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UVB Bestrahlung fördert "angeblich" nicht Hautkrebsrisiko


Abbo

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Hallo miteinander,

 

ich bekomme seit Januar drei mal die Woche UVB-Bestrahlung und meine PSO ist mittlerweile um 70% zurückgegangen. Entgegen der üblichen Behandlung habe ich eine weitere Steigerung der Dosis über 1 Minute und 30 Sekunden nicht zugelassen, weil ich sonst schnell Sonnenbrand bekomme. Weil die Behandlung so erfolgreich ist, möchte ich diese gerne fortsetzen. Jetzt ist doch aber allgemein bekannt, dass hierdurch das Hautkrebsrisiko steigt und man eigentlich nicht mehr als 25 bis 35 Bestrahlungen im Jahr bekommen sollte. Mein Hautarzt behauptet felsenfest, dass durch die UVB-Bestrahlung das Hautkrebsrisiko nicht steigt, ich solle halt nur auf Sonnenbaden und Malleurlaub u.ä. verzichten. Auf meine Wiederworte meinte er nur, wer ist hier der Arzt? Wie beurteilen eure Ärzte oder ihr aus Erfahrung die Thematik?

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Richard-Paul

Hallo Abbo,

 

von 1992 bis 2012   >> = 20 Jahre <<   habe ich mich  bei mir zu Hause täglich bis zu 30 Minuten [aber nur 4 Minuten pro PSO-Stelle; >> nach Anfangs-Steigerung ab 45 Sek. pro Stelle] mit einem UVB-Lichtkamm bestrahlt (mit monatelangen Pausen wegen meines 18-stündigen Arbeitstages). Von Hautkrebs ist weit und breit nichts zu sehen. Dafür bin ich aber alle meine PSO-Stellen los.

Wer natürlich die Bestrahlungszeiten nicht einhalten kann (z.B. weil er/sie dabei einschläft), der lässt besser die Finger davon. 

Und wer eine PUVA-Bestrahlung bekommt (ist mit verstärkenden Mitteln) und sich dann auch noch danach in die Sonne legt, der kann dusseliger nicht handeln.

 

Warum ein so langer Zeitraum?

Desto älter die PSO-Stellen sind oder desto häufiger eine PSO-Stelle bestrahlt wurde mit Unterbrechungen, desto hartnäckiger bleiben sie, bis sie mit einer weiteren Bestrahlung endgültig verschwinden; wobei das Ende schwer zu erkennen ist.

Neue PSO-Stellen sind häufig mit ca. 5 Bestrahlungen - sofort nach dem Erscheinen - auch wieder verschwunden.

Zudem lege ich mich ab ca. den 5. Tag rund 5 Stunden in die pralle Sonne (nach Steigerung in den ersten Tagen), - ohne  Sonnencreme.

 

Natürlich kann man mit allem und überall Schindluder treiben.

Wenn ich mich im Frühjahr - beim 1. Sonnenbad ab ca. April in unseren Breitengraden - sofort 5 Stunden in die Sonne legen würde, bekäme ich auch einen Sonnenbrand, der bei häufiger Wiederholung zu Hautkrebs führen kann.

Ich habe auch eine wieder erblühte PSO-Stelle (nach einem Aufenthalt, wo ich keinen UVB-Kamm dabei hatte) mal 30 Minuten lang als Erstbestrahlung "regelrecht ausgebrannt" [bitte nicht nachmachen] und hatte - natürlich - einen schmerzenden Sonnenbrand an dieser Stelle, die man ca. 2 Jahre lang sehen konnte.

Man kann auch - und viel risikoreicher - mit einem Auto einen tödlichen Unfall bauen; - und trotzdem fährt fast jeder mit dem Auto.

 

Aus meiner Sicht:  

ich bekam im August 1987 zum ersten Mal Schuppenflechte: 

mit chemischen Mitteln (Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und dgl.) kann man die Psoriasis nur kurzfristig mildern (um mit vielen anderen Leiden wieder zu erscheinen); es muss das oxydative Gleichgewicht im Körper stimmen; - dies geht nur mit gesunder Ernährung und natürlichen Mitteln. Der falscheste Weg ist, dem Körper natürliche "Mittel" zu entziehen.

