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Schmiddi

Fehldiagnose PSA oder gerade rechtzeitig? - Knieprobleme

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Schmiddi

Liebes Forum,

während viele Leidensgenossen "erleichtert" sind, dass endlich die Diagnose PSA gestellt wurde und nun eine krankheitsgerechte Therapie begonnen werden kann, ist es bei mir genau umgekehrt. Recht schnell hat der Rheumatologe die Diagnose PSA gestellt und mir direkt MTX verordnet, was ich nicht vertragen und direkt abgesetzt habe. Mich beschleicht das Gefühl, dass hier vorschnell eine Diagnose gestellt wurde. Eventuell hat er aber auch dieser schlimme Krankheit früh erkannt und ist mein Retter. Ich weiß nicht so recht, wie ich weiter Verfahren soll.

 

Symptome/Befunde:

29 Jahre alt, männlich, leicht übergewichtig, sportlich (Joggen), seit 3 Jahren PSO (Kopfhaut, Ellenbogen, minimal im Gesicht, minimal Intimbereich, minimal vereinzelte Stellen am ganzen Körper, zunächst vom inkompetenten Hautarzt mit Kortison behandelt, dann von einem sehr kompetenten mit Daivobet und einem speziellen Shampoo, Daivobet brachte aber langfristig auch nix), hatte dieses Jahr plötzlich ein paar Tage nach dem Joggen und später dann nach Aquajogging einen erheblichen Erguss im Kniegelenk. Seitdem ist es scheinbar zerstört, ich kann z.B. kaum Treppen laufen. Nach Belastungen schwillt es wieder an. Sport unmöglich.

Ich habe keine Schmerzen in anderen Gelenken. Keine Morgensteifigkeit. Keine Wurstfinger/Zehen. Keine Schmerzen in Ruhe. Keine für mich sichtbaren Schwellungen an anderen Gelenken außer dem Knie. Keine für mich sichtbare NagelPSO. Allerdings bin ich immer müde.

Blutwerte in Ordnung. Rheumafaktoren negativ. Kniegelenkflüssigkeit unauffällig. MRT-Knie: Knorpelschaden.

 

Ärztemarathon:

Hausarzt: "Gehen Sie zum Orthopäden und zum Radiologen (MRT)."

Radiologe: "Knorpelschaden. Ursachenklärung/Behandlung beim Orthopäden."

Orthopäde: "Knorpelschaden. Wohl vom Sport. Kann man nicht viel machen. Gehen Sie zum Chirurgen und lassen es punktieren."

Chirurg: "Ist punktiert. Ich sehe, sie haben Schuppenflechte. Gehen Sie zum Nuklearmediziner und lassen eine RSO (Radiosynoviorthese) am Knie machen, Verdacht PSA".

Nuklarmediziner: "Gehen Sie erstmal zum Rheumatologen, vorher mache ich nix, Verdacht PSA."

Hautarzt: "Gehen Sie zum Rheumatologen, Verdacht PSA"

Rheumatologe:

Dann war ich beim Rheumatologen, der auch gleichzeitig Internist ist. Er dürfte um die 60 Jahre sein, also sehr erfahren. Er hat sehr gute Bewertungen im Internet. Er hat sich die Befunde angeschaut und hat dann mit seinen Händen alle meine Gelenke (Finger, Zehen etc.) abgetastest und gedrückt und meinte dann: "die Gelenke an den Fingern der einen Hand sind ja auch schon geschwollen!, Sie sind auch in allen Gelenken steif und unbeweglich! Sie haben auf jeden Fall PSA, das ist definitiv! Wer jetzt Angst hat macht nix und dann gehen alle Gelenke nacheinander kaputt, wer mutig ist nimmt MTX". MTX verschrieben, die Lunge sicherheitshalber rötngen lassen und Termin in 3 Monaten.

Er hat kein bildgebendes Verfahren der Hand machen lassen.

MTX:

Ich war mutig. Hat mir dann MTX 15mg Tablette + 5mg Folsäure 24h Stunden später verordnet. Habe ich dann nach zwei Wochen abgesetzt wegen starken Nebenwirkungen, dass soll jetzt hier nicht das Haupthema sein (Extreme Schwäche und Müdigkeit, Schwankschwindel, Schwindelattaken, Atemnot, Schluckbeschwerden).

Die Unsicherheit:

Ich weiß auch, dass es für PSA keine Blutmarker gibt, dass in frühen Stadien selbst bildgebende Verfahren (MRT, Röntgen, Sinzigraphie) unergibig sind, der Verlauf und die Symptome bei jedem anders sind und dass, wie es in einer Patientenbroschüren so schön heißt, der erfahrene Rheumatologe die Gelenke abtastet und dies wichtige Hinweise gibt.

