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Speicherstadt

Meine (seltsame?) Psoriasis

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Speicherstadt

Hallo Leute,

 

seit einiger Zeit (etwa vier Monate) lese ich hier schon aufmerksam mit und habe viele wichtige Infos für mich aus dem Forum ziehen können. Einen Dank an alle, die hier ihre Erfahrungen teilen. Besser, als nur zum Hautarzt zu rennen!

 

Erst einmal möchte ich kurz was zu mir sagen. Ich bin jetzt in der letzten Hälfte der 20er und bekomme in diesem klinisch klassischem Alter meine Psoriasis. Los ging es im Januar nach einer Streptokokken induzierten Mandelentzündung. Antibiotika über drei Wochen waren nötig. Kurz nach Silvester machte mich meine mittlerweile Ex-Freundin auf zwei Punkte im Gesicht aufmerksam, die für sie nicht nach Pickeln aussahen. Tatsächlich half auch kein Benzyolperoxid (deretwegen ich seit 7 Jahren keine Probleme mehr mit Akne hatte). Als es dann im Gesicht vier Stellen waren und auf der Brust zwei kleine Punkte dazukamen, ging ich besorgt zum Hausarzt. Der gab mir - wie sollte es anders sein - Hydrokortison mit. Natürlich half das hervorragend. Jedoch kamen immer mehr Stellen dazu.

 

Also ab in die Notfallsprechstunde beim Hautarzt. Der sah mich an und sagte: "Psoriasis, Sie haben Schuppenflechte." Ich bin nach wie vor erstaunt über seine richtige Diagnose, da ich in der Folgezeit von anderen Hautärzten noch ganz andere, haarsträubende Diagnosen bekam (auf die ich nicht eingehen will), bis der Test gemacht wurde. Und es passt auch erbgenetisch zusammen: Mein Vater hatte 10 Jahre mit schlimmen Plaques zu kämpfen, bis sie beim ihm wie durch ein Wunder mit Ende 30 verschwanden (bis heute und er ist Mitte 60). 

 

Bevor ich kurz meine Psoriasis erläutere, möchte ich kurz erklären, warum sie für mich - wie für die meisten hier wohl - sehr belastend ist: Mit 12 bekam ich schwere (!) Akne, die ich bis zur Gabe von Retinoiden als ich 17 war mit mir rumschleppte. Was das mit einem macht, ist offensichtlich. Ich leide bis heute unter schlimmen Selbstwertproblemen, sobald es um das Thema Attraktivität geht. Zudem habe ich seit etwa diesem Alter Hyperhidrose. Darunter versteht man krankhaftes Schwitzen - es tritt bei mir in sozialen Stresssituationen bis heute auf, teilweise so stark, dass meine Kleidung danach wie nach einem Sprung in den Pool aussieht. Nach außen getragene, kosmetisch wirksame Krankheiten sind also ganz mein Fall :-)

 

Und dann die Diagnose. Wieder eine Hautkrankheit, diesmal also was ganz fieses. Super. Über den Schock und das Sich-Arrangieren brauche ich ja gar nichts schreiben; Ihr seid bestens im Bilde. 

 

Nun zu meiner Form. Im Grunde kann man sagen, dass ich die Guttata Form habe. Ich war noch nicht überall übersäht damit, habe eher so schätzungsweise 50 Stellen über den Körper verteilt, die eine maximale Größe von 1cm erreichen. Sie sind nicht übermäßig rot, eher dunkelrosa. Der Intimbereich ist recht stark befallen. Hier sieht es unbehandelt manchmal so aus, wie auf Google-Horror-Bildern (nur, dass die Rötung eher dunkelrosa statt knallrot ist). Auch fließen hier die einzelnen Punkte zusammen und ergeben eher große Stellen von 10cm Durchmesser; also wäre man in Brennesseln gefallen. Besonders befallen ist seit jeher die Brust bis zum unteren Brustbein und wie gesagt der Intimbereich. Zudem trocknen besonders an den Achseln die Hautfalten aus - Tanktop im Sommer adé weil wegen tut weh. Dankenswerterweise hat mir meine Haut auch dazu ein seborrhoisches Ekzem im Gesicht und auf dem Kopf verpasst, einhergehend mit sehr fettiger Haut und Haaren. Überdies habe ich extrem empfindliche Haut bekommen. Einfach so hat sich quasi meine ganze Haut verändert. Wenn ich schweres hebe, dann habe ich so tiefe rote Druckstellen, dass es schon nach einem Schub aussieht. Mit Feuchtigkeitscreme verschwinden die dann nach etwa zwei Stunden wieder. Alle mechanischen Reize hinterlassen Spuren. Ich bin auch berührungsempfindlicher als noch vor einem halben Jahr. 