 

Alles nicht neu; - dies haben wir hier im Forum schon vielfach - kontrovers - diskutiert. ... und war auch für mich - als medizinischer Laie - sehr lehrreich.

Wenn man nur ein klein wenig in Chemie danken kann, versteht man die Gründe.

 

LG

Richard-Paul

 

(P.S.: wollte eigentlich nur 2 Sätze schreiben).

Edited by Richard-Paul
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Hallo Richard-Paul, vielen Dank für deine ausführliche Einschätzung. Bin auf weitere Meinungen sehr gespannt.

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Hallo Abbo,

 

ich denke es kommt immer auf den Hauttyp an. Sonne und dazu gehören nunmal UV-Strahlen fördert die Vitamin D-Bildung im Körper und das ist gut bei Pso. Aber UV-Strahlen sind immer mit Vorsicht zu geniessen. Die Haut vergißt nie etwas. Ich kann mich z.B. nie der puren Sonneneinstrahlung aussetzen. Sicherlich gewöhnt sich der Körper im Lauf der Zeit daran. So muss ich zu Beginn der "Sonnen-Zeit" meinen Körper mit LSF 30 - 50 schützen. Zuzeit kann ich völlig ohne Sonnenschutz meinen Heimweg (ca 30 Minuten mit dem Fahrrad) absolvieren.

Ein guter Hautarzt sollte nicht solche abgedroschenen Spüche loslassen, sondern dich eher über deinen Hauttyp aufklären.

Wenn ich meinen UV-Kamm benutze dann nicht länger als 30 Tage am Stück. Inzwischen habe ich schon zwei Jahre nicht mehr bestrahlt. Ich meide es, wenn ich nicht das Gefühl habe, dass es helfen könnte, weil ich auch Angst vor dem Hautkrebsrisiko habe. Bin ein sehr heller Hauttyp.

Hoffe, dass ich helfen konnte.

 

LG Nüsschen

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Richard-Paul

Das Problem liegt in diesem Satz meines vorherigen Beitrages: "Wenn man nur ein klein wenig in Chemie danken kann, versteht man die Gründe." - Richtiger: ...  in Chemie und Physik.

Ohne UVB-Strahlen könnten wir alle nicht leben; mit zu viel UVB-Strahlen lebten wir aber auch nicht mehr. Die Evolution hat da für das richtige Maß gesorgt; - nur wir Menschen gehen falsch damit um.

Die Bio-Chemie hat dafür gesorgt, dass die richtige Wirkung der UVB-Strahlen dann richtig ist, wenn diese "senkrecht" auf unsere Hautzellen treffen, sofern diese nicht durch Sonnenschutz (Cremes, Wolken, Stoff, Mauern, usw.) daran gehindert werden. Treffen die UVB-Strahlen - überwiegend - waagerecht auf unsere Hautzellen, verfehlen sie die von der Natur aus vorgesehene Wirkung. >> Dies kann jeder mit einem UVB-Kamm selber testen.  

Aber als Beispiel: Bei zu wenig Wasser verdursten wir; - in zu viel Wasser ertrinken wir.

 

Es gab genügend Beiträge in diesem guten Forum zu allen Fragen mit den entsprechenden Antworten:

z.B.:

- Erfahrungsbericht: UVB-Bestrahlung

- Vitamin D und Autoimmunerkrankung

- UVB-Licht + Vitamin D 3

- UVB-Bestrahlungsdauer

- Pilot-Studie: Hochdosierte Vitamin-D3-Therapie

- UVB

- u.a.

 

Ein großer Denkfehler liegt darin, dass viele Menschen annehmen, dass künstliche, chemische Produkte dieselbe Wirkung haben, wie natürliche Produkte. Die Struktur- und die Summenformeln spielen die entscheidende Rolle;  (was jetzt zu schwierig wird). 

 

LG

Richard-Paul

Edited by Claudia
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Nur mal so als Meinung zwischendurch... die Auswirkungen einer UVB-Bestrahlung sollen sich erst in 20 bis 30 Jahren bemerkbar machen, wie ich so in anderen Artikeln lese. Also Klartext... ich bin jetzt 50 und zum ersten mal seit 20 Jahren fast PSO-frei. Wenn ich mit 70 oder 80 dann den Preis dafür zahle, dass ich jetzt wieder ein Mensch sein kann, dann ist es mir das wert.

