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Der lange Weg zur Umstellung des eigenen Lebensstils


Helena S.
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Helena S.
Posted (edited)

Hallo, liebe Community,
ich lese hier im Forum gerne mit und möchte jetzt auch einmal Thema eröffnen: Der Lebensstil.

Meiner Erfahrung nach beeinflusst mein Lebensstil maßgeblich meine Psoriasis. Allerdings ist das ein Balanceakt:

Ernährung 1 - Es muss schmecken.
Ich habe für mich nach viel Recherchen und Testen verträgliche Nahrungsmittel identifiziert - und inzwischen auch Rezepte, die mir dann auch noch schmecken. Gut, das hat aber 1,5 Jahre gedauert bei mir. Ich habe mir aufgeschrieben, was ich sehr gerne und oft esse und auch warum. Dann habe ich bewusst versucht Rezepte zu finden, die denselben Effekt erzielen, aber verträglich für mich sind. Mit der Zeit hat sich mein Geschmacksempfinden zum Glück zudem angepasst.

Ernährung 2 - Es muss verfügbar sein.
Der Ernährungsstil ist für mich nur einzuhalten, wenn ich regelmäßig von Zuhause aus koche. Im Urlaub oder unterwegs? Viel schwieriger! Meiner Erfahrung nach hilft es, sich auch für das Unterwegssein Routinen und Gewohnheiten zu stricken. Denn wenn ich nicht immer genau weiß, was ich in einer bestimmten Situation tun will, dann geht es schief. Beispiel: Ich habe Hunger und es gibt nur eine Bäckerei in der Nähe. In Bäckereien gibt es leider keine Produkte für mich, die gut sind. Was also tun? Für solche Standardsituationen habe ich inzwischen Regeln für mich definiert :-).

Ernährung 3 - Alternativen dürfen nicht verfügbar sein.
Mein Partner kocht verdammt lecker . nur leider lauter Dinge, die ich nicht vertrage. Darauf zu verzichten fällt mir verdammt schwer, denn es duftet immer so gut! Wir haben inzwischen unterschiedliche Fächer im Kühlschrank (so blende ich seine Nahrungsmittel aus, z.B. Erdbeeren) und er bietet mir nichts mehr an (was ihm sehr schwer fällt). Doch wir kochen abends noch gemeinsam, aber jeder sein eigenes Essen. Oder wir haben Varianten der Gerichte gefunden, die für mich verträglich sind. Dann bereiten wir das Essen bis zu einem gewissen Grade gemeinsam zu, danach gibt es zwei Pfannen und jeder kocht für sich weiter. Mir hilft das sehr. 

Bewegung 1 - Stress darf nicht alles bestimmen.
Ich mache gerne Sport, wo ich mich richtig auspowern kann. Das ist für den Körper Stress und verbraucht viele Nährstoffe. Außerdem schwitzt man viel. Für die Psoriasis ist das bekanntlich nicht so toll. Dafür komme ich an die frische Luft und die Sonne, das verbessert die Bilanz etwas. Hier musste ich mich entscheiden: Verzichte ich oder nehme ich das in Kauf? Ich habe mich für in Kauf nehmen entschieden und versuche die Effekte mit Maßnahmen abzumildern, z.B. durch die Einnahme von Nahrungsergänzung.

Bewegung 2 - Entstressen.
Meditation und Yoga - fast schon überstrapaziert als Buzzwords heutzutage - aber hilft mir. Sehr. Punkt.

Genußmittel - Sich belohnen.
Schokolade, Weingummi, Kekse, Eis. Netflix. - Wein, Bier, Gin Tonic. Mit Freunden treffen. Nun denn, das Bedürfnis danach ist unterschiedlich ausgeprägt, aber viele werden es in irgendeiner Form kennen. Es ist seelisch wichtig und hat für mich etwas mit Belohnung, Entspannung und Loslassen zu tun. Dann findet es häufig am Abend statt, wo der Entscheidungsmuskel eh schon überstrapaziert ist. Mir hilft hier: Nicht auf jedes Genußmittel verzichten, aber auswählen und reduzieren (z.B. den eigenen, histaminarmen Wein mitbringen und nur ein Glas trinken, Weingummi essen statt Schokolade, Sorbet statt Milchspeiseeis usw.)

