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Guest Bastilein

Ich will hier jetzt einfach mal meiner Verunsicherung und auch meinem Frust etwas Raum verschaffen.

Zur Zeit nehme ich wieder Fumaderm, wieder, weil es für mich der zweite Versuch mit diesem Medikament ist.

Zwar gibt es zahlreiche Erfahrungsberichte nachzulesen, die sowohl positiv als auch negativ ausfallen, doch wenn man auf Aussagen wie:

"Das arznei-Telegramm vom 10. Mai 2013 schreibt dazu: “Beim derzeitigen Kenntnisstand raten wir von der Einnahme von Fumaderm ab.“",

kommt man ins zweifeln.

Allem Anschein nach ist es nicht nur für den Betroffenen ein "Versuch", wenn er sich an dieses Medikament heranwagt, sondern auch für die behandelnden Ärzte, Pharmakologen und Arzeneimittel-Anbieter, die dieses Medikament verschreiben bzw. vertreiben - ein Versuch nämlich an mehr aussagekräftige Studiendaten über die Wirksamkeit, die Nebenwirkungen usw. zu gelangen.

In mir ist der Eindruck entstanden, dass Patienten schlecht oder gar nicht aufgeklärt über mögliche Nebenwirkungen, Risiken bzw. den aktuellen Erkenntnisstand zu diesem Medikament, dieses verschrieben bekommen, damit Seitens der Pharmaindustrie eine ausführlichere Dokumentation der Wirksamkeit erreicht werden kann.

Natürlich ist der mündige Patient selbst auch in der Verantwortung sich zu informieren, keine Frage, dennoch bringt jeder Betroffene seinem Arzt Vertrauen entgegen und erwartet, zumindest hinreichend über die jeweilige Behandlung aufgeklärt zu werden.

Was unterm Strich bleibt sind verunsicherte Betroffene und

eine profitorientierte Industrie.

Bastilein

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Eisstausee

Wenn es nach dem Arzneitelegramm ginge, dann würde schon seit 1997 Fumaderm in der Therapie von Pso nicht eingesetzt. Für das Jahr 2013 haben sie nur ihr altes Urteil von 1997 (vielleicht gibt es noch frühere) http://www.arznei-te...9707077_03.html aufgewärmt.

Fakt ist, dass seitdem unzählige Patienten mit dem Medikament teilweise über Jahre, viele ohne dramatische Nebenwirkungen, ihre schwere Psoriasis in Schach halten können. Mir hat das Medikament jedenfalls sehr lange, sehr gut geholfen. Jedes wirksame Mittel bei schweren Erkrankungen hat mehr oder weniger starke Nebenwirkungen. Mit der Argumentation des Arzneimitteltelegramms könnte man genauso gut gegen Aspirin vorgehen - mit dem kleinen Unterschied, dass Aspirin sehr häufig gegen relativ harmlose Beschwerden Anwendung findet, während Fumaderm von niemandem "mal so" eingeworfen wird, sondern um die Lebensqualität um ein Vielfaches zu verbessern.

Die wirklich schweren Nebenwirkungen von Fumaderm sind wie bei allen wirksamen Medikamenten sehr, sehr selten. Dieses Risiko hat man und geht es ein oder lässt es.

Ich verlasse mich auf meine eigene Erfahrung und das "Schwarmwissen" des Forums eher, als auf diese - fast schon ärgerliche - Linie des Arznei Telegramms Fumaderm zu verteufeln. Da urteilen Nicht-Betroffen (vermutlich) auf Basis von offensichtlich (zu) wenigen Studien über ein Medikament, das längst in der Praxis bewährt ist und auch schon lange als Standardtherapie bei der Behandlung von Schuppenflechte eingesetzt wird. Wohl wissend, dass die Unsicherheit bei den anderen wirksamen innerlichen Mitteln - Stichwort: Biologicals - noch viel größer ist, was schwere Neben- und Langzeitwirkungen angeht.