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Um es nochmal auf den Punkt zu bringen... es geht mir um die UVB-Bestrahlung in der Kabine beim Hautarzrt. Hier und in den Links berichten viele User von irgedwelchen UVB-Kämmen... die meinte ich eigentlich nicht in meinem Eingangsposting.

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Richard-Paul

... es geht mir um die UVB-Bestrahlung in der Kabine beim Hautarzrt. Hier und in den Links berichten viele User von irgedwelchen UVB-Kämmen... die meinte ich eigentlich nicht in meinem Eingangsposting.

Da viele Nutzer eigene Ganzkörper-Bestrahlungsgeräte haben, könnten sie hierüber berichten.

 

 Soweit ich es aus den Diskussionen noch in Erinnerung habe (diskutiert bei UVB-Röhren), haben die UVB-Röhren das gleiche Emissionsspektrum wie die Röhren in der Kabine beim Hautarzt. - Das Problem in den Diskussionen war, dass die Bedienungskräfte beim Hautarzt die Bestrahlungszeiten z.T. falsch gewählt haben, bzw. die Geräte schon mal zu spät abgeschaltet haben. - Ein weiteres Problem waren die ständigen Besuchszeiten bei den (entfernten) Hautärzten.

 

LG

Richard-Paul

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Die Bedienungskräfte beim Hautarzt handeln sehr strickt nach ihren Anweisungen, immer schön die Bestrahlungszeit steigern. Das musste ich ihnen abgewöhnen. Und auch mit dem Arzt erstmal ein ernstes Wort reden. Keiner kennt meine Haut besser als ich. Auch solche Anweisungen wie "ziehen Sie sich ganz aus" interessieren mich nicht. Warum soll ich meinen Rücken und meinen Bauch bestrahlen, wenn ich dort erscheinungsfrei bin, also bleibt das T-Shirt natürlich an. Selbst ist der Patient.

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Hallo Abbo,

 

Nur mal so als Meinung zwischendurch... die Auswirkungen einer UVB-Bestrahlung sollen sich erst in 20 bis 30 Jahren bemerkbar machen, wie ich so in anderen Artikeln lese. Also Klartext... ich bin jetzt 50 und zum ersten mal seit 20 Jahren fast PSO-frei. Wenn ich mit 70 oder 80 dann den Preis dafür zahle, dass ich jetzt wieder ein Mensch sein kann, dann ist es mir das wert.

 ich hab' es in deinem Alter genauso gesehen. Habe in 12 Jahren von 1993 an (da war ich 51) während meiner Reha-Aufenthalte "reichlich" UVB-Bestrahlung bekommen, die sehr gut geholfen haben.

Heute sehe ich das etwas anders, denn mittlerweile sind mir zwei "weiße" Hautkrebse (Spinaliom am Ohr und Basaliom am Unterarm) entfernt worden. Ob die von der UVB-Bestrahlung kommen oder evtl. genetisch bedingt sind, kann ich natürlich nicht sagen.

Gruß

Rainer

Edited by RainerZ
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...

 

Gruß

Rainer

 

Hallo Rainer,

 

es tut mir sehr leid, dass du diesen blöden Krebs hattest. Ich hoffe, es ist jetzt alles weg und überstanden. Und ich wünsche dir, dass du gesund bleibst.

Ich finde es aber sehr wichtig, dass du das hier geschrieben und uns mitgeteilt hast. Wir Psoler verdrängen gerne, dass UV-Bestrahlungen das Erbgut in den Hautzellen schädigen.

 

Ich wünsche dir alles Liebe,

Gina

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Hallo Gina,

Hallo Rainer,

 

es tut mir sehr leid, dass du diesen blöden Krebs hattest. Ich hoffe, es ist jetzt alles weg und überstanden. Und ich wünsche dir, dass du gesund bleibst.

