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Stigma Corona?


Ratinacage

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"dass die aus der Not geborene "soziale Distanzierung" keine "soziale Diffamierung" wird."

@kuzg1 Danke für Deine wirklich tollen Zeilen!

Da es zum Thema Corona in Verbindung mit der damit zwangsläufig einhergehenden Stigmatisierung hier doch Diskussionsbedarf zu geben scheint:

Wie geht ihr mit Coronainfizierten um?

Kennt ihr selbst überhaupt Infizierte?

Seid ihr vielleicht sogar selbst infiziert? Und wie fühlt ihr euch in der aktuellen Situation?

Was haltet ihr von den Vorschlägen, für Jüngere die Grundrechteinschränkungen eher zu lockern als für Ältere und Risikogruppen-Zugehörige? 

Was sind eure Gedanken zu Corona und der drohenden Rezession und mögliche Auswirkungen auf den sozialen Frieden?

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Hi @Ratinacage

gute Idee, einen eigenen Thread dafür aufzumachen.

Ich finde "Stigmatisierung" erst einmal einen sperrigen Begriff. Wie verstehst du ihn denn? Ich: irgendwo zwischen "Gebrandmarkt" / "abgestempelt" und "Ausgegrenzt". 

Erklär doch mal genauer, wo oder wie du Corona-Infizierte stigmatisiert siehst.

Für mich ist das Wissen, wenn jemand infiziert war, eher so ein "Aha, er war infiziert, schön, dass er es überstanden hat." Da ist kein Gedanke wie "Ih guck mal..."

Der einzige Corona-Infizierte, den ich kenne, ist aus der Quarantäne und ich habe mich mit ihm aus gebührendem Abstand unterhalten – wie mit anderen auch.

Ich frage mich eher: Ist die Stigmatisierung für die, die wegen Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe weiterhin zuhause bleiben sollen, nicht größer?

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Nein, ich kenne keinen Infizierten. Denke aber, dass ich kein Problem hätte, mich mit diesem nach Genesung mit dem notwendigen Abstand zu unterhalten.

vor 21 Minuten schrieb Claudia:

Ich frage mich eher: Ist die Stigmatisierung für die, die wegen Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe weiterhin zuhause bleiben sollen, nicht größer?

Hm, da kommt es sicherlich darauf an, was der einzelne Außenstehende draus macht. Hat man Verständnis für Andere? Oder ist man einfach bisschen blöde? (mal salopp gesagt) Denn man sollte daran denken, dass es bestimmt auch für die weiter Isolierten psychisch immer schwerer wird. :(

 

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Ist Stigmatisierung  eine richtige Bezeichnung? 
Wir sind alle betroffen, jung oder alt. Was ich feststelle hier in Sachsen: Viele jungen Leute  nehmen die Situation gelassen nach dem Motto: mir passiert es  ja nicht. Ist das Leichtsinnigkeit oder nehmen sie die Situation nicht ernst genug? 
Ich bin nun jetzt  in der Coronazeit  umgezogen, daher ist das schon irgendwie komisch: keine Anmeldung im Meldeamt möglich,  demzufolge keine Übernahme in der Sparkasse, keine KFZ - Ummeldung, usw. usw. Ein bißchen wie im irgendwo, geht auch. 

Aber ernsthaft: Die Versorgung  meiner Urenkelin ist in Gefahr. Die Schule hat zu und wo sie bisher betreut  werden konnte, geht nicht mehr. Nun wäre ich doch als „ Uroma“ die beste Lösung. Wie gerne hätte ich diese Aufgabe übernommen, aber ich gehöre zur „ Risikogruppe“ ,darf also nicht. Ein richtiges Dilemma.

Für solche Fälle soll eine eingerichtete Notbetreuung für viele Kinder helfen .Hoffentlich paßt es. Was im Nachhinein auf uns alle noch zu kommt, da spielt eine momentane „Stigmatisierung“ wohl kaum eine Rolle.


 

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Hier mal  ein paar interessante Links zum Thema, für diejenigen dies interesiert:

https://www.studis-online.de/Fragen-Brett/read.php?11,2498367

https://www.sueddeutsche.de/panorama/coronavirus-stigmatisierung-oeffentlichkeit-bekanntheit-1.4874096?reduced=true

https://www.t-online.de/digital/id_87648478/tid_amp/digitalexperte-besorgt-was-eine-corona-app-der-regierung-mit-uns-machen-koennte.html

vor 2 Stunden schrieb Claudia:

Ich finde "Stigmatisierung" erst einmal einen sperrigen Begriff. Wie verstehst du ihn denn? Ich: irgendwo zwischen "Gebrandmarkt" / "abgestempelt" und "Ausgegrenzt". 

trifft es recht gut

vor 2 Stunden schrieb Claudia:

Ich frage mich eher: Ist die Stigmatisierung für die, die wegen Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe weiterhin zuhause bleiben sollen, nicht größer?

In welchem Fall die Stigmatisierung größer oder geringer ist,  ist schon weiter gedacht. Aber Du hast natürlich vollkommen recht und das deckt sich auch genau mit meinen Befürchtungen.

vor 1 Stunde schrieb malgucken:

Denn man sollte daran denken, dass es bestimmt auch für die weiter Isolierten psychisch immer schwerer wird. :(

Vollkommen richtig. Ist ja jetzt schon eine Belastung. 

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vor 14 Minuten schrieb Waldfee:

Ist Stigmatisierung  eine richtige Bezeichnung? 
Wir sind alle betroffen, jung oder alt. Was ich feststelle hier in Sachsen: Viele jungen Leute  nehmen die Situation gelassen nach dem Motto: mir passiert es  ja nicht. Ist das Leichtsinnigkeit oder nehmen sie die Situation nicht ernst genug? 
Ich bin nun jetzt  in der Coronazeit  umgezogen, daher ist das schon irgendwie komisch: keine Anmeldung im Meldeamt möglich,  demzufolge keine Übernahme in der Sparkasse, keine KFZ - Ummeldung, usw. usw. Ein bißchen wie im irgendwo, geht auch. 

