wirklicher Arzttermin diesbezüglich steht erst Anfang November an. Übrigens auch bei einem neuen Hausarzt, da mein bisheriger in diesem Sommer in Rente gegangen ist. Allerdings war das eine Doppelpraxis und somit kenne ich den Neuen doch schon ein wenig. Ich glaube nicht, dass er so drauf ist wie dieser „Arzt“ von dem Du da zu Recht wütend berichtest. Zumindest hoffe ich das doch sehr.

So geht es natürlich nicht. Deine Entscheidung da nicht wieder hinzugehen ist unzweifelhaft richtig. Letztlich muss man zu einem Arzt auch Vertrauen aufbauen können und unter diesen Umständen ist das natürlich unmöglich.

Sicherlich haben wir kein optimales Gesundheitssystem aber das gibt keinem Arzt das Recht unhöflich oder sogar unverschämt zu sein. Wenn er sein Budget überschritten hat, dann darf er seinen Ärger über die Budgetierung nicht am Patienten auslassen. Dem kann er allenfalls seine Situation kurz entschuldigend erklären.

Wer aber gleich „Fronten klären will“, der steht in deutlicher Opposition zu seinem Patienten. Daraus kann sich niemals ein vertrauensvolles Verhältnis entwickeln.

Gruss

Duckula

äh, ich meine:

Graf Duckula (so viel Zeit muss sein)

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Fuchs

Hallo Clyde,

frech, das muß ich sagen, wenn ich das so lese. Da ich ja schon sehr viele schlechte Erfahrungen gesammelt habe, bin ich auch viel schneller dazu bereit, der Kassenärztlichen Vereinigung mitzuteilen, wenn ein Arzt Grund zur Unzufriedenheit gibt.

Wie oft müssen wir uns sagen lassen, die PSO ist doch nur ein Hautpflegeproblem, eine Wortwahl, die das Gesundheitsministerium zur Reform des Ges. Systems verwandte, um die Betroffenen zu zwingen, zu Selbstzahlern zu werden. Manche Hautärzte werden geradezu dreist in ihren Antworten: "Das ist nur ne Allergie", weil ja der Allergietest dem Doc richtig Kohle in die Kasse spült, ein Rezept aber das Budket belastet. Sich die Mühe machen, der Kasse mitzuteilen, der Patient sei chronisch krank und auf die Behandlung angewiesen, wird durch die Kassen selbst untergraben, weil ettliche Formulare auszufüllen sind.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Suche nach einem neuen Hautarzt. Es wird schwer werden, bei einem Ges. System, was allen Fachärzten derartige Sparzwänge aufdrängt, daß Einige lieber ihre Praxis verkaufen, und sich als Klinikarzt anstellen lassen.

Alles Gute für dich

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ClydeFrosch

Danke für eure Antworten, also bin ich nicht der einzige, der mal eben so abgespeist wird :/

Ich bin derzeit noch am überlegen noch einmal mit ihm das Gespräch zu suchen, ansonsten habe ich schon von Andreas eine Adresse bekommen. Der Arzt soll seine Arbeit vernünftig machen, da wird dann wenn der nächste Versuch gestartet.

Bis jetzt war ich wirklich gut versorgt worden. Wenn die verschriebenen Cremes / Gels / Shampoos leer waren, so gab es ohne wenn und aber ein Rezept. Und damit ist es bis jetzt wirklich sehr gut im Saum gehalten worden. Daher war diese neuerliche Erfahrung, dass sich dort jemand so quer stellt natürlich ein Schlag ins Gesicht. Denn wie man weiß, gerade bei den Kortisonfreien Medikamenten, dauert es eine lange Zeit, bis der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt ist. Und das nur, weil einem kein neues Rezept ausgestellt wurde.

Mit der kassenärztlichen Vereinigung das werde ich im Hinterkopf behalten und mich eventuell auch an diese wenden. Denn alles muss man sich ja nicht gefallen lassen ;)

Lg und danke nochmals! :)

ClydeFrosch

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ftgfop
"Eine große Psorcutan und einmal Xamiol in klein, dass da gleich die Fronten geklärt sind. Und wenn sie mehr brauchen können Sie sich gerne ein grünes Rezept abholen und selber zahlen. Ab Januar gibt's dann wieder ein Kassenrezept pro Quartal."

Man müsste genug Kohle haben um es mal darauf ankommen zu lassen solch eine Gestalt auf "unterlassene Hilfeleistung" zu verklagen.

Mir ist auch die Argumentation nicht einleuchtend. Habe gerade mal wieder beim letzten Termin bei meiner HÄ nachgefragt, wie es mit dem Verschreiben von Fumaderm aussieht. Ich bekomme immer und ohne Probleme nach meinem Bedarf die 200er Packung plus jeweils Tarmed und Advantan o.ä. ohne Probleme oder gar Murren verschrieben: "gar kein Problem - das läuft außerhalb des Budgets". Die Dame geht (leider) Ende des Jahres in Rente - mal sehen, ob ihr Nachfolger ähnlich vernünftig ist.

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