 

Ich behandle hauptsächlich mit Daivobet (Psorcutan ist für meine Haut leider Kinderspielzeug). Seit neuestem probiere ich Sorion aus (mit bisher eher mäßigem Erfolg). 

 

Jetzt das komische: Ich habe seit über drei Monaten unter dem Halsbereich auf der oberen Brust (etwa den V-Ausschnitt bei einem T-Shirt ausfüllend) eine starke, große Rötung. Sieht aus wie ein heftiger großer Sonnenbrand. Sie geht auch nie weg (egal, wie ich behandle). Leider kamen jetzt in der letzten Woche ebensolche Stellen noch auf der unteren Brust sowie am gesamten Brustbein sich zum oberen Bauch herunterziehend dazu. Das besondere ist vielleicht: Es gibt keine Schuppung. Nichts dergleichen. Es ist einfach nur stark gerötet und sieht aus, wie ein frischer Sonnenbrand. Auch Sorion kann dem nichts anhaben. Kortison klopft maximal für eine Stunde kurz an, dann gewinnt wieder die Rötung. Meine Hautärztin hat - natürlich - keinen Plan, meint aber, es sei ungewöhnlich. Mein Therapeut - der auch Arzt ist - sagt, die klassischen Entzündungsindikatoren (rot, warm) lägen vor. Es sei in erster Linie für ihn aber eine starke Durchblutung der Hautareale. Danke an die Medizin!

 

Habt Ihr eventuell irgendeinen Dunst, was das jetzt ist und warum das so ist? Hat jemand gleiche oder ähnliche Erfahrungen sammeln können/müssen? Es schuppt wie gesagt gar nicht, also seit Monaten null. 

 

Habt schon einmal ganz vielen Dank für das Lesen meiner Geschichte. 

 

 

Grüße aus dem Norden

 

Speicherstadt

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Guest

Hallo und willkommen hier !

 

Meine Güte, da hast du bereits sehr viel mitgemacht... Da bist du hier im Forum sicherlich sehr gut aufgehoben. :daumenhoch:

 

Darf ich dich aber gleich vorweg etwas fragen - wurdest du nach deiner Antibiotika-Therapie nochmal einem Streptokokken-Bluttest unterzogen ? Und wurde auf deiner Haut irgendwann mal ein Abstrich gemacht und untersucht auf bakterielle Infektionen (z.B. Propionibacterium, Staphylokokken, Streptokokken,...)?

Danke !

 

Liebe Grüße

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kuzg1

 

Jetzt das komische: Ich habe seit über drei Monaten unter dem Halsbereich auf der oberen Brust (etwa den V-Ausschnitt bei einem T-Shirt ausfüllend) eine starke, große Rötung. Sieht aus wie ein heftiger großer Sonnenbrand. Sie geht auch nie weg (egal, wie ich behandle). Leider kamen jetzt in der letzten Woche ebensolche Stellen noch auf der unteren Brust sowie am gesamten Brustbein sich zum oberen Bauch herunterziehend dazu. Das besondere ist vielleicht: Es gibt keine Schuppung. Nichts dergleichen. Es ist einfach nur stark gerötet und sieht aus, wie ein frischer Sonnenbrand. Auch Sorion kann dem nichts anhaben. Kortison klopft maximal für eine Stunde kurz an, dann gewinnt wieder die Rötung. Meine Hautärztin hat - natürlich - keinen Plan, meint aber, es sei ungewöhnlich. Mein Therapeut - der auch Arzt ist - sagt, die klassischen Entzündungsindikatoren (rot, warm) lägen vor. Es sei in erster Linie für ihn aber eine starke Durchblutung der Hautareale. Danke an die Medizin!

 

Habt Ihr eventuell irgendeinen Dunst, was das jetzt ist und warum das so ist? Hat jemand gleiche oder ähnliche Erfahrungen sammeln können/müssen? Es schuppt wie gesagt gar nicht, also seit Monaten null. 

 

Hallo Speicherstadt, 

 

erstmal herzlich willkommen in diesem Forum und mein Wunsch für Dich, hier viele hilfreiche Informationen

zu finden. Vor allem in Sachen der Psoriasis. 

 

Zu Deinem oben geschilderten (Zitat) Problem musste ich ein wenig schmunzeln, was mit mir zu tun hat, denn 

ich habe die gleichen Erscheinungen (Halsbereich, obere Brust). Warum muss ich schmunzeln? Weil meine 

Ärzte - von Haus- über Haut- bis hin zum Zahnarzt, Rheumatologen, Urologen, usw. - inzwischen mich fragen, 

was ich da habe. Weiß ich natürlich nicht, lediglich dass es bei mir im selben Alter erschienen ist, wie bei Dir.

