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Diese Kureinrichtung war leider nicht auf die Behandlung von Hautkrankheiten eingerichtet – obwohl dies im Prospekt der Krankenkasse so angegeben war. Und die Ostsee war bitterkalt ( 11 - 14 Grad). Der Salzgehalt ist dort auch sehr gering, unter 1 %.
Ich bin nach 14 -stündiger Anreise sehr überrascht gewesen, was mich dort in der Kureinrichtung erwartete: Das Haus liegt inmitten einer Großbaustelle, eingerahmt von 2 riesigen Rohbauten. (Es wird sehr viel gebaut dort im Kolberger Kurviertel, richtig große schicke Kästen, edel und etwas steril.)
Da der Baulärm sich in der ersten Woche sehr in Grenzen hielt, habe ich über diese Lage mehr oder weniger hinwegsehen können. Lauter war die Lärmbelästigung durch die Autos an der Straße, die am Haus vorbeiführte. Mit der Ausstattung des Zimmers war ich wirklich zufrieden, lediglich der sehr alte und verschlissene Teppichboden ist für Hautkranke nicht so günstig.
Ein großes Problem war die Verständigung! Nur ein sehr geringer Anteil der dort Beschäftigten sprach genug Deutsch oder Englisch das man miteinander sprechen konnte.
Eine Begrüßungsveranstaltung zu Kurbeginn fand nicht statt. Ich musste mich ständig mühevoll durch die Einrichtung fragen. Einen deutschsprachigen Betreuer gab es nicht.
Das Publikum, (Kurgäste) bestand zu einem sehr großen Anteil aus älteren – über 70jährigen- Ehepaaren, Deutsche und Polen, mit orthopädischen altersbedingten Erkrankungen.
Die Mitarbeiter waren überwiegend wirklich sehr freundlich aber das große Problem war eben die Sprache und ich denke auch, - die andere Mentalität. - Polnisch ist nicht so schnell erlernbar!
Wünsche zur speziellen Diätkost im Speisesaal (vegetarisch, kuhmilchfrei) waren beinahe ein unlösbares Problem.
Die mangelnden Fremdsprachenkenntnisse waren auch im medizinischen Bereich aufffällig. Der Arzt, Orthopäde, sprach eigentlich kein Deutsch.
Die Eingangsuntersuchung bestand in einer kurzen Befragung zu den gewünschten Therapien und einer Blutdruckmessung. (Ist aber in Deutschland auch manchmal so knapp)
Eine Krankenschwester sprach etwas Deutsch. Ich betonte dass ich wegen meiner Hauterkrankung dort wäre,-das war aber schon bekannt, denn mein Auskunftsbogen lag dort schon in Kopie vor - so dass die Krankenschwester Salzbäder und UV – nicht unbedingt in Zusammenhang und in dieser Reihenfolge- dem Arzt dolmetschte.
Die Internistin die ich nach ca. 2 Wochen sehen konnte, sprach etwas mehr Deutsch. meinte, das ich wohl besser nach Jordanien zur Behandlung der Psoriasis gefahren wäre.
Es gab keinen Dermatologen und Hautkrankheiten scheinen in Polen als
"kosmetisches Problem" angesehen zu werden.
Dennoch wurde ich mit Salzwannenbädern (viel zu schwache Salzkonzentration max. 4 %) und UV-Licht (keine Kabine, sondern ein uraltes 70er Jahre Gerät ca. 30 x 40 cm auf einem Rollständer, das irgendwie über meinem Körper gestellt wurde), provisorisch behandelt. Hinzu kam noch mehrmals wöchentlich die Gymnastik im gechlorten Schwimmbecken.
Die Folge davon: Meine Haut ist dermaßen ausgetrocknet, (Salben erhielt ich trotz mehrfacher Anfragen nicht) die Hauterscheinungen haben sich verschlimmert, am oberen Rücken hat sich nach Angaben eines dortigen Arztes (Internist) ein Hautpilz entwickelt ( habe ich noch niemals gehabt,) -war auch gottseidank eine Fehldiagnose lt. Auskunft meiner Hautärztin hier, es sind nur viele kleine Schuppenflechtenherde - Und es ist nach der letzten UV Bestrahlung, 2 Tage später, ein großflächiger Herpes im Gesicht erschienen.
Ich bin nach meiner langen Anreise nach Kolberg so erschöpft gewesen, das ich nicht vorzeitig wieder abreisen konnte, obwohl ich es ins Auge gefasst hatte
Insgesamt ist diese Kureinrichtung für die Behandlung von Psoriasis nicht ausgerüstet, was aus dem Prospekt der Krankenkasse und der Beschreibung nicht ersichtlich war, denn dort wird ausdrücklich als Indikation: Hauterkrankungen angegeben.
Also jetzt werde ich weitersuchen, was nun helfen kann.