Aber ernsthaft: Die Versorgung  meiner Urenkelin ist in Gefahr. Die Schule hat zu und wo sie bisher betreut  werden konnte, geht nicht mehr. Nun wäre ich doch als „ Uroma“ die beste Lösung. Wie gerne hätte ich diese Aufgabe übernommen, aber ich gehöre zur „ Risikogruppe“ ,darf also nicht. Ein richtiges Dilemma.

Für solche Fälle soll eine eingerichtete Notbetreuung für viele Kinder helfen .Hoffentlich paßt es. Was im Nachhinein auf uns alle noch zu kommt, da spielt eine momentane „Stigmatisierung“ wohl kaum eine Rolle.


 

Mhh. Ist das nicht aber auch eine Form von Stigmatisierung: Uroma = Risikogruppe = Einschränkung? Der Begriff Dilemma trifft es in der Tat auch sehr gut. Das Stigmatisierung momentan kaum eine Rolle spielt , dass sehe ich etwas anders - siehe z.B.  die Verlinkungen in meinem Beitrag oben. Das Thema wird schon breit diskutiert.

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Bei dem Thema Corona-Warn-App habe ich momentan auch noch etwas Bauchschmerzen.

In der Theorie finde ich das grundsätzlich eine gute Idee. Aber in der Praxis sieht die Sache anders aus. Ich glaube zwar nicht, dass es zu einem so großen Kontrollorgan wird, wie in dem T-Online Artikel beschrieben. Aber was macht es mit dem Menschen selbst, der eine solche Warnung bekommt?

Stigmatisierung... ich wohne an der Grenze zum Kreis Heinsberg. Und ich sage ganz offen, ich selbst würde verschweigen wenn ich aus diesem Kreis kommen würde. Diese Menschen haben es momentan echt nicht leid. Der Kreis Heinsberg ist groß und nicht im gesamten Kreis kam es zu übermäßig vielen Infizierten.

Das spielt aber keine Rolle. Die Leute bekommen einen Stempel verpasst und müssen sich die schlimmsten Beschimpfungen anhören, weil sie die Frechheit haben Ihren Kreis zu verlassen und woanders einkaufen gehen oder einen Arzt aufsuchen.

Autos mit einem Heinsberger Kennzeichen wurden beschädigt oder zu gefährlichen Aktionen im Straßenverkehr gezwungen.

Mir macht so etwas Angst. Was passieren den für Dinge, wenn mal etwas schlimmeres als Corona über uns herfällt?

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Am 16.4.2020 um 16:53 schrieb Ratinacage:

"dass die aus der Not geborene "soziale Distanzierung" keine "soziale Diffamierung" wird."

@kuzg1 Danke für Deine wirklich tollen Zeilen!

Hallo und guten Tag (an Alle) 🙂

Ersteinmal @Ratinacage danke, dass Dir meine Zeilen gefallen haben. Ich entnahm Deinem Post Zustimmung. Tatsächlich ging es mir im Thread "Corona Solidarität" darum aufmerksam zu machen, dass wir alle gefordert sind, wegen dieser Krankheit unsere Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe nicht aus den Augen zu verlieren. Inzwischen sind hier im Forum diverse Threads eröffnet worden. Jeder für sich hat - na klar - seine Berechtigung und ebenso die darin gestellten Fragen. Manche Post's und Antworten sind einfach spitze, bei manchen denke ich "naja" -, da stimme ich nicht mit überein. So sind wir Menschen eben - viele Köpfe, viele Meinungen und jeder will irgendwie Recht haben. Beste Voraussetzungen für Stigmata? Leider ja, wie wir in diversen Links nachlesen dürfen und können. Ich habe dazu eine andere Meinung, denn ich denke - wenn ich mal von der allgemeinen Definition "Stigma" absehe - das alle Menschen dazu neigen Situationen, Konflikte, alles mögliche "hoch-" und "runter zu hecheln", um sich eben eine eigene Meinung zu bilden, sei sie nun völlig abstrus oder richtig schlau und logisch und natürlich alles, was dazwischen liegt. Genau hier liegt die Gefahr (für Stigmata) und in unserer Weise, wie wir uns sprachlich ausdrücken. Ein paar Beispiele - aber zuvor: ich will diese NICHT persönlich wertend verstanden wissen (Kathi kenne ich persönlich und schätze sie sehr! Ratinacage und Arni kenne ich nicht, habe also erst recht keinen Grund zu werten). 

Am 16.4.2020 um 19:26 schrieb malgucken:

.... Denke aber, dass ich kein Problem hätte, mich mit diesem nach Genesung mit dem notwendigen Abstand zu unterhalten

Frage: warum denn? Wer genesen ist, dürfte gesund sein. Gesetzt dem Fall, dass ich auch gesund bin, brauche ich zum "Genesenen" keinen Abstand mehr. Entwickeln wir uns jetzt zur Abstandsgesellschaft. Abstand ist derzeit geboten, klar - aber gesund und gesund (nach überstandener Krankheit) darf sich nahe sein. Klar spricht hier die Unsicherheit und auch die Sorge oder schlimmstenfalls Angst - aber eben ein wenig auch beginnende Stigmatisierung.

Am 16.4.2020 um 20:22 schrieb Ratinacage:

Mhh. Ist das nicht aber auch eine Form von Stigmatisierung: Uroma = Risikogruppe = Einschränkung?

