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die eule

Erfahrungen mit Impfungen

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die eule

Hallo liebe Mitstreiter da draußen!

Nach schrecklichem Erfolgsende in meiner Fumadermbehandlung nehme ich seit Mitte April nun Ciclosporin.
Initial mit 2x 150mg/d und versuche nun langsam zu reduzieren, bin aber bisher nicht weiter als 250mg/d gekommen.

Ich habe ein breites Spektrum an Nebenwirkungen zu erleben, aber nach 8 Wochen war meine Haut - pünktlich zum Sommerbeginn - wirklich wunderschön Erscheinungsfrei.

Was Medikamenteninteraktionen und Nebenwirkungen angeht fühle ich mich ein wenig verunsichert,. Mein Arzt hat mich meines Erachtens nach damals unzureichend aufgeklärt. Ich kann mir das schwer erklären, ich studiere selber Medizin und lerne derzeit auch viel detaillierte Sachen der Pharmakologie, aber außer "naja Ciclosporin macht schonmal nen Bluthochdruck und die Niere leidet durchaus auch mal" habe ich mir wirklich alle meine Infos selber beschaffen müssen... Und generell stehe ich immunsuppressiver Therapie auch sehr sehr kritisch gegenüber.

Meine Frage akut an euch ist: Hat jemand von euch Erfahrungen mit Impfungen unter immunsuppremierender Therapie?
Bei mir stehen längere Reisen nach Brasilien und Indien an, wofür verschiedene Impfungen empfohlen werden. Darunter sind auch Lebendimpfstoffe (z.B.: Gelbfieber oder Thyphus.)
Ich habe gehört, dass es ggf. notwendig ist über einen längeren Zeitraum vor und nach Impfung das Medikament abzusetzen, je nach Impfstoff ist es aber wohl unbedenklich zu impfen.

Ende diesen Monats habe ich einen Termin bei meinem behandelnden Arzt und plane ihn ordentlich ausfragen.
llerdings ist das Thema recht speziell und ich würde mich freuen jegliche Informationen und Erfahrungen bei meiner Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. 

Gerne berichte ich dann auch mal, falls andere Interesse an diesen Infos haben.
Besten Dank und liebste Grüße,

die eule

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Claudia

Hallo Eule,

wir waren im vergangenen Jahr in Brasilien und haben die nötigen Impfungen gemacht. Mein Mann hat wegen seiner Stelara-Therapie sowohl den Hautarzt als auch die Reiseimpf-Ärztin gefragt – das ging alles glatt. Nebenwirkungen hatte er (wie ich) keine.

 

Bei uns in Berlin gibt es das Institut für Tropenmedizin, die zum Thema Reiseimpfungen beraten – zum Beispiel machen die auch Sprechstunden in einem Outdoorgeschäft. Vielleicht gibt es so etwas in Deiner Nähe ja auch.

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Kuno

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=38093

http://www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_847_auch-f-r-rheumatiker-mit-herabgesetzter-immunabwehr-sind-viele-impfungen-m-glich.html

 

Hallo Eule!

Einige Hinweise findest Du in obigen Links. Bei Lebendimpfungen scheint ein wenig mehr Vorsich vonnöten zu sein. Du könntest Dich -mit Deiner Ausbildung im Hintergrund- vielleicht mal an das Robert-Koch-Institut wenden. Die können Dir sicher noch etwas differenzierter Auskunft geben. Leider bin ich in meinem Fachgebiet zu weit weg von diesem Thema, um Dir aus eigenem Wissen dazu noch mehr schreiben zu können.

 Viele Grüße von Kuno

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Richard-Paul

Hallo,

 

ich habe mir - als medizinischer Laie - die beiden von Kuno  angeführten Links eingehend durchgelesen. >>

Dort steht dann häufig: "... es könnte sein ..." oder "...wahrscheinlich schadet es nicht...", usw.; - aber nie genau, ob es hilft oder nicht.  Dies ist auch nicht möglich, weil kein Arzt in uns hineinschauen kann (in die kleinsten Abläufe des Körpers). Andererseits steckten die Ärzte in einem Dilemma: Spritzen: ja oder nein; - hilft die Spritze, ist es (nach Patientenmeinung) ein guter Arzt; schadet die Spritze, wird der selbe Arzt immer öfter verklagt. [Dies hat ein früherer Möchtegern-Freund meiner Chefin mir auch mal selbst empfohlen]. So ist die moderne Welt. 

