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Jobsuche, Arbeitsamt und GdB


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So, dann ich will ich auch mal einen Thread starten und hoffe, dass mir der ein oder andere aus erster Hand berichten kann. Natürlich habe ich das Forum schon durchforstet und habe mir ein paar Infos selbst zusammengesucht, aber mich würde in erster Linie Eure eigenen, selbst gemachten Erfahrungen interessieren.

Erstmal zu mir: Hatte in meinem Vorstellungs-Thread ja schon berichtet, dass bei mir hauptsächlich die Hände von der PSO betroffen sind. Ich vermute, dass ich mir in meinem alten Job die Haut so nachhaltig geschädigt habe, dass ich eben jetzt seit mehreren Jahren die entsprechenden Symptome habe. Noch mal zusammengefasst: Ich komme aus einem Elektroberuf, war darin knapp 15 Jahre tätig und hatte oft mit allerlei Reinigungsmitteln, Ölen, Lacken und Verdünnungen zu tun.

Momentan sieht es so aus, dass ich mich seit gut einem Jahr mit einem PC-Service selbständig gemacht habe. Die meiste Zeit sitze ich beim Kunden am PC und bin auf Fehlersuche, hin und wieder schraube ich aber mal an diversen Geräten, was verständlicherweise ziemlich auf die Haut geht. Da das aber in der Regel eine recht filigrane Arbeit ist, ist mit Handschuhen allerdings nichts zu machen - zumal ich sowieso die Erfahrung gemacht habe, dass dann eben in den Handschuhen soviel Reibung und Schweiß entsteht, dass es genauso wenig förderlich für die Haut ist. Gleiches gilt für so ziemlich alle handwerklichen Arbeiten im und um den Haushalt. Kurzum: Ein handwerklicher Beruf kommt für mich in diesem Leben wohl nicht mehr infrage...

Aktuell sieht es nun so aus, dass ich mir womöglich im kommenden Jahr einen neuen Job suchen muss. Dummerweise gibt mein Lebenslauf eben nur meine elektrotechnischen Werdegang her, von ein paar "Hilfsarbeiter-Jobs", die sich aber mehr oder weniger im Handwerk abgspielt haben, per Zeitarbeit mal abgesehen. Ein Bürojob, bei dem man hauptsächlich auf der Tastatur rumklimpert, ist für mich demnach kaum vermittelbar, weil ich entsprechende Referenzen einfach nicht vorweisen kann.

Jetzt habe ich gelesen, dass man sich mit einem entsprechenden GdB "gleichstellen" lassen kann, um vom Arbeitsamt etwaige Umschulungen und dergleichen bekommen zu können. Meine Frage ist nun, hat jemand schon Erfahrungen damit? Und wie hoch muss der GdB eigentlich sein, um in den "Genuss" dieser Gleichstellung zu kommen? Und von wem wird dieser Grad eigentlich festgestellt? Kann ich da selbst einen oder mehrere Dermatologen aufsuchen oder wird das gar von einem "Amtsarzt" festgestellt? Aktuell fällt meine PSO recht milde aus, jedenfalls sieht meine Haut an den Händen den Umständen entsprechend "gut" aus, sodass ich in der momentanen Situation ehr denke, dass meine Chancen auf einen gewissen GdB ohnehin nicht so groß wären.

Und abschließend noch die Frage: Welchen Jobs geht Ihr eigentlich nach? Falls es Jobs sind, die Eure Haut belasten, wie geht Ihr damit um?

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Hallo Mr. smiley_emoticons_kaffee3.gif

Zuerst mußt du einen Antrag auf Schwerbehinderung beim Versorgungsamt stellen.

Wenn du dabei mindestens 30 Grad erhälts, kannst du beim Arbeitsamt einen

Antrag auf Gleistellung stellen.

Das bringt meines Erachtens nur etwas bei einem bestehenden Arbeitsverhältnis.

Ob du damit dann auch eine Umschulung/Fortbildung genehmigt bekommst, entzieht

sich meiner Kenntniss - wage ich aber zu bezweifeln.

Viel Erfolg

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Hi Van Nelle & schon mal besten Dank für die Infos und die erste Einschätzung! :daumenhoch:

Im derzeitigen Zustand denke ich bei weitem nicht, dass ich einen GdB von 30 bekommen könnte. Dafür sehen meine Hände momentan noch viel zu gut aus. Da müsste ich vor einer Untersuchung noch ein paar Wände in unserer Wohnung rausreißen... ;) Wobei es meist schon reicht, wenn ich nur ein paar Körbe Wäsche zusammenlege.

Das Blöde ist, dass ich durch meine Referenzen (bzw. die nicht vorhandenen) so gut wie keine Option habe, um da in irgendeinen Büro-Job reinzukommen. Dabei bin ich nicht mal anspruchsvoll und würde auch irgendwas machen, und wenn es nur die Ablage ist...

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Mit dem GdB ist es oft ein Lotteriespiel, obwohl die Entscheidungsgrundlagen überall gleich sind - im Prinzip. Bei Dir befürchte ich allerdings auch, dass es mit den 30 nicht funktioniert. Das könnte nur dann anders aussehen, wenn Dein Problem, dass Du bei Elektroarbeiten Dir Deine Hände kaputt machst. Veilleicht gibt es ja auch eine Fotografie davon. Zu verlieren hättest Du ja auch nichts, wenn es nicht klappen sollte. Wenn es nicht klappt, kannst Du bei der nächsten Verschlechterung auch noch einen "Verschlimmerungsantrag" stellen, was die Zahlen für den GdB dann durchaus verbessern kann.