Edited by Eisstausee

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Guest Bastilein

Hallo Eisstausee

woher beziehst Du die Informationen, dass "unzählige Patienten mit dem Medikament teilweise über Jahre, viele ohne dramatische Nebenwirkungen, ihre schwere Psoriasis in Schach halten können" und dass die schweren Nebenwirkungen sehr, sehr selten sein sollen?

Wie Du selbst schreibst, ist die Basis von Studien zu besagtem Medikament offensichtlich zu gering. Folglich ist es nicht möglich irgendeine fundierte Aussagen zu treffen.

Und ausgehend von dieser fehlenden Basis von Studien, wie kann das Medikament dann in der Praxis längst bewährt sein und als Standardtherapie bei der Behandlung eingesetzt werden?

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Kuno

In der Tat sind auch die Experten sich nicht immer einig. Es geht dabei auch um die Risikoabwägung. Und hier kommen ann tatsächlich auch manchmal unterschiedliche Bewertungen zum Tragen. Grundsätzlich schätze ich übrigens das Arzneitelegramm, weil es sich nicht von der Pharmaindustrie kaufen lässt. Andererseits höre ich von erfahrenen Hautärzten, dass ihnen die Probleme durchaus bekannt seien, sie aber dennoch Fumarsäurepräparate anwenden. Solche Meinungsverschiedenheiten sind verunsichernd. Dennoch ist es gut, wenn die Experten sich über solche Themen streiten. Täten sie es nicht, würde sich auch niemand darum bemühen dieses Thema weiter zu bearbeiten. So besteht die Chance. Noch schöner wäre es, wenn die Pharmaindustrie ein unabhängiges Institut mit weiteren Forschungen beauftragen würden und vorab einer Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse unabhängig vom Ergebnis zustimmen und auf jegliche Einflussnahme auf die Forschungen verzichten würden. Damit kämen wir vermutlich weiter.

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Eisstausee

Hallo Eisstausee

woher beziehst Du die Informationen, dass "unzählige Patienten mit dem Medikament teilweise über Jahre, viele ohne dramatische Nebenwirkungen, ihre schwere Psoriasis in Schach halten können" und dass die schweren Nebenwirkungen sehr, sehr selten sein sollen?

Ich kann lesen. Hier im Forum beispielsweise gibt es reichlich Erfahrungsberichte von Betroffenen, die zum Teil schon seit vielen Jahren Fumaderm nehmen. Selbst bei den Informationen des Arzneitelegramms gibt es keine Info über *häufig* auftretende Nebenwirkungen. Die problematischen Nebenwirkungen kann man auch im Beipackzettel des Medikaments nachlesen. Da müssen alle bekannten Nebenwirkungen mit der Häufigkeit ihres Auftretens aufgelistet werden. Gäbe es tatsächlich häufig schwerwiegende Nebenwirkungen, dann wären diese bekannt.

Wie Du selbst schreibst, ist die Basis von Studien zu besagtem Medikament offensichtlich zu gering. Folglich ist es nicht möglich irgendeine fundierte Aussagen zu treffen.

Dann bleibt (nur) die Empirie.

Abgesehen davon kann man dann auch nicht die Ablehnung davon ableiten.

Und ausgehend von dieser fehlenden Basis von Studien, wie kann das Medikament dann in der Praxis längst bewährt sein und als Standardtherapie bei der Behandlung eingesetzt werden?

Weil es wirkt.

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Gold

Die schweren Nebenwirkungen welche im Telegram erwähnt werden, traten scheinbar nur auf weil keine regelmässigen Blutkontrollen stattgefunden haben bzw, die Therapie bei schlechten Werten nicht abgebrochen/ unterbrochen wurde. Nur zur Info: In Deutschland ist Fumaderm das am meisten verschriebene innere Medikament gegen Psoriasis und meiner Meinung auch das Risikoärmste.

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Pusteblümchen

Die schweren Nebenwirkungen welche im Telegram erwähnt werden, traten scheinbar nur auf weil keine regelmässigen Blutkontrollen stattgefunden haben bzw, die Therapie bei schlechten Werten nicht abgebrochen/ unterbrochen wurde. Nur zur Info: In Deutschland ist Fumaderm das am meisten verschriebene innere Medikament gegen Psoriasis und meiner Meinung auch das Risikoärmste.