Ja, dass ist sie, ich stimme Dir zu. Betrachten wir es von einer anderen Perspektive: Maskenträger*in = schützt sich selbst und/oder Andere = Held*in ? oder: "systemrelevant unterbezahlte" Berufstätige = retten die Nation = Superheld*innen. Wir Menschen überspitzen immer so gerne überproportional zum positiven, wie zum negativen. Mir macht Sorge, dass je länger wir mit einschränkenden Massnahmen ausharren müssen (und das müssen wir ziemlich sicher), desto kritischer, fordernder, aggressiver werden wir miteinander umgehen. In einem anderen Thread schreibt Clau dia "wir sind alle systemrelevant". Das stimmt - je nach Definition. Im Moment sind die im "Versorgungs-,  Gesundheits- und Sozialwesen" tätigen Berufsgruppen jedoch am stärksten gefragt, wollen wir nicht noch schlimmere Zustände bekommen und Menschenleben auf's Spiel setzen. Mir fallen noch ein paar "Helden" ein: bspw. die verpönte Berufsgruppe der Beamt*innen, welche derzeit in allen Bundesländern Sonderschichten fahren, um für die von Pleite gefährdeten Unternehmen gestellten Soforthilfeanträge zu bearbeiten und zu bewilligen. Die schlagen sich derzeit bspw. in NRW und Sachsen mit Internetbetrügern 'rum. 😠  Hey, auch für diese Berufsgruppe mal ein fettes DANKE!

Am 17.4.2020 um 11:01 schrieb arni:

... Stigmatisierung... ich wohne an der Grenze zum Kreis Heinsberg. Und ich sage ganz offen, ich selbst würde verschweigen wenn ich aus diesem Kreis kommen würde. Diese Menschen haben es momentan echt nicht leid. Der Kreis Heinsberg ist groß und nicht im gesamten Kreis kam es zu übermäßig vielen Infizierten.

Das spielt aber keine Rolle. Die Leute bekommen einen Stempel verpasst und müssen sich die schlimmsten Beschimpfungen anhören, weil sie die Frechheit haben Ihren Kreis zu verlassen und woanders einkaufen gehen oder einen Arzt aufsuchen.

Autos mit einem Heinsberger Kennzeichen wurden beschädigt oder zu gefährlichen Aktionen im Straßenverkehr gezwungen.

Mir macht so etwas Angst. Was passieren den für Dinge, wenn mal etwas schlimmeres als Corona über uns herfällt?

Tja, dass ist wohl das deutlichste Beispiel/Zeichen für Stigmata. Ich kann da nur mit dem Kopf schütteln. Nicht über Arni, sondern über die Situation!  Das Virus ist wie ein Tsunami über die ganze Welt geschwappt - nicht nur über Wuhan, Ischgl, Heinsberg etc.pp. Es macht für mich überhaupt keinen Sinn, hier einen Schuldigen zu suchen, Stempel zu verteilen, auf Entschädigungen zu klagen (wie vor kurzem ein 5 Sterne Hoteldirektor, Name hab ich leider vergessen), usw.  Für mich gilt Ärmel hoch krempeln, anpacken und alles tun, um dem Virus keine Chance zu geben, sich weiter zu verbreiten. Tun wir das alle gemeinsam und schafft die Medizin es einen Impfstoff  herzustellen, haben wir die Chance auf ein neues soziales Miteinander und eine "neue" Normalität. Wir befinden uns alle im Wandel, Stigmata nützen da eher nichts. Bevor ich's vergesse - ich bin davon leider auch nicht frei. 🙈

Schönen Sonntag Euch allen und bleibt gesund

Uli

Edited by kuzg1
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Es war die Dorinth Hotelgruppe. Wer denkt da an die kleinen familiengeführten Hotels in Deutschland und Europa? Ich würde gerne wieder in das süße kleine Hotel in Italien fahren, mussten wir leider absagen. 

Es sieht doch niemand jemanden an der Nase an das er mal erkrankt war. Ich würde auch nicht auf die Idee kommen jemanden einfach mal so zu fragen:....und hattest du Corona? Ich frage ja auch niemanden:...und schon Grippe gehabt? Allerdings wäre ich neugierig, Frau eben, wenn ich jemanden mit C. kennen würde, über seine Erfahrungen damit. 

Ich glaube auch nicht das wir jetzt alle zu lieben, fürsorglichen Menschen werden, wenn wir es nicht vorher schon waren. Der Alltag wird genauso weitergehen, wann immer das sein wird. 

Das Wort Stigma/Ausgrenzung fällt mir auch nicht ein zu Uromas, Omas die ihre Enkelkinder nicht sehen dürfen. Auch nicht bei den Risikogruppen, welche auch immer. Sie tun mir eher leid.

Lg. Lupinchen

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vor 3 Stunden schrieb kuzg1:

Frage: warum denn? Wer genesen ist, dürfte gesund sein. Gesetzt dem Fall, dass ich auch gesund bin, brauche ich zum "Genesenen" keinen Abstand mehr. Entwickeln wir uns jetzt zur Abstandsgesellschaft. Abstand ist derzeit geboten, klar - aber gesund und gesund (nach überstandener Krankheit) darf sich nahe sein. Klar spricht hier die Unsicherheit und auch die Sorge oder schlimmstenfalls Angst - aber eben ein wenig auch beginnende Stigmatisierung

Sicher, Uli, auch das Abstandhalten zu (wieder) Gesunden kann man als Stigma sehen. Aber weiß ich denn, ob ich nicht selber schon Virenträger bin? Oder ob es doch sein könnte, dass Genesene nicht immer immun sind?

Es sind diese Fragen, die mich verunsichern.

