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Psoriasis Pustulosa - bisher nur lästig, aber nun kaum zu ertragen


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Juanita

Hallo zusammen,

dann stelle ich mich mal vor!

Vor ca. 8 Jahren fing an, mich etwas an der linken Fußsohle zu nerven. Am Anfang war es nur eine ca. 2qcm große Stelle, die im Laufe der Zeit immer größer wurde. Zuerst hat es einfach nur gejuckt wie verrückt. Die Hausärztin sah sich die Stelle kurz an (gefühlt aus 2m Entfernung) und schrieb mir ein Fußpilzmittel auf (irgendein Standard aus der Apotheke). Dazu gab es einen Vortrag über Fuß- und Schuh-Hygiene. Als es nicht besser wurde, habe ich mehrere Hautärzte abgeklappert. Die Ursache für meine Beschwerden schienen nicht so interessant zu sein, ich bekam Fußpilz- und Cortisonsalbe. Letztere half zwar kurzfristig, aber meine Haut wurde davon dermaßen dünn, dass sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit gerissen ist. Vor zwei Jahren war ich dann bei einem sehr drolligen Hautarzt hier im Tal, der sich den Fuß genau anschaute, meine Knie, meine Ellenbogen, meine Kopfhaut (alles mit einer Art UV-Leuchte) und meinte: das ist eine Psoriasis Pustulosa. Und dann bekam ich wieder Cortisonsalbe. Hm.

Eigentlich kam ich damit soweit zurecht, aber seit einigen Wochen ist es so schlimm geworden, dass ich kaum noch laufen kann. Was äußerst schwierig für mich ist, da ich mich als Handwerkerin ständig bewegen muss. Schwer tragen geht kaum noch. Es ist ein ewiger Kreislauf aus unerträglichem Juckreiz, der eher schmerzhaft ist und extremer Abschuppung (ich produziere bestimmt eine Handvoll Hornhautschuppen pro Tag - ich kann die schon als Ersatz für Hornspäne in die Blumenkübel tun ;-)).

Wie haltet ihr das so aus?

Wie geht ihr mit diesen Blasen um? Wenn ich sie "wachsen" lasse, reißen sie irgendwann unkontrolliert auf und ich blute alles voll. Manchmal befindet sich unter dieser Blase schon wieder eine neue, die gern mit aufreißt und die Wunde wird so noch tiefer. Deshalb lasse ich lieber kontrolliert den Eiter ab mit einer desinfizierten Kanüle. Ich habe oft gelesen, dass man das auf gar keinen Fall soll, aber es gibt mir immerhin ein wenig Erleichterung. Mit den "ausgewachsenen" Blasen, die irgendwann komplett aufreißen, bin ich zum Teil tagelang außer Gefecht, der Fuß wird dick und ich habe im ganzen Bein Schmerzen.

Ich habe übrigens eine Pollenallergie, die Frühblüher insbesonders Birke haben vor ca. 12 Jahren bei mir starkes Asthma ausgelöst. Ich bekam dann eine Hyposensibilisierung über 4 Jahre, das Asthma hat sich gelegt. Und dann ging das mit dem Fuß los. Hat jemand von euch auch einen Zusammenhang festgestellt? Im Frühjahr blüht der Fuß extrem auf, als ob mein Körper sagt: okay, du willst kein Asthma? Hier hast du was anderes!

Ein weiterer Trigger sind bestimmte Baustoffe. Eigentlich arbeite ich viel mit biologischem Baumaterial wie Lehm und unbehandeltem Holz, aber letztes Jahr habe ich das Bad umgebaut. So ziemlich alles, was raus und wieder rein ging, war nicht biologisch. Allergiehinweise stehen natürlich auf jeder Packung, bei Methylisothiazolinon z.B. Den ersten sehr schlimmen Ausbruch hatte ich bei zementgebundenen Faserplatten. Hat jemand Ähnliches erlebt? Ist die Pustulosa vielleicht eine Fehldiagnose und in Wirklichkeit eine nicht erkannte Allergie? Ist das jemanden schon mal so ergangen?

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich nur selbstgemachte Kosmetika ohne Konservierungs- und Duftstoffe benutze, fast schon mein ganzes Leben lang kein Fleisch esse und niemals, wirklich niemals Fertigprodukte benutze. Sogar Gemüsebrühepulver mache ich selbst.

Zu dem drolligen Arzt mag ich im Moment nicht gehen, er hat keine Terminsprechstunde, man steht in einem engen Hausflur in einem großen Wohnhaus und die Abstandsregeln sind nicht einzuhalten. Auf eine Covid-Impfung brauche ich wohl nicht zu hoffen, denn trotz Asthma-Anfälligkeit (ein Anfall endete immer mit einem Lungenephysem) bin ich offenbar keine Risikogruppe, wie ich lernen durfte.

So, das war ein langer Text. Ich habe schon viele Tipps hier aus dem Forum ausprobiert - die Nummer mit der Frischhaltefolie über Nacht ist super. Mein aktuell bevorzugtes Kampfmittel ist Sheabutter, die ich mit Nachtkerzen- und CBD-Öl zu Sahne aufgeschlagen habe. Aber egal, was ich ausprobiert habe, Zink-Einnahme, Schüttellotion, etc., es wirkt meist nur kurz und dann geht es von vorne los. Hat jemand diesen Effekt auch schon bemerkt? Ich versuche jetzt, die verschiedenen Sachen abwechselnd zu machen.

So viele Fragen - vielleicht hat der ein oder die andere ähnliche Erfahrungen gemacht oder hat noch einen Tipp auf Halde, den ich bisher übersehen habe.

Liebe Grüße allerseits!