Andererseits könnte es ja wirklich nur ein sportlicher Verschleiß des Knies sein. Mein Plan ist nun, zu einem zweiten Rheumatologen zu gehen und ein bildgebendes Verfahren der angeblich befallenen Fingergelenke der Hand machen zu lassen.

Vielleicht habt ihr noch ein paat Tipps :daumenhoch:

Gute Besserung euch allen!

 

 

 

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sia

Hallo Schmiddi,

ja, das hört sich ja wirklich nach Ärztemarathon an :(

Wobei ein Rheumatologe sicher im Prinzip der richtige Arzt für dich ist.

 

vor 29 Minuten schrieb Schmiddi:

meinte dann: "die Gelenke an den Fingern der einen Hand sind ja auch schon geschwollen!, Sie sind auch in allen Gelenken steif und unbeweglich!

Sind denn deine Gelenke in den Fingern schon geschwollen und weniger beweglich? Selbst kann man das ja oft am besten beurteilen.

Stutzig machen mich solche Aussagen

vor 31 Minuten schrieb Schmiddi:

Sie haben auf jeden Fall PSA, das ist definitiv!

klingt für mich eher arrogant als erfahren.

und was soll so ein Satz?

vor 32 Minuten schrieb Schmiddi:

Wer jetzt Angst hat macht nix und dann gehen alle Gelenke nacheinander kaputt, wer mutig ist nimmt MTX".

Was hat das mit Angst oder Mut zu tun. MTX ist für Leute die es vertragen ein gutes Medikament zur Behandlung einer PSA. Das auszuprobieren hat nichts mit 'Mut' zu tun. Sicher kann es bei MTX zu Nebenwirkungen kommen, die aber bei der richtigen Gabe und der richtigen Überwachung übersehbar und idR reversibel sind. So ist z.B. am Beginn der Behandlung eine engmaschige Blutuntersuchung sinnvoll. 5mg Folsäure erscheint mir wenig. Was spricht gegen Spritzen? Die werden von vielen oft besser Vertagen als Tabletten. Wurde denn von dem Arzt nicht aufgeklärt, dass die Anfangsprobleme auch oft von vorübergehender Art sind?

Leider kommt man bei dieser Krankheit nicht um das Ausprobieren herum. Was dem einen hilft, kann bei Anderen keine Wirkung zeigen. Das liegt in der Art der Krankheit. je nach der Kombination der  Gene die 'deiner' Psoriasis zu Grunde liegen wirkt ein Medikament gut, mäßig oder eben nicht. Wirkt etwas nicht, heißt das nicht, dass der Arzt per se  inkompetent ist. 

Falls nur dein Knie betroffen ist und die ansonsten alle Gelenke ok sind wäre es zumindest eine untypische PSA. Aber tja - nicht umsonst ist PSA schwierig zu diagnostizieren - eben weil es z.B. keine eindeutigen Blutwerte dazu gibt. Ein bildgebendes Verfahren gibt oft erst im Vergleich Auskunft - sicher wenn sich die PSA noch im Anfangsstadium befindet.

Wäre ich an deiner Stelle würde ich auf jeden Fall einen Rheumatologen suchen der sich gut mit PSA auskennt. Die Chance dazu ist in einer Psoriasis Sprechstunde besser als X Rheumatologen abzuklappern. Ich bin damals ziemlich weit gefahren. Nachdem ich diagnostiziert und das richtige Medikament für mich gefunden war konnte dann auch der Arzt vor Ort weiter behandeln.

Erfolg.

 

 

 

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Pfui Spinne

Moin,

nee, Tipps habe ich keine. Aber ich finde deine Zweifel an der Diagnose erst mal berechtigt und deine bzw. die von sia vorschlagene Vorgehensweise zu weiteren rheumatologischen Meinungen vernünftig und würde es genauso machen.

Falls es PSA sein sollte, gäbe es übrigens noch diverse weitere Medikamente außer MTX, die für dich vielleicht besser verträglich sind und besser wirken.

