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Manuel1980

Erhöhtes Krebsrisiko durch Biologika (Humira)?

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Manuel1980

Hallo!

Zuallererst möchte ich sagen, dass ich hier niemanden verunsichern oder jemanden Angst machen will. Es ist eine reine Theorie, über die ich gern mal diskutieren würde. Und zwar geht es um Biologika (in meinem Fall Humira). Diese blockieren ja den TNF-a (Tumor-Nekrose-Faktor), der sowohl bei der Abwehr von Infektionen als auch Krebs eine Rolle spielt. Dass man ein höheres Risiko einer Infektion hat, sagt einem auch jeder Arzt. Von einem höherem Krebsrisiko spricht weder ein Arzt noch steht davon irgendwas in der Packungsbeilage.

Eine Studie der FDA ergab ein höheres Risiko, während eine andere dieser widerspricht und behauptet, dass es kein erhöhtes Risiko gibt. Ich hab weder eine medizinische noch pharmakologische Ausbildung. Für mich klingt es halt logisch, dass es erhöht werde. Richtig stutzig wurde ich, als mir eine Gesichtsdiagnostikerin (egal, was man jetzt davon hält) gesagt hat, dass ich mir wegen Krebs nicht so Große sorgen machen muss, weil Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie meiner (Pso arthritis) generell ein niedrigeres Risiko haben. Auch da weiß ich überhaupt nicht, ob das stimmt. Klingt halt auch wieder für einen einfach denkenden Mensch logisch...

Warum man uns das erhöhte Risiko verschweigen sollte? Jetzt mal ehrlich. Ich will keine Verschwöhrungstheorie aufstellen, aber wir wissen wieviel Geld hinter Biologika stecken. Das sind pro Patienten ca. 20000€ im Jahr. Das lässt man sich ungern entgehen. Wer würde das Zeug schon nehmen, wenn in der Packungsbeilage stehen würde, dass man eventuell ein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken hat. Ich bin dankbar für hilfreiche Inputs.

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sia

Moin.
Auch wenn dir das 'logisch' klingt, ist es nicht logisch, dass das Krebsrisiko erhöht sein sollte wenn man sog. Biologicals einnimmt. Auch deine Andeutung, dass das Geld der Grund sein könnte, dass das den Patienten 'verschwiegen' würde ist mehr als weit her geholt.
 
Ich verstehe, dass du Angst vor etwas hast, das du gar nicht verstehst. Das geht Menschen ja oft so.
Es ist schwierig zu erklären, wo genau Biopharmazeutika ansetzen, zum einen, weil es inzwischen sehr viele Arten davon gibt und zum anderen, weil sie ziemlich tief in die Zellvorgänge eingreifen.
 
Das Immunsystem des Körpers besteht aus sehr vielen unterschiedlichen Bausteinen. Teilweise sind die angeboren, teilweise erwerben wir sie im Laufe unseres Lebens. Wichtige Bausteine sind unterschiedliche Zellen die im Blut und der Lymphe zirkulieren, z.B. 'Killerzellen' oder T-Lymphozyten und Proteine. Diese Proteine arbeiten u.a. als sog. 'Botenstoffe' und wehren Krankheitserreger ab. Bei ihnen gibt es auch sog. 'Rezeptorproteine'. Diese haben spezifische Rezeptoren die jeweils - nach dem Schlüssel-Schloss Prinzip nur an einen Stoff binden können. Dadurch werden dann z.B. ganze Kaskaden im Immunsystem in Gang gesetzt die zusammen die Antwort auf eine Bedrohung formen.
 
Bei einer Autoimmunerkrankung erfolgt diese Antwort auf interne (vermeintliche) Bedrohung. Der Grund für diese 'Erkrankung des Immunsystems' ist zumindest an der Basis genetischer Natur. Sog. 'Trigger' lösen dann aus.
 
Humira  bindet sehr spezifisch an Zytokine. Das sind Proteine die für das Wachstum und die Differenzierung von Zellen verantwortlich sind. Bei Psoriasis (und anderen Erkrankungen) entstehen die Entzündungen durch eine überschießende Reaktion die durch das Medikament ganz gezielt 'gezügelt' wird.
 
Soweit eine sehr vereinfachte Darstellung der Wirkweise.
Die Forschung und Herstellung dieser spezifischen Stoffe die anstelle des Substrats an die Rezeptorproteine andocken aber nicht umgesetzten - das Schloss quasi verstopfen ist sehr teuer. Das ist der Grund, dass diese Medikamente so viel kosten. Mit der Zeit wird das besser werden. Wenn Patente abgelaufen sind werden Firmen die Stoffe nachbauen.
 
Die Info deiner 'Gesichtsdiagnostikerin' ist nicht richtig. Es gibt bei etlichen Autoimmunerkrankungen ein (leicht) erhöhtes Krebsrisiko. Ob das von den Medikamenten her kommt oder nicht ist nicht deutliche. Bei Psoriasis konnte ein erhöhtes Risiko für mehrere Krebsarten des Verdauungstraktes gefunden werden.
 
 
Jetzt zu deinem Vorwurf, dass das (evt.) erhöhte Risiko für Krebs nicht genannt würde:

Das lässt man sich ungern entgehen. Wer würde das Zeug schon nehmen, wenn in der Packungsbeilage stehen würde,

Es steht im Beipackzettel:

  • Selten (kann bis zu 1 Person von 1.000 Personen betreffen):
    • Leukämie (Krebs, der das Blut und das Knochenmark betrifft);
    • ....
  • Nicht bekannt (die Häufigkeit kann von den verfügbaren Daten nicht abgeleitet werden):
    • Hepatosplenales T-Zell-Lymphom (ein selten auftretender Blutkrebs, der oft tödlich ist);
    • Merkelzellkarzinom (eine Art von Hautkrebs);
    • ...

 

Und noch viele andere, teils sehr unangenehme Nebenwirkungen. Humira (und andere Biologicals) sind also keine Zuckerbonbons. Warum sollte man so ein Zeug also nehmen?

 

Weil es eben auch hilft. Jedes Medikament mit einer Wirkung hat auch eine Nebenwirkung. Das geht nicht anders, da Medikamente immer in hochkomplexe Zellvorgänge eingreifen. Daher gilt es bei jedem Medikament den Kosten/Nutzen Effekt abzuwägen. Ist das Risiko eine Nebenwirkung zu erfahren es wert, dass Symptome der Krankheit gelindert werden?

Immer gilt sich bei der Einnahme eines Medikaments gut zu beobachten und entsprechende Folgeuntersuchungen  zu machen, damit im Falle einer Nebenwirkung schnell gehandelt werden kann.

 

 

 

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