Ich finde übrigens, dass etwas mehr körperlich Abstand halten nicht schlimm ist, auch nach Corona. So mal grundsätzlich. Sicher nicht so krass wie jetzt, aber in manchen Kreisen nahm mir die Knutscherei und Drückerei in den letzten Jahren bisschen überhand. ;)

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Tenorsaxofon
vor 3 Stunden schrieb Lupinchen:

Es war die Dorinth Hotelgruppe. Wer denkt da an die kleinen familiengeführten Hotels in Deutschland und Europa? Ich würde gerne wieder in das süße kleine Hotel in Italien fahren, mussten wir leider absagen. 

Es sieht doch niemand jemanden an der Nase an das er mal erkrankt war. Ich würde auch nicht auf die Idee kommen jemanden einfach mal so zu fragen:....und hattest du Corona? Ich frage ja auch niemanden:...und schon Grippe gehabt? Allerdings wäre ich neugierig, Frau eben, wenn ich jemanden mit C. kennen würde, über seine Erfahrungen damit. 

Ich glaube auch nicht das wir jetzt alle zu lieben, fürsorglichen Menschen werden, wenn wir es nicht vorher schon waren. Der Alltag wird genauso weitergehen, wann immer das sein wird. 

Das Wort Stigma/Ausgrenzung fällt mir auch nicht ein zu Uromas, Omas die ihre Enkelkinder nicht sehen dürfen. Auch nicht bei den Risikogruppen, welche auch immer. Sie tun mir eher leid.

Lg. Lupinchen

In unserer letzten Sonntagszeitung stand ein grosser Bericht, mit Genehmigung der behandelnden Klinik, von einem genesenen Corona Patienten. Genesen? Sagen wir Virusfrei, aber wie er schreibt muss er tägl. seine Atemübungen machen. War interessant.

Gruss Anne

 

 

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vor 56 Minuten schrieb malgucken:

Sicher, Uli, auch das Abstandhalten zu (wieder) Gesunden kann man als Stigma sehen. Aber weiß ich denn, ob ich nicht selber schon Virenträger bin? Oder ob es doch sein könnte, dass Genesene nicht immer immun sind?

Es sind diese Fragen, die mich verunsichern.

Genau Kathi - glaub mir, mir geht es nicht anders. Die Verunsicherung greift zunehmend um sich und das macht mir auch Sorge. Deshalb hatte ich geschrieben:

vor 4 Stunden schrieb kuzg1:

Gesetzt dem Fall, dass ich auch gesund bin, brauche ich zum "Genesenen" keinen Abstand mehr.

Aber ich weiss tatsächlich erst einmal NICHT sicher, ob ich selbst bereits Virenträger bin und schon gar nicht, ob der/die Genesene tatsächlich endgültig immun ist. Ein Teufelskreis - daher ist der sicherste Weg ganz klar: Abstand! 😢 Dies definiere ich jedoch nicht als Stigmatisierung, sondern als Selbstschutz sowie Schutz meiner Mitmenschen.

vor 56 Minuten schrieb malgucken:

... aber in manchen Kreisen nahm mir die Knutscherei und Drückerei in den letzten Jahren bisschen überhand. ;)

Verdammt! - hatten wir nicht in Leipzig und/oder in der Rhön damals, du weisst schon .... oder nicht .... oder doch ... oder war's ganz anders? 😜😊

Schönen Abend Euch, Gruß - Uli

Edited by kuzg1
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Mir macht die Zeit danach Sorgen. Kann man überhaupt noch unbefangen sein? Ich bin durch meine früheren Berufe und die Schulungen innerhalb, immer schon so ein kleiner Hygienefreak gewesen, was nicht heißen soll das ich nur mit Sagrotan putze. Mein Sohn durfte als Kind im Dreck....hört sich blöd an, spielen.

2020 bleibt ein komisches Jahr für mich, man lebt zzt. wie in einer Blase, irgendwie alles unwirklich, hier im Umfeld ist GsD keiner (offensichtlich) infiziert. In den Altenheimen hier drumherum gibt es einige Tote und Infizierte. Und man stirbt sehr wohl an Vereinsamung. Schon vorher gab es häufig (was viele nicht wissen) Alkoholismus bei alten Menschen und auch Selbstmord. Ich denke es wird allgemein eine höhere Selbstmordrate geben. An die vielen misshandelten Menschen, nehme hier mal keine Personengruppe aus, mag ich auch nicht denken.

Ich träume auch in 2020 von einem Urlaub am Meer, allerdings schäme ich mich dabei. Mir fehlt aber Urlaub vom Alltag, den habe ich jetzt noch mehr als sonst, und meine Truppe von der Tafel, ein Ehrenamt von mir. Auch weiß ich jetzt so ungefähr wie es sein wird wenn mein Mann in Rente geht, meine Freundinnen auch. Homeoffice!!! Aber er trägt noch normale Kleidung, rasiert und duscht sich noch😜

Haltet durch

Lg. Lupinchen

 

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Am 18.4.2020 um 19:48 schrieb kuzg1:

Verdammt! - hatten wir nicht in Leipzig und/oder in der Rhön damals, du weisst schon .... oder nicht .... oder doch ... oder war's ganz anders? 😜😊

Uli, du sollst doch nicht aus dem Nähkästchen plaudern! 😂🤩

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vor 12 Minuten schrieb malgucken:

Uli, du sollst doch nicht aus dem Nähkästchen plaudern! 😂🤩

Es war ganz anders - ich schwör´s! 🤞🤞😗

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ich muss gerade mal herzhaft lachen - malgucken und kuzg1 -

ja, es ist euer Ding, aber es tut richtig gut das zu lesen - und es ist ja meist harmlos - hihihi -  wer mit wem - wann und wie - wo auch immer - menno, das ist so etwas von egal -

aber liebe User,  denkt daran, die Condome werden knapp wie Toilettenpapier vor etlichen Wochen -

vielleicht steigt ja die Geburtenrate - die sichert dann die Überlebenschance nach unserer Generation - wir werden uns alle bald damit auseinandersetzen müssen - ohne Pankikmache -  es sind nur meine Gedanken - und die muss niemand mit mir teilen -

soviel zu dem Thema Stigma-Corona -

entschuldigt bitte, ich kringel' mich immer noch - es ist einfach zu schön - also - keine Panik -

nette Kringelgrüsse sendet - Bibi -

 

Edited by Bibi
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vor 38 Minuten schrieb Bibi:

ich muss gerade mal herzhaft lachen - malgucken und kuzg1 -

ja, es ist euer Ding, aber es tut richtig gut das zu lesen - und es ist ja meist harmlos - hihihi -  wer mit wem - wann und wie - wo auch immer - menno, das ist so etwas von egal... 

 

... Aber ja so spannend😁

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Also eins dürfte auf jeden Fall klar sein, erkrankte und vor erkrankte sind besonders zu schützen, egal in welcher Altersgruppe.

Bei den Älteren kann man aber keine starre Jahrgangsgrenze ziehen, dazu ist jeder Mensch, biologisch zu verschieden. Ob es dann ausreicht an die Vernunft der Älteren zu appellieren möchte ich allerdings auch bezweifeln. Es wird ein mix aus reden, überzeugen, psychologischen Eingreifen nötig sein, um den einen oder anderen auf den rechten Weg zu führen.

Eins wird es auf jeden Fall, nicht einfach.

Gruß Uwe

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hallo, Claudia -

dein erster Beitrag hier heute war schon bekannt - also die Isolierung der älteren Menschen meine ich -

also, ich möchte schreiben, dass der Pflegenotstand hier schon lange ignoriert wurde - die Menschen waren ja weg und nicht mehr sichtbar - und es wurde nichts getan - ich finde das grauenvoll -

nur in einigen Pflegeheimen, wo Plegegerinnen oder Pfleger überführt wurden wegen Misshandlungen an alten und hilflosen Menschen - das war dann in den Medien -

ja, was hat sich geändert in den letzten Jahren - NICHTS -

ich möchte gern alt werden, rüstig, lesen können und meine geistige Leistung erhalten - aber das ist wenig Menschen vergönnt -

ich möchte in keinem Pflegeheim dahinvegetieren und habe aufgrund der neuen Rechtsregelung mein Testament geändert - ich möchte dann, wenn es mir noch möglich ist, friedlich und schmerzfrei sterben dürfen -

- eure Bibi -

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Es zeigt sich deutlich: Stigma bzw. Stigmatisierung ist ein schwieriger Begriff, mit dem auf sehr unterschiedliche Weise umgegangen und  der vielfälltig aufgefasst wird. Die Definitionen scheinen so vielfälltig wie die Zahl der User 😉

Hier noch ein weiterer interessanter Bericht zu dem Thema, für diejenigen die es interessiert:

"Von Covid-19 geheilter Professor wird von Kollegen gemieden":

https://www.welt.de/vermischtes/video206927869/Leben-mit-Corona-Stigma-Von-Covid-19-geheilter-Professor-wird-von-Kollegen-gemieden.html

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hallo, arni -

dein Beitrag tut richtig gut - 😄 -

wir leiden auch unter Heunschnupfen und mein Mann ist Asthmatiker -

da kann es schon mal passieren, dass man mal niesen muss - wir nehmen schon morgens ein Histamin ein, dass es möglichst nicht passiert -

bisher hat es funktioniert -

nette Grüsse sendet - Bibi -

 

 

 

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Lachen ist sowichtig. Gerade jetzt, wo Corona die Welt im Griff hat. Bin gespannt wenn es endlich heißen wird: Ursache einer Coronaerkrankung ist eine genetische Disposition - erste Hinweise in diese Richtung waren gestern im Hörfunk - und wiedereinmal  wird festgestellt werden, dass Menschen Gene haben. Zum Glück geht ja nun eine Impfstoffstudie an den Start. Auf die Ergebnisse und die Ableitungen wird mit hoher Spannung gewartet. Ganz nebenbei reiben sich  Verschwörungstheoretiker schon die Hände. ALJAZEERA zeigt heut um 8.00Uhr "The Politics of Population Control" - ob das in der aktuellen Situation so passend ist? Und Amerika heißt die Debatte um den Ursprung des Virus weiter an - mit Schuldzuweisungen und Provokationen gegen China. Es bleibt spannend.