Gruß

PS

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Pesub1971

ich (45J) erlebe (nach 10 Jahren Ruhe) grade meinen 2. PSA-Schub. Damals fing alles mit einem dicken Ellenbogengelenk an. Irgendwann kam 1 geschwollener Zeh dazu, der den bis dahin behandelnden Orthopäden veranlasste, mich zwecks Blutuntersuchung auf Rheumafaktoren zum Hausarzt zu schicken. Der HA wusste aber, dass diese Faktoren durchaus alle negativ sein können und es trotzdem Rheuma sein kann und schickte mich zum Rheumatologen. Der stellte dann auch quasi "nur" durch Tast-und Sichtbefunde (kleinere Stellen Schuppfenflechte an versch. Stellen und Beweglichkeitsprüfung der Gelenke + Ultraschall) die Diagnose PSA und ich bekam MTX. Für mich war das ein Segen, denn nachdem ich über 1 Jahr Schmerzmittel und zum Schluß Cortison geschluckt habe konnte ich bald (ca. 3-4 Monate) nach Beginn der MTX-Theapie alles absetzen und nach insgesamt 2 Jahren war ich auch das MTX wieder los und Erscheinungsfrei (Haut und Gelenke). Irgendwann fing die Haut wieder an, ich bekam Fumaderm und alles war gut. Aktuell sind plötzlich meine Kiefergelenke entzündet und ich habe ein dickes Knie. Bin von selbst beim Rheumatologen vorstellig geworden. Diesmal wurden umfangreiche Bluttests gemacht und es gibt ein paar Werte, die auf eine PSA hindeuten (Erhöhtes Ferritin und grenzwertiges ANA). Fazit: seit 2 Wochen wieder MTX-Spritzen 15mg. (Tabletten gehen bei mir gar nicht (Übelkeit/Durchfall) von den Spritzen merke ich so gut wie nichts! Ich konnte jetzt nach 2 Wochen MTX das akut verschriebene Cortison wieder absetzen und meine Kiefergelenke sind fast wieder wie neu (ich kann wieder beißen, das ist so super ;-)) ).

Fazit: ein erfahrener Rheumatologe, kann denke ich schon auch ohne bildgebende Verfahren die Erkrankung erkennen und MTX sollte man nicht gleich verteufeln, anfängliche Nebenwirkungen geben sich oft nach kurzer Zeit. Allerdings hilft es auch nicht jedem. Wichtig ist frühes Handeln, denn je länger Rheuma unbehandelt bleibt um so schwieriger gestaltet sich später die Behandlung. Im Zweifel einen 2. Rheumatologen zu Rate ziehen!

 

Alles Gute!!

Petra

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Schmiddi

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten. Nunmehr war ich bei einem weiteren Rheumatologen, der auch gleichzeitig Orthopäde ist. Er hat sich die vorhandenen Befunde angeschaut und dasselbe Ertastungsspielchen wie der andere Rheumatologe gemacht. Aus seiner Sicht liegt zumindest offensichtlich keine PSA vor, er wolle aber nochmal weitere Blutwerte testen lassen und dann weitersehen. Jedenfalls könne er an meiner Hand nichts verdächtiges erfühlen. Es bleibt spannend.

@Pesub1971: Waren denn dein Ellenbogen und Zeh von außen sichtbar geschwollen? Oder "nur" eingeschränkte Beweglichkeit, Schmerzen etc.?

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pauli2015mechthild

Hallo Pesub!

 

Kannst Du mir sagen, in welcher Stadt Du lebst und bei welchem Rheumatologen Du warst?

Ich wohne in Recklinghausen, evtl. wäre der Arzt auch was für mich?!

Liebe Grüße Mechthild

 

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      By Inselkind
      Moin,
      ich habe mich gestern hier angemeldet weil bei mir der Verdacht besteht, dass ich unter PSA leide. Wieder ein Club in dem niemand Mitgleid sein möchte.
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      Die tiefsitzenden Rückenschmerzen kommen wohl nicht von der PSA da war ich im MRT und da liegt bei mir eine genetische Veränderung der letzten Bandscheibe vor, die diese Probleme macht.
      Zu mir: Ich bin 47 und seit 5 Jahren Witwe, meine beiden Kinder sind beide depressiv und wohnen gerade beide nicht zu Hause,  ich habe aber das volle Sorgerecht. Der Lütte verweigert jegliche Therapie und lebt seine Depression leider an mir aus und dem Großen geht es auch gerade nicht gut und er brauchte Abstand, therapeutische Hilfe will er auch gerade nicht. Ich habe seit jahren das Gefühl, dass ich nur funktioniere und eins der Kinder immer "durchknallt" um das ich mich dann kümmern muss. Beide waren auch schon in der hiesigen Kinderpsychiatrie, der Lütte nur 8 Tage ohne wirkliche Behandlung und der Grüße 6 wochen (vor Corona). Im Feb/März war ich zur Mütterkur (ohne Kinder) auf Norderney, das hat sehr gut getan, aber danach ging es ja mit Corona los und da hat sich die Lage hier zu Hause erst richtig zugespitzt.
      So das war es erstmal von mir...
      lg Inselkind
       
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