Mit Fumaderm® gegen Schuppenflechte?

Risiken lassen sich nicht mehr unter den Tisch kehren

Arzneimittelbehörde (BfArM) mit einem inakzeptablen Manko konfrontiert: Für Fumaderm®, das am häufigsten eingenommene Arzneimittel gegen Schuppenflechte (Psoriasis), ist weder der Nutzen gut untersucht, noch sind seine unerwünschten und sehr bedenklichen Effekte angemessen dokumentiert. Und für Interessierte und Betroffene sind Berichte zu dem Präparat, das allein in Deutschland zugelassen ist, nur bedingt zugänglich. Mittlerweile sind die Zuständigen allerdings wachgerüttelt und warnen Ärzte vor den Risiken des Mittels. Wolfgang Becker-Brüser von Gute Pillen - Schlechte Pillen hält diesen Schritt für überfällig und für nicht ausreichend.

http://www.psoriasis...ttel-therapien/

Ich finde es schon ein wenig merkwürdig das es nur in Deutschland zugelassen ist.

Das dies den einen oder anderen ,trotz vieler positiver Berichte ,nachdenklich stimmt ist mir da verständlich.

Edited by Claudia
Bild entfernt. Bitte das Urheberrecht beachten.

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Guest Bastilein

Die schweren Nebenwirkungen welche im Telegram erwähnt werden, traten scheinbar nur auf weil keine regelmässigen Blutkontrollen stattgefunden haben bzw, die Therapie bei schlechten Werten nicht abgebrochen/ unterbrochen wurde. Nur zur Info: In Deutschland ist Fumaderm das am meisten verschriebene innere Medikament gegen Psoriasis und meiner Meinung auch das Risikoärmste.

Deutschland ist aber auch das einzige Land in dem Fumaderm überhaupt zugelassen ist....

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Guest Bastilein

Hallo Eisstausee,

danke für Deine Reaktion.

Deine Lesefähigkeit hab ich nicht in Frage gestellt, daher verwundert mich Deine Reaktion ein wenig. Scheinbar fühlst Du Dich, aus welchen Gründen auch immer, persönlich angegriffen. Da Du ja, wie Du selbst schreibst, lesen kannst, wird Dir sicher nicht entgangen sein, dass ich ebenfalls erwähnte, dass es zahlreiche Erfahrungsberichte nachzulesen gibt, die sowohl positiv als auch negativ ausfallen.

Im übrigen werden in den Beipackzetteln stets nur diejenigen Nebenwirkungen Erwähnung finden, die durch empirische Studien belegbar sind - und das die Basis von Studien zu besagtem Medikament zu gering ist, hast Du ja ebenfalls selbst schon herausgefunden - dies beziehe ich im übrigen in beide Richtungen, also pro UND contra Fumaderm (letzten Endes bin auch ich, genau wie Du Betroffener der an einer Genesung sehr interessiert ist).

Umso erfreulicher ist es doch für Dich, wenn das Präparat bei Dir wirkt und ich freue mich für jeden, bei dem es ebenso funktioniert. Die publiken Bedenken bezüglich evtl. Nebenwirkungen aber auf Grundlage von Erfahrungsberichten unter den Tisch zu kehren empfände ich selbst als ein wenig leichtsinnig.

Das Profit auch in der Pharmaindustrie eine übergeordnete Rolle spielt, ist, so denke ich, mittlerweile mehr als ein offenes Geheimnis. Umso wichtiger finde ich es als Betroffener besonders genau hinzuschauen, was ich einnehme und mit welchen Risiken es verbunden sein könnte. Denn die ohnehin schon geschädigte Gesundheit weiteren Risiken auszusetzen, nur um den Hunger profitorientierter Pharmalobbyisten bzw. der Pharmaindustrie zu stillen, rechtfertigt für mich nicht die Einnahme eines Medikaments.