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    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Die ersten Impfstoffe gegen Covid-19 sind da, und es werden bald mehr. In den nächsten Monaten werden immer mehr Menschen mit Psoriasis sich entscheiden müssen, ob und wann sie sich impfen lassen. Gibt es Gründe, die gegen eine Corona-Schutzimpfung sprechen? Kann man sich impfen lassen, obwohl man ein immunschwächendes Medikament nimmt? Muss das Medikament wegen der Impfung abgesetzt werden? Werde ich mit Psoriasis bei der Terminvergabe bevorzugt?
      ?Dieser Artikel wird von uns fortlaufend aktualisiert. Deshalb lohnt es sich, ihn von Zeit zu Zeit neu aufzurufen.
      Hautärzte und Rheumatologen haben dazu unterschiedliche Empfehlungen. Entzündliche Haut- und Gelenkerkrankungen sind eben verschiedene Krankheiten und die Arzneimittel wirken unterschiedlich gut. Auch liegt es daran, dass es für diese Patientengruppe erst allmählich gesicherten Informationen gibt. Diese vorläufigen Ratschläge können nicht die individuelle Situation der Patienten berücksichtigen. Deshalb solltest du mit der Ärztin oder dem Arzt darüber sprechen, bevor du einen Impftermin vereinbarst.
      Impfen wegen höherer Infektionsanfälligkeit?
      Allgemein gelten Menschen mit Psoriasis als anfälliger für jede Art von Infektionen. Viele von ihnen werden mit Medikamenten behandelt, die das Immunsystem beeinflussen. Die ersten Auswertungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigen jedoch, dass das bei Covid-19 nicht zutrifft: Weder Autoimmun-Erkrankte noch Rheumatiker stecken sich deutlich öfters an. Sie müssen nicht auffällig häufiger klinisch behandelt werden und es sterben nicht mehr von ihnen als der Durchschnitt. Die Werte bewegen sich zwischen 1,1 und 1.4. Dagegen sind z.B. alte Menschen bis zu 4 x häufiger betroffen, Diabetiker oder Herzkranke bis zu 2 x so oft. Eine möglich Erklärung: Die Medikamente gegen chronisch-entzündliche Krankheiten schwächen das Immunsystem nicht generell. Sie werden in geringen Dosen gegeben bzw. sehr gezielt auf einzelne Botenstoffe des Immunsystems angesetzt. Deshalb spricht man heutzutage von "immunmodulierenden" anstatt von "immunsuppressiven" Präparaten. Es bleibt aber das Risiko, das alle haben: sich mit dem Coronavirus anzustecken und dadurch möglicherweise schwer, folgenreich und lebensgefährlich an Covid-19 zu erkranken. Überlasse es nicht dem Zufall, ob und wie schwer es Dich trifft.
      Tatsächliche Risikogruppen
      Deutsche Dermatologen haben früh darauf hingewiesen: Es ist nicht die Psoriasis an sich, die das Risiko erhöht, sich anzustecken und schwer zu erkranken, sondern deren typische Begleiterkrankungen. Das haben Auswertungen des RKI inzwischen bestätigt: Es trifft eher und stärker diejenigen, die schwer erkrankt sind an Herzschwäche (Insuffienz), Fettleibigkeit (Adipositias) oder Zucker (Diabetes) und auf Raucher. Deutsche Rheumatologen sehen ein höheres Ansteckungsrisiko zusätzlich dann, wenn die Psoriasis Arthritis gerade besonders aktiv ist oder Patienten mit Kortison täglich ≥10 mg behandelt werden.
      US-Rheumatologen dagegen meinen, COVID-19 verlaufe bei Menschen mit einer Autoimmunerkrankung schwerer als beim Durchschnitt der Bevölkerung und könnte weniger wirksam behandelt werden. Sollten sie langfristig recht behalten, wäre es gut, wenn Du geimpft bist.
      Impfen trotz Psoriasis?
      Wer eine chronisch-entzündliche Krankheit wie Psoriasis hat, sollte (unabhängig von Corona) alle empfohlenen Impfungen durchführen lassen. Das gilt auch dann, wenn man mit einem immunmodulierenden Medikament behandelt wird. Sehr selten kommt es vor, dass Menschen gegen Impfstoffkomponenten allergisch sind. Die können sich nicht impfen lassen. Aktuell ist es besonders wichtig, gegen Grippeviren und Pneumokokken geimpft zu sein. Die greifen, ebenso wie die Corona-Viren, die Atemwege an. Es gibt Untersuchungen, nach denen Menschen mit Grippeimpfung deutlich seltener an Covid-19 erkrankt sind. Mehr zum Thema Impfen findest du unter „Die wichtigsten Impfungen bei Schuppenflechte“.
      Übereinstimmend betonen alle Experten, dass es keine medizinischen Gründe gibt, sich allein wegen einer Psoriasis nicht gegen Corona impfen zu lassen. Das American College of Rheumatology empfiehlt Autoimmun- und Entzündungspatienten, sich so bald wie möglich impfen zu lassen, selbst wenn man aktuell "im Schub" sei.
      Die Reihenfolge, in der geimpft wird, ist in der "Corona-Virus-Impfverordnung" geregelt. Mit schweren Erkrankungen, aber auch mit Psoriasis wirst Du bevorzugt geimpft. Die Regelungen werden regelmäßig aktualisiert. Vorgezogene Termin vereinbarst Du bei der entsprechenden Behörde des Bundeslandes. Bescheinigungen gibt es in der Arztpraxis.
      Die US-Rheumatologen, prognostizieren, dass die Covid-19 Impfung nicht so gut wirkt, wenn jemand ein Medikament einnimmt, mit dem das Immunsystem beeinflusst wird. Das war jedenfalls bei anderen Impfungen bisher so. Trotzdem: Selbst ein etwas weniger wirksamer Impfstoff kann auf jeden Fall einen schweren Verlauf von Covid-19 verhindern. Darin sind sich alle einig.
      Für weitere Fragen, z.B. wie sicher die Impfstoffe sind, mit welchen Nebenwirkungen du rechnen musst und worin sie sich unterscheiden, findest du viele seriöse Informationen im Internet, z.B. beim Gesundheitsministerium.