MEINE FRAGE NUN AN EUCH :)
Wenn Ihr Euren Lebensstil angepasst habt, welche Dinge haben Euch geholfen, die Umstellung auch längerfristig durchzuhalten? Worauf musstet Ihr besonders achten? Dabei interessiert mich besonders der „psychologische und sozialen Rahmen“ der Ernährungsaufnahme, da diese meiner Erfahrung nach am schwierigsten ist…

Edited by Helena S.
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Waldfee

Hallo Elena S. ,
meinen Lebensstil mußte ich radikal ändern, aber nicht wegen der Psoriasis, der dann maßgeblich auf Verzicht von Gewürzen und Nüssen hinaus lief. Auch haben meine vielen Aufenthalte in der Hautklinik Leutenberg dazu beigetragen, daß ich mich ziemlich ausgewogen ernähren konnte. Aber meine jetzige rErnährungsumstellung wegen Niereninsuffizienz  ist kein Vergleich. Sei froh, daß Du Dich so ernähren kannst, wie Du es beschreibst. Damit , denke ich, kannst Du 100 Jahre alt werden. LG Waldfee

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Speedcat

Hallo Helena,

das mit der Umstellung auf einen gesunderen Lebensstil klingt immer relativ einfach. Allerdings ist die Realität denn doch eine andere.

Das fängt beim Kochen zu hause an mit: "Muß ich denn jetzt auch nur Gemüse und sowas essen?" Der Blick in die genervten Gesichter ist dann schon anstrengend. " Möchtest Du auch ein paar Chips, ach nee du darfst ja nicht." ☹️

Oder der eigene Blick auf das Essen der anderen, die genau das Essen was ungesund ist aber so lecker schmeckt (klar ist antrainiert).

Der Kopf sagt, iss etwas gesundes, dann geht es Dir gut. Die "Seele" sagt gib mir Belohnung ( Schoki, Eis, Rotwein, Cracker etc) dann schwindet der Psychostreß.

Und in der Mitte sitzt man dann und jammert über seine eigene Inkonsequenz.😟

Vielleicht hat ja jemand ein paar gute Praxistipps wie man das in den Griff bekommt.

Gruß Christiane

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Clau dia

Für mich war es nach Ersatzprodukte suchen.

Und ja, ich habe einige Sachen die ich mir gelassen habe. Ich brauche mein tägliches Eis. 

Auch einige Lebensmittel will ich mir zwischendurch gönnen weil ich sie zu gerne mag. 

Salami und Schinken gibt es ab und an mal, aber jetzt vom Rind. Andere Wurst ist tabu.

Ich bin immer noch auf der Suche nach guten vegetarischen Brotaufstriche. Hatte schon was gefunden, dann aber gesehen das zum Teil Weizen drin ist. 

Abends zum naschen gibt es keine Schoki Chips und co mehr, sondern eine Handvoll Walnüsse. Weingummi gibts bei mir auch nicht mehr wegen der Gelatine (Schwein). So nach und nach finde ich immer noch Lebensmittel die ich austausche oder weg lasse. 

Man sollte am Anfang kein schlechtes Gewissen haben wenn man die Ernährung umstellt. Man findet eh immer neue Sachen die sich dann doch als Ersatzprodukt nicht taugen. 

Dran arbeiten ist wichtig. Und wenn man alle paar Wochen Heißhunger auf ne pommes hat dann darf es die auch mal sein. 

Ich verzichte auch nicht auf alle Aktivitäten die mir nicht gut tun, oder schaue das ich dabei Unterstützung zu bekommen. Z. B auf den Baustellen meiner Kinder trage ich den Eimer Putz nicht in das Zimmer wo ich es brauche. Ich lass es mir dort hin tragen. Verputzen selbst ist nicht schwere Arbeit. 

Es sind viele kleine Dinge die man verbessern oder austauschen kann, so das man irgendwann da ist wo man hin will. 

Gruß Clau dia 

 

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Ich finde das ein richtig gutes Thema - weil ich es auch super schwer finde, mir etwas abzugewöhnen oder was Neues anzugewöhnen.

Ein Ernährungs-Beispiel habe ich nicht. Nur, dass ich mir irgendwann gesagt habe, dass ich darauf achten muss, genug zu trinken. Deshalb steht jetzt immer ein schönes Glas herum und wird nicht sofort in den Geschirrspüler geräumt.

Vor ein paar Jahren habe ich mir angewöhnt, keine Rolltreppen mehr zu benutzen (außer, ich habe etwas sehr Schweres dabei). Da musste ich mir die ersten drei, vier Wochen bewusst sagen "Nein, du nimmst die Treppe", aber seither muss ich nicht mehr groß darüber nachdenken.