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Pusteblümchen

Das Profit auch in der Pharmaindustrie eine übergeordnete Rolle spielt, ist, so denke ich, mittlerweile mehr als ein offenes Geheimnis. Umso wichtiger finde ich es als Betroffener besonders genau hinzuschauen, was ich einnehme und mit welchen Risiken es verbunden sein könnte. Denn die ohnehin schon geschädigte Gesundheit weiteren Risiken auszusetzen, nur um den Hunger profitorientierter Pharmalobbyisten bzw. der Pharmaindustrie zu stillen, rechtfertigt für mich nicht die Einnahme eines Medikaments.

Ich selbst habe zwar noch nie Medikamente(bis auf kurzeitig Cortison) wegen der PSO genommen,kann aber jeden verzweifelten verstehen der es ohne nie aushalten würde.Ich glaub kaum das irgendjemand der sich diesen Risiken der Nebenwirkungen aussetzt auch nur einen einzigen Gedanken daran verschwendet inwiefern sie den Hunger der Pharmalobbyisten stillen.

Edited by Pusteblümchen

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Claudia
Ich finde es schon ein wenig merkwürdig das es nur in Deutschland zugelassen ist.
Deutschland ist aber auch das einzige Land in dem Fumaderm überhaupt zugelassen ist....

Naja. Seine "Weiterentwicklung" namens Tecfidera ist in den USA aber auch zugelassen, wenn auch "nur" zur Behandlung der MS. Bei der europäischen Arzneimittelbehörde ist die Zulassung weiterhin anhängig.

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Gold

Also in der Schweiz gibt es keine Zulassung da scheinbar dazumals keine beantragt wurde. Habe diesbezüglich mit Swissmedic(Schweizer Behörde) telefoniert. Sie sagten es wäre nicht ihre Aufgabe den Hersteller darauf hinzuweisen eine Zulassung zu beantragen.Tecfidera ist die weiterentwicklung aber kostet ca. das 5 Fache wenn ich das richtig vernommen hatte also wäre es ja blöd für Fumaderm noch die Zulassung zu beantragen da es wesentlich günstiger ist. Ich will sagen Fumaderm sind keine Zuckerbonbons aber zB. für mich sehr hilfreich und in meinem Fall bis jetzt ohne Nebenwirkungen.

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Kuno

Dass Profit auch in der Pharmaindustrie eine übergeordnete Rolle spielt, ist, so denke ich, mittlerweile mehr als ein offenes Geheimnis. Umso wichtiger finde ich es als Betroffener besonders genau hinzuschauen, was ich einnehme und mit welchen Risiken es verbunden sein könnte. Denn die ohnehin schon geschädigte Gesundheit weiteren Risiken auszusetzen, nur um den Hunger profitorientierter Pharmalobbyisten bzw. der Pharmaindustrie zu stillen, rechtfertigt für mich nicht die Einnahme eines Medikaments.

Das ist auf den ersten Blick ein knackiger Satz. Auf den zweiten Blick merke ich, dass es in unserem Gesellschaftssystem gar nicht anders geht. Wir müssen bei allen Bedürfnissen, deren Erfüllung wir Geld kostet, das Profitbedürfnis eines Produzenten stillen. Aber der Produzent kann auch nur produzieren, solange er Profite macht. Die Pharmaindustrie macht allerdings in einer anderen Klasse Profit als der kleine Bäcker, bei dem ich morgens meine Brötchen kaufe. Als Zweites kommt hinzu, dass es in der Medizin auch nur darum geht, das Mittel auszuwählen, das der Gesundheit mehr nützt als schadet.Bei einem Wehwehchen ist die Toleranz für Nebenwirkungen erheblich geringer als bei einer schweren und gefährlichen Erkrankung. Unglücklicherweise gibt es bisher auch keine wirksamen Medikamente, die nicht auch unerwünschte Nebenwirkungen hätten. Jene, die versprechen, dass sie Medikamente haben, die nur bewirken, was erwünscht ist, täuschen sich selbst zumindest aber andere. Mag sein, dass es irgend wann gelingt, wirksame Medikamente ohne Nebenwirkungen zu entwickeln, gegenwärtig ist die Medizin noch sehr weit davon entfernt.

