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Ich und meine neue Lebensbegleitung


Twiggy

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Einen charmanten guten Tag an die Community,

Wie die Überschrift schon sagt, habe ich seit 2 Wochen eine neue Lebensbegleitung, naja, seid 2 Wochen hat sie einen Namen, begleiten tut sie mich schon länger.

Ich bin 27, wohne in Hannover und möchte namenstechnisch erst mal eher anonym bleiben.

Ich schreibe nun einfach mal drauf los, da ich auch aus meiner Vergangenheit die eine oder andere Parallele bei anderen Usern gesehen hab, vor allem was das ausschweifende Leben angeht. (Blick in Richtung User "Namenlos")

Vor zwei Wochen bekam ich die Diagnose Schuppenflechte, nachdem ich doch schon recht lange mit einzelnen, kleineren Symptomen (was mir jetzt erst klar wurde) zu kämpfen hatte. Ich hatte sehr oft hier ein jucken, da ein jucken. Im Juni bekam ich leichte kleine Pustelchen am Ellenbogen, eine kleine Flechte im Schambereich und auf der Stirn. Anfang Juli war ich dann allerdings 2 Wochen auf Fuerte Ventura und alle Beschwerden waren Dank der Sonne, Wasser und Luft wie weggeblasen.

Anfang August fing ein kleines kribbeln hinter dem Ohren an, und im Haaransatz ein leichtes schuppen und kribbeln.

Wie das normale Verhalten eines Mannes halt ist, es wird ignoriert, ausgessen und wenn es dann richtig schlimm ist, will man(n) bemitleidet werden wie ein kleines Mädchen ;))))

Jedenfalls alles mehr oder weniger ignoriert, bis auf einmal auf dem Kopf und der Stirn innerhalb von 2 (!!!!!) Tagen der Zustand von kleine Schuppende Flechte im Haaransatz zu totalem Chaos auf dem Kopf, rote große Flechten auf der Stirn, Richtung Haaransatz, an den Schläfen. Am dritten Tag hätte ich mir schon die Kopfhaut runterreißen können. Da nun doch die Not Recht groß war, hab ich mir bei meinem Hautarzt einen Notfalltermin geben lassen und nach 3h Wartezeit die Knappe Diagnose "Schuppenflechte". Und wurde damit auch ziemlich allein gelassen.

Ich weiß nicht ob das anprangern hier gern gesehen ist, aber ich tue es trotzdem, Dr. med. Kathrin Erich. Sie hat tonnenweise Qualifizierungen an der Wand hängen aber der Patientenumgang doch minimalistisch, trocken, kalt. Vielleicht war es auch einfach wegen des Notfalltermins und ihrer knappen Zeit. Eine Info war Erbkrankheit und den Rest solle ich doch googlen. :wacko:

Dies tat ich und in mir Wuchs die Ernüchterung aber auch ein wenig Faszinierung (was aber wohl auch an meinen Umgang mit Lebensproblemen liegt, bzw was ich gelernt habe, dazu später mehr )

Ich habe weiterhin ein Gel verschrieben bekommen, Diprosis, Wirkstoff: Betamethasondipropionat was ich jeden Abend dünn auf der Stirn auftragen soll und auf dem Kopf da wo es juckt (mittlerweile weiss ich, unmöglich :( ) Die Stellen auf der Stirn wurden sehr schnell besser, jedoch auf der Kopfhaut ist es bis auf die Schläfen unmöglich, die Stellen gezielt zu behandeln.

Schnell war mein Ziel die Apotheke, für die erste Hilfe ein entsprechendes Shampoo zu besorgen. Dort wurde mir Aqeo speziell für Psoriasis empfohlen. Es war mit knapp 10€ Euro auch das günstigste. Es hat dezent geholfen, 3-4 Tage, aber das Ausmaß auf meinen Kopf wurde immer grösser.

Und hier kommt auch meine erste Frage an die Community: Was hab ich für Möglichkeiten, meine Kopfhaut zu behandeln?? Ohne Medikamente. Ich habe über den Tag zu 80% sehr viel Disziplin die Finger von meinem Kopf zu lassen aber nachts, im Halbschlaf, sieht das anders aus. Das merke ich morgens beim Haare waschen, das seid neuem vermehrt abgebrochene Haare mit runter kommen und weiterhin das die Kopfhaut gut rot ist, und beim Waschen auch etwas weh tut.

Wenn ich durch die Haaransätze schaue, sehe ich mehr rot als weiß (von der gesunden Kopfhaut) Das komplette Ausmaß sehe ich (glücklicher weise) nicht, da ich mittlelanges Haar habe. Somit kann ich auch die Stirn gut kaschieren (ja auch Kerl kann sowas ;) ), aber das jucken ist der Horror.

