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Hallo Ihr,
in einem Anfall von Selbstmitleid habe ich heute nachmittag das Internet nach Leidensgenossen durchforstet und bin auf das Forum hier gestoßen und das, was ich bisher stichprobenartig gelesen habe, läßt mich beschämt erkennen, dass ich eigentlich keinen Grund habe zu verzagen, denn ich gehöre wohl trotzallem zu denen, die noch glücklich dran sind, obwohl mich meine Schuppenflechte zur Zeit schwer im Griff hat und, was mir etwas Angst macht, immer noch schlimmer wird.
Aber vielleicht beginne ich von vorne - ich führte ein relativ glückliches und unbeschwertes Leben bis ich in meinem 28. Lebensjahr, plötzlich ohne Vorwarnung von Juckreiz und Entzündungen an meinen Fußsohlen überrascht wurde. Die hinzugezogene Ärztin behandelte mich gegen Fußpilz und beschuldigte mich der unsachgemäßen Anwendung der verschriebenen Salbe, als der Fußpilz nach zwei Wochen Behandlung nicht verschwunden war. So begann meine Wanderung durch die Praxen der Hautärzte unserer Stadt - ohne Erfolg. Ungefähr drei Jahre später wurden meine Handflächen in Mitleidenschaft gezogen und ich folgte dem Rat einer Kollegin und wandte mich in meiner Not an die Uniklinik. Der Tipp war klasse, dort kam nämlich endlich raus, dass ich an Schuppenflechte leide.
Dort bekam ich auch sofort Tabletten verschrieben, meine Haut verlor die Pusteln und ich die Haare. Es gab nur die Wahl, entweder beschwerdefrei und keine Haare oder Haare und nicht beschwerdefrei. Zudem durfte ich einmal im Monat zur Blutabnahme in die Uniklinik, denn die Nebenwirkungen der Tabletten waren extrem. So gingen wieder gut drei Jahre ins Land, bis ich von einem Kurort im Hochgebirge wundersame Dinge hörte. Meine Uniklinik winkte ab, wollte mich nicht fahren lassen. Ich aber hatte Blut geleckt und bin sogar extra bis noch München gefahren, um mich in die Klinik einweisen zu lassen. Meine Uniklinik schüttelte traurig den Kopf und bat mich inständig, mir keine zu großen Hoffnungen zu machen. Mir war das egal und so fuhr wider besseres Wissen am 03. Januar 1989 nach Davos in die Hochgebirgsklinik.
Davos war klasse, ein romantisches Wintermärchen und mit einem durchschlagenden Erfolg. Gegen den Rat der Ärzte, setzte ich dort die Tabletten ab und bekam nur noch jeden Abend Salben auf die Fußsohlen aufgetragen, trotzdem wurde ich bis zu meiner Entlassung Ende Januar beschwerdefrei. Im Februar bekam ich nochmals einen Rückfall und ab da bin es dann immer bergauf. Ich war und blieb beschwerdefrei, wirklich richtig beschwerdefrei, bis zum Sommer 2006 und da begann der Alptraum wieder und seither wird es immer schlimmer, schlimmer als jemals zuvor und es scheint nichts zu geben, was mir helfen kann. Nachdem es bisher auf meine Fußsohlen beschränkt war, bereitet es sich nun auf meinem ganzen Körper aus, was mir schwer zu schaffen macht, denn schon das Gehen auf den wunden Füßen tat höllisch weh.
Schlimm ist auch, dass anscheinend keiner der vielen Hautärzte wirklich mit der Krankheit umgehen kann und irgendwie bin ich es leid, mich immer mit den Ärzten rumstreiten zu müssen, weil meine Beobachtungen gar nicht für voll genommen werden, obwohl es dringend notwendig ist.
Als nächste werde ich wohl wieder in die Uniklinik gehen, vielleicht gibt es da tatsächlich kompetentere Ärzte, im Moment bin ich etwas hilflos und verzweifelt.
So, ich glaube, ich habe jetzt genug geredet.
Liebe Grüße