Die Rheuma-Liga Rheinland-Pfalz lädt zu einer Online-Veranstaltung über "Rheuma bei Kindern" ein. Die Veranstaltungen finden online über Microsoft Teams statt, so dass Betroffene aus ganz Deutschland teilnehmen können.
Referen ist Dr. Boris Hügle, Chefarzt der Kinder- und Jugendrheumatologie im Rheumazentrum Rheinland-Pfalz.
Anmeldungen gehen an: info@rheuma-liga-rlp.de
Die Veranstaltung ist kostenlos.
06.05.2026 14:00
Hallo zusammen!
Ich bin neu im Rheumazirkus und habe in den letzten Tagen erst einmal Eure webseite(n) kennen gelernt. Mit mit diesem posting möchte ich mich Euch heute vorstellen.
Da sich meine Diagnose noch nicht 100%ig genau herausgestellt hat, poste ich diesen Beitrag in zwei Foren (rheuma-online.de und psoriasis-forum.de) ich hoffe, dass niemand sich daran stört und freue mich schon auf den Austausch mit Euch.
Also:
Ich bin 36 Jahre alt und Lehrer. Seit ca. 20 Jahren habe ich Rückenschmerzen und dies immer auf meine schlechte Körperhaltung geschoben. Leider wurden die Rückenschmerzen im Laufe der Jahre immer schlimmer, so dass ich meiner Krankheit nun so langsam auf die Schliche komme:
Wie gehts mir / wie ist es mir in den letzten Jahren ergangen?
Ich bin ständig erschöpft, müde, schlapp und habe ein sehr großes Schlafbedürfnis (10-12 Stunden pro Tag). Dauerhafter Begleiter sind meine Rückenschmerzen im LWS-Bereich, welche an guten Tagen so erträglich sind, dass ich passabel über die Runden komme. Gibts aber mal etwas "außergewöhnlichere" Aktivitäten - zum Beispiel habe ich gestern 4 Reifen an unserem Auto gewechselt - kommt die Quittung: Ich kann heute z.B. nur wenige Minuten stehen, etwas länger sitzen, aber am besten nur auf dem Sofa oder im Bett liegen. Komisch ist dabei, dass ich meine Rückenschmerzen dabei eigentlich noch (gut?) ertragen kann und auch keine Schmerzmittel brauche. - Ich frage mich, ob ich mich nur halbwegs damit arrangiert habe, oder ob es mir im Vergleich zu anderen Schilderungen hier im Forum noch vergleichsweise gut geht.
Seltener (aber mit schätzungsweise 3-4 mal pro Jahr) erwischt mich der Hexenschuss, wo ich dann richtig schief bin und mit Diclofenac-Spritzen und -tabletten sowie manueller Therapie nach einigen Tagen wieder gerade werde. Die Schmerzen sind dann natürlich schon heftig?
Ca. 5-6 mal jährlich erwischt mich eine schwere Erkältung, in der letzten Zeit auch häufiger mal in Form einer Halsentzündung. Dann tun mir sämtliche Gräten weh und meistens gehts auch nur mit Antibiotika wieder bergauf. (Hierbei hab ich im nachhinein schon mal gedacht ob die "Gräten" dann eher meine Gelenke sind, die diese Mattigkeit hervorrufen.
Häufig habe ich auch (ebenfalls ganz gut erträgliche) Kopfschmerzen. Ich komme mit ca. 3 Aspirin pro Woche ganz gut über die Runden. Meistens bin ich dann sehr lichtempfindlich, es wurde früher auch schon einmal Migräne festgestellt - Mittel dagegen nehme ich schon lange nicht mehr (was heisst, dass die "richtigen" Migräneanfälle mit Erbrechen usw. zum Glück schon einige Zeit zurück liegen).
Am Kopf, an den Ellbögen und am Rücken habe ich einige, zum Glück nicht so große Schuppenflechtestellen. Diese habe ich ebenfalls seit mindesten 10 Jahren (und früher in der Kindheit, dazwischen eine lange Zeit nicht). Diese Stellen behandele ich heute mit einer Kortisonsalbe, über die ich mir eigentlich noch nie große Gedanken gemacht hatte...
Welche Diagnosen/Befunde gibts?
Tja, wie oben beschrieben gibts zunächst einmal die Psoriasis, welche zwar die wenigsten Probleme macht, aber scheinbar in den Fokus der Ursachen für meine Rückenprobleme rückt...
Beim Szintigramm hat man entzündete ISG festgestellt.
Dann gibts allerdings auch noch einige Hammerbefunde an der Wirbelsäule:
- zwischen L1 und L2 bildet sich eine knöcherne Wirbelüberbrückung (?Osteochondrose?),
- zwischen L3 und L4 gibt?s einen leichten Bandscheibenvorfall,
- zwischen L4 und L5 gibt?s eine Protusion,
- zwischen L5 und S1 gibt?s einen weiteren leichten Bandscheibenvorfall,
- weiterhin gibts Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) zwischen L4 und L5 sowie L5 und S1,
Meine ganze Körperhaltung ist schlecht, ich stehe ständig mit einem Hohl-Rund-Rücken und durchgedrückten Knien. Die Wirbelsäule ist im LWS-Bereich viel zu steil gestellt, was sich leider schin manifestiert hat.
Beim der Hüfte ist´s wohl so, dass meine Hüftknochen nicht genügend überdeckt werden, außerdem hat der Orthopäde einen Beckenschiefstand festgestellt. - Ich glaube aber, dass dies eher keine große Rolle für meine Probleme spielt.
Vor einigen Monaten hat man bei einer Kolloskopie eine Enddarmentzündung festgestellt. Morbus Crohn und Collitis Ulcerosa wurde per Biopsie ausgeschlossen. Ich vermute, dass die Entzündung immer noch da ist, habe mich allerdings bislang vor einer Kontrolle gedrückt...
Leider habe ich nun verschiedene Ärzte mit verschiedenen Meinungen:
- der Radiologe, der das Kernspin gefahren hat, erklärt die Bandscheibenvorfälle zur Ursache meiner Beschwerden,
- der Radiologe, der das Szintigramm gemacht hat schreibt Sacroiliitis, sagt mir allerdings, dass er sicher ist Morbus Bechterew gefunden zu haben - Psoriasisarthritis könnte er ausschließen,
- der Rheumatologe glaubt eher an PSA - ich habe bisher einen sehr guten Eindruck und vertraue ihm daher, bin aber natürlich schon etwas verunsichert...
Als Therapie fange ich gerade mit Fumaderm an - also ein Kampf gegen die Schuppenflechte, über die auch die Entzündungen der ISG bekämpft werden sollen. Dann nehme ich noch Lebertrankapseln und Selen gegen die Erschöpfung.
So: Das war ja ´ne ganze Menge. Bin mal gespannt auf Euer feedback! Speziell würde mich interessieren:
- könnt Ihr Euch vorstellen, dass man sich mit seinen Rückenschmerzen so arrangiert, dass man diese nur noch "gedämpft" wahrnimmt, wenngleich sie einen leistungsmäßig ausbremsen (Müdigkeit etc.)?
- bin ich mit der Fumadermgeschichte vielleicht auf dem Holzweg und verschenkte womöglich weitere wertvolle Zeit?
Alsdann viele Grüße,
bavella (Jörg)