      Medikamente absetzen? – Expertenmeinungen
      Zur Frage, ob bei Psoriasis-Patienten die Medikamente wegen der Corona-Impfung abgesetzt werden sollten, gibt es unterschiedliche Empfehlungen:
      Aus dem Jahr 2019 stammt eine allgemeine Empfehlung für "Impfen bei Immundefizeinz" , veröffentlicht von einer Expertengruppe des RKI. Auf der Internetseite des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen gibt Dr. Ralph von Kiedrowski seine persönliche Einschätzung für Haut-Patienten ab. Er beschreibt, wie er in der Praxis damit umgeht. Eine "offizielle" Stellungnahme von BVDD, DDG und PsoNet) gibt es bisher noch nicht. Für Rheuma-Patienten, mit denen Psoriasis-arthritis-Betroffene meist verglichen werden, gibt es zwei offizielle Empfehlungen: eine von der Deutschen Rheumatologischen Gesellschaft und eine des American College of Rheumatology.
      Alle Stellungnahmen gehen davon aus, dass der Impferfolg am effektivsten wäre, wenn das Immunsystem rund um die Impfung nicht zusätzlich geschwächt werden würde. Wenn geplant ist, eine neue Therapie zu beginnen, sollte deshalb möglichst die Impfung schon abgeschlossen sein. Für diejenigen, die bereits mit einem Medikament behandelt werden, gibt es unterschiedliche Ratschläge. Warum, erklären wir im Folgenden.
      Bei Schuppenflechte der Haut grundsätzlich absetzen
      Für Betroffene mit einer entzündlichen Haut-Erkrankung wie der Schuppenflechte rät Dr. von Kiedrowski die Therapie vor und nach der Impfung zu unterbrechen. Bei Medikamenten, die in sehr großen Abständen gegeben werden, sollte nach der Hälfte der Zeit geimpft werden. Das Immunsystem solle bei der Impfung möglichst wenig geschwächt sein, um sich gegen das Virus wappnen zu können. Dafür benötige man die Lymphozyten, die durch Psoriasis-Medikamente verringert werden. Das Immunsystem benötige, so von Kiedrowski, 7 bis 10 Tage für eine sichere Impfantwort. Wenn die Therapie fürs Impfen kurzfristig unterbrochen werde, sei „nur selten mit einer Verschlechterung der Grunderkrankung zu rechnen. Das läge vor allem an den hochwirksamen Medikamenten.
      Tipps für Hauterkrankte
      Wer mit einem innerlichen Medikament gegen Schuppenflechte behandelt wird, sollte den Impftermin zeitlich mit der Therapie abstimmen: Dr. von Kiedrowski rät, zwei Wochen vor und nach der Impfung keines der Psoriasis-Medikamente zu verabreichen. Denn das Immunsystem benötigt bis zu 10 Tage, um auf den Impfstoff zu reagieren. Medikamente, die täglich, wöchentlich oder alle 2 Wochen gegeben werden, setzt er für vier Wochen ab. Ist der Behandlungsintervall länger, z.B. alle 4, 6, 8 oder 12 Wochen, wird die Therapie nicht unterbrochen. Der Impftermin sollte dann möglichst genau in der Mitte liegen. Um die zweiwöchige Pause nach der Impfung einzuhalten, könne das Medikament bedenkenlos eine Woche später verabreicht werden. Das gilt für den ersten und den zweiten Impftermin.
      Die Abstände zwischen Erst- und Zweitimpfung sind bei den Impfstoffen unterschiedlich. Deshalb haben wir eine Übersicht erstellt, wie Du optimal Impftermine und Therapie miteinander abstimmen könntest. Bitte sprich das rechtzeitig mit der Ärztin oder dem Arzt ab. Es können medizinische Gründe vorliegen, die andere Abstände nötig machen. Nur, wenn du das vor der Terminvergabe abgeklärt hast, hast du eine Chance, dass Dein persönlicher Wunsch berücksichtigt wird.
      Bei Gelenk-Psoriasis grundsätzlich nicht absetzen
      Für Betroffene mit einer entzündlichen Gelenkerkrankung wie der Psoriasis arthritis raten die deutschen wie die US-amerikanischen Rheumatologen das Gegenteil: Die Medikamente sollten wegen einer Corona-Schutzimpfung grundsätzlich nicht abgesetzt werden. Das Risiko, dass die Erkrankung wieder aufflammt, wird als „erheblich eingeschätzt“. Das ist nachvollziehbar: Leider wirken Medikamente gegen die Gelenk-Psoriasis immer noch deutlich schlechter als gegen die Haut-Psoriasis. Das bestätigte uns auch Dr. von Kiedrowski aus seinem Praxisalltag. Die Sorge vor einem Wieder-Aufflammen der Erkrankung könnte bei den Rheumatologen auch aus einem anderen Grund größer sein, als bei den Dermatologen: Rheumatologischen Erkrankungen seien teilweise mit schweren Organschäden verbunden, so Dr. Fabian Proft von der Charité in Berlin.
      Tipps für Gelenkerkrankte
      Die deutschen Rheumatologen raten, alle Medikamente weiter anzuwenden, wenn geimpft wird. Einzige Ausnahme ist ein Wirkstoff, der nicht bei Psoriasis Arthritis verschrieben wird: Rituximab.
      Die US-amerikanischen Rheumatologen dagegen empfehlen nur, alle Biologika und Ciclosporin weiter anzuwenden. Bei Methotrexat (MTX) empfehlen sie zu unterscheiden: Schlägt es gut an, sollte es eine Woche nach der Impfung ausgesetzt werden. Kann damit aber die Krankheit nicht so gut kontrolliert werden, sollte es weitergenommen werden. Ansonsten riskiere man einen erneuten Schub. Die deutschen Impfexperten weisen darauf hin, dass von niedrig dosiertem MTX "keine wesentliche Immunsuppression" zu erwarten sei. Deshalb müsse auch das nicht abgesetzt werden.
      Die US-Experten empfehlen, JAK-Hemmer (z.B.Xeljanz und Rinvoq) generell eine Woche nach jeder Impfung abzusetzen.