Noch ein paar Worte zu meiner Vergangenheit (in Kurzfassung), welche ich in Verbindung mit körperlichen Problemen immer wieder kurios finde (wie auch User Namenlos). Ich habe eine lange zeit Drogen hinter mir, THC, Amphetamin, LSD usw. Viele die mich sehen glauben mir das sowieso nicht, da die Gesellschaft immer ein klischeebehaftetes Bild eines Drogenkonsumenten hat. Es gibt aber auch sehr viele Konsumenten die ihr Leben (halbwegs) im Griff haben. Und in diesen ganzen Jahren hatte ich keine Probleme. Ich habe ungesund gelebt, meinen Körper tagelang ohne Schlaf durch die Wochenenden gebracht, fast Kettenraucher und hatte keine (bewussten) körperlichen Probleme.

Jedoch hat mich meine Psyche, die extremen Schlafprobleme und auch ein paar Ereignisse Anfang 2011 an den Punkt gebracht, wo in mir der Gedanke stand: Hier muss was passieren, so geht es nicht mehr weiter. Gedacht, getan. Der kalte Entzug war easy, da ich kurioser Weise manchmal einen sehr starken Willen habe. Jedoch fingen nach 3-4 Monaten die wirklichen Probleme an, die psychischen. Nach den ganzen Jahren Gewohnheit, zusammen mit dem abkapseln von einem Freundeskreis, der eigentlich keiner war, eher Wochenendbekantschaften kam die Vereinsamung, gefolgt von Depressionen, und letztendlichen Burnout wodurch ich komplett flach lag. Ich mag das Wort Burnout nicht, es ist ein Modewort, was die eigentlichen Probleme, das Zusammenspiel der Probleme nicht mal annähernd beschreibt. Aber somit kann sich jeder etwas darunter vorstellen.

2012 war ich fast komplett krankgeschrieben, langem Klinikaufenthalt, gefolgt von ambulanter therapeutischer Behandlung, in der ich immer noch bin, aber dieser Sommer, war der erste Sommer den ich seid sehr langer Zeit sehr genossen habe.

Ich nehme auch weiterhin noch Antidepressiva, abends zum schlafen, jedoch unter der Wirkgrenze, minimal dosiert. Mein Arzt sagt ich kann sie theoretisch absetzten, da keine therapeutische Wirkung möglich sein kann, aber ohne klappt das schlafen leider nicht und somit haben wir uns fast auf einen Placeboeffelt geeinigt, mit dem Unterschied, ich weiß es aber ich glaube dran :)

Ich habe in den letzten zwei Jahren sehr sehr viel über mich, meine Psyche, meine Vergangenheit kennen gelernt. Habe gelernt was Selbstfürsorge ist, und den ganzen Stress der Gesellschaft von mir fern zu halten.

Ich rauche seid einem 3/4 Jahr nicht mal mehr, gehe regelmäßig schwimmen, fahre viel Fahrrad....genieße einfach das Leben so weit es geht. (Was aber auch das abmelden bei Facebook zu Folge hatte :daumenhoch: )

Und um den Kreis zu schließen, jetzt auf einmal kommt mein Körper mit solchen Sachen wie Psoriasis.

Ich meinte am Anfang, ich finde es ein wenig faszinierend. Ich habe gelernt Sachen wie meinen Tinitus einfach zu akzeptieren, Dinge die ich nicht ändern kann einfach zu akzeptieren, willkommen zu heißen. Klingt komisch, ist es aber ganz und gar nicht.

Es ist einfacher mit den Sachen zu leben. Das faszinierende an der Sache fand ich das wie und warum. Eine (vermutliche) Erbkrankheit, die in einigen Fällen in einem gewissen Alter erst ausbricht oder erst in Kombination mit anderen Einflüssen.

Eine Eigenschaft, die einen irgendwo besonders macht, abhebt von 98% der "Anderen". Ich weiß die Einstellung klingt sehr dumm, naiv, unaufgeklärt. Für viele Betroffene (ich habe echt böse Fotos bei meiner Recherche gesehen) ist es nichts Besonderes sondern Abgrenzung aus der Gesellschaft DURCH die Gesellschaft.

Jedoch versuche ich es einfach so zu sehen wie es ist. Ein Teil meines Körpers, vielleicht für den Rest meines Lebens. Und je eher ich mich damit arrangiere desto eher komme ich damit klar.

Leider habe ich auch gelesen, das Stress ein Faktor sein sein, der zur Verschlimmerung führt und in letzter Zeit viel es mir allgemein immer etwas schwer den Stress von mir zu halten.

Was mir auch etwas Sorgen macht, das bei einigen die Kopfhaut erst der Anfang war.