Ich finde es aber sehr wichtig, dass du das hier geschrieben und uns mitgeteilt hast. Wir Psoler verdrängen gerne, dass UV-Bestrahlungen das Erbgut in den Hautzellen schädigen.

 

Ich wünsche dir alles Liebe,

Gina

danke für die guten Wünsche. Das "Krebschen" am Unterarm scheint nicht völlig raus zu sein, es bildet sich am Rande der Naht immer etwas Grind. Meine Hautärztin meinte: "Beobachten".

Gruß

Rainer

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    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Auf der diesjährigen Hautärzte-Tagung der DDG wurde wieder einmal viel Interessantes rund um die Psoriasis berichtet: Auffällig ist der Wechsel hin zur Dauer-Therapie, nicht nur bei innerlichen Wirkstoffen. Selbst das Ausschleichen bei Kortison wurde in Frage gestellt. Inzwischen ist nachgewiesen, dass eine Psoriasis sich bessern kann, wenn die Mandeln entfernt oder Zahnfleisch-Entzündungen behandelt werden. Als schwer ausrottbarer Mythos gilt die Warnung vor Beta-Blockern. Fumaderm® dagegen erwies sich in einer Untersuchung auch nach 12 Jahren als wirkungsvolles und sicheres Medikament. In Einzelfällen wurde Psoriasis als Berufskrankheit anerkannt.
      Alle zwei Jahre, um den 1. Mai herum, lädt die Fachgesellschaft der Hautärzte, die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), zur Tagung ein. Viele Jahre fand das in Dresden statt, dieses Jahr aber im neuen CityCube Berlin. Wir dürfen dankenswerter Weise daran teilnehmen, um Informationen weiterzugeben, die Patienten interessieren könnten.
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      Psychotherapeutisch biete sich, neben Medikamenten, eine Therapie des Akzeptierens und das Engagierens (Acceptance-and-commitment-treatment) an: „Du hast zwar eine Psoriasis, aber was hält dich davon ab, das zu machen, was du willst?“. Es gehe darum, die Menschen zu befähigen, trotz der Krankheit ihren eigenen Lebenssinn zu finden, d.h. gesund und zielgerichtet zu leben.
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      Bei Lithium, oft zur Behandlung von psychisch Kranken eingesetzt, sei es sehr zweifelhaft, ob es eine Psoriasis auslöst oder antreibt. Während der Wirkstoff Chloroquin, der gegen Malaria eingesetzt wird, deutlich auf die Psoriasis wirke.
      Fumaderm-Therapien langfristig ausgewertet
      Mediziner der Universitätsklinik Bochum hatten die Akten von 879 Patienten ausgewertet, die seit 12 Jahren mit Fumarsäureester (FSE) behandelt wurden. Das, so Dr. Heinrich Dickel, sei die erste Langzeit-Untersuchung, die länger als drei Jahre umfasst. Einige Patienten seien zusätzlich mit MTX oder UV-Licht behandelt worden. FSE habe über diese Zeit nicht an Wirkung verloren, unabhängig von der jeweiligen Psoriasis-Form. Wenn FSE abgesetzt und dann wieder eingesetzt wurde, wirkte es genau so gut wie vorher. Denn anders, als z.B. bei den Biologika, würden keine Anti-Körper gebildet. Über diesen langen Zeitraum hätte es keine schweren (so genannte „oppurtunischen“) Infektionen gegeben. Deshalb bestätigte Dr. Dickel dem Fumarsäure-Gemisch „ein gutes Sicherheitsprofil“.
      Die aktuellen Meldungen über den Wirkstoff Dimethyl-Fumarat, der in Fumaderm® enthalten ist, wurden auf der Tagung nicht problematisiert. Auf Nachfrage bemerkte Professor Altmeyer, ein PML-Risiko gebe es schließlich für alle immunsuppressiven Wirkstoffe, vor allem bei MS-Medikamenten. Durch regelmäßige Blutkontrollen könne das aber ausgeschlossen werden.
      Psoriasis als Berufskrankheit
