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Neurodermitis an den Fußsohlen - noch zusätzlich zur Diagnose PPP?


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Hallo Herr Professor Dr. Klein-Tebbe,

ich leide unter der pustulösen Form der Psoriasis an Händen und Füßen (PPP) und werde daher seit Juni 2020 mit Tremfya therapiert.
Die 4. Spritze bekam ich vor 1 Woche und stelle seitdem nun erstmals eine Verbesserung meiner extrem lilafarbenen Hautrötung an beiden Füßen fest, die sich zuvor beidseits bis hinauf zum Knöchel zog. Will heißen, die Therapie schlägt also nunmehr wohl endlich gut an.

Allerdings geht mir analog zur Verbesserung der Rötung nun die Haut an den Fußsohlen ab… zuerst schuppte alles ziemlich stark, die Sohle verfärbte sich zuletzt in einen Gelbton und fing an zu jucken… und inzwischen kann ich mir bereits große Hautplatten von den Füßen abziehen. Es ist fast so, also ob etwas hier zugleich auf Gas und Bremse stünde. (Wenn ich nur wüsste, was?)

Bisher glaubte ich ja, paradoxerweise einen kleinen Schub während der parallel nun täglich zunehmenden Hautverbesserung zu haben. Erst durch die Fragestellung von @Claudia bin ich darauf aufmerksam geworden, dass man an Neurodermitis und Psoriasis zugleich leiden kann. Das war mir zuvor so auch nicht bekannt.

- Und daher überlege ich, ob das ggf. an den Fußsohlen bei mir so zutreffen könnte - und auch, wie man diese beiden Erkrankungen dann gut voneinander unterscheiden kann?

- Und sollte ich tatsächlich an den Füßen parallel noch an Neurodermitis leiden, welche zusätzliche Therapie - unter Tremfya - könnten Sie mir dazu dann empfehlen?

- Evtl. begleitend auch systemisch und möglichst ohne große Nebenwirkungen? Denn sämtliche Cremes, die ich im Wechsel noch zusätzlich als äußerliche Therapie einsetze, brachten bisher leider keine Besserung.  ** /*** siehe dazu Bsp. in Fußnote(n)

Ich bedanke mich vorab bereits ganz herzlich für ein nachvollziehbares und detailliertes Auseinanderklamüsern dieser zwei Erkrankungen… und auch für eine  Therapie-Empfehlung!

gLG 👩 Christiane   

Bereits erfolglos eingesetzte Cremes, einige Bsp.: 
** CeraVe Fusspflegecreme, Cethaphil Pro-Itch-Control, Believa Hautcreme vs. Neurodermitis + Psoriasis, Cannabi Gold und die Sorion Intensivcreme, die Decoderm Basiscreme und Akileine Hydra Defense. 
*** Weiterhin brachten mich auch die Karison Creme oder die Momegalen Creme nicht weiter.

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Prof.Kleine-Tebbe

Grundsätzlich ist die pustulöse Form der Psoriasis keine Erkrankung, die  mit Kortisonsalben behandelt werden sollte, da nach dem Absetzen mit  einem erneuten Schub zu rechnen ist.

 

 bei der Unterscheidung von Neurodermitis-Bläschen und Psoriasis-Pusteln kann ein starker Juckreiz als Hinweis auf  Neurodermitis gelten,  während eingetrübte Bläschen  ohne Juckreiz, sogenannte Pusteln, eher bei der Psoriasis vorkommen.

 

 nun zu der Beobachtung nach Beginn der neuen Systemtherapie.  bei Abklingen der Entzündungsreaktion in der Haut kommt es ähnlich wie beim Sonnenbrand zu einem Abschuppen bzw Ablösen der Haut.  sie sollten allerdings nicht nachhelfen und noch an den Hautfetzen ziehen, weil dann die junge, neu entstehende rosa Haut unnötig geschädigt wird. Bei solchen ablösenden Hornschicht-Fetzen  empfehlen wir Hautärzte her, sie vorsichtig mit einer scharfen Schere abzuschneiden, sofern sie stören.

 

Insofern vermute ich keine zusätzliche Hauterkrankung  bei Ihnen, sondern eher die langsam stattfindenden Reparationsvorgänge  der zuvor durch die bei Psoriasis typische TH17 oder T3-Entzündung. Haben Sie ruhig etwas Geduld, und besprechen den Verlauf für leicht mit ihrem  Hautarzt.

 

 vielleicht bewährt sich in diesem Stadium eine zusätzliche, sanfte Pflege mit Gerbstoff haltigen Cremes ( z.b. Tannosynt, Tannolact),  die sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten und bedarfsweise anwenden können.

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