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Hallo zusammen!
Ich möchte für alle, die es interessiert, meine Fortschritte mit Sandimmun niederschreiben. Ich nehme es jetzt seit 4 Tagen mit einer Dosierung von 300 mg am Tag, (morgens und abends 150mg).
Dies ist nicht meine erste Therapie mit Sandimmun. Da ich jetzt, nach nur 4 Tagen, noch nicht viel zum Fortschritt sagen kann, hier erst einmal eine kurze Zusammenfassung meiner Situation:
Ich bin 30 Jahre alt und seit 15 Jahren Psoriatiker. Ich besitze kein typisches Erscheiningsbild, sondern eine ganzkörperliche Hautentzündung ("Erythrodermie"). Unbehandelt ist die Haut unerträglich, da sie von oben bis unten nahezu nahtlos befallen ist (mit Ausnahme einiger Quadratzentimeter im Gesicht und auf den Hand- bzw. Fuss-Innenflächen).
An Behandlungen habe ich schon alles mögliche hinter mir: Kortison, PUVA, Ernährungsumstellungen, Diäten, MTX, Fumarsäure, Vitamin-A-Präperate, Akupunktur, Homöopathie, Handauflegen. Auch psychologische Untersuchungen mit Familien-Ursachenforschung wurden schon betrieben, ebenso eine gründliche Trigger-Suche nach versteckten Entzündungen im Körper. Da ich in meiner Familie auf vier Generationen zurück der einzige Psoriatiker bin, ist mein Erscheinungsbild umso rätselhafter. Mein Puls ist sehr schnell, und das scheint mit meiner Haut zu interagieren, obwohl mir die Ärzte bisher da keinen Zusammenhang erklären können. Schließlich einigten sich alle Ärzte auf eine Stoffwechselerkrankung, die man nicht behandeln könne.
Somit blieb mir irgendwann nur der Griff zum Sandimmun, das bei der ersten Anwendung vor ca. 10 Jahren wahre Wunder wirkte und mich von "99% Hautbefall" zu "Erscheinungsfrei" verwandelte, und das innerhalb von drei Wochen. Das war schon toll. Leider wirkte es nach etwa 15 Monaten nicht mehr so toll, und ich setzte es für ein paar Monate ab, was mich wieder in den 99%- Bereich brachte. Eine erneute Therape mit Sandimmun wirkte wieder sehr gut, wenn auch nicht ganz so sensationell wie beim ersten Mal.
Um es kurz zu machen: Nach nun 15 Jahren Psoriasis und ca. 10 Jahren Sandimmun-Behandlungen, die immer mal wieder kurzfristig unterbrochen wurden, habe ich Anfang 2002 einen Urlaub auf Fuerteventura gemacht, wo ich das Sandimmun absetzte und die auftretenden Entzündungen mit Kortison abbremste. Sonne und Salzwasser waren Balsam für mich, und so kam ich nach 2 Wochen Urlaub erscheinungsfrei zurück. Zum ersten Mal nahm ich nicht ein Gramm Medizin.
Allerdings sah ich nach weiteren zwei Wochen wieder so aus wie zuvor. Heute, nach 5 Monaten ohne Sandimmun, muss ich mich jeden Tag abduschen, um nicht durch millimeterdicke Hautkrümel in der Wohnung laufen zu müssen, nachts kann ich kaum schlafen vor Schmerzen, und wäre ich nicht freiberuflich tätig, könnte ich mich erstmal für ein paar Wochen krankschreiben lassen.
Was blieb mir also übrig, als wieder einmal zum Sandimmun zurückzukommen. Ich werde Euch alle paar Tage berichten, wie sich mein Zustand entwickelt. Ich stehe ganz oben auf der Liste der Amevive-Interessenten, und mein Hautarzt hat schon mit dem Leiter von Biogen gesprochen, aber leider rücken die nichts raus vor Ende des Jahres. Möglicherweise (hoffentlich?) ist dieses meine letzte Sandimmun-Therapie. Wen es interessiert, der möge sie verfolgen.
Bis demnächst,
BurnedSkin