👋 Herzlich Willkommen im Psoriasis-Netz. Du bist hier in der größten unabhängigen Gemeinschaft für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis im deutschsprachigen Raum.
Du besuchst unser Angebot gerade als Gast und kannst manch nützliche Funktion nicht nutzen – zum Beispiel, um zu antworten, selbst zu fragen oder mehr Bilder zu sehen. Aber es gibt Abhilfe 🙂
Hallo erst mal.
Ich bin nun schon ein paar Wochen hier im Netz unterwegs und habe viel gelesen. Nun will ich gerne auch etwas beisteuern:
Ich war 3 Wochen in Bad Pyrmont in der Kurklinik "Der Fürstenhof" zur Reha. Diese wurde mir von der Rentenversicherung Bund genehmigt, nachdem ich über meinen Hausarzt den Reha-Antrag gestellt hatte.
Meine Diagnosen: 2 OP`s im Bauchbereich, Anämie, Morbus Meniere, starke Koordinationsstörungen, Schwindel und Übelkeit , mentale Erschöpfung und MTX-Einnahme wegen PSO/PSA (seit 1 Jahr). Seit den Op`s Anfang des Jahres war ich völlig aus dem körperlichen Gleichgewicht und konnte mich überhaupt nicht erholen. Persönlich hatte ich alles auf die Anämie geschoben, obwohl sich meine Eisenwerte im Verlaufe des Jahres gebessert hatten. In der Zwischenzeit weiss ich, dass die PSA da auch ganz schön dran beteiligt war.
Die Kurklinik wurde von der RV ausgewählt und ich habe mich einfach darauf eingestellt, in einem Staatsbad meine erste Reha durchzuführen. Ich hatte das persönliche Ziel, wieder Kraft zu sammeln, Ausdauer zu entwickeln, mein körperliches und psychisches Gleichgewicht wieder herzustellen.....
In der Kurklinik gibt es folgende Behandlungsschwerpunkte: Orthopädische und rheumatologische Erkrankungen, Osteoporose und seltene Stoffwechselerkrankungen der Knochen, Gynäkologische Erkrankungen, Psoriasis-Arthritis (Die Behanlung von Patienten mit PSA/PSO erfolgt unter dem Aspekt, dass die Hautbeteiligung nicht sehr stark ist)
Dafür stehen Sporthalle, MTT-Raum Schwimmhalle, Moorabteilung, Krankengymnastik, Solebad......zur Verfügung.
Ich habe in einer Arthritisgruppe Soleübungen im Schwimmbad, Gymnastik und Rückenschule erhalten. Es gab Vorträge zur PSO/Arthritis, Ernährung, Renten-und Sozialberatung.
Ausserdem viel induvidueller Sport, z.Bsp.berufsorientiertes Gerätetraining, spezielles Gerätetraining, Koordinationstraining, Ergometertraining, Massagen, manuelle Therapien, Stromanwendungen, Moorpackungen, Autogenes Training....das übliche Programm.
Ich hatte Montag-Freitag täglich 5-7 Anwendungen, Samstag 1-2 Anwendungen.
Fast täglich war das Freie Training und das Freie Schwimmen in der Sole-Schwimmhalle noch zusätzlich möglich.
Ausserdem hat man in den 3 Wochen noch 6 x freien Eintritt in die Hufelandtherme, die ebenfalls Innen-und Aussenschwimmbecken auf Solebasis hat und wo man eine hervorragende Saunalandschaft nutzen kann.
In Bad Pyrmont gibt es 7-8 Heilquellen, die von den Kurgästen kostenfrei getrunken werden können. In der Kurklinik selbst ist ein Brunnen mit 2 Heilquellen. Vor Ort werden auch Trinkkuren angeboten. Die Ärzte geben Hinweise zum Trinkverhalten.
Ich war mit der ärztlichen Betreuung sehr zufrieden. Wenn ich einen Arzttermin brauchte, habe ich ihn direkt erhalten. Die Abstimmung der Therapeuten und der Ärzte hat in meinem Fall gut geklappt.
Die Klinik liegt direkt im Zentrum neben dem wunderschönen Kurpark. Ein Stadtbummel ist also immer möglich.
Ich hatte ein Zimmer im Neubau der Klinik, das war völlig i.O. Schränke groß genug, Bett o.k. Tisch, Schreibtisch 2 Stühle, Ferseher. Badzelle mit Dusche. Sauberkeit völlig i.O.
Das Essen wird im Haus hergestellt. Die Großküche beliefert auch andere Einrichtungen. Dadurch konnte direkt am Tisch gewählt und bestellt werden, worauf man Appetit hatte. Die Auswahl war zwischen 3 Hauptgerichten möglich. Zusätzlich umfangreiches Salatbuffet , Vorsuppe und Nachspeise.
Frühstück und Abendbrot hatten nach 3 Wochen einen Makel, man wusste schon vorher, was auf dem Buffet lag, obwohl alles frisch und geschmackvoll war, man hatte es irgendwie über, da immer wieder das gleiche......
In der freien Zeit habe ich viele Spaziergänge in den Kurpark und die nähere Umgebung unternommen und meine Eindrücke fotografiert. Dafür gibt es selbst an grauen, regnerischen Tagen viele Motive. Dabei habe ich, wie schon lange nicht mehr, viel Ruhe und Entspannung erlebt. Einige Bilder habe ich in die Galerie gestellt. Ich glaube, dass dieses Fotografieren mir auch bei der Auseinandersetzung mit meiner Krankheit PSO/PSA geholfen hat.
Mein Kurerfolg besteht im Wesentlichen darin, dass ich wieder 5-6 Stunden durchgehend schlafen kann und den Rest des Tages fit bin, freu,freu,freu, denn vorher war es umgekehrt. Ausserdem bin ich viel kräftiger und ausdauernder geworden. Ich habe durch die Vorträge, die persönlichen Gespräche mit den Patienten und durch dieses Forum viel über meine Krankheit erfahren. Und ich habe neue Menschen kennengelernt, bei denen ich neben Rat und Unterstützung auch viel Spass und Freude finden kann. Ich bin mir über mich selbst bewuster geworden, kann wieder über den Tellerrand schauen und freue mich über die Dinge, die es zu entdecken gibt.


Damit der Kurerfolg sich auch stabilisiert, habe ich im neuen Jahr direkt die Leistung zur intensivierten Reha-Nachsorge (IRENA)von der Rentenversicherung genehmigt bekommen. Damit kann ich noch 24x in den nächsten 6 Monaten am Reha-Sport teilnehmen..
Ich würde wieder in diesen schönen Ort mit den vielfältigen Möglichkeiten und der guten Kurklinik fahren.
Es gibt auch Angebote der Klinik, die man privat buchen kann.