Viele Grüße von Kuno

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Eisstausee

Das Profit auch in der Pharmaindustrie eine übergeordnete Rolle spielt, ist, so denke ich, mittlerweile mehr als ein offenes Geheimnis. Umso wichtiger finde ich es als Betroffener besonders genau hinzuschauen, was ich einnehme und mit welchen Risiken es verbunden sein könnte. Denn die ohnehin schon geschädigte Gesundheit weiteren Risiken auszusetzen, nur um den Hunger profitorientierter Pharmalobbyisten bzw. der Pharmaindustrie zu stillen, rechtfertigt für mich nicht die Einnahme eines Medikaments.

Ich kann die Logik nicht erkennen zwischen "besonders genau hinschauen... mit welchen Risiken verbunden" mit dem Blabla über "profitinteressierter Pharmalobbyisten" oder "Pharmaindustrie".

Den letzten Satz halte ich für blanken Unsinn.

Deine Lesefähigkeit hab ich nicht in Frage gestellt, daher verwundert mich Deine Reaktion ein wenig. Scheinbar fühlst Du Dich, aus welchen Gründen auch immer, persönlich angegriffen. Da Du ja, wie Du selbst schreibst, lesen kannst, wird Dir sicher nicht entgangen sein, dass ich ebenfalls erwähnte, dass es zahlreiche Erfahrungsberichte nachzulesen gibt, die sowohl positiv als auch negativ ausfallen.

Ich könnte persönlich nur beleidigt sein, wenn wir uns persönlich kennen würden. Ich bin nur kein Freund von unscharfen und falschen Aussagen.

Im übrigen werden in den Beipackzetteln stets nur diejenigen Nebenwirkungen Erwähnung finden, die durch empirische Studien belegbar sind - und das die Basis von Studien zu besagtem Medikament zu gering ist, hast Du ja ebenfalls selbst schon herausgefunden - dies beziehe ich im übrigen in beide Richtungen, also pro UND contra Fumaderm (letzten Endes bin auch ich, genau wie Du Betroffener der an einer Genesung sehr interessiert ist).

Meines Wissens müssen schwere Nebenwirkungen gemeldet werden und fließen dann auch in die Beipackzettel ein. Die schweren Nebenwirkungen sind bei Fumaderm bekannt und letztlich muss ein Arzt und ein Patient abwägen, ob das Risiko - Wirkungsverhältnis angemessen ist. Ich akzeptiere es komplett, wenn jemand kein Fumaderm einnimmt aber obskure Quellen (in diesem Fall), wie das Arzneimittel Telegramm, helfen bei der Entscheidungsfindung keineswegs. Im Gegenteil: ein empirisich ganz klar bei vielen Patienten hochwirksames Medikament aufgrund fehlender Studien (schade, dass es keine gibt) "herunterzuschreiben" und letztlich dafür zu sorgen, dass Patienten sich entweder mit kaum wirksamen topischen Medikamenten herumschlagen oder noch viel weniger erprobte Mittel anzuwenden, das halte ich für geradezu fahrlässig.

Umso erfreulicher ist es doch für Dich, wenn das Präparat bei Dir wirkt und ich freue mich für jeden, bei dem es ebenso funktioniert. Die publiken Bedenken bezüglich evtl. Nebenwirkungen aber auf Grundlage von Erfahrungsberichten unter den Tisch zu kehren empfände ich selbst als ein wenig leichtsinnig.

Es geht nicht um "leichtsinnig". Wenn jemand lieber unter den Auswirkungen einer schweren Pso leidet - schließlich ist Pso ja eher selten tödlich - und aus grundsätzlichen Erwägungen keine innerlichen Medikamente einnehmen will, so soll er das tun. Wenn jemand - wie du - schwer betroffene Psoriatiker mit Panikmache davon abhält, wirksame Medikamente einzusetzen, dann wirst du zumindest von mir immer Kontra bekommen.