      Professorin Vera Mahler berichtete, dass es zwischen 1995 und 2010 in Deutschland 130 Fälle gab, in denen Psoriasis als Berufskrankheit anerkannt wurde. Sechs Betroffene davon wurden wegen ihrer Berufsunfähigkeit als „rentenberechtigt“ eingestuft.
      Zwar sei Psoriasis genetisch bedingt, aber unter bestimmten Bedingungen könne sie als Berufskrankheit gelten. Zum Beispiel, wenn sie erstmals durch berufliche Einwirkungen am Arbeitsplatz ausbricht; aber auch, wenn sie sich beruflich bedingt verschlimmert oder deutlich verändert. Wer das an sich beobachtet, solle das unbedingt der Hautärztin berichten und dokumentieren lassen.
      Grundlage ist die Berufskrankheiten-Verordnung, eine Liste der offiziell anerkannten Berufskrankheiten. Die jeweils aktuelle Version findet sich auf der Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Psoriasis wäre nach Ziffer 5101 zu überprüfen. Ein wesentlicher Hinweis ist, dass sie sich in der „arbeitsfreien Zeit“ deutlich bessere. Wirklichkeitsfremd sei, so Prof. Mahler, dass dem eine sechswöchige, durchgehende Arbeitspause zugrunde gelegt werde. Das geht heutzutage eigentlich nur durch Krankschreibung.
      Berufsbedingt entstehe eine Psoriasis an „Kontaktstellen“,meist an den Händen (Köbner-Effekt). Typisch sei die „ekzematisierte Psoriasis“. Eine Berufskrankheit werde auch dann anerkannt werden, wenn die Arbeit lediglich eine wesentliche Teil-Ursache sei. Die Krankheit schütze nicht vor einer beruflich erworbenen Kontakt-Allergie. Es dauere bei Psoriatikern nur manchmal etwas länger, bis die ausbreche.
      Neue Medikamente
      Apremilast (Otezla)
      Über das hinaus, was das Psoriasis-Netz bisher schon über Aprimelast geschrieben hat, gab es weitere Informationen:
      Apremilast sei für Patienten, die nicht auf TNF-Alpha-Blocker ansprechen oder sie nicht benutzen wollen bzw. können („Second-Line Medikament“), so Professor Mrowietz. Die Wirkung sei schwächer, als die des neuen IL-17a-Bloker Secukinimab (Cosentyx®) und würde über ein Jahr nachlassen. Vor allem die Magen-Darm-Probleme würden sich im Laufe der Therapie verbessern. Gewichtsverluste, auf die der Hersteller hinweist, seien bei nur 6 Prozent der Patienten beobachtet worden. Generell hätte es im Beobachtungszeitraum von fünf Jahren keinen Abbruch wegen der Nebenwirkungen gegeben.
      Dr. Michael Sebastian berichtete über deutliche Verbesserung der Nagel-, Kopf und Palmoplantaris-Psoriasis. Einige Patienten hätten auf Apremilast extrem gut angesprochen, andere nicht („Non-Responser“). Der Wirkstoff sei eine zusätzliche Chance für an sich „aus-therapierte“ Patienten. Eine regelmäßige Blutbild-Kontrolle sei nicht nötig.
      Secukinumab (Cosentyx)
      Über das hinaus, was das Psoriasis-Netz bisher schon über Secukinumab geschrieben hat, gab es weitere Informationen:
      Das Biologikum, so Professor Reich, zeige erst nach 16 Wochen seine volle Wirksamkeit. Es scheine auch die Psoriasis arthritis sehr gut zu beeinflussen. Wenn die Behandlung unterbrochen wird, wirke es bei Wiederaufnahme genau so gut wie vorher. Im Gegensatz zu anderen Biologika werden bei Secukinumab kaum Anti-Körper gebildet.
      Es gebe keine Sicherheitsbedenken, so Professor Mrowietz. Aber es könnte sich die Zahl der Leukozyten verringern, so dass eine Neutropenie möglich ist. Bei manchen Patienten hätten sich die Schleimhäute mit dem Hefepilz Candida infiziert. Genau zu beobachten sei, ob Patienten unter dieser IL-17a-Therapie später einen Morbus Crohn (MC) entwickeln. Professor Ulrich Amon schließt Secukinumab für MC-Patienten aus.