      Sehr uneinig sind sie sich bei hoch dosierten Kortikosterioden (täglich ≥20 mg). Die einen empfahlen, das Medikament weiterzugeben, andere würden die Dosis vor der Impfung herabsetzen. Deutsche Impf-Experten verweisen darauf, dass "eine Hochdosis-Glukokortikoid-Therapie über ≥2 Wochen bzw. eine Stoßtherapie mit sehr hohen Dosen als schwer immunsuppressiv" gilt. Deshalb empfehlen die deutschen Rheumatologen, eine Therapie mit Kortisonpräparten (v.a. Methylprednisolon oder Triamconolon) völlig zu vermeiden oder deutlich zu verringern.
      „Kein Evangelium“
      Sympathisch ist, dass diese anerkannten US-Rheumatologen deutlich sagen, dass ihre Aussagen kein „Evangelium“ seien. Zum einen würde sich das Wissen darüber ständig weiterentwickeln. Zum anderen gäbe es große Unterschiede zwischen den Patienten. Wenn also die Mediziner, die Deine Gelenk-Schuppenflechte behandeln, etwas anderes vorschlagen, kann das trotzdem in Deinen Fall richtig sein.
      Tipps zum Weiterlesen
      Die Allgemeinärztin Dr. Ulrike Koock hat in ihrem Blog "Schwesterfraudoktor" 10 Fragen aufgeschrieben und beantwortet, die ihre Patienten immer wieder stellen. Dr. Marc Hanefeld hat sich mit der Kritik an der mRNA-Impfung beschäftigt. Martin Moder von den Science Busters macht ohnehin großartige Videos. Inzwischen hat er auch viel rund um das Thema Corona sehr griffig erklärt. Ein Ausflug zu seinem YouTube-Kanal ist deshalb sowieso alle paar Tage zu empfehlen.
    • Claudia Liebram
      By Claudia Liebram
      Die meisten Menschen mit Psoriasis sprechen auf die Corona-Impfung gut an. Das haben Erlanger Forscher in einer Studie herausgefunden. Bei manchen aber reicht die Immunantwort nicht ganz aus. Was ist dann zu tun?
      Schuppenflechte, Rheuma oder Darmentzündungen haben eins gemeinsam: Bei den Erkrankungen reagiert das Immunsystem falsch und überschießend. Dann kommen oft entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Forscher des Deutschen Zentrums Immuntherapie (DZI) an der Uniklinik Erlangen untersuchten, wie gut Betroffene auf eine Corona-Impfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer asprachen.
      "Die Corona-Impfung ist für Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen sogar verträglicher als für Gesunde", schreiben die Wissenschaftler. Reaktionen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Gelenkschmerzen kamen bei Patienten mit Immuntherapien deutlich seltener vor als bei Gesunden. 
      Aber: Nicht alle Patienten mit entzündlichen Erkrankungen sprechen auch ausreichend auf die Corona-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff an. Sie entwickeln dann keinen ausreichenden Immunschutz gegen das Virus SARS-CoV-2. Zum Vergleich: Bei 100 gesunden Probanden entwickelte einer keine neutralisierenden Antikörper. Von 100 Patienten mit einer  entzündlich Erkrankung entwickelten dagegen zehn Menschen keine Antikörper.
      Positiver formuliert, kann man aber auch sagen: 9 von 10 Erkrankten sprechen gut auf die Impfung an.
      Test zwei Wochen nach letzter Impfung
      Dabei waren laut den Forschern nicht die entzündungshemmenden Medikamente die Ursache für das verminderte Ansprechen, sondern die Erkrankung an sich. "Somit gibt es auch keinen Grund dafür, mit der Einnahme dieser Medikamente zum Impftermin zu pausieren", sagen die Leiter der Erlanger Studie.
      Was folgt nun daraus? „Bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen ist es ratsam, die Impfantwort zwei Wochen nach der zweiten Impfung zu bestimmen", meint Dr. David Simon, Assistenzarzt an der Medizinischen Klinik 3 für Rheumatologie und Immunologie des Uni-Klinikums Erlangen.
      "Der wohl beste Weg ist eine neuerliche Impfung idealerweise dann mit einem anderen Impfpräparat", so Simon. Derzeit gäbe es zwar ein starres Impfregime, doch in Zukunft werde es "in gewissen Fällen sicherlich notwendig sein, die Impfstrategie individuell anzupassen, eine neuerliche (dritte) Impfung durchzuführen bzw. auch das Impfpräparat zu wechseln".
      Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Annals of the Rheumatic Diseases“ veröffentlicht.
      Du bist schon geimpft? Wir tragen in einer Langzeit-Umfrage zusammen, ob sich die Psoriasis nach der Impfung verändert hat. Mach mit!  
    • Lupinchen
      By Lupinchen
      Hallo aus Franken,
      es wird sicher in nächster Zeit, beginne aber trotzdem schon mal diesen Thread, neue oder angepasste Apps`s geben. Die meisten werden es wohl installieren und benutzen um ihre Impfung zu dokumentieren. Dazu würde ich es auch nutzen, denn das macht Sinn, für mich. Vorher hat es sich mir nicht erschlossen. Bin eh nicht so der App-Freak. Es geht dabei ja nur um diese einzige Impfung und das kann ich akzeptieren. Mein Impfpass enthält ja schon viele Impfungen, auch welche die ich nicht mehr auffrische, die will ich nirgendwo anders sehen. Dient mir ja auch nur zur Selbstkontrolle und lag sonst bei den anderen Pässen, die man so hat. Natürlich nicht beim Perso...der ist in der Geldbörse.
      Ich möchte aber auch gerne wissen welche ihr sonst noch so um Corona herum benutzt und wozu. Regional läuft da ja auch schon einiges. Habe gerade den Post von Claudia gelesen zu ihrer NW-App....auch interessant. 
      Lg. Lupinchen

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