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Nellasan

Hallo,

meinem Sohn wurde vor 2 Tagen die Diagnose Psoriasis Arthritis gestellt. Er ist 38, seine Grossmutter hatte diese Erkrankung vor 50 Jahren. Sie ist mit 49 an den Nebenwirkungen der Medikamente gestorben.

Er hatte eine Blasenentzündung, danach Hautausschlag im Genitalbereich und dann Wasser im rechten Knie, etwas später auch im linken.

Er wurde jetzt 10 Tage in einer Spezialklinik für Rheumaerkrankungen durchgecheckt.

Alle Blutwerte sind perfekt, alle Organe vollkommen gesund, Darmspiegelung hat nichts ergeben.

Seine Beschwerden sind hauptsächlich die Knie.

Vom Orthopäden bekam er 1 Woche Arcoxia.

Der Orthopäde hält die Diagnose für falsch.

Er hat keine Anzeichen an den Fingernägeln, keine Wurstfinger, die Röntgenbilder und Ultraschall zeigen keine Veränderungen.

Nachdem punktiert wurde ( kein Ergebnis in der Kultur ), sind die Beschwerden deutlich besser.

Die Diagnose schwankte zwischen Morbus Reiter und PSA, nachdem ein Hautarzt Psoriasis diagnostiziert hat wurde die reaktive Arthritis auf dem Patientenblatt durchgestrichen, er hat jetzt also PSA und soll morgen Abend die erste Tablette MTX nehmen.

Was fehlt ist der Schmerz, - beim Aufstehen morgens ein bisschen, auf der Scala eine 1 - 2. Geht bei Bewegung weg. Die Schuppenflechte ist nicht schön, aber sie juckt nicht und es ist nicht das Hauptproblem. 

Das Gehen funktioniert nicht richtig, er beschreibt es als mechanisch, wie eine Blockade, aber er leidet nicht unter Schmerzen und die Knie sind auch nicht rot, nicht warm, und jetzt auch nicht geschwollen.

Er hat Schuppen auf der Kopfhaut bekommen, ok.

Nach sorgfältiger Recherche über das Medikament MTX, sind wir gestern zu dem Entschluss gekommen das er es nicht nehmen wird. Methotrexat wird auf der website der Mayo Klinik als toxisch beschrieben. Die Nebenwirkungen reichen von ständigem Erbrechen, Diabetes, Pankreatitis, Schwindel und Kopfschmerzen bis zur Leberzirrhose und zur Erblindung. Methotrexat ist ein Chemotherapeutikum. Bei Leukämie gibt man 100mg ( natürlich gibt es viele versch. Arten und Dosen ), bei PsA 10 - 20 mg. Ob es wirkt weiss man erst nach Monaten, dann ist der Schaden an anderen Organen schon passiert.

Wenn man nach den Vorteilen von Methotrexat sucht, findet man eine Studie an 1200 Patienten, 2017, von denen nur 4% eine Linderung der Schmerzen erfuhren, wie und warum MTX irgendwie wirkt wird beschrieben mit den Worten : „ reason unknown“ , also nicht bekannt.

 

Bei der Behandlung von PSA werden auch NSAR eingesetzt. Ibuprofen ist laut Studien der Mayo Klinik das Medikament mit den wenigsten Nebenwirkungen. Auch in der Langzeit Behandlung. Wir werden es also mit 2400 mg Ibuprofen und als Magenschutz Nexium versuchen. Dazu eine grosse Portion Kurkuma, was extrem entzündungshemmend sein soll.

Es gibt noch weitere alternative Behandlungsmöglichkeiten die wir testen wollen.

Die PsA ist nicht heilbar, da mein Sohn aber nicht unter Schmerzen leidet, wollen wir versuchen den Körper so wenig wie möglich zu vergiften.

Den Ärzten wird das nicht gefallen, aber wir machen es so.

Hat noch jemand anders vielleicht Bedenken bei der Einnahme von MTX? Was genau sind denn die Vorteile? Was bewirkt es wirklich?

Wie genau fühlt man sich besser? Was rechtfertigt den Einsatz von Methotrexat?

Für einen Kommentar wäre ich dankbar,

vielen vielen Dank.

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Ioanna.Charitidou

Hallo Nellasan,

vielen Dank für die ausführliche Schilderung der Anamnese.