Letztendlich werde ich sehen was mein Körper noch so für mich bereit hält, in ein Loch kann ich später immer noch fallen ;)

Was ich symptomtechnisch vielleicht noch zu erwähnen ist. Ich habe seit 3 Jahren Probleme mit meinen äußeren Gehörgängen. Immer den gleichen Zyklus, erst Jucken, nachts wird dem hemmungslos nachgegeben, dann durch Schädigung der empfindlichen Haut extremes nässen, noch mehr jucken durch die getrocknete "Nässe" (was auch immer das ist), noch mehr jucken, bis ganz selten Blut. Dann verheilt es, nach 5-6 Tagen alles geheilt und nach 3-4 Tagen geht es von vorn los.

Seid 3 Jahren wird untersucht, Abstriche gemacht, Cortisonsalben, Fettcremes, welche auch bedingt helfen. Aber wirklich brauchbar ist nichts. Ich habe nun einfach mal angefangen hauchdünn das Diprosisgel aufzutragen bei meiner allabendlichen Einschmieraction. Und ich habe das leichte Gefühl es wird besser. Allerding muss ich auch sagen ich habe vor ein paar Tagen erst das Verheilen hinter mir. Kennt vielleicht jemand ähnliche Symptome die eventuell auf die Schuppenflechte zurückzuführen sind??

Jedenfalls bin ich bei der Reise durch das Netz auf der Suche nach Infos über die Psoriasis auch über dieses Forum gestolpert und dachte mir, ich glaube hier bin ich gut aufgehoben.

Großes Danke an Alle, die den doch recht ausgearteten Text bis hier hin gelesen haben :lol: , das war so gar nicht geplant.

Ich denke ich werde momentan als stiller Leser und Fragensteller unterwegs sein da ich mit Erfahrung "leider" nicht dienen kann.

Greeeeetz

Sorry für eventuelle Sprünge oder Lücken im Text und THX für das automatische speichern da ich kurz vor Ende auf die falsche Maustaste kam und alles war weg... DER HORROR ^^

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Erfahrungen austauschen über das Leben mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis

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Willkommen bei uns - und vielen Dank für Deine ausführliche Vorstellung :daumenhoch:

Was hab ich für Möglichkeiten, meine Kopfhaut zu behandeln?? Ohne Medikamente. Ich habe über den Tag zu 80% sehr viel Disziplin die Finger von meinem Kopf zu lassen aber nachts...

Für den Kopf ist's ohne Medikamente sicherlich nicht so einfach, würde ich sagen. Auf jeden Fall kannst Du die so genannte Ölkappe versuchen - abends Öl aus dem Supermarkt auf den Kopf auftragen, nachts ein hübsches ;) Häublein drüber (sprich: eine Plastikfolie bzw. -tüte). Morgens auswaschen. Das sollte die Schuppenkruste lösen und im besten Falle dünner werden lassen. Dann (und erst dann) können die Medikamente auch richtig wirken, und dann müssen es im Laufe der Zeit auch nicht mehr starke Medikamente wie Kortisonlösungen oder -schäume sein - im besten Falle wie gesagt.

Wenn Du partout kein Kortison willst, frag (D)einen Hautarzt nach einer Lösung mit Vitamin D3. Wenn Du mit Deinem Hausarzt besser "kannst", kann auch der Dir das verschreiben.

Für die Hände und die Nacht bleibt mir nur der Rat: Baumwollhandschuhe. :)

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Danke für das nette Welcome :)

..und auch für die ersten Tips!!

....Auf jeden Fall kannst Du die so genannte Ölkappe versuchen...

Das klingt schon einmal sehr gut. Ich habe allgemein dazu gerade auch Google befragt und auch einige Erfahrungsberichte gelesen, das das Haar nach Anwendung auf der Kopfhaut etwas bescheiden aussah. Aber wohl besser als schuppig-weiss und juckend. Es kommt mit auf mein TryOut-Liste, weil wie soll ich sonst wissen wie es bei mir wird.

Und wie schon so mitbekommen habe, wird mich demnächst sehr viel versuchen und ausprobieren erwarten.

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Kringelblümchen

Hallo und willkommen Twiggy,

ich hab's auch auf dem Kopf, allerdings kratze ich zum Glück im Schlaf nicht. Hier fürchte ich auch helfen nur sehr kurze Fingernägel oder Handschuhe... Für den Kopf kannst Du auch eine Sole-Öl-Mischung versuchen. Allerdings brennt die Sole sehr, wenn Du offene Stellen hast. In eine Flasche mit dünner Tülle machst Du auf 100ml ca. 4 TL Salz, dann noch ca. 2-3 EL Öl (z.B. Olive) dazu, gut durchschütteln bis sich das Salz gelöst hat und dann auftragen. Duschhaube drüber - von Plastiktüten würde ich abraten, nicht dass die verrutscht und Du erstickst! Am Morgen dann das Shampoo erst in das "trockene" Haar einmassieren, mit etwas Wasser aufschäumen und dann auswaschen, dann geht das Öl besser raus. Ich nehm auch immer noch eine Spülung, dann geht's den Haaren eigentlich gut!

Viel Erfolg beim Ausprobieren ! :)

Liebe Grüße vom

Kringelblümchen

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