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Eisstausee

Das ist ein knackiger Satz, den ich auf den ersten Blick ofort uterschreiben möchte.

Welcher von den drei zitierten Sätzen ist eigentlich gemeint?

Der hier?

"Dass Profit auch in der Pharmaindustrie eine übergeordnete Rolle spielt, ist, so denke ich, mittlerweile mehr als ein offenes Geheimnis."

Dass Profit in der Pharmabranche eine Rolle spielt ist eine Überraschung (oder gar - hüstel - ein "offenes Geheimnis?)?

Übergeordnet gegenüber ... ? Einer vermeintlich wünschenswerten altruistischen Einstellung profitorientierter Unternehmen?

Psst: es war weder ein offenes noch ein geschlossenes Geheimnis.

Oder geht es um diesen Satz?

"Umso wichtiger finde ich es als Betroffener besonders genau hinzuschauen, was ich einnehme und mit welchen Risiken es verbunden sein könnte."

Der Satz ist zumindest im Teil "als Betroffener sollte man genau hinschauen, was man einnimmt" richtig. Das "umso wichtiger" finde ich - mit der darunter liegenden Verschwörungstheorie, dass die Pharmaindustrie vor allem versucht aus Profitinteresse "über Leiche zu gehen" - eher fragwürdig.

Oder geht es gar um folgenden?

Denn die ohnehin schon geschädigte Gesundheit weiteren Risiken auszusetzen, nur um den Hunger profitorientierter Pharmalobbyisten bzw. der Pharmaindustrie zu stillen, rechtfertigt für mich nicht die Einnahme eines Medikaments.

Der ist ja wohl nur polemisch und eindimensional.

Edited by Eisstausee

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Guest Bastilein

Ich kann diese Reaktion echt nicht nachvollziehen.

Wenn jemand - wie du - schwer betroffene Psoriatiker mit Panikmache davon abhält, wirksame Medikamente einzusetzen, dann wirst du zumindest von mir immer Kontra bekommen.

und was bitte hat die Äußerung meiner Bedenken mit Panikmache zu tun?

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Eisstausee

Fällt der Rote-Hand-Brief der Herstellerfirma

http://www.psoriasis...hand-brief.html

für Dich auch unter Polemik (unter welcher Rubrik ich Deine Reaktionen mittlerweile ablege)?

Der fällt unter Information. Es ist schon lange bekannt, dass die Blutwerte bei Fumadermeinnahme engmaschig kontrolliert werden müssen. Vielleicht solltest du besser folgendes verlinken: http://www.psoriasis-netz.de/medikamente/fumaersaeure/fumaderm-psorinovo-pml.html, da wird die die Thematik sachlicher behandelt und deutlich relativiert, auch in den Kommentaren.

Dass du meine Beiträge unter "Polemik" ablegst, sei dir unbenommen. Wer deine Kommentare zum Thema "Pharmaindustrie" liest, kann dir eine gewisse Fachkenntnis in diesem Bereich nicht absprechen.

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RainerZ

Hallo Eisstausee

.... Vielleicht solltest du besser folgendes verlinken: http://www.psoriasis...rinovo-pml.html, da wird die die Thematik sachlicher behandelt und deutlich relativiert, auch in den Kommentaren.

ich hatte bei der ersten Verlinkung dieses Artikels bereits geschrieben, dass Biogen Idec eben nur die halbe Wahrheit offenlegt. Von Thrombozytopenie ist bei denen nie die Rede, weder im Beipackzettel noch in den Informationen. Ich habe damit ein reichliches Jahr gekämpft (zuvor 5 Jahre ohne jegliche Probleme). Weder bei der Hotline noch bei der behandelnden Hämatologin wurde ein Zusammenhang zu Fumaderm gesehen. Erst nachdem ich die Fumis kpl. abgesetzt hatte, erholten sich meine Thrombozytenwerte (waren bis auf 3/nl gesunken (trotz Behandlung), vor 14 Tagen bei 125/nl).