Sicherlich kan man über jedes einzelne Medikament bei der Psoriasis stundenlang diskutieren, ich versuche mich aber soweit wie möglich, kurz zu fassen. Bei der Psoriasis mit Gelenkbeteiligung  ist eine innerliche Therapie notwendig, da es ansonsten zum Fortschreiten der Entzündung der Gelenke und zu dauerhaften Deformierungen kommt. Eine reine Schmerztherapie ist nicht die Lösung, da damit nur die Beschwerden behandelt werden können und nicht die Erkrankung an sich. Für die Therapiemöglichkeiten  gibt es bestimmte LEITLINIEN, an denen sich ALLE Ärzte halten und sogar halten müssen. Und da wäre die erste vorgesehene Therapie bei dem Fall eine Therapie mit MTX.

Das MTX ist aus dem Bereich der Onkologie bekannt, allerdings wird es dort in viel höheren Dosen eingesetzt als in der Dermatologie und somit sind mögliche Nebenwirkungen häufiger zu erwarten. Mit der parallelen Einnahme von Folsäure werden diese mögliche Nebenwirkungen reduziert. Wir haben gute Erfahrungen mit MTX als Dermatologen. Es ist ein Medikament, was wir gut kennen und mit dem wir gut umgehen können, da es ein seit Jahren bekanntist. Vor der Therapie werden Kontraindikationen ausgeschlossen. Leitliniengemäß muss bei der Therapie mit MTX eine regelmäßige Laboruntersuchung (Monitoring) erfolgen, sodass mögliche unerwünschte Wirkungen rechtzeitig diagnostiziert werden. Dann kann die Therapie pausiert oder sogar abgesetzt werden. Durch diese regelmäßige Überwachung ist ein rechtzeitiges Erkennen von Nebenwirkungen möglich. Jeder Patient wird eng betreut, damit auch alles richtig läuft und nichts übersehen wird. Wenn Sie mich fragen sind die Vorteile mehr als die möglichen Nachteile.

Sicherlich kann mann bei jedem Medikament zahlreiche Nebenwirkungen im Beipackzettel finden, wie auch bei einer einfachen Bluthochdrucktablette.. Viele Medikamente können "toxisch" sein. Und sicherlich kann der Patient nicht gezwungen werden, ein Medikament zu nehmen, wenn er es nicht möchte. Tatsache aber ist, dass ihr Sohn  eine chronische Erkrankung der Gelenke und der Haut hat und dass er eine innerliche Therapie benötigt. Früher oder später, werden Sie und Ihr Sohn die Notwendigkeit einer innerlichen Therapie mit MTX oder anderen modernen immunmodifizierenden Therapie verinnerlichen und den Beginn einer Therapie einsehen. Ausserdem kann Ihnen auch kein Arzt garantieren, dass MTX 100% wirksam bei Ihren Sohn sein wird. Mann muss es erstmal ausprobieren. Es ist möglich, dass eine Therapieumstellung zukünftig stattfinden wird und dann werden Sie erneut ein ähnliches Dilemma haben.

Mann sollte einfach den langen Weg gemeinsam mit dem Arzt des Vertrauens gehen..

 

Mit freundlichen Grüßen,

I. Charitidou

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    • kamillentee
      By kamillentee
      Hallo,
      ich bin 25 und vor etwa 3 Jahre wurde bei mir PSA diagnostiziert. Seitdem nehme ich einmal in der Woche 15mg MTX (Spritze) und am Tag darauf Fol-Säure in Tablettenform. Aktuell spiele ich mit dem Gedanken die Therapie abzubrechen, mein Rheumatologe rät mir aber eher davon ab - jedoch ohne wirkliche Argumente dafür anzuführen. Kurz zu meinem Krankheitsbild: Meine Gelenkprobleme (Zwei Finger, ein Zeh und das linke Sprunggelenk) sind wenige Woche nach Beginn der Therapie verschwunden und seitdem bin ich auch beschwerdefrei. Meine Psoriasis ist eher schwach ausgeprägt (Kopfhaut + Intimbereich). Zwar ist meine Haut rötlich gefärbt, abgesehen von gelegentlichem Jucken habe ich aber keine Beschwerden - sprich es handelt sich in erster Linie um ein ästhetisches Problem. Durch die Einnahme von MTX hat sich da überhaupt nichts verändert. Auch das MTX hat bei mir nie Probleme gemacht, ich konnte nicht einmal leichte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit feststellen. Gemessen daran wäre es also kein Problem, die Therapie wie gehabt fortzusetzen. Da MTX an sich jedoch natürlich nicht gut für den Körper ist, würde ich persönlich gerne den Versuch wagen, den Wirkstoff abzusetzen. Ich habe jedoch bedenken, dass meine Gelenkschmerzen wieder zurückkehren - bei der Psoriasis mache ich mir weniger Sorgen, da sie sich während der Therapie wie gesagt sowieso nicht verbessert hat. Wie schätzt ihr meinen Fall ein? Macht es Sinn den Versuch zu wagen (natürlich würde ich das nochmal mit meinem Rheumatologen absprechen und nach seiner Empfehlung durchführen - vll zunächst mit einer geringeren Dosis?) oder zeigen Erfahrungsberichte, dass ich wohl direkt mit einem Schub rechnen muss?
       