Grüße von Kuno

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Das könnte nur dann anders aussehen, wenn Dein Problem, dass Du bei Elektroarbeiten Dir Deine Hände kaputt machst. Veilleicht gibt es ja auch eine Fotografie davon. Zu verlieren hättest Du ja auch nichts, wenn es nicht klappen sollte.

Also, ich denke, versuchen werde ich es auf jeden Fall mal. Spätestens dann, wenn ich mal wieder einen Schub habe. Aber das mit den Fotos ist eine gute Idee, da werde ich definitiv ein paar machen. Ich werde das mal im kommenden Jahr in Angriff nehmen, aktuell habe ich zuviel um die Ohren, um mich darum zu kümmern.

Auch dir vielen Dank für die Antwort, Kuno!

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  • 2 weeks later...
Das bringt meines Erachtens nur etwas bei einem bestehenden Arbeitsverhältnis.

Ob du damit dann auch eine Umschulung/Fortbildung genehmigt bekommst, entzieht

sich meiner Kenntniss - wage ich aber zu bezweifeln.

Na ja, mir würde es mitunter darum gehen, dass ich eben nicht mehr in handwerkliche Jobs vermittelt werde, weil das eben mit meinen Händen gar nicht mehr gehen würde bzw. meiner Haut alles andere als zuträglich wäre. Ob mir dann Umschulungen genehmigt würden, wäre dann die nächste Frage bzw. der nächste Schritt. Vielleicht wäre ja die eine oder andere Maßnahme möglich, wenn die merken, dass ich meinen alten Job oder einen äquivalenten in diesem Gesundheitszustand gar nicht mehr machen kann.

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  • 2 weeks later...

Denk nicht nur ans Arbeitsamt, sondern denk auch drüber nach, Dich einmal mit der Rentenversicherung zu unterhalten - Stichwort "Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben". Die Rentenversicherung ist oft für solche Dinge schon deshalb zu haben, weil sie (und Du) dadurch einer Frühverrentung entgehen - und Du durch Deine Arbeit noch ein paar Jahre länger einzahlen kannst.

Guck mal hier:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/02_Rehabilitation/02_leistungen/07_berufliche_reha/berufliche_reha_node.html

Bei mir haben sie vor einigen Jahren, als ich mal ALG II bekam, eine Reha wegen der Pso bezahlt - auch unter dem Deckel der "Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben".

Zur Zeit ist die DRV aber nicht mehr für mich zuständig, sondern die AHV/IV in der Schweiz. :-)

Viele Grüße,

Mathias

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Hallo Mr_Coffee!

Zuallererst mal die aussage: GdB+Gleichstellung+Umschulung - es geht! nur eine Frage der Nervenstärke und der Zeit der du denen auf die Nerven gehen magst... Gebraucht hab ich ~4 Jahre.

Ich habe Kunststoffformgeberin ursprünglich gelernt, also ein Beruf wo man sehr viel Wärme+Staub+Schmierstoffen etc. ausgesetzt ist. Bereits 1 Jahr nachdem ich ausgelernt hatte, machte sich meine Haut bemerkbar, so dass ich den Beruf aufgab. Leider versäumte ich damals, aus unwissenheit, einen Antrag auf Berufsunfähigkeit zustellen und somit bereits über die BG/rentenversicherung neue Berufliche Chancen zubekommen.

Nach Jahren des Rumgammelns, Schulversuchen und 1.EUR Jobs habe ich vor 4 Jahren Angefangen mich aufzuraffen und die Herren im Jobcenter solange zunerven, bis man mir endlich ein Ärztliches Gutachten bewilligte. Zwischenzeitlich ging ich, nach mehreren extremen Schüben im Sommer 2009 auf Reha nach Sylt. Ich reichte noch von der Klinik aus einen Antrag auf anerkennung einer Behinderung ein und bekam direkt einen GdB von 30. Auch eine Gleichstellung beantragte ich und bekam sie sofort. Dieses war jedoch nicht mehr als die Auswertung der Reha-Entlassungsunterlagen und diese besagten, ich sei Arbeitsfähig. Arbeit ja, erlernter Beruf nein.

Es folgte: weiterer 1-EUR Job, sinnlose Fortbildung, 1-EUR Job mit aussicht auf Bürgerarbeit. Diesen Job warf ich nach ~2 Monaten jedoch hin, weil ich anstelle der geplanten Bürotätigkeiten, nur als Spülhilfe eingesetzt wurde.

Ein weiteres Gutachten folgte, dies wurde jedoch nicht direkt anerkannt, da es nur ein bestellter Arzt durchführte und kein Amts-eigener Arzt. Dazu kamen immer wieder Krankschreibungen und dann endlich: Die beiden Ärztlichen Gutachten sagten aus, dass ich allerlei Tätigkeiten nicht mehr machen dürfe, überwiegend dass, wo man gerne von Jobcenter etc. hingesteckt wird.

Ich musste noch ein Psychologisches Gutachten über mich ergehen lassen, das als ziel hatte, ob ich der Belastung einer Umschulung pychisch gewachsen sei. Ergebniss war Positiv, worauf ich dann ENDLICH die Umschulung genehmigt bekam. Vorerst nur Betrieblich, aber nach 3 kurzrfristig geplatzten Stellen (Förderungsspielchen, fördere ich oder nicht...) drückte der Reha-Sachbearbeiter die schulische Umschulung durch. (O-Ton: Ich hab nix mehr zuverliern, nächstes Jahr bin ich eh in Rente)

Was ich also sagen will: Nerven, nerven, nerven. Je mehr du die nervst, desto besser. Irgendwann sind sie genervt von dir und geben dir, was du willst ;)

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