Auch vor ein paar Jahren lief mir die "Keks-Strategie" von Fernseharzt Carsten Lekutat über den Weg. Die kommt mir immer wieder mal in den Sinn.

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Am 14.5.2022 um 08:41 schrieb Helena S.:

Außerdem schwitzt man viel. Für die Psoriasis ist das bekanntlich nicht so toll.

Habe für mich im Zusammenahng Schwitzen und Psoriasis keine negativen Erinnerungen.
Auf welche Berichte oder Studien beziehst Du Dich mit "bekanntlich"?
Es gab mal Berichte zu Sauna (da schwitzt man ja bekanntlich auch) und Psoriasis.

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vor 1 Stunde schrieb Claudia:

Nein, du nimmst die Treppe", aber seither muss ich nicht mehr groß darüber nachdenken.

 

So langsam komme ich auch wieder dort hin. 

Durchs kaputte Knie hab ich selbst für eine Etage den Fahrstuhl genutzt. 

Inzwischen laufe ich bis zur zweiten Etage hoch und beim Kieferchirug habe ich unten gemerkt das ich 4 Etagen runter gelaufen bin. Und richtig. Nicht wie vor ein paar Wochen Stufe für Stufe wie ein Kleinkind. 

Das geht irgendwann in Fleisch und Blut über 

 

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Laufen 30 min zum Einkaufen, wenn ich in die Altstadt möchte,  wenn ich dort einkaufen will. Ich nehme seit Jahren kein Bus mehr.  Auto haben wir nicht.  Ich laufe auch mit voller Tasche zurück.  Zur Arbeit laufe ich auch, da bin ich in 15 Minuten da. 

Ernährung:  da mache ich momentan nix. 

Ich müsste,  da ich keine Unverträglichkeiten habe.   Ich weiß, dass ich blähenden Speisen meiden sollte.  

Die meisten Lebensmittel sind blähend zu mindestens bei mir.

Oder habt ihr Ideen 💡?

Kohl gehört dazu. 

 

LG Gabi 

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Hallo Gabi,

wenn Du Probleme mit Blähungen hast, dann lies mal dieses Buch: Guilia Enders, Darm mit Charme, ISBN 9783843707114. Es ist leicht verständlich und erklärt die meisten Probleme, die bei der Verdauung entstehen können.

Nicht alle Lebensmittel führen zu Blähungen z. B: Zucchini, Fenchel, Möhren, gekochte rote Beete, Auberginen, Melonen, Weißbrot, Kartoffeln usw..

Lebensmittel die zu Blähungen führen können sind hauptsächlich: Hülsenfrüchte wie z. B. Linsen und Bohnen, dazu zählen auch Sojaprodukte, Vollkornprodukte (Vollkornnudeln, Vollkornbrot), Kohl (Ausnahme Spitzkohl).

Gegen Blähungen kann Kümmel helfen. Entweder direkt mit dem Lebensmittel als Gewürz mitkochen z. B. bei Kohl oder als Tee.

Probleme mit Blähungen gibt es in der Regel, wenn der Darm keine schwerverdaulichen Speisen gewöhnt ist. Dann solltest Du den Darm langsam an diese Lebensmittel gewöhnen. Z. B. teelöffelweise Linsen in Form von Brotaufstrich oder Vollkornbrot mit Mischbrot zusammen konsumieren. Der Darm braucht bestimmte Bakterien (Mikrobiom) und diese in einer Bestimmten Menge, um z. B.  Vollkornbrot problemlos zu verdauen. Durch eine behutsame Änderung Deiner Ernähungsgewohnheiten kannst Du dieses Mikrobiom pflegen und die notwendigen Bakterien „züchten“.  Also lass es mit der Ernährungsumstellung langsam angehen.

Anleitung für Kümmeltee:

Am besten ist es, wenn man den Kümmel vor dem Aufbrühen bricht. Dann können sich die ätherischen Öle besser entfalten. Das Aufbrechen geht so: 1 Tl Kümmelsamen in einen Mörser geben und ein paar mal mit dem Stößel darauf klopfen. Fertig. – Dann den Kümmel in eine Tasse geben und mit Wasser aufgießen. 10 Min. ziehen lassen.

Wenn Du das Gefühl hast, dass die Blähungen trotz aller Vorsicht nicht verschwinden, dann einen Gastroenterologen aufsuchen und abklären lassen, ob Unverträglichkeiten oder eine Krankheit die Ursache dafür sind.

LG Oolong

 

 

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