 

Mein Fazit: Ich hatte in meinem Geschäft mit vielen Ärzten als Kunde zu tun. Fragt man sie nach "sich selber vorbeugend" spritzen; dann kam häufig die Aussage, dass sie sich selbst nicht vorbeugend spritzen. >> Um mich nicht falsch zu verstehen, - Spritzen sind sehr oft nötig; - ich glaube aber auch, dass zu viel gespritzt wird. - So wollte mein Hausarzt mir vor meiner Indien-Reise  im Juni auch noch 2 Spritzen verpassen, was ich vehement abgelehnt habe [was fast zu einem Krach führte]. 

 

In meinem großen Verwandtenkreis wird viel gefeiert; inzwischen sind wir Menschen zwischen "über 60 bis 86 Jahren (und eine 92-jährige). Naturgemäß wird über Krankheiten gesprochen. Dabei ist auch eine jetzt 25-jährige angehende Ärztin. Sie muss sich immer anhören, dass "wir Alten" medizinische Dinge anders sehen, als sie es im Medizinstudium gelernt hat.

 

LG

Richard-Paul

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Kuno

Hallo Richard-Paul!

 

Bei den Impfungen kannst Du im Prinzip erst einmal davon ausgehen, dass alle Impfungen, die nicht mit lebenden Keimen gemacht werden, kein Problem bedeuten, wenn eine Therapie mit Biologika oder Stoffen, die das Immunsystem bremsen, durchgeführt wird. Da wäre das größte Risiko, dass die Impfung nicht zur Bildung von Antikörpern führt. Bei den Lebendimpfstoffen wird die Frage schwieriger. Hierzu sollten sich Mediziner äußern, die in diesem Bereich tätig sind. Grundsätzlich sind Impfungen sehr sinnvoll. Es ist wahr, dass Mediziner manchmal sehr schlampig sind, was ihre eigenen Impfungen angeht. Auch ich war etwas schlampig, weil ich mich nie gegen Hepatitis B habe impfen lassen. Allerdings musste ich nur selten Blut abnehmen oder Injektionen geben. (Allerdings war ich bei den anderen Impfungen meistens auf dem Stand, soweit ich sie brauchte.)

 

Das Spritzen sehe ich nicht als Problem an. Das hängt ja stark von der Substanz bzw. dem Impfstoff ab. Die vorgeschlagenen Impfungen bei Reisen sollte man unbedingt machen lassen. Es wäre schon sehr leichtfertig ohne diesen Schutz zu verreisen.

 

Schöne Grüße und eine Portion Sonne aus Hannover (wir können heute etwas davon abgeben.)

Kuno

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Richard-Paul

Hallo Kuno,

 

Deinen Ausführungen habe ich nichts entgegenzusetzen. Mit einer Ausnahme: "Die vorgeschlagenen Impfungen bei Reisen sollte man unbedingt machen lassen. Es wäre schon sehr leichtfertig ohne diesen Schutz zu verreisen." - Zur Zeit unserer Reise nach Namibia sind wir auch in ein Malaria-Gebiet gekommen, und es wurde allen 15 Teilnehmern empfohlen sich gegen Malaria - vorbeugend -  impfen zu lassen. Keiner hat es gemacht; auch der Arzt nicht (seine Aussage: "es könnte mehr schaden, als nützen"). Ich war sogar erstaunt, wie freizügig viele der Teilnehmer "Haut" zeigten. - Das Problem von den meisten Menschen liegt wahrscheinlich darin, dass jeder mit einer Spritze im chemischen Sinne nichts anfangen kann; (der Arzt/die Medizin sagt es, und der Patient lässt es machen).