      Biosimilars
      Es sei kein Problem, vom Original-Biologikum Infliximab (Remicade®) auf das Biosimilar zu wechseln. Dr. Sandra Philipp berichtete, dass bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis über ein Jahr lang keine signifikanten Unterschiede festgestellt wurden. Beide angebotenen Präparate (Remsima®, Inflectra®) sind identisch und werden vom gleichen Produzenten geliefert.
      Bestrahlungstherapie
      Die angekündigten Studien zum sichtbaren Licht (Dermodyne) parallel in verschiedenen Behandlungszentren kommt erst einmal nicht zustande. Es war vorgesehen, die Blaulicht-Therapie bei Neurodermitis-Patienten zu vergleichen mit einer äußerlichen Behandlung (erst Kortison, dann Tacrolimus). Die positiven Erfahrungsberichte sollten wissenschaftlich untermauert werden.
      Aus unterschiedlichen Gründen haben aber fast alle Therapiezentren, die sich daran beteiligen wollten, die Geräte nicht installiert oder nicht in Betrieb genommen. Lediglich in Wien bei Professor Adrian Tanew und in Mainz bei Dr. Detlef Becker wird das Verfahren angewendet. Die geplante Studie wurde von deren Universitätsgremien als „Arzneimittel-Studie“ eingeordnet. Die damit verbundenen Anforderungen und Kosten sind aber für die beiden Zentren zu hoch.
      Professor Tanew ist davon überzeugt, dass die Therapie mit Blaulicht wirkt, wenn auch langsam. Er könne sich aber nicht erklären, weshalb sie funktioniert. In Wien werde es jetzt nur eine einfache Studie mit Blaulicht geben.
      Hautkrebs
      Empört reagierten viele Referenten auf den Vorwurf des TV-Magazins „Kontraste“, Hautkrebs-Screening sei nutzlos und teuer. Die Früherkennung führe nicht dazu, dass sich die Zahl der Todesfälle verringert. Stattdessen würden mehr Hautkrebs-Diagnosen gestellt, obgleich unklar sei, wie viele davon tatsächlich gefährlich werden würden.
      Auch die Hammerwerferin Betty Heidler lässt sich auf Hautkrebs untersuchen Der Pressesprecher des Berufsverbandes BVDD, Dr. Ralph von Kiedrowski, meinte, die Sterblichkeit sei tatsächlich genau so hoch wie vor Einführung der Früherkennung. Allerdings verdoppele sich die Erkrankungsrate bei Hautkrebs alle zehn Jahre. Das läge auch daran, dass die Bevölkerung immer älter würde. Freya Trautmann (Uniklinik Dresden) hat ermittelt, dass Screening Teilnehmer länger überleben. Die Ursache sei aber vermutlich nicht eine frühere Diagnose bzw. frühzeitige Behandlung, sondern die Veränderung des Lebensstils. Patienten, die zum Screening gehen, verhalten sich wahrscheinlich inbezug auf die Hautkrebs-Gefahr bewusster.
      Andere Experten gestehen dagegen ein, dass die Datenlage „miserabel“ sei. Selbst die Meldequoten seien je nach Region und Tumortyp unterschiedlich. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin fordert einen „klaren Nutzennachweis“. Bis dahin sollte die Bevölkerung nicht ermuntert werden, zum Haut-Screening zu gehen.
      Tipps
      Bei Kopf-Psoriasis empfiehlt Prof. Reich zwei Nächte lang eine Kappe mit Eucerin 5 % - Shampoo + Creme (Kortison oder kombiniert mit Calcipotriol). Salicyl sei nicht für alle Patientengruppen geeignet, alkoholische Tinkturen würden austrocknen, Daivobet Gel sei schwer auszuwaschen und Clarelux-Schaum würde spannen. Bei manchen Psoriasis-Formen sind die Stellen feucht und damit schwer einzucremen. Prof. Reich empfiehlt, sie kurz mit dem Fön zu trocknen. Bei Nagel-Psoriasis empfiehlt Prof. Reich eine Kombinationsbehandlung: erst