Ich möchte die schönen Jahre mit Fumaderm nicht missen, ich sah besser aus als jetzt nach der 8.Spritze Stelara.

Aber etwas mehr Ehrlichkeit des Herstellers wäre schon erfreulich!

Gruß

Rainer

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Guest Bastilein

Fazit: unterm Strichen bleiben verunsicherte Betroffene :(

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Pusteblümchen

Fazit: unterm Strichen bleiben verunsicherte Betroffene :(

Naja,dies ist aber doch kein Grund nun ständig mit einem :( durchs Leben zu laufen.Wenn Du unsicher bist ,lass doch die Finger davon höre auf dein Bauchgefühl und such nach anderen Möglichkeiten.

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Guest Bastilein

Hallo Pusteblümchen.

Danke für Deine aufmunternden Worte.

Ich werde die Tabletten erst mal noch weiter nehmen und immer brav die Blutkontrollen

abwarten. Alternativen gibt es ja nun wirklich leider nicht viele... vielleicht versuch ich es auch mal mit dem Buch von Frau Sebök über die Selbstheilungskräften - man soll ja nichts unversucht lassen.

Einen stressfreien Tag erstmal.

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Kuno

@ Eisstausee

Du fragst, welchen Satz ich meine. Zunächst meine ich die Kombination der zitierten Sätze, am meisten den letzten.

Wie ich das meine, habe ich in meinem Beitrag zu diesem Satz hinreichend beschrieben. Ich wiederhole mit anderen Worten, was ich schon geschrieben habe: Der Produzent produziert nur, wenn er denn auch Profite macht. Ist er ein "guter Mensch" und will auf Profite verzichten, wird er bald kein Produzent mehr sein, weil sein Betrieb nach kurzer Zeit ruiniert wäre. (Bekanntlich sind die Profite der Pharmaindustrie in vielen Bereichen besonders hoch. Eine gesellschaftliche Steuerung dieser ungünstigen Entwicklung ist schwer, weil die Pharmalobby bei den Politikern sich viel Gehör verschafft. So landet eine Menge Geld der Krankenversicherten bei der Pharmaindustrie. Besonders ärgerlich ist es in diesem Zusammenhang, dass viele Medikamente vom gleichen Produzenten in Deutschland teurer sind als im Ausland.)

Wirksame Medikamente ohne Nebenwirkungen gibt es bis heute nicht.

Grüße von Kuno

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Guest Bastilein

Welch Überraschung,

ein persönlich eingeworfener Brief meiner Ärztin trudelte letzte Woche bei mir ein.

Der Inhalt: Fumaderm SOFORT absetzen, Blutwerte nicht in Ordnung.

(postalisch, da ich telefonisch nicht erreichbar war)

Tja, und nun? Regenerieren sich die Werte wieder von selbst?

Wie lang müssen die Bluttest nach absetzen der Pillen weitergeführt werden?

Und: welche Alternative kommt jetzt? die nächste Pille die mehr Schaden anrichtet als nutzt???

Wenn wundert es noch, dass Patienten das Vertrauen in die Schulmedizin verlieren?

Ich werde mich nun wohl mal etwas intensiver mit alternativen Möglichkeiten auseinandersetzen.

Beste Grüße

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Supermom

Na ist doch prima, dass du informiert wirst.

Kann nur immer wieder wiederholen...dank der Schulmedizin sitze ich noch nicht im Rollstuhl...sämtliche homöopathischen Mittelchen, Diäten, Ernährungsumstellungen, selbstgemachte Salben und Crems...haben eventuell unterstützend gewirkt, aber definitiv nicht "heilend".

Wenn ein Schub kommt (und der hält sich überhaupt nicht an Regeln und lässt sich auch nicht von gesunder Lebensweise schrecken und abhalten), dann muss ich schnell handeln, sonst geht das nächste Gelenk den Bach runter.

Die Schulmedizin ist bitte nicht ganz von der Hand zu weisen.

Wünsch dir, dass du etwas findest, was DIR hilft.

Liebe Grüße

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