      Vielen Dank im Voraus!
       
       
    • Pit.C
      By Pit.C
      Hallo Zusammen,
      habe bereits seit längere Zeit mit Psoriasis Arthritis zu kämpfen, somit auch jede Menge Medikamente hinter mir. Vor ca. 10 Wochen musste die Enbrel-Therapie abgebrochen werden (nach 4 guten Jahren keine Wirkung mehr). Es folgte eine Umstellung auf Xelianz, diese Therapie musste nach 6 Wochen abgebrochen werden - keine Wirkung, dafür jede Menge entzündete Gelenke .  Vor 2 KW musste sogar mein Kniegelenk operiert werden, mehrere Gelenkentzündungen sind weiterhin aktiv. Habe jetzt die ersten 2 Cosentyx Injektionen (2x 150) gespritzt (5 Wochen Aufbau danach 1x Monatlich).
      Zur Zeit halte ich mich mit Cortison und Novamin über´s Wasser  . 
      Mich würde sehr interessieren wie Eure Erfahrungen mit dem Präparat Cosentyx sind wie: Aufbau, Wirkung, Wirksamkeit, Nebenwirkungen usw.
       
      Für alle Informationen und Tipps bin ich sehr dankbar und bedanke mich im Voraus  .
      LG
      Peter
    • Jana2808
      By Jana2808
      Hallo,
       
      ich bin Jana und neu hier. Ich habe einen kleinen Sohn von nicht ganz fünf Monaten, den ich voll stille. Leider gefährdet meine Psoriasis das Stillen:
       
      Ich habe Schuppenflechte auf dem Kopf, die in der Schwangerschaft immer schlimmer wurde, ich habe nichts genommen in der Zeit. Dazu kam ein Zehennagel, mit dem ich mich immer noch plage. 
      In der Stillzeit hat sich ein Zeh komplett entzündet, alle Gelenke waren dick geschwollen. Meine Rheumatologin hat mir eine Kortisonspritze gegeben (laut embryotox auch alles vertretbar) und rät zum Abstillen, damit ich eine Basistherapie unter MTX starten kann. Die Spritze hat zumindest für ein Gelenk am Zeh geholfen, jetzt, ca. 2,5 Wochen danach, kann ich aber immer noch kaum laufen. Mir geht’s schon schlecht... ich möchte aber vor allem nicht irgendwelche Langzeitschäden riskieren!
       
      Eine Alternative wäre eine Therapie mit Cimzia, einem Biologikum, unter der ich weiterstillen könnte. Meine Ärztin hatte mir beides vorgeschlagen, ist aber eigentlich für MTX, weil auch nicht klar ist, ob meine (private) Krankenversicherung das übernimmt.
      Hat jemand von euch nach dem Abstillen eine medikamentöse Therapie begonnen? Wie schnell kann ich mit Besserung rechnen? Ist es das wert? Ich habe hier schon von Müttern gelesen, die nach dem Abstillen einen schlimmen Schub erlitten haben... Was hat hier geholfen?
       
      Mir ist das Stillen SEHR wichtig, ich möchte meinem Kind möglichst lang das beste bieten. Der Vater hat viele Allergien und auch in der Hinsicht möchte ich mein Kind schützen und stärken. Ich habe immer mit mindestens 12 Monaten gerechnet. 
       
      Ich warte im Moment auf meinen nächsten Arzttermin bei der Rheumatologin am 31.01. und würde gern für cimzia plädieren. Habt ihr Tipps, was mir helfen kann, insbesondere mit den Gelenken? Was meint ihr zum Abstillen/zur MTX-oder-Cimzia-Frage?
       
      Ich hoffe auf eure Hilfe oder Erfahrungsaustausch.
      Jana 

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