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persönliche Erfahrung mit Skilarence


vktr

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Geschrieben

Hallo ihr Lieben,

ich wollte mal meine Erfahrungen mit Skilarence mit euch teilen, da mir vor und während meines Starts andere Erfahrungen auch sehr geholfen haben. Und falls das auch noch jemandem hilft, weil ich lange (gefühlt) der einzige in meinem Alter mit (so starker) Psoriasis war - ich bin jetzt 22 und habe seit ich denken kann Psoriasis. 

Ich hatte früher oft Cortisoncremes verschrieben bekommen, aber ihr kennt das sicher auch, das hilft dann vielleicht zwei Wochen ganz gut, aber was weggeht, kommt an anderer Stelle doppelt wieder. Deshalb war ich bestimmt gute sieben Jahre nicht bei einer Hautarztpraxis - ich hatte ein bisschen die Hoffnung auf Besserung verloren. Nun kam es aber, dass ich eine neue Hausärztin habe, die mir sofort eine Akutüberweisung zu einer Hautärztin gab. Ich konnte mich da durch meine Psoriasis total als Patient reinschmuggeln, eigentlich nimmt die Praxis gar keine neuen. :D

Ich sprach also mit der Ärztin und sie erzählte mir von Skilarence und dass sie denkt, dass wir (also wohl eher ich) das ausprobieren sollten. Zusätzlich dazu, um die Wirkung schneller anzukurbeln, sollte ich drei bis vier Mal die Woche zur UV-Therapie, für circa sechs Wochen. Letzteres klang für mich auch eher nach Pseudowissenschaft, aber tatsächlich gibt es da Studien dazu! Also dachte ich gut, diese Frau klingt vertrauenswürdig und ist sehr nett, sie hat Ahnung, auf geht's!

Die UV-Bestrahlung war ganz in Ordnung. Zwei Mal hatte ich es nicht so gut vertragen, meine Haut wurde ganz rot und heiß und hat schlimm gejuckt - mag aber daran liegen, dass ich da sowieso sehr empfindlich bin.

Jetzt aber endlich zu Skilarence - ich startete ganz regulär mit 30mg abends. In der ersten Nacht hatte ich so einen heftigen Flush, dass ich richtig Panik bekam und dachte, ich hätte eine allergische Reaktion. Meine Haut hat sich total gespannt und heiß angefühlt, ich dachte, ich schmelze in meine Matratze :') Beim Blick in den Spiegel wurde die Panik auch nicht besser, ich war nämlich überall knallrot. Das Ganze hat sich zum Glück nach circa fünfzehn Minuten wieder gelegt und dann ging es mir auch wieder gut. Ansonsten hatte ich in der ersten Woche ab und an einen ein wenig aufgeblähten Bauch, aber alles nichts schlimmes. Flushs kamen auch hin und wieder, wurden aber immer weniger. Ab Woche zwei nahm ich dann 60mg, 30 morgens, 30 abends. Das lief eigentlich sehr gut, meine Flushs wurden immer seltener und ich hatte höchstens mal ein bisschen Unwohlsein im Magen. Dann kam Woche drei, 90mg, wieder jeweils 30 morgens, mittags, abends. Das ging zwei bis drei Tage gut, plötzlich wachte ich mitten in der Nacht, circa sechs bis sieben Stunden nach Einnahme, auf - mit den schlimmsten Magenschmerzen meines Lebens. Meine Freundin ist aufgewacht, weil ich eventuell ein bisschen Weinen musste vor Schmerzen, und hat mir dann eine Wärmflasche + Buscopan plus gebracht. :') Das war zum Glück hilfreich, aber wirkt halt leider auch erst nach so zwanzig Minuten, währenddessen hieß es also leider Aushalten.

Naiv wie ich war dachte ich, na gut, bei meiner ersten Woche kamen die Nebenwirkungen auch so schnell, waren dann aber genauso schnell wieder besser, und hab weiter meine 90mg Dosis genommen. Leider ging das genau so weiter - sechs bis sieben Stunden nach Einnahme nachts aufwachen, Buscopan schmeißen, hoffen, dass es vorbeigeht, erschöpft wieder einschlafen. Als die Bauchschmerzen dann plötzlich nicht nur nachts, sondern auch über den Tag verteilt mehrmals kamen, und das, obwohl ich aufgrund der Nebenwirkungen schon wieder nur noch 60mg nahm, war es dann allerhöchste Zeit, bei meiner Ärztin vorbeizuschauen. Sie sagte, ich solle die Dosis weiter verringern und erstmal nur noch eine Tablette, also 30mg täglich nehmen. Gesagt, getan.

Leider hat das überhaupt nicht geholfen, eher im Gegenteil. Die Bauchschmerzen waren weiter da, zusätzlich bekam ich noch Juckreiz, dazu, ich würde fast sagen nesselsuchtartige Quaddeln. Ich gehe also nochmal zu meiner Ärztin und sie sagt, ich solle erstmal eine Woche nichts nehmen, wenn die Nebenwirkungen dann weg sind, probieren wir es nochmal, ansonsten bekomme ich etwas anderes.

Das war Ende November. Ich warte also die Woche ab, die Bauchschmerzen sind fast sofort nach Absetzen weg, der Juckreiz und die Quaddeln bleiben. Und zwar sehr, sehr lange. Vier Wochen ungefähr. Zum Glück haben mir da Antihistaminika helfen können. Ich habe also all die Zeit abgewartet, bis der Juckreiz besser wurde, und dann letzte Woche meinen zweiten Anlauf gestartet. Der ist leider binnen weniger Tage gescheitert - die Bauchschmerzen kamen zurück und dieses Mal wollte ich den Rattenschwanz an Schmerzen vermeiden und habe direkt wieder aufgehört. 

Ich kann aber sagen, in meinem ersten Versuch, also den 3-4 Wochen, in denen ich Skilarence genommen hatte, konnte ich tatsächlich schon eine große Verbesserung beobachten. Die ist jetzt natürlich schon wieder fast nicht mehr vorhanden, aber auch, wenn es bei mir jetzt leider nicht geklappt hat, kann ich jedem empfehlen, es einfach mal zu probieren, sofern man die körperlichen Voraussetzungen dafür hat. Sucht euch eine gute Hautarztpraxis, lasst euch regelmäßig checken (Blutentnahme und Urinprobe) und dann kann eigentlich nichts allzu schlimmes passieren. Klar, die Nebenwirkungen waren schon sehr unangenehm, aber ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, Dimethylfumarat auszuprobieren. Jetzt bin ich gespannt, was meine Hautärztin als nächstes vorschlägt, und davon kann ich dann in einigen Wochen bis Monaten wieder berichten :)

Habt eine schöne Restwoche!

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