 

 

 

 



 

 

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Waldfee

Hallo Juanita,

willkommen hier im Forum!

Könntest Du Dir von der Zeit her  leisten, in die Akutklinik Leutenberg  zu gehen, die ohne Kortison arbeitet, wo aber die natürliche Behandlung ca. 4 Wochen dauert. Dort konnten schon vielen  „Sorgenkindern “ gut geholfen werden. Oder in einer ambulanten Uni- Dermatologie vorstellig werden, die Dir mit „inneren“ Medis  helfen können. In Deinem speziellen Fall kannst Du sicherlich Hilfe bekommen. LG Waldfee

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Juanita

Hallo Waldfee,

danke für deine Antwort! Nein, vier Wochen in einer Klinik sind im Moment keine Option, genauer gesagt traue ich mich gerade gar nicht aus dem Haus. Eine Freundin ist diese Woche an Covid gestorben. Die einzigen Sozialkontakte, die sie und ihr Mann hatten, waren Arztbesuche 😞

Aber gut zu wissen, dass die Akutklinik Leutenberg natürlich arbeitet. Das war mir nicht so bewusst.

Ich schaue mal, ob ich in Düsseldorf an der Uni-Klinik irgendwie unter komme.

LG nach Bayern - ich beneide euch, ich will auch Sputnik, oder irgendwas anderes, von mir aus auch Sinovac

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Waldfee

Hallo Juanita,

ich lebe seit einem Jahr nach 30 Jahren Bayern wieder in Sachsen und bin heute mit BIOTECH geimpft worden, bei mir war das Alter und chronisch krank ausschlaggebend. Muß mal mein Profil ändern. Wo wohnst Du denn? Deine Angst kann ich gut verstehen, das Sterben durch COVID  ist furchtbar. Aber laß Dich bitte nicht durch die Angst erdrücken. Ich war und bin in der Corona- Zeit bei vielen Ärzten gewesen, auch in der Familie immer mit einem beklemmenden Gefühl. . Ich glaube, das ist Schicksal. Übrigens war Leutenberg die ganze Zeit immer als Klinik offen. Alles Gute und LG. 

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Juanita
Posted (edited)

Hallo Waldfee,

mein Glückwunsch zur Impfung! Ich lebe in NRW, Wuppertal. Im Bundesland mit der lahmsten Impfrate in der Stadt mit der lahmsten Impfrate 😉

4 Wochen Klinikaufenthalt ist für mich keine Option. Ich werde es Montag noch mal bei dem drolligen Arzt ohne Terminsprechstunde versuchen, zumindest könnte er mir eine Überweisung zur ambulanten Behandlung in einer Klinik hier in der Nähe geben. Hoffe ich mal. Mein Zustand ist gerade dermaßen unerfreulich, dass ich alles nehmen würde.

Schicksal? Nö, B 1.1.7. Fängt man sich im Vorbeilaufen ein und fällt einen ziemlich schnell, auch ohne Vorerkrankungen.

Liebe Grüße in schöne Sachsenland
(was ich bisher davon gesehen haben, das war zwar nicht so viel, fand ich wunderschön!)
Juanita

 

 

Edited by Juanita
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  • 4 weeks later...
SAPHO-Sabine

Hallo Juanita,

ich habe (scheinbar schon zeitlebens) das SAPHO-Syndrom. 

Unter vielem anderen, leide ich auch unter Pustolosis Palmaplantares (also ohne Psoriasis).

Bei mir bilden sich Blasen, erst hell, dann gelblich. Zum Schluss trocknen sie aus (rötlich braun) und fallen zuletzt ab.

Bei den Fußsohlen (Plantares) wurde dieser Prozess scheinbar durch die Belastung (gehen, stehen) gestört. Somit wurde nicht nur die Haut immer dünner, sondern es kam dann ja auch zu Wunden.

Ich hatte viele Dermatologen und Fachkliniken aufgesucht. (Damals noch ohne Diagnose SAPHO)

Die erste Behandlung, war auf Grund der Blasen auch eine Fußpilz-Salbe. Sie verursachte bei mir unvorstellbare Nervenschmerzen durch den ganzen Körper. Die abgenommene Hautprobe schloss dann aber auch Hautpilz aus und die Diagnose lautete: irgendeine Art Schuppenflechte.

Juckreiz hatte gar nicht.

Andere Ärzte pochten auf Psoriasis, obwohl ich keine Hornhautbildung hatte und bestanden auf Kortisonsalbe. Anfängliche Besserung war die Ruhe vor dem Sturm. Ein Drittel der Fußsohle war bei dem einen Fuß eine riesige Blase. Kortison ist laut Wissenschaft bei der Pustolosis wohl auch kontraproduktiv...

Bei einer Salbe stand sogar im Beibackzettel: Darf nicht bei blasenbildenen Hauterkrankungen angewendet werden.

Was mir letztendlich half, war das Benutzen von Krücken und Rollstuhl um Gehen und Stehen zu vermeiden, dicke Einlegsohlen  (Auslöser war scheinbar eine Entzündung in den Füßen),  Fußbäder nach Anweisung in Kamillosan, an der Luft trocknen lassen und für die Entzündungen anschließend von oben den Fuß mit Voltaren 23, 2 mg  behandeln.

Vielleicht solltest du das Angebot der Krankenkassen für alternative Behandlungen nutzen und einen Heilpraktiker aufsuchen, der ein ausführliches Labor macht. Vielleicht liegt ein Nährstoffmangel vor, der für ein die Hautbarriere stört...

Aber ein Kamille-Fußbad kann ja eigentlich nicht schaden, beruhigt aber die Haut und ist entzündungshemmend.

Ich wünsche dir baldige Besserung und einen engagierten Arzt.

LG Sabine

 

 

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