Onypso-Lösung (Harnstoff) auftragen, nach kurzer Wartezeit Clobegalen®-Lösung (Kortison) und danach Daivobet Gel (Kortison + Calcipotriol) – alles luftdicht über Nacht einwirken lassen. Wer es schafft, 5 kg abzunehmen, könne seinen Therapie-Erfolg verdoppeln, so Prof. Augustin mit Hinweis auf eine italienische Studie. Bei Abnehmer-Programmen ohne Begleitung (Coaching) würden die meisten nach einer Zeit in alte Verhaltensweisen zurückfallen, so Dr. Sascha Gerdes. In Deutschland hätten diejenigen Psoriasis-Patienten die besten Erfolge, so Prof. Mrowietz, die ihre Therapie ausführlich mit der Ärztin bzw. dem Praxispersonal besprochen hätten. Ob ein Wirkstoff für einen konkreten Psoriasis-Patienten tatsächlich geeignet ist, sollte frühesten sechs Monate nach Therapie-Beginn entschieden werden. Spätestens nach 4 bis 6 Wochen aber sollte das Präparat sichtbar ansprechen, so Dr. Andreas Körber. Produkte
      Wer versuchen will, ob seine Krankenkasse das Bestrahlungsgerät BlueControl bezahlen würde, kann selbst oder über den behandelnden Arzt Antragsunterlagen bei Hönle anfordern. Parallel dazu bietet die Firma eine dreimonatige Testphase an. Wer das Gerät danach kauft, bekommt die Miete beim Preis angerechnet. Präparate mit sulfoniertem Öl aus schwefelreichem Schiefer werden oft mit teerhaltigen gleichgestellt. Sie haben aber, so der Hersteller Ichthyol Gesellschaft, andere Eigenschaften und weniger Nebenwirkungen. Die Ichthyol Gesellschaft stellte ihre seit langen Jahren bekannten Präparate in modernem Design vor. Das Crino Cordes® N Shampoo wird nicht vor Herbst 2015 lieferbar sein. Auf der Tagung war außerdem Bionatar vertreten, das von Psoriasis-Netz-Nutzern getestet wurde. Die Creme letiSR ist eigentlich für Rosazea entwickelt, eignet sich aber für alle, die Rötungen im Gesicht haben. Die Haut wird leicht getönt, was streifenfrei aufzutragen und vor allem sehr unauffällig ist. Tarmed®, das teerhaltige Shampoo, wird noch vor dem Sommer 2015 auf dem deutschen Markt kommen, hieß es am Firmenstand von GSK. Dann darf dieses Fertigpräparat wieder verschrieben werden. Man kann sich das Shampoo aber auch als Rezeptur verschreiben lassen. Leo wird Daivobet-Gel ab Herbst 2015 in einer völlig anderen "Applikation" anbieten. Details wurden nicht genannt, aber wir vermuten eine Flasche mit Spender. Damit wäre (nicht nur) unsere jahrelang geäußerten Kritik endlich erfolgreich: Die Plastikflasche ist viel zu steif, um das Gel herauszudrücken – besonders bei Gelenkproblemen. Die Öffnung ist viel zu scharfkantig, weil man sie selbst aufschneiden muss. Fumaderm ist in Tübingen relativ erfolgreich gegen krankhaften Haarausfall eingesetzt worden, so Dr. Katharina Meier.
    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Die „digitale Fototherapie“ ist von Dipl.-Ing. Friedrich Lüllau entwickelt worden. Das UV-Bestrahlungsgerät Skintrek® wurde in Zusammenarbeit mit der Uni Lüneburg gebaut und an der Medizinische Hochschule Hannover an Patienten mit Psoriasis, Ekzemen und Vitiligo getestet. So gut die Idee war, ist das Verfahren später nicht mehr weiterentwickelt worden. Denn parallel dazu begann die Ära der immer effektiver wirkenden Biologika. Für Patienten, die trotzdem weiterhin bestrahlt wurden, reichten klassische UV-Bestrahlungsgeräte aus; Skintrek® war zu teuer und zu aufwendig. Trotzdem hier unser Bericht von 2013:
      Der entscheidende Unterschied zu bisherigen Bestrahlungslampen besteht darin, dass die Lichtstrahlen in 800.000 Pixelstrahlen aufgeteilt werden. Jeden davon kann man einzeln ansteuern, abschalten oder dosieren. Die Hautoberfläche wird am Anfang der Behandlung einmal gescannt und die zu bestrahlenden Körperbereiche werden vom Arzt festgelegt. Danach erkennt das Gerät die einzelnen Plaques automatisch wieder. Die Bestrahlungsdosis wird selbständig angepasst, wenn sich der Patient bewegt, die Plaques seitlich am Körper liegen oder schon unterschiedlich stark abgeheilt sind. Die Software ist mit einer Kamera verbunden und registriert alle Veränderungen der Rot-Töne auf der Haut. Dadurch werden unterschiedlich starke Abheilungen erkannt und nur die noch nicht abgeheilten Stellen bestrahlt.
      Der Vorteil gegenüber den gebräuchlichen UV-Lampen liegt daran, dass die gesunde Haut nicht bestrahlt wird. Nur diejenigen Pixelstrahlen kommen auf der Haut an, die vorher eingestellt sind. Die anderen werden mit kleinen Spiegeln abgelenkt. Dadurch wird vermieden, dass möglicherweise Hautkrebs entsteht, weil nach bisherigen Erkenntnissen erkrankte Hautstellen gegen UV-Schäden geschützt sind. Die gesunde Haut altert langsamer und zeigt keine Kontraste (Pigmentierung) zur bestrahlten. Vor allem bei Vitiligo fällt so die Lichttherapie nicht auf. Es sind deutlich weniger Therapiesitzungen nötig, denn es werden nur die Plaques bestrahlt. Die aber sind nicht so lichtempfindlich, wie die gesunde Haut. Deshalb kann mit höheren Dosierungen gearbeitet werden. Bei schräg liegenden Körperstellen wird die Bestrahlung angepasst.
      Im Gegensatz zum handgeführten Excimer-Laser werden durch die Software erkrankte Hautflächen konturgenau angesprochen. Der Laser muss stets vom Arzt zeitaufwendig geführt werden; das Bestrahlungsgerät skintrek® sucht sich selbsttätig die zu bestrahlenden Stellen. Das UV-Spektrum kann frei gewählt werden. Aber: Das Gerät ist nicht für die großflächige Psoriasis geeignet.
      In Kombination mit der Balneo-Fototherapie ist die Technik für gesetzlich versicherte Patienten abrechenbar. Andere UV-Bestrahlungen müssen bisher privat bezahlt werden.
      Auf dem Fortbildungskongress in München 2012 beklagten Experten wie Professor M. Percy Lehmann (Wuppertal), dass die tatsächlichen Erfolge der UV-Therapie wenig bekannt seien. Das läge daran, dass die Biologika mit erheblichem Aufwand öffentlichkeitswirksam präsentiert werden würden. Im Gegensatz zu den Biologika seien aber die langfristigen Wirkungen und Nebenwirkungen der UV Bestrahlung seit über 50 Jahren bekannt und kontrollierbar. Trotz theoretischer Risiken würden alle bisherigen Untersuchungen davon ausgehen, dass es für Psoriatiker kein erhöhtes Hautkrebsrisiko gibt - auch nicht bei PUVA. UV-Bestrahlung sei kostengünstiger, nebenwirkungsärmer, wirke teilweise schneller (PUVA) und könne bei solchen Patienten eingesetzt werden, die nicht mit Biologika behandelt werden dürften. Einziger Nachteil sei, dass Bestrahlungstherapien nicht auf die Psoriasis Arthritis wirken würden.
      Ein Video des Herstellers gibt es via YouTube:
      https://www.youtube.com/watch?v=GfMaz_rH-sg
    • GrBaer185
      By GrBaer185
      Der Download enthält als pdf-Datei die Folien einer Powerpoint-Präsentation zum "Vitamin D". Erklärt werden die verschiedenen Vitamin D Arten und ihre Bedeutung für den Stoffwechsel. Es wird auf den  empfohlenen 25-OH-Vitamin D3 Spiegel im Blutserum eingegangen und Grenzen für die Notwendigkeit sowie  Möglichkeiten und Gefahren einer Vitamin D Supplementierung aufgezeigt.

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