 

Als Diagnose habe ich "unspezifische Dermatose" dazu erhalten. Diese begleitet mich mittlerweile seit gut 

30 Jahren - juckt nicht, brennt nicht, kratzt nicht, tut nicht weh! Wenn dies bei Dir auch der Fall ist - Ferndiagnosen

sind schwierig! - mache Dir keine allzu großen Sorgen. Mit Psoriasis hat das nix zu tun. Natürlich habe ich im 

Laufe der Zeit immer wieder mal etwas dagegen ausprobiert (zig Salben!) - keine hat zu einer dauerhaften

Veränderung geführt. Auch Sonne übrigens nicht - diese verfärbt die Erscheinung lediglich zeitweise von rot in 

dunkelrot. 

 

In Sachen Psoriasis sei vorsichtig mit Kortison, wie Du schon richtig beschrieben hast - kurzfristiger Erfolg mit 

langfristiger Bildung neuer Stellen. Habe ich auch durch und verzichte inzwischen dankend auf alle Versuche 

meiner Ärzte, mich vom Gegenteil zu überzeugen.

 

Helfen konnte ich mit meinem Beitrag sicher nicht, aber ich wünsche Dir bei all Deinen Bestrebungen Dich 

über Deine Erkrankung kundig zu machen und sie zu lindern viel Erfolg. 

 

Liebe Grüße - Uli 

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Waldfee

Hallo Speicherstadt,

da ich mit meiner überaus empfindlichen Haut öfter mal rote Stellen am Körper bekomme, hilft mir immer recht gut Lotio alba, das ist eine Emulsion mit Zink, in Apotheken, preiswert. Dann gibt es noch stärkere Zinksalben, die ich über Rezept vom Hautarzt bekommen hatte. Zink nimmt die Rötung aus entzündeter Haut. Vielleicht versuchst Du es mal damit. Alles Gute Waldfee

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Speicherstadt

Danke für Eure Antworten!

 

@ Waldfee: Das mit der Lotio Alba probiere ich mal aus. Aber habe hier irgendwo im Netz gelesen, dass es angeblich die Haut austrocknet? Wäre ja eher kontraproduktiv.

 

@ Uli: Hm, alles klar. Also mit der Psoriasis hängt der Pseudosonnenbrand gewiss zusammen, wäre schon recht merkwürdig wenn es sich bei jedem Schub vermehrt und nicht daher käme. Dass es nie wieder weggeht, ist allerdings schon mal ziemlich blöd.

 

@ HLA-B27: Nichts dergleichen. Ich nahm Antibiotika und fertig. Im Übrigen kann ich Deiner Theorie mit den Nachtschattengewächsen und dem Melanin nicht folgen. Ich habe - durch den durch Psoriasis in meiner Ernährung bestehenden Verzicht auf Fleisch - Kartoffeln in Tonnen verspeist. Und das hat absolut keine Auswirkungen gehabt. Es hat sich teilweise während der Zeit auch mal gebessert (ohne Sonnenlicht), was ja dann gar nicht mehr passen würde. Was ich gemerkt habe ist, dass vieles mit der Ernährung eher psychisch ist. Erwarte ich nach dem Konsum einen Ausschlag, dann passiert auch irgendwas. 

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Guest

Hallo Speicherstadt,

 

okay. Interessant. Danke für die Info.

 

Dem musst du auch nicht folgen. :) Ich habe nicht geschrieben, dass alle von uns auf Kartoffeln reagieren. Ich habe von den INHALTSSTOFFEN der Nachtschattengewächse gesprochen - dem Solanin und dass ich vermute, dass ich darauf reagiere bzw. dass es eine Wechselwirkung auf die Melaninproduktion im Körper geben könnte. Es handelt sich um chemische Prozesse in unserem Körper und Wechselwirkungen - aber das werde ich jetzt hier nicht weiter ausführen. Wenn du Kartoffeln verträgst, dann ist das doch super :daumenhoch:

 

Was deine genannte "Erwartung nach dem Konsum" angeht - das klingt interessant.

Kann ich bei mir nicht bestätigen und ich habe Urtikaria, Neurodermitis und Psoriasis. Keines davon wurde bei mir psychisch ausgelöst, alle haben eine medizinische Ursache (Geburt, Infektionen und Operationen). Das heißt aber nicht, dass bei anderen nicht die Psyche etwas auslösen kann. Aber wenn du weißt, dass die Psyche bei dir etwas auslöst, dann bist du sicher gut im Vermeiden von psychischem Stress und das ist doch auch gut. :daumenhoch:

 

Viel Erfolg weiterhin & alles Gute

 

Liebe Grüße

Edited by HLA-B27

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