Solange das oxydative Gleichgewicht bei uns Menschen stimmt, sehe ich bei Spritzen auch keine Probleme; - aber bei den meisten PSO-lern ist ja das Immunsystem schon gestört; - d.h. die sowieso schon leidenden Organe müssen die Spritzen (oder das davon, was nicht gebraucht wird) verarbeiten, bzw. sich dagegen wehren, dass sie etwas falsches bekommen.

 

@ Eule,

wurde Dir als Medizinstudentin auch gesagt, dass Ciclosporin - neben den von Dir schon genannten Nebenwirkungen - bei starker Sonneneinstrahlung zu meiden ist; = Schwächung des Immunsystems; somit könnte auch Vitamin D3 fehlen!

 

Deine Sonnenstrahlen, Kuno,  aus Hannover

sind inzwischen auch in München angekommen;

herzliche Grüße zurück

 

Richard-Paul

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die eule

Danke für eure hilfreichen Antworten und Tipps.

In meiner Vorbereitung auf den Termin in der Uniklinik bin ich noch auf diesen Link des RKI gestoßen: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2005/Sonderausgaben/Sonderdruck_STlKO-Hinweise_Nov-2005.pdf?__blob=publicationFile

Da gibts einige offizielle und evidenzbasierte Infos...Vielleicht interessant für den ein oder anderen, sich damit auseinander zu setzen :)

Heute war dann der Termin und auf meine Frage nach Impfungen und insbesondere Lebendimpfungen kam eine schnelle und resolute Antwort des erfahrenen Pso-Spezialisten: Totimpfstoffe sind kein Problem, wie Kuno schon erwähnte. Bei Lebendimpfstoffen (z.B. Gelbfieber) rät er mir eine Woche vor und eine Woche nach der Impfung das Ciclosporin abzusetzen.
Die Halbwertszeit von Ciclosporin im Blut beträgt 5-10 Stunden und man soll mindestens 5 Halbwertszeiten absetzen bevor man impft. Daher ist man mit 7 Tagen sehr sicher, dass das Ciclosporin aus dem Blut ist und das Immunsystem wieder ein wenig erholt ist!

Für die Zeit in Brasilien soll ich mir allerdings gut überlegen, in wie Weit ich die Therapie durchsetze. Ciclosporin + extreme Sonnenexposition gehen laut Studien mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko von bis zu 5% einher (besonders natürlich in einer derartigen äquatornahen Gegend). Und hinzukommt, dass unter Immunsuppression natürlich auch andere tropische Erreger ein leichteres Spiel haben, Infektionen auszulösen.

Ein Kompromiss wäre, für den Aufenthalt in einem solch exotischen Land die Medikation zu unterbrechen und für den Fall, dass die Haut ganz unerträglich wird, eine "Notfallration" und eine Creme dabei zu haben! :)

Lieber Gruß
die eule

 

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alex_73

5 Ärzte.... 8 Meinungen höchstwahrscheinlich keine davon wissenschaftlich abgesichert, und das im 21 Jahrhundert.

Echt peinlich!!

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Claudia

Hallo Eule,

Danke für die ausführliche Wiedergabe – vielleicht hilft das ja künftigen Reisenden  :daumenhoch:

 

Bestimmt werden die vielen Eindrücke auf der Reise eine eventuelle und wenn, dann hoffentlich nur vorübergehende Verschlechterung wettmachen ;)  Uns hat Brasilien jedenfalls sehr gut gefallen und die Menschen waren so derartig freundlich und hilfsbereit, dass Du die Psoriasis bestimmt hintenanstellen wirst. :)

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    • schnappi99
      By schnappi99
      Ich mache mir Sorgen, ob ich mich auch später mal impfen lassen sollte. Bedenken habe ich bei diesen neuen mRNA/DNA-Impfstoffen. Wer kann mir sagen ob die Psoriasis nicht ganz aus dem Ruder läuft. Auch leide ich öfter an Herpes.
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    • Schuppii
      By Schuppii
      Hallo Liebe Community,
      Ich bin neu hier, und beginne bald (Mai 2020) eine Themapie mit Tremfya.
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    • grandjete
      By grandjete
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